Bahntrassenradeln in Norddeutschland

  • Na schau an. In drei Wochen wohnen wir schon in Lüneburg in unmittelbarer Nähe der Bahnstrecke von Lüneburg-Süd nach Soltau, auf der momentan wohl zwei Mal täglich ein Güterzug fährt, nun sollen dann bald, beziehungsweise „irgendwann“ mal wieder Züge bis Amelinghausen oder Bispingen fahren:


    https://www.facebook.com/ndrinfo/posts/4963565290351877


    Schade, dass es nicht weiter bis nach Soltau gehen soll.


    Edit: Zum Nachlesen:


  • Na schau an. In drei Wochen wohnen wir schon in Lüneburg in unmittelbarer Nähe der Bahnstrecke von Lüneburg-Süd nach Soltau, auf der momentan wohl zwei Mal täglich ein Güterzug fährt, nun sollen dann bald, beziehungsweise „irgendwann“ mal wieder Züge bis Amelinghausen oder Bispingen fahren:

    Ab nächster Woche wird wieder ein Teil der Strecke saniert, dieses Mal von Embsen bis Lüneburg. Und obwohl ich quasi direkt an der Strecke mit Blick auf die Ilmenau-Brücke wohne, fuhr dieser Zug nun mehrfach an mir vorbei, ohne dass ich ihn bemerkt hätte:


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    Einerseits ärgere ich mich, dass ich diesem Schauspiel nicht beiwohnen konnte, andererseits finde ich es ganz interessant, dass selbst ein nicht auf Lärmschutz getrimmter Bauzug mit einer röhrenden Ludmilla vorne dran nicht weiter auffällt. Die Hinfahrt wurde wohl als langsame Rangierfahrt durchgeführt, die Rückfahrt nach meiner Kenntnis nicht, aber gegenüber dem normalen Straßenverkehrslärm fällt das Ding nicht auf.


    Will sagen: Wenn dann 2025 womöglich tatsächlich Züge von Lüneburg bis Amelingenhausen, Bispingen oder vielleicht doch bis Soltau fahren sollten, wird man die leisen Triebwagen erst recht nicht hören.

  • Nach meinem laienhaften Verständnis müsste doch gerade die Lüneburger Heide als touristisches Ausflugsziel irgendein Interesse an einer Schienenanbindung haben. Bispingen hält beispielsweise eine ganze Menge Attraktionen bereit, in dessen Bahnhof hält hingegen kein Zug. Der Heidepark ist mit dem 2,5 Kilometer entfernten Haltepunkt Wolterdingen auch nur sehr mäßig angeschlossen. Nun ist natürlich die Frage, wer von den Touristen überhaupt mit der Bahn zum Heidepark, zum Snow-Dome oder nach Soltau fahren möchte, wenn die An- und Abreise zum und vom Feriendomizil ohnehin mit dem eigenen Auto bestritten wird.

    Momentan wird die Lüneburger Heide zu einem nicht unerheblichen Teil vom Schienenverkehr abgehängt, das spottet mal wieder jeglicher Beschreibung. Nachdem der jetzige Betreiber erixX das so genannte Heidekreuz Buchholz–Soltau–Hannover und Uelzen–Soltau–Bremen bei der turnusmäßigen Ausschreibung an DB-Regio verloren hatte, laufen ihm jetzt die Mitarbeiter davon.


    Der Betrieb auf dem südlichen Ast des Heidekreuzes wurde bereits eingestellt, nun folgt die Einstellung des westlichen Asts. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass bis zur Betriebsübergabe im Dezember der Betrieb vollständig heruntergefahren sein wird. Stattdessen fahren dann „moderne Dieselbusse“ — na, hat man das nicht vor 50 Jahren auch überall als Verbesserung beworben?


    Ich weiß, solche Sprüche sind nicht hilfreich, aber das sind dann wohl auch die Segnungen der Bahnprivatisierung. erixX betreibt dann nur noch die Strecke von Lüneburg nach Dannenberg und von Uelzen nach Braunschweig und hat mich seiner ausgedünnten Mitarbeiterreserve kaum Möglichkeiten, auf größere Krankenstände oder sonstige Probleme zu reagieren.

  • Was bin ich froh, dass ich meinen Radurlaub im Norden schon im Juni gemacht habe: Ich wollte schon immer mal die "Amerika-Bahn" fahren (Bremen-Soltau-Uelzen). Hab ich dann auch gemacht: Ich bin in Langwedel (bei Verden) eingestiegen, mein Rad mit dabei, und dann gemütlich durch die Heide getuckert (und mit dem Rad durch Heide und Moor zurück).

    Wenn ich mir den Bahnfahrplan jetzt anschaue: entweder SEV bis Soltau (ohne Möglichkeit der Fahrradmitnahme) oder ein Riesenumweg: von Verden über Rotenburg, umsteigen, nach Harburg, umsteigen, nach Uelzen. Dauert länger und: Fahrradmitnahme muss bis 17.00 Uhr am Vortag angemeldet werden.

    Jaja, so kriegt man die Radtouristen,

  • Oh: Das Land Niedersachsen wird die alten Bahnstrecken der OHE aufkaufen und in eine Kleinbahngesellschaft überführen:


    Land Niedersachsen wird die OHE-Schienenstrecken zurückkaufen - Celler Presse - was Celle bewegt...
    CELLE. Schmidt: „Wir korrigieren den Fehler der Privatisierung und führen öffentliche Infrastruktur zurück in öffentliche Trägerschaft – das ist eine große…
    celler-presse.de


    Da bin ich ja mal gespannt, was daraus wird, insbesondere was die Reaktivierung von Gleisanschlüssen angeht. Weil es sich bei den Strecken nicht um Eigentum der Bundesbahn handelt, wurden die Bahnanlagen nicht zurückgebaut, so dass viele Gleisanschlüsse und Bahnhöfe noch komplett erhalten sind — mit etwas gutem Willen könnte mit wenig Aufwand eine Reaktivierung der Anschlüsse stattfinden.


    … bleibt halt nur die Frage, warum ein Betrieb, der seit zwanzig Jahren auf Lkws setzt, nun plötzlich wieder zurück zur Schiene sollte.