Putins Überfall auf die Ukraine

  • Da haben halt mal wieder ein paar Superschlaue vergessen, per Whatsapp-Umfrage ihre eigene Bevölkerung nach ihrer Meinung zu fragen, bevor sie im Auftrag handeln. Unser G7-Gipfel Gartenzwerg-Zipfel aufm Schloss (wo sonst?) wirds denen aber so richtig zeigen. Ohne Votum der eigenen Bevölkerung geht bei uns bekanntlich gar nichts!

  • Wobei ich mich frage, wenn man die zerstörten Städte in der Ostukraine anschaut, was will Russland dann mit einem völlig zerstörten Land anfangen. Ohne funktionierende Infrastruktur, kein Strom, kein Wasser, keine Arbeitsplätze, nix mehr. Dazu dann weitestgehend entvölkert.

    In diesem tagesschau-Bericht vom 11.6.22 wird geschildert, wie es der Bevölkerung von Mariupol unter russischer Besatzung ergeht. Hier ein Zitat aus dem Bericht:

    "Auch Medikamente sind in Mariupol offenbar Mangelware. Der oberste ukrainische Sanitätsarzt Kusin betont die Verantwortung Russlands: "Gemäß der Genfer Konvention ist der Besatzer-Staat verpflichtet, die Einwohner sowohl mit Lebensmitteln als auch mit Medikamenten zu versorgen. Der Besatzer-Staat muss auch die medizinischen Reserven auffüllen, die es vor der Okkupation gab."Ob das geschieht, lässt sich nicht überprüfen. Sollte Russland humanitären Korridoren nach Mariupol zustimmen, könnte die Ukraine Medikamente und Hilfe in die Stadt bringen, ergänzte Kusin. Doch offiziell ist nicht bekannt, ob darüber überhaupt verhandelt wird."

    Leben im besetzten Mariupol: Kaum sauberes Wasser, Arbeit für Essen
    Mariupol ist seit Wochen unter russischer Kontrolle. Staatsmedien inszenieren ein normales Leben in der Hafenstadt - wer Kontakt in die Stadt hat, hört…
    www.tagesschau.de

    Genau darauf aber kommt es an, nämlich dass verhandelt wird. Auch über die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser, Lebensmittel und medizinischer Versorgung in besetzten Gebieten, wie in Mariupol.

    "Nach verschiedenen Schätzungen könnten dort aktuell noch etwa 100.000 Menschen unter der Besatzungsmacht Russlands leben." (ebenda)

    Laut Wikipedia lebten dort rund 440.000 Menschen vor dem Krieg.

    Die russischen Besatzer, so wird es in dem tagesschau-Bericht dargestellt, sind bemüht, in russischen Medien den Eindruck zu erwecken, dass die Bevölkerung ausreichend versorgt würde. Allerdings werden Hinweise aus der Bevölkerung erwähnt, die auf das Gegenteil hinweisen. In dem Artikel heißt es dazu:

    "Wie die Bewohner über ihre und die Zukunft ihrer Stadt denken, lässt sich kaum herausfinden. Aus Furcht vor Repressionen könnten sich viele nicht trauen ehrlich zu sprechen." Mit seinem ganz und gar völkerrechtswidrigen Angriffskrieg hat Russland gezeigt, dass es dann, wenn Russland es für richtig hält, auf internationale Vereinbarungen und Verpflichtungen keine Rücksicht nimmt.

    Trotzdem ist es natürlich enorm wichtig, dass jetzt Verhandlungen stattfinden, die zu mehr Transparenz darüber führen, wie die Situation in den besetzten Gebieten ist und die Russland dazu bewegen, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Zumal es ja auch gerade im russischen Interesse sein müsste, deutlich zu machen, dass der Bevölkerung geholfen wird. Allerdings hätte es auch im russischen Interesse sein müssen, dass Russland den Angriffskrieg nie begonnen hätte. Das ändert jedoch nichts daran, auch an dieser Stelle weiter auf Verhandlungen zu setzen, wenn es darum geht, das Leiden der Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu lindern.

    Fatal wäre es, einfach zu erklären, die haben halt Pech gehabt und denen ist sowieso nicht mehr zu helfen. Das geht gar nicht!

  • Ich komm mit dem Wort "gewinnen" nicht klar. Nach meinem Verständnis steht man nach einem Gewinn besser als vorher da. In Anbetracht der angerichteten Zerstörung hat die Ukraine eigentlich schon verloren.

    "Im Krieg gibt es keine Gewinner, sondern alle sind Verlierer, ganz gleich, welche Seite sich zum Sieger erklären mag." Zitat von Arthur Neville Chamberlain,1937 - 1940 britischer Premierminister

    Das Problem ist: Derzeit halten es viele für sehr zutreffend, Putin mit Hitler zu vergleichen und halten es für die richtige Reaktion auf Putins Angriffskrieg, diesen vor allem mit militärischer Gegengewalt zu beantworten.

    Und wer anders darüber denkt, der wird als Pazifist beschimpft und mit Chamberlain verglichen, dessen "Appeasementpolitik" angeblich Schuld daran sei, dass es zum Zweiten Weltkrieg überhaupt erst gekommen ist.