Feinstaub aus Holzöfen

  • Man erkennt ja sogar die Vegetationsphasen als jahreszeitliche Schwankung im CO2-Gehalt der Atmosphäre.

    https://wiki.bildungsserver.de…ohlendioxid-Konzentration


    Da nutzt es aber auch nichts, im Winter für jeden Baum, der sein Laub verliert, noch 80 neue Bäume zu pflanzen, um diese natürliche Schwankung auszugleichen. In der Gesamtbilanz kommt es darauf an, wieviel Pflanzenmasse weltweit Photosynthese betreibt. Es mag richtig sein, dass man für einen großen Baum 80 kleine Bäume pflanzen müsste, um das 1:1 auszugleichen. Aber nachhaltige Forstwirtschaft funktioniert ja anders und zielt darauf ab, den Baumbestand im Ganzen konstant zu erhalten.


    Bezüglich des Klimawandels ist der Verlust von Waldflächen durch Kahlschlag, Brände, Dürren oder Schädlingsbefall das Problem, aber nicht das Abholzen einzelner Bäume, solange immer im gleichen Maß nachgepflanzt wird. Noch besser wäre es natürlich, wenn die Waldflächen zunehmen würden.

    Und natürlich ist es ein Problem, wenn wir jetzt innerhalb weniger Jahrzehnte das CO2 freisetzen, das über Millionen von Jahren gebunden wurde. So viel können wir gar nicht aufforsten, wie man müsste, um das auszugleichen.

  • Das mit den 80 Bäumen nehme ich erstmal zurück, solange ich keine Quelle finde, falls ich da die Zahlen verwechselt habe (z.B. die 80 hieraus https://www.co2online.de/servi…onne-co2-zu-binden-10658/). Jedenfalls werden nicht so viele Bäume nachgepflanzt wie nachgepflanzt werden müssten, damit man Holz generell einen klimaneutralen Brennstoff nennen könnte (kommt auf die Quelle an). Die Begründung war das, was Malte schreibt: Ein neugepflanzter Baum ersetzt keinen großen in der CO2-Bilanz, da größere Bäume mehr CO2 binden können. Man kann also nicht rechnen: Für jeden Baum wird ein neuer gepflanzt, also ist alles gut. Außerdem ist dabei noch nicht der Transport mit eingerechnet, weswegen auch hier die CO2-Bilanz unterschiedlich ist.


    Vor ein paar Jahren im Zuge der Überarbeitung der Erneuerbare Energien Richtlinie der EU gab es Kritik von Wissenschaftlern verstärkt Holz als Brennstoff zu nutzen. Siehe https://empowerplants.files.wo…as-of-january-16-2018.pdf und https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6135810/

    Das hier wusste ich z.B. noch nicht:

    Zitat

    Typically, around one third or more of each harvested tree is contained in roots and small branches that are properly left in the forest to protect soils but that decompose and release carbon. Wood that reaches a power plant can displace fossil emissions but per kWh of electricity typically emits 1.5x the CO2 of coal and 3x the CO2 of natural gas because of wood’s carbon bonds, water content (Table 2.2 of ref. 17) and lower burning temperature (and pelletizing wood provides no net advantages) (Supplementary Note 1)6,16.


    D.h. durch das Fällen von Bäumen wird CO2 freigesetzt, weil durch die Verrottung der Wurzeln CO2 freigesetzt wird (und das passiert früher als, wenn man den Baum nicht gefällt hätte). Außerdem erhält man weniger Energie pro emittierter Einheit CO2 als bei Kohle und Gas.

  • Wir haben 6 große Bäume im Garten stehen, da müssen jetzt nach und 4 von weg, die Tanne vor dem Haus mit ca 60 Jahren wird immer windschiefer, der Birnbaum und der Ahorn sind mit nun 60 Jahren, auch schon "alt" und werden zunehmend morscher, dann steht noch ein Baum seitlich der 2 Fenster im Sommer mittlerweile komplett verschattet. Haben aber bereits einen Walnussbaum vor 6 Jahren und einen Kirschbaum vor 3 Jahren gepflanzt die prächtig gedeihen, die ganzen kleineren Tannen die am Rand des Grundstücks stehen nicht mitgezählt zusätzlich zu einer ca. 40m langen Hecke die gut 2,50m hoch ist und entsprechend breit. Um das ökologische Gleichgewicht hier mach ich mir kein Kopf.


    Alleine der Ahorn ergäbe ca. 10-15m³ Holz.


    Im Übrigen beziehen wir das meiste Holz über einen befreundeten Landschaftsgärtner, irgendwo in der Umgebung müssen immer mal Bäume gefällt werden. Das ist dann noch etwas unter dem üblichen Preis. Es ist somit m.E. sowohl ökokolgisch als auch ökonomisch sinnvoll, das Holz zu verheizen, bevor wir fossile Träger wie Öl oder Gas nutzen.

    Bliebe noch das gesundheitliche Problem, naja, irgendwas ist immer und der Vorbesitzer hier ist mit Ü80 verstorben. Gesoffen und geraucht wie ein Schlot hat er, naja vielleicht wäre er sonst 100 geworden?


    Eine photothermische oder -voltaische Anlage, können wir uns nicht leisten, wäre vom Wirkungsgrad hier am Haus nonsense. Dafür müssten dann auch zuerst die Bäume alle weg. Im Gegensatz zum Fällen und neu pflanzen zur thermischen Verwertung wären die dann hier aber nicht wieder neu zu pflanzen.

  • und das passiert früher als, wenn man den Baum nicht gefällt hätte

    ...und wenn man die Kohle und das Öl in der Erde lässt, anstatt es zu verbrennen, wird auch kein CO2 emittiert. Anders als ein Baum, der früher oder später stirbt, würde das Öl und die Kohle aber nicht von alleine an die Erdoberfläche kommen.


    Wenn das Holz nicht aus nachhaltiger Forstwirtschaft stand, dann ist es auch kein klimaneutraler Brennstoff. Genauso wenig ist übrigens Wasserstoff klimaneutral, wenn die für die Elektrolyse benötigte Energie aus fossilen Energiequellen stammt.

  • ...und wenn man die Kohle und das Öl in der Erde lässt, anstatt es zu verbrennen, wird auch kein CO2 emittiert. Anders als ein Baum, der früher oder später stirbt, würde das Öl und die Kohle aber nicht von alleine an die Erdoberfläche kommen.


    Wenn das Holz nicht aus nachhaltiger Forstwirtschaft stand, dann ist es auch kein klimaneutraler Brennstoff. Genauso wenig ist übrigens Wasserstoff klimaneutral, wenn die für die Elektrolyse benötigte Energie aus fossilen Energiequellen stammt.

    Zum ersten: Wenn man den Baum nicht fällt, kann er noch CO2 aus der Luft ziehen. Wenn man ihn nicht verbrennt, speichert er CO2. Von der CO2-Bilanz her (siehe oben kWh und CO2-Emissionen) scheint es ja von den einfachen Angaben aus dem Artikel irgendwie klüger Bäume wachsen zu lassen und Holz nur zu lagern und fossile Brennstoffe zu verbrennen.


    Zum zweiten: Das mit der Nachhaltigkeit funktioniert bei Holz ja auch nur begrenzt. Das ist ja das, was die Wissenschaftler kritisieren: Wenn man die Holzverbrennung ausbaut, hat man zu junge Wälder, die zu wenig CO2 aus der Luft ziehen.

  • Es ist somit m.E. sowohl ökokolgisch als auch ökonomisch sinnvoll, das Holz zu verheizen, bevor wir fossile Träger wie Öl oder Gas nutzen.


    Bliebe noch das gesundheitliche Problem, naja, irgendwas ist immer und der Vorbesitzer hier ist mit Ü80 verstorben. Gesoffen und geraucht wie ein Schlot hat er, naja vielleicht wäre er sonst 100 geworden?

    In der konkreten Situation stimme ich zu, was das Holz verbrennen anbelangt. Das ist aber eben nichts, was im größeren Maßstab funktioniert.


    Das mit der Gesundheit hinkt halt: Man kennt immer einen, der trotz schlechter Umgebungsbedingungen sehr alt geworden ist. Betrachtet man die gesamte Population ist das eben nicht so.

  • Wenn man die Holzverbrennung ausbaut, hat man zu junge Wälder, die zu wenig CO2 aus der Luft ziehen.

    Dann wäre es auch keine nachhaltige Forstwirtschaft mehr. Wir reden aneinander vorbei.


    Selbstverständlich wäre es nicht klimaneutral und schon gar nicht nachhaltig, alle Wälder abzuholzen und zu verbrennen. Davon rede ich aber gar nicht. Wir sind uns sicherlich auch darüber einig, dass die klimaneutrale Zukunft der Heiztechnik nicht in der Verbrennung von Holz liegt. Daher geht es auch nicht um "den großen Maßstab", sondern darum, nicht mehr Holz zu ernten als nachwächst.

  • Beitrag von Chrik ()

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  • Manchmal hilft es nur die amüsante Seite solcher Vorgänge wie Kaminöfen und Holzmachen hervorzuheben und den ganzen (nur allzu berechtigten Ärger) einfach wegzulachen. Als Lesetipp dafür empfehle ich Dietrich Faber: "Hessen zuerst".

    Darin wird unter anderem herrlich satirisch berichtet, wie diejenigen Bürger einer hessischen Kleinstadt, die sich für besonders naturverbunden und clever halten, mit ihren High-Tech-Äxten in den Wald ziehen, um Holz zu machen.


    Die Wahrheit indes ist sehr viel ernüchtender:

    Die Dämmwirkung einer Wohnung hängt vor allem von der Wandfläche (und Decken und Bodenfläche) mit Kontakt zur Außenluft, bzw. zum Erdreich ab.

    Wenn diese Flächen gut gedämmt sind, dann geht nur sehr wenig Wärme verloren, so dass die Körpereigene Wärme, die jeder Mensch abgibt, die meiste Zeit des Jahres ausreicht um die Wohnung warm zu halten. Voraussetzung ist allerdings ein Lüftungssystem, mit Wärmeaustauscher.

    Denn Fenster öffnen zum Lüften würde die Wohnung schnell auskühlen.


    Wer allerdings in einem Einfamilienhaus wohnt, das rundum der kalten Außenluft ausgesetzt ist (und auch zum Erdreich hin schlecht gedämmt ist), der muss so viel Aufwand zum Dämmen betreiben, dass der Einspareffekt beim Heizen wieder deutlich geschmälert wird.


    Wer jedoch kompakt mit vielen anderen Menschen zusammenwohnt, der hat nur eine sehr kleine Wand- (Decken-/Bodenfläche) nach außen, die es zu dämmen gilt.


    Ökologisch und nachhaltig betrachtet macht es keinen Sinn zu heizen. Der Trick ist vielmehr, keine Wärme entweichen zu lassen und trotzdem durch ein Lüftungssystem mit Wärmeaustauscher eine gute Innenluft-Qualität hinzubekommen.


    Mal ein wenig salopp formuliert: Wer heizt ist sowieso 'ne Umweltsau.

    Und wenn er dann noch mit Holz heizt eine um so größere.

    Und wer außerdem noch eine Sondermüllverbrennungsanlage aus seinem Kamin oder Ofen macht, der ist die größte Umweltsau.


    Aber so was schonungslos anzusprechen unterlässt man häufig, um es sich nicht zu sehr mit seinen Mitmenchen zu verderben.


    Wie heißt es noch in diesem schönen Lied: "... meine Oma ist 'ne alte Umweltsau!"

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    Die Querelen um dieses Lied sind hinlänglich bekannt.

  • Wenn deine Vorfahren 100 Jahre lang jedes Jahr einen Baum gepflanzt und ihn bis heute gepflegt hätten, dann hättest du jetzt einen Wald mit 100 Bäumen, aus jedem Jahr einen. Wenn du jedes künftige Jahr einen neuen Baum pflanzt und den jeweils 100 Jahre alten Baum fällst, dann hast du immer noch einen Wald mit 100 Bäumen, aus jedem der zurückliegenden 100 Jahre einen. Wenn du den größten Baum fällst und ihn durch einen kleinen, neuen Baum ersetzt, entnimmst du trotzdem nur so viel, wie nachwächst, denn auch die Bäume aus den Jahren 2 - 99 wachsen im kommenden Jahr weiter. Daher musst du auch nicht den größten Baum durch viele kleine Bäume ersetzen, damit es nachhaltig ist.


    OK, das ist stark vereinfacht: Natürlich musst du in jedem Jahr so viele Bäume pflanzen, dass sicher ist, dass mindestens einer davon 100 Jahre alt wird. Es wird auch Jahre geben, in denen du gar keinen Baum fällen darfst. Zum Beispiel, wenn dein Wald wegen Trockenheit weniger gewachsen ist oder wenn Bäume krank geworden sind oder ein Sturm einen Teil des Waldes zerstört hat. Es gibt Leute, die beschäftigen sich damit beruflich: Förster. Nicht zu verwechseln mit Hedge-Fonds Managern: Die würden den Wald, den deine Vorfahren angelegt und gepflegt haben, komplett abholzen, das gesamte Holz verkaufen und sich danach einen neuen Wald suchen, mit dem sie das gleiche tun. :)

  • Dann wäre es auch keine nachhaltige Forstwirtschaft mehr. Wir reden aneinander vorbei.


    Selbstverständlich wäre es nicht klimaneutral und schon gar nicht nachhaltig, alle Wälder abzuholzen und zu verbrennen. Davon rede ich aber gar nicht. Wir sind uns sicherlich auch darüber einig, dass die klimaneutrale Zukunft der Heiztechnik nicht in der Verbrennung von Holz liegt. Daher geht es auch nicht um "den großen Maßstab", sondern darum, nicht mehr Holz zu ernten als nachwächst.

    Worin läge denn die Klimaneutrale Zukunft der "Heiz"-technik? Eben darin gar nicht zu heizen. Kann man trotzdem angenehm temperierte Wohnungen hinbekommen? Natürlich mit einer optimalen Dämmung, geschlossenen Fenstern und einem guten Luftaustauscher und möglichst selten und kurz die Tür öffnen. Quasi Kühlschrank-Prinzip umgekehrt. Der Kühlschrank arbeitet ebenfalls dann am sparsamsten, wenn er nur bei echtem Bedarf und dann möglichst kurz geöffnet wird. Ab einem bestimmten Güte-Grad der Kühlschrankisolierung ist ein Ende des Einsparpotenzials erreicht.


    Wer es sich angewöhnt hat, mehrmals am Tag die Tür seines Kühlschranks weit zu öffnen, um so herauszufinden, worauf er als nächstes Appetit hat, dem nutzt ein optimal isolierter Kühlschrank nicht viel.

  • Worin läge denn die Klimaneutrale Zukunft der "Heiz"-technik? Eben darin gar nicht zu heizen. Kann man trotzdem angenehm temperierte Wohnungen hinbekommen? Natürlich mit einer optimalen Dämmung, geschlossenen Fenstern und einem guten Luftaustauscher und möglichst selten und kurz die Tür öffnen.

    Sie haben sich wieder eine Lösung ausgedacht, oder? Eine Quelle zufällig zur Hand?


    Sonst trage ich als Gegenargument vor: die von Ihnen beworbene Körperwärme, die Menschen abgeben, ist teuer erkauft. Je nach Quelle (und da sind auf den ersten Seiten _unglaublich_ viel schlechte Quellen dabei) stößt der Mensch etwa 1 Tonne bis 10 Tonnen CO2 pro Jahr alleine durch Atmung aus (die 10t sind von hier, aus einem Kommentar ohne Originalquelle: https://www.mainpost.de/ueberr…Tonnen%20CO2%20pro%20Jahr. die 1t kommt aus einem Spiegel-Online Artikel über 2000kcal/Tag Frauen: https://www.spiegel.de/wissens…uder-mensch-a-470825.html ).


    Bei einer mickrigen Heizleistung von 100W oder 0,1kW wären das dann 0,1*24*365 = 876 kWh pro Jahr. Bei Kraftwerken wird normalerweise der CO2-Ausstoß in Gramm CO2 pro kWh Strom berechnet.


    Für den Menschen wären wir dann bei 1.000.000 g CO2 / 876 kWh pro Jahr oder 1140 g CO2 / kWh/Jahr. Das ist etwa so schlecht wie Braunkohle und deutlich schlechter als alle anderen Heizformen (hier mit Quelle: Seite 22 ist die Tabelle https://www.bundestag.de/resou…/wd-8-056-07-pdf-data.pdf )


    Sie sollten sich schon dafür einsetzen, dass die Anzahl der schnaufenden Menschen weniger wird und dafür eine solarbetriebene Heizwendel im gut isolierten Haus steht.

  • Zum ersten: Wenn man den Baum nicht fällt, kann er noch CO2 aus der Luft ziehen.

    Dafür kippt ein anderer Baum wegen Altersschwäche um und emittiert das in ihm gebundene CO2.


    Ein normaler "natürlicher" Wald besteht aus Bäumen jeden Alters. Seine CO2-Bilanz ist neutral: alte Bäume sterben ab, verrotten und emittieren dabei CO2, neue Bäume wachsen nach und binden es wieder.


    Wenn man jetzt die alten Bäume entnimmt und verbrennt, anstatt sie verrotten zu lassen, bleibt die Klimabilanz neutral. Man darf halt nur das entnehmen, was pro Jahr nachwächst.

  • stößt der Mensch etwa 1 Tonne bis 10 Tonnen CO2 pro Jahr alleine durch Atmung aus

    Der Mensch selbst (also der Organismus) ist Bestandteil des natürlichen CO2-Kreislaufes und klimaneutral. Vollkommen egal, wie viele Tonnen CO2 jemand ausatmet. Denn jedes Gramm CO2 wurde in den Jahren vorher von den Pflanzen gebunden, die der Mensch (bzw. die verzehrten Nutztiere) verspeist hat.


    Hätte der Mensch es nicht gegessen, wäre die Pflanze irgendwann verrottet und hätte das CO2 auch so freigesetzt.


    Ein negativer Effekt auf das Klima entsteht erst durch die verwendeten Maschinen.

  • War das ernst gemeint? Man kann menschliche Atmung nicht mit CO2-Emissionen vom Heizen verrechnen.


    Ansonsten hat Ullie schon recht, dass man die Energie zurückgewinnen muss. Nur involviert das dann normalerweise auch das Heizen (Passivhäuser und Plus-Energiehäuser), aber nur mit Energie, die vom Haus selbst gespeichert wurde.

  • Ansonsten hat Ullie schon recht, dass man die Energie zurückgewinnen muss.

    Eine vollständige Energie-Rückgewinnung ist nicht möglich, man kann allenfalls Wärmeverluste minimieren. Dabei stößt man aber auch an bauphysikalische Grenzen und nicht alles, was dämmtechnisch möglich ist, ist auch sinnvoll. Natürlich darf man nichts verschwenden, sondern man muss Energie effizient nutzen.


    Uns steht Sonnenenergie quasi unbegrenzt zur Verfügung: direkt als Sonnenwärme, oder zur Erzeugung von Solarstrom, indirekt als Energiequelle von Wind und Wetter, und somit für Windkraft und Wasserkraft oder über nachwachsende Biomasse. Außerdem hat der Mond eine ganze Menge kinetischer Energie gespeichert, die wir über die Gezeiten anzapfen können.


    Technische Lösungen, wie man diese Energie nutzbar machen kann, gibt es längst. Es scheitert nicht daran, dass uns die Technik fehlt oder dass diese Technik nicht wirtschaftlich wäre. Uns fehlt lediglich die Bereitschaft und der Wille, unser Energiesystem in den kommenden 30 Jahren konsequent und komplett umzubauen. Konkret für Deutschland bedeutet das eine notwendige Versechsfachung in der Nutzung erneuerbarer Energien in Kombination mit einer Speichertechnologie zum Ausgleich der Diskrepanz zwischen Nachfrage und dem natürlichem Angebot (Wasserstoff und daraus hergestellte "e-fuels").


    Sonnen- und Windenergie müssen in gleichem Maße ausgebaut werden, weil im Winter wegen der kurzen Tage die Sonne alleine nicht ausreicht. Oder man müsste im Sommer für den Winter auf Vorrat produzieren und mit entsprechenden Umwandlungsverlusten speichern. Wir müssen nicht auf ein Wunder warten und hoffen, dass ein schlauer Ingenieur etwas Neues erfindet, sondern schlaue Ingenieure haben schon alles erfunden, was wir brauchen (auch vieles, was wir nicht brauchen, aber leider geil finden).


    Man müsste den Einbau neuer Gas- und Ölheizungen so schnell wie möglich gesetzlich verbieten, damit in 30 Jahren keine solche Heizung mehr in Betrieb ist. Förderung nur für elektrische Heizungen (Wärmepumpen) und Solarthermie. Auch Holzheizungen und -öfen würde ich nicht mehr fördern, weil das andere Probleme schafft (ging es hier nicht ursprünglich um Feinstaub? :/). Auf jedes Dach, das dafür geeignet ist, gehört eine PV-Anlage, am besten mit Wasserkühlung für die Warmwasserbereitung.