Die Waffen nieder - ziviler Widerstand gegen Putins Angriffskrieg

  • Es geht darum, zu erkennen, dass die Situation fast schon zwangsläufig ein Resultat aus gegenseitigen Beleidigungen und Missachtungen ist und jede weitere Beleidigung und Missachtung weiter in die Katastrophe führt. Ich weiß nicht, wie und ob man aus der Nummer wieder rauskommt, aber mit den Beleidigungen und Missachtungen muss Schluss sein. Das ist m.E. eine vernünftige Forderung der Friedensbewegung.

    Eine vernünftige Forderung ist das, und eigentlich ist ja auch klar, dass sich diese Forderung an beide Seiten wendet. In der Vergangenheit war es oft so, dass die Aufforderung der Friedensbewegung in den Nato-Staaten endlich Frieden zu schließen, an Amerika oder die Nato-Mitgliedsstaaten gerichtet war. Das hatte seine Berechtigung: Im eigenen Lager wirkt die Friedensbewegung wie eine außerparlamentarische Opposition.

    Wenn sich die im Parlament vertretenen Parteien einig sind, einen Krieg gutzuheißen, dann kritisieren sie auch den Kriegsgegner und sehen die Schuld bei ihm und nicht bei sich selbst. Dann ist es gut, dass gegebenenfalls eine außerparlamentarische Opposition sich organisiert, die Zweifel an dieser Darstellung anmeldet und auf Ungereimtheiten im eigenen Lager hinweist.

    Jetzt ist es aber so, dass von einem Teil der Friedensbewegung Trump als Friedensengel gelobt wird, die Kritik richtet sich nicht an das "eigene Lager". Stattdessen wird dessen "Häuptling" gerade dafür gelobt, dass er das Kriegsende verordnet.

  • Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Mehr gibt es da nicht zu analysieren.

    Du musst halt auch Mitleid mit der Friedensbewegung haben. Sie schafft es einfach nicht, die Gründe für völkerrechtswidrige Angriffskriege in unsere guten Gründe und deren böse Gründe zu unterscheiden. Arme, verwirrte Geister, denen sittliche Reife, Vernunft und vor allem die geistige Heimat fehlen, wenn man den Gerechten glaubt. :)

  • , Dänemark und Portugal (z.B.) wären aus der EU ausgetreten und hätten Assoziierungsabkommen mit den GUS-Staaten abgeschlossen, hält das aber nicht stand. Man kann davon ausgehen, dass weder EU noch USA das hingenommen hätten. Freiheit von Dänemark und Portugal am Arsch.

    Die Putintrolle lügen sich ernsthaft zusammen, dass ein Austritt aus der EU nicht zugelassen werde, nachdem Großbritannien genau das erfolgreich vorgeführt hat?


    Aber auch keine Überraschung, in Faschistenhirnen ist so ein zivilisierter Umgang eben unvorstellbar.

  • Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Mehr gibt es da nicht zu analysieren.

    Man kann darüber reden, warum Putin das getan hat. Aber keiner dieser möglichen Gründe rechtfertigt einen Angriffskrieg.

    Der 'Strohmenn' lässt grüßen.

    Aber es ist m.E. durchaus symptomatisch für die faktenfremde 'Qualität' der meisten der gegenwärtigen Diskussionen rund um den Ukrainekrieg, dass jegliche ursachenbezogenen Analysen bereits 'Kreml Propagnada' seien und (->Strohmann) damit die Kriegsschuld der russ. Führung in Frage gestellt würde.
    Das geht dann schon sehr straight in Richtung Denkverbot bzw. Denkabstinenz.
    Wer nicht ml zur realistischen und tatsachenbezogenen Analyse der Ursachen bereit ist, sollte vielleicht besser darauf verzichten sich zum Thema zu äussern?

    Der Satz
    'Mehr gibt es da nicht zu analysieren'
    ist im Kern ein Affront gegenüber den Fortschritten und Stärken der europäischen Aufklärung, womit den tumben Emotionen und Feindbildaufbauten mal wieder Tür und Tor geöffnet wird.
    #AusDerGeschichteNichtsGelernt?

    Einmal editiert, zuletzt von Autostadt_MS (8. März 2025 um 04:47)

  • Der 'Strohmenn' lässt grüßen.

    Aber es ist m.E. durchaus symptomatisch für die faktenfremde 'Qualität' der meisten der gegenwärtigen Diskussionen rund um den Ukrainekrieg, dass jegliche ursachenbezogenen Analysen bereits 'Kreml Propagnada' seien und (->Strohmann) damit die Kriegsschuld der russ. Führung in Frage gestellt würde.
    Das geht dann schon sehr straight in Richtung Denkverbot bzw. Denkabstinenz.
    Wer nicht ml zur realistischen und tatsachenbezogenen Analyse der Ursachen bereit ist, sollte vielleicht besser darauf verzichten sich zum Thema zu äussern?

    "Denkverbot", das ist jetzt aber der Vorschlaghammer?X/

    Selbst in Diktaturen gilt: "Die Gedanken sind frei". Allerdings muss man in Diktaturen sehr vorsichtig sein, wem gegenüber man seine Gedanken äußert. In einem öffentlichen Radverkehrsforum dazu zu posten, ist dann vermutlich keine gute Idee.

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    Es geht hier nicht primär um die Klärung der Kriegsschuld, sondern darum, den Krieg zu beenden.

    Natürlich könnte die Ukraine versucht sein, den Krieg zu verlängern, indem sie darauf verweist, dass die Kriegsschuld bei der Russischen Föderation liegt, was meines Erachtens hinlänglich bewiesen ist, auch wenn Trump gerade behauptet hat, die Ukraine sei schuld an dem Krieg. Das sagt der Präsidenten von dem Land, das bisher die Ukraine am stärksten unterstützt hat in seinem Abwehrkampf gegen den völkerrechtswidrigen Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine.

    Damit übertrifft Trump noch Wagenknecht, die im Sommer vergangenen Jahres behauptete: "Für Wagenknecht habe Selenskyj auch eine Mitschuld an dem Konflikt, da er sich nach seiner Wahl mehr in Richtung Westen und Nato orientiert habe. „Er hat ja den Krieg mit eskaliert“, sagt die Politikerin."

    Berliner Morgenpost vom 13.6.24

    Wagenknecht bei Maischberger: „Selenskyj hat den Krieg eskaliert“
    Sahra Wagenknecht spricht bei Maischberger über den Ukraine-Krieg. Dass dort immer noch Menschen sterben, sei die Schuld von Selenskyj.
    www.morgenpost.de

    Trump geht noch einen Schritt weiter: "Es gebe in der Ukraine "eine Führung, die einen Krieg zugelassen hat, den es nie hätte geben dürfen", sagte Trump bei einem Auftritt in seinem Anwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida.

    Trump sticht Wagenknecht. Ein Wettkampf der Populisten? Immerhin, beide erklären nicht die Ukraine zum Schuldigen an dem Krieg. Wagenknecht behauptet, Selensky habe den Krieg eskaliert, damit sagt sie nicht aus, dass Selensky den Krieg begonnen habe, oder die Schuld an dem Krieg trägt. Trump geht noch weiter, indem er behauptet, Selensky habe es vermasselt, in dem er eine Situation geschaffen habe, auf die die russische Föderation mit einem Angriffskrieg reagiert hat.

    Und jetzt beklatscht Wagenknecht, die sich meines Erachtens zu Unrecht als Teil der Friedensbewegung begreift, die Trump-Propaganda als Beleg dafür auf, dass sie damals im Sommer 24 recht gehabt habe. Eine andere Position hat die Linke. Zwar wird von den Befürwortern von Waffenlieferungen an die Ukraine kritisiert, dass die Linke Waffenlieferungen ablehnt. Aber die Position der Linken unterscheidet sich deutlich von Trump, Wagenknecht und der AfD.

    Spiegel vom 1.3.25:

    "Die Linke hat sich bereits in der Vergangenheit zur Ukraine bekannt und den russischen Angriff als völkerrechtswidrig verurteilt. »Der Aggressor heißt einzig und allein Russland«, steht nun auch im Papier. Es sei infam, wie Donald Trump der Ukraine eine (Mit-)Schuld am Krieg gebe »und die Angst vor einem Dritten Weltkrieg schürt, um so das Völkerrecht mit Füßen zu treten«. Die Partei findet damit klarere Worte als ihre Ex-Genossin Sahra Wagenknecht, die seit Kriegsbeginn immer wieder die Nato als Grund für die russische Eskalation nannte."

    Es gibt hier keine Denkverbote und auch keine Unterdrückung der Meinungsfreiheit, alles darf gedacht und gesagt werden. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass alle Menschen alles, was gedacht und gesagt wird, für gleichermaßen richtig halten.

    In diesem Krieg (vermutlich in den meisten Kriegen) sehen die Kontrahenten und ihre Unterstützer jeweils die Kriegsschuld bei der anderen Seite. Ich fürchte, es wird nicht gelingen diesen Krieg zu beenden, wenn man versucht zuvor die Kriegsschuldfrage zu klären.

    Am 11. November 1918 wurde der Waffenstillstand am Ende des Ersten Weltkriegs unterzeichnet.

    Der Friedensvertrag von Versailles wurde am 28. Juni 1919 unterzeichnet. Darin, also ca. ein halbes Jahr später, wurden Deutschland und seine Verbündeten als Schuldige an dem Krieg bezeichnet. Es sollte unter anderem Kaiser Wilhelm II. als Kriegsverbrecher ausgeliefert werden. Propaganda-Ausspruch der Briten: "Hang the Kaiser!" Der hatte sich allerdings bereits zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Waffenstillstands in die neutralen Niederlande ins Exil begeben und wurde auch von den Niederlanden nie ausgeliefert.

    Die internationale Gesetzgebung wurde seitdem verschärft, doch ein Problem besteht fort. Ein Machthaber und Kriegsverbrecher könnte versucht sein, den Krieg immer weiter in die Länge zu ziehen, weil er weiß, dass ihm die Verurteilung droht, wenn es zu einem Friedensschluss kommt.

    Weil doch gerade Karneval war und das Foto so gut dazu passt, dieser Bild-Link zu einem Mainzer Karnevals-Motivwagen aus dem letzten Jahr:

    https://images.tagesschau.de/image/4e96e8ce-45c0-4d8d-aadf-26eb45795061/AAABjZ6Aw7c/AAABkZLpihI/20x9-1280/mainz-rosenmontag-wagenknecht-weidel-putin-100.webp

  • Ja, es ist wieder so weit:
    Der Militarismus regiert.

    Na denn:

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    Ansonsten stimmt es natürlich, dass es Waffenlager gibt mit militärischem Gerät und militärischem Sprengstoff. Es ist auch davon auszugehen, dass bislang nur ein Bruchteil gefunden wurde.
    Ist nur 'dummerweise' nicht 'DER RUSSE', sondern Reichsbürger, KSK-Leute und rechtsextreme Bundeswehrsoldaten, die es längst nicht nur einzeln, sondern auch in organisierten Zusammenhängen gibt.
    Einfach mal das 'Internet' zur Recherche nutzen und nicht nur auf den bekanntermaßen rechtskonservativen militaristischen BR vertrauen?

    Z.B. Spiegel in 2020:

    Rechtsextremismus in der Bundeswehr: Das Waffenlager des KSK-Kämpfers
    Die Ermittlungen gegen einen Elitesoldaten fördern beunruhigende Details zutage. Nach SPIEGEL-Informationen zweigte der altgediente KSK-Mann reichlich Munition…
    www.spiegel.de

    Darin:

    "Das Verteidigungsministerium prüft nach der Razzia bei einem Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) im Eiltempo eine Verschärfung der Sicherheitsvorschriften für die Lagerung von Waffen, Munition und Sprengstoff. Nach SPIEGEL-Informationen hat das Ministerium eine breit angelegte "Überprüfung der Bewirtschaftung und Bestandsnachweisführung von Waffen und Munition" eingeleitet. Diese erstreckt sich auf die ganze Bundeswehr, gilt aber für das "KSK im Besonderen", heißt es in einem vertraulichen Bericht für den Bundestag.
    Das Papier bestätigt eine SPIEGEL-Meldung aus der vergangenen Woche. Demnach wurden in einem unterirdischen Waffenversteck auf dem Privatgrundstück des Oberstabsfeldwebels Philipp Sch. neben einem AK47-Sturmgewehr und einer Schreckschusswaffe des Herstellers Heckler und Koch auch "mehrere Tausend Stück Gewehr- und Pistolenmunition" gefunden.
    "Die bisher bekannten Losnummern konnten Beständen der Bundeswehr zugeordnet werden", heißt es in dem Dossier. Demnach handelt es sich um Munition für Neun-Millimeter-Pistolen und für Sturmgewehre wie das G36.

    Noch mehr alarmiert die Ermittler, dass Sch. in seinem Versteck auch hochexplosiven Sprengstoff aus Truppenbeständen hortete. So fand man in dem Waffenlager vier 500-Gramm-Pakete mit PETN-Sprengstoff. Zudem versteckte Sch. zehn Sprengzünder, drei Sprengfolien, eine Sprengschnur, neun Rauchgranaten, Signalpatronen und Zünder für Übungshandgranaten. Auch dieses Material stammt wohl von der Bundeswehr. "

  • Zum einen, ja, der Militarismus wird leider wieder regieren in Europa. Nachdem ein nicht gerade vertrauenswürdiger Nachbar sich die Lager füllt mit Kriegsgerät und entsprechende Ambitionen angekündigt hat, scheint das nach über 3 Jahrzehnten Abrüstung wohl nötig.

    Das es daneben auch noch andere Gruppen gibt, auf die man ein Äuglein werfen muss, schließt ja "den Russen" nicht aus. Sondern im Gegenteil, ein (großer) Teil der von Dir genannten Gruppen bezieht sich, und argumentiert mit russischer Desinformation und wird von Russland unterstützt.


    Das wir auch selber Nazis in diesem Land haben, ist jetzt keine bahnbrechende Neuigkeit.

  • Von den 'Drei Jahrzehnten Abrüstung' kann ich nicht sonderlich viel erkennen. Die USA haben beständig das Budget bis auf derzeit knapp 1.000Mrd. (alles eingerechnet) erhöht, das Atomwaffenarsenal wurde modernisiert, in vielen Teile der Welt haben die NATO-Staaten als 'Koalition der Willigen' mit unprovozierten völkerrechtswidrigen Angriffskriegen (Irak etc.) gruseligste Verheerungen angerichtet und für - ihre Rohstoffversorgungsinteressen absichernde - 'failed states' gesorgt, ...

    Im EU Teil der NATO, das stimmt, wurde bei der Umstrukturierung von 'Verteidigung' hin zu einem weltweit aktionsfähigen Interventionsmilitär (Deutschland wird am Hindukusch verteidigt...) Einiges an Militärausgaben eingespart, während zugleich innenpolitisch die Renditen der Oberschichten explodierten und im gesamten 'wertewestlichen' Europa die Sozialstaatstraditionen, Arbeitnehmerrecht, Mieterrechte, etc. kleinrasiert wurden, was dazu beitrug die Rechtsruckpolitik zur treibenden Kraft in Europa zu machen, die wohl die nächsten Jahrzehnte gestalten wird, wie es sich mit Meloni/vonderLeyen/Kallas abzeichnet.
    Der Rechtsruck in Russland steht doch beileibe nicht alleine da, schon vorher gab es Berlusconi und Konsorten, gab es imperiales Kriegshandeln der Ära Bush/Rumsfeld/Albright, das sich recht nahtlos an die u.a. gegen Russland gerichtete Politik von B.Clinton (siehe die seit ein paar Jahren freigegebenen cables zu den Deals Clinton/Jelzin) anschloss. ABM und inf wurde aufgekündigt, Raketen in Form von Raketenabwehrsystemen wurden in Rumänien stationiert, die NATO wurde massiv ausgeweitet und mit Obamas 'pivot to asia' wurde die militärische Frontstellung gegen den 'Rivalen' China sehr massiv ausgeweitet.
    WAS daran ist 'Abrüstung'? Von der Militarisierung des Weltraums, der emsigen Entwicklung autonomer Waffensysteme, der Erweiterung der globalen Massenüberwachungsmaschine usw. mal ganz zu schweigen.

    Dass auch Russland damit begonnen hat die Destabilisierungsmethoden der USA zu übernehmen (u.a. mit Unterstützung diverser oppositioneller Gruppierungen) ist m.E. zutreffend.
    Wäre allerdings auch ziemlich seltsam, wenn diese Vorgehensweise auf alle Zeiten dem 'Wertewesten' vorbehalten bleiben würde. Seit der Geschichte mit E.Bernay und United fruit company (Regime Change in Guatemala 1954 mit Einsetzung eines US freundlichen faschistischen Militärregimes) gehörte das ja fest ins Operationsbesteck der westlichen 'Wertegemeinschaft'.
    Auch in Bezug auf die regime-change Operationen hat nach 1990 im Westen keinerlei Abrüstung stattgefunden. Die diversen 'Spezialoperationen' gingen doch munter weiter, wobei in den betroffenen Ländern noch heute oft unerträgliche Zustände herrschen (Libyen, Afghanistan, Syrien, usw.).

  • Das sich USA und Russland nicht viel geben, geschenkt.

    Das hilft uns aber in diesem Land oder in Europa gerade nicht weiter. Wir in der BRD sind momentan nicht verteidigungsbereit und werden dafür auf jeden Fall ein paar Jahre brauchen.

    Trotzdem habe ich persönlich wenig Lust unter russischer, oder auch einer anderen faschistischen Regierung zu leben.

    Wir werden uns entweder die Russen irgendwie gemeinsam vom Hals halten müssen, mit oder ohne USA, oder Europa wird zumindest in Teil-Allianzen zerfallen und jedes Land wird sich wieder mehr oder weniger um sich selber kümmern. Letzteres scheint mir auf jeden Fall die schlechtere Option.

  • Wir werden uns entweder die Russen irgendwie gemeinsam vom Hals halten müssen, mit oder ohne USA, oder Europa wird zumindest in Teil-Allianzen zerfallen und jedes Land wird sich wieder mehr oder weniger um sich selber kümmern. Letzteres scheint mir auf jeden Fall die schlechtere Option.

    Ein gemeinsamer Feind schafft Verbundenheit, wird gerne gesagt.

    Davon halte ich nichts. Es ist ja nicht damit getan, "sich die Russen irgendwie vom Hals zu halten".

    Zunächst mal ist es wichtig, dass interkulturelle Begegnungen, besonders auch Jugendbegegnungen stattfinden, die staatlich subventioniert werden und von Vereinen und Verbänden durchgeführt werden, die sich in der Begegnungsarbeit bewährt haben oder das erwarten lassen.

    Und das muss innerhalb der Länder der europäischen Gemeinschaft verstärkt werden, aber auch mit anderen Ländern, darüber hinaus. Auch mit den USA. Und auch mit Russland müssen solche Begegnungen wieder in Gang kommen! Das was an Verbindungen noch da ist, muss gepflegt werden auf eine Art und Weise, die den völkerrechtswidrigen Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine nicht irgendwie legitimiert.

  • Der Spiegel publiziert Interessantes:

    (S+) US-Politologe über die Trump-Regierung: »Wir sind wie Schlafwandler auf den Abgrund zugetaumelt«
    Verwandelt Donald Trump die USA in eine Autokratie? Es ist noch schlimmer, sagt der US-Politologe Jeffrey Kopstein. Trump legt die Axt an den modernen Staat.…
    www.spiegel.de
    (S+) Meinung: Herfried Münkler: Wie Donald Trump Amerikas Macht ruiniert und die Welt ins Chaos stürzt
    Donald Trumps Geopolitik gleicht einem gigantischen Abbruchvorhaben. Die Welt nach ihm wird eine Trümmerlandschaft sein. Und Europa Spielball der Großmächte?
    www.spiegel.de


  • Das sind keine feinen Aussichten, was der US-Politologe über die Trump Regierung sagt und was passieren würde, wenn es ihm gelingt, den modernen Staat zu zerstören: "Wir würden zurückfallen in prämoderne Zeiten, in denen das Leben, wie Thomas Hobbes es beschrieb, ›scheußlich, brutal und kurz‹ war."

  • Interessant bzw. typisch bei Kopstein (und vielen anderen) ist doch, dass sie eine Formation von Wirtschaft/Staat/Gesellschaft als Positives gegenüber den faschistoid chauvinistischen Figuren wie Trump/Orban setzen, und dabei ganz nonchalant übergehen, dass es genau diese gesellschaftlich/staatlich/wirtschaftlichen Formationen sind, die erst die Oligarchen, die ökonomisch grundlegend gespaltenen Gesellschaften, die 'rust belts' usw. geboren haben.

    Dieser offensichtliche Widerspruch wird - durchaus typisch für unsere Leitmedien - nicht ansatzweise thematisiert.

    Ich halt es da eher mit dem alten aber treffenden Horkheimer'schen Satz:
    "Wer vom Kapitalismus nicht reden will, der soll zum Faschismus schweigen"

  • Naja, ist das nicht eher 'Rhetorik'?
    Dass in der Sklavenhalter-Antike und in den Feudalistischen Systemen Missstände, Unterdrückung usw usw herrschten ist ja eher ne Binse.

    Aktuell dagegen ist doch nunmal der 'Mitte vs. Systemkritik' Diskurs aktuell, wobei 'Mitte' die 'Guten' seien und Systemkritik zur Zeit von kleinen Ausnahmen abgesehen eher von Rechts kommt, wobei Systemkritik dabei im Grunde Anführungszeichen bräuchten.
    'Konservative Revolution' (O-ton Dobrindt) und die libertären Varianten des Rechtsextremismus (Schäeffler (fDP) und div. Oligarchen) domieren doch derzeit auf der Bühne und werden von den oligarchischen 'Mitte'(?) Medien permanent freiwillig und unfreiwillig weiter nach vorn gebracht.

    Nüchtern betrachtet sind es die alten Kategorien von 'Brot und Spiele', die die Systemzustimmung oder Ablehnung determinieren. Das ganze Gerede von Freiheit, Demokratie usw. ist in den allermeisten Fällen nichts als Hohlphrase. Real entscheidet in den kapitalistischen Formaldemokratien nahezu ausschließlich die Einschätzung des Wahlvolkes (auf Basis des Medieninputs und in geringen Teilen aufgrund von Welterfahrung 'in Präsenz') über die Chancen auf materielle Zugewinne über die Zusammensetzung der jeweils gewählten Regierungen.

    Mag man bedauern (Aufklärung, Werte, etc.), ist aber der Fall. Goldener Westen / Tellerwäscher-Millionär, aktuellstes iphone, Chance auf Eigenheim und SUV, abschlagsfreies Erben, Restriktionen gegen die jeweiligen 'die da unten' zu eigenen Gunsten (für's Selbstwertegefühl) , ..., ..., ..., da ließe sich ne sehr sehr lange Liste erstellen. Erich Fromm brachte das einst ebenso plakativ wie zutreffen auf den Buchdeckel:

    "Haben oder Sein"

    Nach Sieg des Kapitalismus scheinen die Würfel erstmal gefallen, und das 'Haben' steht nicht nur an erster Stelle, sondern danach kommt erstmal sehr lange nichts (von Heuchelei mal abgesehen).

    Ansnahmen sind selten.
    Ich selbst kann mich davon auch nicht komplett frei machen. Klar wären 'eigentlich' drei oder vier Fahrräder genug ....

    Individualpsychologisch mag das mit 'Gier' zu fassen sein, gesellschaftlich gibt es da je nach System durchaus Unterschiede. Selbst der Feudalismus, brutal wie er in der Regel agierte, war immerhin fähig in gewissen Zeiten im Gleichgewicht zu bleiben ohne durch Konkurrenzzwänge in Expansionismus getrieben werden (die Bach'schen Fugen gelten da ja durchaus zu Recht als Widerspiegelung).

    Im Kapitalismus ist das so nicht möglich, es sei denn zum Preis des Untergangs. Wer im Konkurrenzkampf (gesellschaftlich, national, international) nicht obsiegend besteht, hat halt die 'Arschkarte' in Form von Marginalisierung, Desintegration und Entzug von Souveränität (siehe Schäuble vs. Griechenland), siehe die 'guten Kapitalisten', die versuchen fair mit ihren Mehrwert schaffenden Arbeitern/Angestellten umzugehen und am Ende vor der Alternative Insolvenz vs. Lohnrestriktionen/Entlassungen stehen.

    Dass homo sapiens es bislang noch nicht dauerhaft geschafft hat ein gut funktionierendes demokratisches Gegenmodell von Kooperationsgesellschaft auf die Wege zu bringen stimmt natürlich, aber was bitte ist das für ein Argument?
    Fresst Schafsscheisse, weil Ziegenscheisse noch schlechter schmeckt?

  • Dass homo sapiens es bislang noch nicht dauerhaft geschafft hat ein gut funktionierendes demokratisches Gegenmodell von Kooperationsgesellschaft auf die Wege zu bringen stimmt natürlich, aber was bitte ist das für ein Argument?

    Ich denke es ist weniger entscheidend wichtig, ein gut funktioinierendes demokratisches Gegenmodell zum Raubtierkapitalismus auf den Weg zu bringen. Wichtig ist vor allem, dass die Zielvorstellung lebendig ist. Es gibt auch in der Geschichte der Bundesrepublik diese Phasen mit sehr lebendigen Zielvorstellungen, die das gesellschaftliche und politische Leben positiv geprägt haben. Ich denke es sind vor allem zwei Phasen: Die Aussöhnung mit dem Erbfeind Frankreich und Willi Brandts Demokratie wagen.

    Was wir derzeit erleben ist das anhaltende Gezerre um eine weitere Hochzeit der internationalen Beziehungen, nämlich die Aussöhnung mit den von Hitler überfallenen osteuropäischen Ländern, allen voran Polen. Diese Phase wird propagandistisch nachhaltig vergiftet durch die Gleichsetzung von Staatskommunismus unter Stalin und Ulbricht mit allen Nachfolge-Regimen inklusive der autokratischen Regierung Putins.

    Es war eine staatssozialistische autoritäre Regierung, die 1989 in der friedlichen Revolution gestürzt wurde. Es geschah durch eine friedliche Revolution. Diese war möglich. Heute wird von der CDU bisweilen so getan als sei die äußerst erfolgreiche Politik nach dem Prinzip Wandel durch Annäherung ein Fehler gewesen, der jetzt korrigiert werden müsse.

    Der Faschismus wurde von außen gewaltsam beendet in Deutschland. Und der Faschischismus hat um ein vielfaches grausamer gewütet. Trotzdem hält die CDU/CSU immer noch an einem Verteufeln gegen Links fest und lässt gleichzeitig eine deutliche Abgrenzung gegen die NSDAP vermissen.

    Und die Russische Föderation wird so behandelt, als gälte es immer noch den Stalin-Kommunismus zu bekämpfen ohne zu berücksichtigen, dass dort heute ein chauvinistischer und verbrecherischer rechter Autokrat die Menschen unterdrückt.

  • Und weil dein Narzissmus es nicht verträgt, dass die Welt deinen glorreichen Weisheiten nicht folgen möchte, musst du jetzt aus Rache jeden Tag gegen die Ukraine pöbeln?

    Ich bin nicht sicher, ob es ein einseitiges gegen die Ukraine pöbeln ist, was Autostadt_MS macht. Problematischer erscheint mir ohnehin, dass sich vielleicht eine Stimmung verbreitet, ohne amerikanische Unterstützung, ist eine weitere Unterstützung der Ukraine sinnlos. Ich fürchte es gibt bei einigen Zeitgenossen eine Ernüchterung, weil die Rückeroberung von besetzten ostukrainischen Gebieten jetzt nicht mehr Kriegsziel ist. Hoffentlich wird sich das nicht hahingehend auswachsen, eine Ukrainie, die nicht ihr gesamtes ursprünglichen Gebiet zurückerobern wird können, die könne man auch gleich ganz fallen lassen.