"Fridays for future" fordert die Verkehrswende

  • Stimmt. Schrecklich...!


    Autofahrer haben dort also keine exklusive Fahrbahn mehr und müssen Rücksicht auf Radfahrer nehmen. Also hin und wieder bremsen und / oder eine Weile langsamer fahren. Wenn die Klimaapokalypse eines Tages wirklich einmal stattfinden sollte: Genau an dieser Stelle schlug der Schmetterling mit seinem Flügel... :evil:

    Ich fürchte allerdings, dass an anderer Stelle ein Schild gemeinsamer Fuß und Radweg [Zeichen 240] das durchgestrichene Schild getrennter Fuß und Radweg [Zeichen 241-30] ersetzt. Ich würde am Pferdeturm einen eigenen Fuß- und Radweg (notfalls auch einen gemeinsamen) in jedem Fall bevorzugen, so lange dort das Verkehrsaufkommen so hoch ist, wie jetzt. Die "Blockade-Aktion" der Fridays for Future-Aktivist*innen war nämlich längst nicht so effektiv, wie das hohe Autoaufkommen. Die Autofahrer*innen standen sich dort ohnehin schon gewaltig gegenseitig im Weg. Dann noch ca. 40-50 Demonstrant*innen dazwischen mit Spruchbändern. Das war einfach zu offensichtlich, dass diese Demonstarnt*innen dort völlig zu Recht darauf hinwiesen, dass es keine gute Idee ist, in einem so hohen Maße Auto zu fahren. Daher gab es auch viele Sympathie-Bekundungen von Autofahrern.

  • Fridays for Future ist keine Bewegung, die den Schülern das Schwänzen erleichtern soll. Im Gegenteil: Heute startet das Fridays for Future Sommercamp mitten in den Sommerferien in Dortmund. Der WDR berichtet: https://www1.wdr.de/nachrichte…ue.jsp#commentSentMessage

    "Das erste bundesweite Treffen der "Fridays for Future"-Bewegung beginnt am Mittwoch (31.07.2019) im Dortmunder Revierpark Wischlingen. Er dauert bis Sonntag (04.08.2019). Die Veranstalter erwarten mehr als 1.400 Teilnehmer, hunderte Helfer und Referenten. Und der Kongress soll weitgehend klimaneutral ablaufen."

    Viel Erfolg und gutes Gelingen! :thumbup:

    Ob auch dieses Plakat dabei sein wird, das bei einer Friday for Future Demo in Hannover hochgehalten wurde?

  • Ist doch klar, dass die Herren Politiker gerne Streiks dann hätten, wenn es keinen stört und die Abläufe nicht behindert. Dann kann man sie besser ignorieren oder klein reden. So aber kommt man nicht drumherum, sich damit zu befassen.


    Eins dürften die Politiker jedenfalls langsam erkannt haben: zur nächsten Bundestagswahl wird es einige Jungwähler geben, die nicht mit dem Arsch am Wahltag zu Hause bleiben und auch nicht CDU/CSU, FDP, SPD oder gar AfD wählen werden.

    Da werden sich etliche Mehrheiten verschieben....

  • Es ist ein großes Dilemma für die SPD, dass sie so viele Jahrzehnte sehr einseitig auf das Mobilitäts-System Auto gesetzt hat. Vermutlich noch stärker als die CDU oder die FDP, denn für diese Parteien stand der Aspekt soziale Gerechtigkeit nie so sehr im Vordergrund wie für die SPD, für die es quasi als ausgemacht galt, dass jede Deutsche und jeder Deutsche über sein eigenes Auto verfügen muss, damit soziale Grechtigkeit gewährleistet ist. So hat die SPD den Autobesitz quasi zum Indikator für soziale Gerechtigkeit gemacht. Und das rächt sich jetzt, wenn es darum geht, alternative Mobilitätssysteme zu etablieren, weil das Mobilitätssystem Massenmotorisierung längst unübersehbar an seine natürlichen Grenzen gestoßen ist.


    Ich bin neugierig, welche Antworten und Forderungen aus der Bewegung Fridays for Future entwickelt werden. Immerhin dieser Aufkleber, der auf dem Fridays for Future Sommerkongress in Dortmund verteilt wurde, lässt hoffen!


    Mit dem Aufkleber wird mobilisiert für eine Gegendemo gegen die IAA in Frankfurt. Und Politiker aller Coleur werden sich daran messen lassen müssen, ob sie der IAA oder der Gegendemo einen Besuch abstatten!



    "Am Samstag 14. September 2019 findet in Frankfurt eine Groß-Demo statt: Wenn die IAA für Besucher*innen eröffnet, demonstrieren wir mit vielen tausend Menschen für eine schnelle Verkehrswende!"

    Quelle: Mitmachen für die Verkehrswende: #aussteigen – IAA Demo und Sternfahrt am Samstag, 14. September 2019 / Frankfurt am Main

    http://www.bund-hessen.de/them…rojekte/verkehr/iaa_demo/

  • Auch am Haus der Jugend haben die Fridays for Future Aktivisten ein Zeichen gesetzt. Der Fahrer des Kombi im Vordergrund konnte sich allerdings noch nicht entschließen, die Fahrräder abzuladen und das Auto aufzugeben.

  • Heute war mal wieder Fridays for Future-Demo in Hannover angesagt.

    Viele tausend überwiegend junge Menschen sind gekommen. Aber auch immer mehr "Oldies" sind dabei.

    Hier zwei Plakate, die sich mit dem Thema Verkehr auseinandersetzen und die mir aufgefallen sind:

     


    Die erste Stadträtin (stellvertretend für den vakanten OB) empfing die Demonstrant*innen am Rathaus und nahm einen Forderungskatalog entgegen. In einer Rede betonte sie, dass manche andere Städte ja bereits ein fixes Datum festgelegt hätten, ab dem Verbrennerautos verboten sein werden. In Hannover sagte sie weiter, baue VW inzwischen Elektroautos.

    Das kam bei vielen Demonstrant*innen nicht gut an, denn die negative CO2-Bilanz auch von Elektroautos ist hinreichend bekannt. Und auch das damit keine Verkehrsprobleme gelöst werden.

    in der Berichterstattung über die Demo wurde thematisiert, dass einzig der grüne OB-Kandidat Belit Onay, sich für eine autofreie Innenstadt ausgesprochen hat.

    Und Sprüche wurden auch skandiert:

    "Leute lasst das Auto stehn, eure Füße sind zum Gehen!"

    "Keiner hat das Recht, ein SUV zu fahren!"

    "Motoren aus, Fahrräder raus!"

    "Was ich gerne hätte: Autofreie Städte!"

    "Ihr könnt auch Fahrrad fahr'n, ihr könnt auch Fahrrad fahr'n, ihr könnt, ihr könnt, ihr könnt auch Fahrrad fahr'n ..."

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie () aus folgendem Grund: Sprüche zugefügt

  • Die Forderung nach einer autofreien Innenstadt wurde auch offiziell formuliert an die Stadtverwaltung gerichtet:

    "Konkret wünschen sich die Aktivisten, dass vom Flughafen Hannover Langenhagen keine Inlandsflüge mehr starten. In der Innenstadt der Landeshauptstadt sollen ab 2022 keine privaten Autos mehr fahren dürfen und in der Umweltzone sollen Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2030 verboten werden." Quelle: NDR vom 23.8.2019 https://www.ndr.de/nachrichten…,fridaysforfuture402.html

    Hinweis: Die Umweltzone ist eine seit rund 10 Jahren in Hannover und anderen Städten installierte bewehrte Maßnahme zur Senkung von Luftschadstoffen. Zwar konnte die Stickoxid-Belastung damit nicht wirksam eingedämmt werden. Das lag aber nicht an der Maßnahme selbst, sondern an der Betrugs-Software, die von den Autoherstellern installiert wurde. Die Feinstaub-Belastung konnte reduziert werden.

    Eine Karte der Umweltzone Hannover findet man auf der offiziellen Internetseite der Stadt Hannover:

    https://www.hannover.de/var/st…Umweltzone_image_full.jpg

  • Ich muss zugeben, dass musste ich mehrmals lesen, bis ich kapiert habe dass damit nicht gemeint ist die Fahrräder aus der Stadt auszuschließen ?(.

    Das ist mir auch so ergangen und ich musste erst mal schlucken, als ich den Spruch hörte, allerdings ließ der Kontext niemanden ernsthaft auf die Idee kommen, dass damit gemeint sein könnte, die Fahrräder auszuschließen:

  • Blockade-Aktion von Fridays for Future Aktivisten am Königsworther Platz in Hannover am Sonntag, 8.9.2019:



    Der Könisgsworther Platz ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt in Hannover. Ein typisches Mahnmal für den autogerechten Stadtumbau der 50er, 60er und 70er Jahre.


    Auf diesem historischen Bild, das die HAZ letztes Jahr veröffentlichte, sieht man, dass der Königsworther Platz in den 30er-Jahren vom Straßenbahnverkehr geprägt war. Eine ökologisch nachhaltige Form von Mobilität. Heute domnieren dort die Autos, für die der Straßenbahnverkehr in den 70er Jahren unter die Erde verlegt wurde. https://www.haz.de/var/storage…dt_big_teaser_article.jpg Hier der Link zum HAZ-Artikel mit dem Bild: https://www.haz.de/Hannover/Au…-Calenberger-Neustadt-aus


    Diese Flugblätter wurden von den Demonstranten verteilt:



    Viele Autofahrer, an die die Flugblätter verteilt wurden, nickten zustimmend und äußerten Beiträge, die oft so anfingen: "Im Grunde genommen habt ihr ja recht ..." oder "Eigentlich ist das nicht gut mit dem vielen Autoverkehr ..." Manche Radfahrer oder Fußgänger nahmen spontan für eine Weile an der Demonstration teil.

  • Fridays for Future-Sprecher sagen IAA-Auftritt ab:

    Die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ hat den geplanten Auftritt von zweien ihrer Mitglieder auf der Automesse IAA in Frankfurt abgesagt und die Branche scharf kritisiert. Quelle: ORF vom 13.9.2019 https://orf.at/stories/3137055/

    Hintergrund ist die Ausladung des Messeveranstalters VDA gegenüber dem Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann. Der VDA wollte damit verhindern, dass der Frankfurter Oberbürgermeister eine auto-kritische Rede hält. Das wollte der VDA wohl den Fridays for Future-Aktivistinnen überlassen, um ein sauberes Feigenblatt für ihre dreckige Veranstaltung vorweisen zu können.

    Hätten der hessische Ministerpräsident Bouffier und Bundeskanzlerin Merkel mehr Rückgrat, dann hätten sie ebenfalls ihr Kommen abgesagt. Stattdessen haben sie in höchsten Flötentönen das finstre Treiben der Branche gelobt. Das ist wohl ein klarer Beleg für fehlende Solidarität. Die Auto-Branche wird es mit Interesse zur Kenntnis genommen haben. Schließlich ist "Teile und Herrsche" ihre Überlebensstrategie. "Wenn wer nicht spurt", sagt sich der VDA, "dann finden wir halt einen anderen Dummen."

    Der niedersächsische Wirtschaftsminister Althusmann hat sich denn auch sofort an den VDA herangewanzt und den Messestandort Hannover angepriesen. "Hannover will die IAA" HAZ vom 12.9.2019 <X