• Die Pandemie wird uns einiges hinterlassen, das die Gesellschaft noch aufarbeiten muss, was vielleicht grad nicht so im allgemeinen Fokus ist. Ich denke da an die große Verbreitung von Verschwörungstheorien, Esoterik und die ganzen begleitenden Umstände. Hier gibt's eine Analyse neuer Parteien, die aus der Querdenken-Bewegung entstanden sind: https://anthroposophie.blog/20…-corona-protest-parteien/

  • was vielleicht grad nicht so im allgemeinen Fokus ist.

    Das Zeug im allgemeinem Fokus reicht schon für ein Desaster.

    Erst Anfang des Jahres wurden ja Masken aufwändig mittels Gutscheinen ausgegeben. Die Apotheken erhielten 6 € pro Maske. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die Masken bereits verfügbar waren.

    Die Apotheker konnten ihr Glück kaum fassen, Spahn wurde für die Geldverschwendung kritisiert.


    Jetzt tut er es schon wieder: Die digitalen Impfpässen sollen auch von Apotheken ausgestellt werden. Man legt das Impfbuch vor, der Apotheker tippt die Daten irgendwo ab und man erhält den digitalen Impfcode.


    Was ist diese Leistung wohl wert?


    18 €, wenn jemand nur eine Impfung hat, 24 € nach zwei Impfungen.


    https://www.spiegel.de/wirtsch…34-4a5c-8727-efe1f787aae9

  • https://www.heise.de/news/CovP…fragt-werden-6068574.html


    Digitaler Impfpass ist ja ne tolle Idee. Schade, dass dort Name+Geburtsdatum drinsteht und problemlos auslesbar ist.

    Aus Datenschutzgründen muss ich allen dazu raten, diesen Impfpass nur bei wirklich vertrauenswürdigen Stellen vorzuzeigen wo es unbedingt notwendig ist.

    Die Daten können problemlos gespeichert und missbraucht werden. An Hotlines wird man regelmäßig nach dem eigenen Geburtsdatum gefragt und dann glauben die einem, dass man man selbst ist.

    Dann doch lieber mit analogem Impfpass ohne QR-Codes. Steht zwar auch mein Name drauf, aber da müsste schon jemand den Namen manuell abschreiben, was schwieriger ist als eine volldigitale Lösung.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Angst um meine Gesundheit habe ich eigentlich nicht.

    Hatte ich sehr lange Zeit nicht. In 20 Jahren Erwerbstätigkeit war ich gesamt max. 4 Wochen krankgeschrieben.
    Dann hat mir vor ein paar Jahren die Schweinegrippe erwischt. Und das war nicht schön. Also die Erkrankung selbst war auszuhalten, aber die Folgen waren übel.
    Ich habe über 6 Monate gebraucht um wieder mein Leistungsniveau zu erreichen (mein Puls war nach der Erkrankung um 10 Schläge höher als vorher und ich fühlte mich einfach immer mal wieder extrem schlapp).
    Eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal haben muss. Seit dem vermeide ich es zur Grippezeit konsequent mit Öffis zu fahren und, da Ü40, denke darüber nach mit zukünftig gegen Grippe impfen zu lassen.
    Mit Corona geht es mir auch so: ich werde eine Infektion sehr wahrscheinlich überleben.
    Aber die Langzeitfolgen? Mich nicht mehr richtig bewegen zu können, würde mich psychisch abtöten.

  • Vor einigen Tagen hatte mir Lischen-Radieschen einen Impftermin mit Johnson & Johnson besorgt — quasi in der einzigen Arztpraxis im Umkreis von hundert Kilometern, der irgendwelche spezifischen Regelungen über Bundesländer oder Impftourismus oder was auch immer egal waren. „Kommen Sie vorbei“, hieß es, „alles kein Problem.“


    Ich bin mit diesem Impftermin nicht hausieren gegangen, denn obschon ich ihn einigermaßen moralisch einwandfrei nach Aufhebung der Priorisierung bekommen hatte, empfinde ich das nicht als etwas, womit ich gerne angeben möchte.


    Heute stellt sich dann heraus: Meinen Impftermin bin ich wohl wieder los: Ausfall von Johnson & Johnson trifft Deutschland hart


    Und natürlich hatte ich meinen Platz in der Warteschlange vor dem Impfzentrum schon im Interesse anderer Impfwilliger aufgegeben.


    Aber was soll’s, dann warte ich eben bis ich irgendwann mal an der Reihe bin.


    Mir wird das langsam alles zu blöd.

  • Durchhalten! Erfahrungswert: Irgendwann, wenn alles längst rum ist, der Rest der Welt mind. 5mal geimpft wurde, kriegst du in D eine steuergeldfinanzierte Prämie dafür, wenn du dich impfen läßt...


    Ich fände ja die deutschen Supermaktkassen prädestiniert fürs Impfen-On-The-Fly. Da stehen täglich Tausende sowieso sinnlos in der Gegend rum, drauf wartend, bezahlen zu dürfen.


    10 Mio. Ampullen mit Impfstoff herzustellen ist zwar ne ziemliche Nummer, aber woran es momentan genau scheitert, weiß man nicht. Oder wißt ihrs?

  • Es wurden (Stand 11.06.) 40 Millionen Erstimpfungen gespritzt. Wir dürften gut 56 Millionen impfwillige Menschen ab 12 Jahren haben. Bei aktuellem Tempo sind wir bis Ende Juli damit durch.

    Meine Formel meint, dass wir bis Mitte August auch mit den Zweitimpfungen durch sein werden, wenn man die Kinder bis 12 nicht berücksichtigt. Diese eingeschlossen Anfang September.


    Im Nachhinein betrachtet war die Prio für Wahlhelfer also Quatsch, weil bis zur Bundestagswahl am 26.09. eh alle immun sind.


    Bin mal gespannt ob mein Impftermin kommende Woche klappt. Dann bin ich aus meinem persönlichen Umfeld tatsächlich der letzte mit (Erst)-Impfung.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Bitte greift Positionen an und nicht Personen. Danke.

    Deiner Bitte werde ich hier ganz konkret nicht nachkommen. Positionen schweben nicht in einem monadenhaften Raum herum. Sie haben eine Quelle. Und wenn diese immer wieder zynische, unsinnige und destruktive Äußerungen absondert, wird selbstverständlich auch diese selbst attackiert.

    Grundsätzlich sind wir nicht allzu weit voneinander entfernt. Graduell aber schon.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Danke für den Hinweis! Da ich es sehr schön finde, das Smartphone als Multi-Werkzeug zu verwenden (Fahrradschloss öffnen/schließen, Steckdosen an-/ausschalten, auf NAS-Server zugreifen, bezahlen usw.) werde ich noch einmal darüber nachdenken, wie sehr und ob ich das so wie eigentlich geplant nutzen werde.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)

  • Heute stellt sich dann heraus: Meinen Impftermin bin ich wohl wieder los: Ausfall von Johnson & Johnson trifft Deutschland hart

    Die Arztpraxis, die für heute um einen weiteren Anruf zwecks Rücksprache bat, ist von heute bis zum Tag vor meinem anvisierten Impftermin im Urlaub.


    Das ist ja super großartig — wir gehen also davon aus, dass meine Impfung nicht stattfindet, aber genauere Informationen bekomme ich nicht. Ich nehme mir also für den Tag einen Tag Urlaub, fahre dann nach Mecklenburg-Vorpommern, erfahre dann um 8 Uhr morgens, ob das nun was wird oder nicht, und fahre wahrscheinlich unerledigter Dinge wieder nach Hause.


    Dann kam das hier:


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    Ich rief erstmal bei der 116 117 an, um mich zu erkundigen, ob ich als Niedersachse einen Anspruch auf einen Impftermin in Hamburg hätte, der ja die letzten Male stets verneint wurde, aber nun ginge es irgendwie doch mit einer Prio-3-Bescheinigung von meinem Arbeitgeber.


    Nun trägt es sich ja leider zu, dass es in diesem Jahr einen (!) Zeitraum von drei Tagen (!!!) gibt, an dem ich keine Zeit habe aufgrund eines unverschiebbaren Termins. Ratet mal, wann dieser Zeitraum wohl liegen wird:



    Ich überlegte kurz und kam zum eindeutigen Ergebnis, dass die Aussicht auf einen Impftermin den Kurzurlaub Ende Juli schlägt — obwohl ich für den Urlaub schon einen Haufen Kohle in einen Nachtzug und in Kletterausrüstung investiert hatte.


    „Halt!“, durchfuhr es mir plötzlich — sollte ich jetzt wirklich einen seit zwei Jahren geplanten Urlaub absagen mit Freunden, die ich seit anderthalb Jahren nicht mehr gesehen hatte? Für einen Impftermin, der dann womöglich direkt wieder ausfällt, weil Biontech dann doch nicht mehr genügend Impfstoff liefert? Oder weil irgendwas anderes dazwischen kommt, wovon ich nach meinen bisherigen Erfahrungen ausgehen muss?


    Nein, auf diesen schlechten Deal lasse ich mich dann doch nicht ein. Nun warte ich erst noch ein paar Wochen, um in Mecklenburg-Vorpommern zu erfahren, was denn nun mit meiner Johnson-&-Johson-Impfung passiert und wenn das nicht klappt, lasse ich mich halt beim Betriebsarzt impfen. Irgendwann wird’s mir dann nämlich auch zu blöd.

  • Meine Frau, u60 und ohne Priorisierung, ist gestern durch ihren Hausarzt (Kiel) mit BionTech erstgeimpft worden.

    Ich bewege mich dann bald in meiner Blase unter Kollegen und enger Familie die alle geimpft sind. Mich persönlich freut das. Wenn ich dann wiederum Geschichten wie die von Malte höre kriege ich ein schlechtes Gewissen, weil ich meine priviligierte Position nicht rechtfertigen kann.


    Das Leben ist unfair, aber bedenke, nicht immer zu deinem Nachteil.

    Marc Uwe Kling

    Ich radle durch die Heide, ich pflüge durch die Saat, hurra ich verblöde, für mich bezahlt der Staat.

    (Frei nach Rötger Feldmann)

  • Ja, nachdem ich gestern Abend seit langem Mal wieder bandgeprobt habe, sind nur noch wenige, ich schätze 3-4 Personen und meine Wenigkeit, nicht geimpft im näheren Bekanntenkreis, die auch impfwillig sind. Insofern kanns eigentlich nicht mehr sehr lange dauern.

    Hätte gestern fast die Möglichkeit gehabt an Astra zu kommen, allerdings wars sehr spontan und hat arbeitstechnisch nicht gut gepasst, und bin mit dem Radl auch nicht sooo schnell in München. Außerdem läge 12 Wochen später genau im Sommerurlaub.

    Also viel hätte, hätte Fahrradkette.