München (und Umgebung)

  • Zitat

    Eine fragwürdige Situation findet man an dem gemeinsame Geh- und Radweg zwischen Am Mühlstetter Graben Höhe Herbststraße und der Kreisstraße FFB 11

    Nichts inhaltliches, ich würde aber die Straßennamen noch etwas hervorheben, z.B.:

    Zitat

    Eine fragwürdige Situation findet man an dem gemeinsamen Geh- und Radweg zwischen "Am Mühlstetter Graben" in Höhe "Herbststraße" und der Kreisstraße "FFB 11".

    Dann finde ich liest es sich flüssiger.


  • In der Landsberger Straße in München wird für die Zeit vom 4. Juli bis 20. September mit VZ 283 ein temporäres Halteverbot eingerichtet, welches mittels Zusatzschild auch auf dem Parkstreifen gelten soll.



    Hierfür sind auf einer Strecke von 200 Metern insgesamt 20 solcher Schilder mit dreifachem Betonfuß hingestellt worden:


    Und wo platziert man dann diese Schilder logischerweise?

    Geenaaaau! Auf dem benutzungspflichtigen Radweg! Aaaaahhrrrrgggg!!!!!!!



    Der ohnehin schmale Radweg wird dadurch nochmals weiter eingeengt, wobei ein Auffahren auf den Gehweg an vielen Stellen nicht so einfach möglich ist. Versucht der Radfahrer es illegalerweise doch, droht möglicherweise ein bitterer Sturz.



    Ich meine, das ganze ist mal wieder sowas von typisch. Radwege werden als Aufstellfläche für temporäre Verkehrsschilder missbraucht, ohne sich um die Folgen zu scheren. Warum bitteschön kann man die Dinger nicht einfach auf den Gehweg stellen? Der ist zumindest wesentlich breiter.


    Die Landsberger Straße stellt eine überregionale Magistrale in West-Ost-Richtung auch für den Radverkehr dar. Morgens sind dort eine hohe Anzahl von Radfahrern unterwegs. Wie muss man eigentlich drauf sein, um auf darauf zu kommen, diese Schilder auf dieses komische parallel zur Fahrbahn verlaufende Asphaltband zu stellen?


    Meine Mail an das Kreisverwaltungsreferat München geht noch heute raus.

  • Meine Mail an das Kreisverwaltungsreferat München geht noch heute raus.

    Weise mal darauf hin, dass die Fußplatten nicht vorschriftenkonform (90° gedreht) aufgestellt sind. Die berechnete Windlast gilt nur bei richtiger Aufstellung. Auch die dritte Fußplatte löst nicht das Problem mit dem Schwerpunkt. Eher im Gegenteil.


    So droht Gefahr für Radfahrende und abgestelltes Blech bei jeder Windböe.

  • Eher anders herum: das KVR meint, dass die (völlig veralteten) Vorgaben der RSA95 grundsätzlich ausreichen, wenn es um Not-Rad- und Fußwege in Baustellen geht. Aus meiner Sicht ist das falsch: auch in diesem Fall ist für jede Anordnung ermessensfehlerfrei zu prüfen, ob die Belange aller Verkehrsteilnehmer den Richtlinien entsprechend gegeneinander sinnvoll und korrekt abgewogen wurden. Sich immer nur nur auf die Mindestmaße zu berufen, reicht nicht aus.

    Ich habe mich aus gegebenem Anlass mit dieser Frage vor kurzem an die Regierung von Oberbayern gewandt. Antwort ist zugesagt, aber steht noch aus.

  • Ich habe nun die Landeshauptstadt München per Mail angeschrieben:



    Sehr geehrte Damen und Herren,

    in der Landsberger Straße ist für die Zeit vom 4. Juli bis 20. September zwischen Trappentreustraße und Bergmannstraße stadteinwärts auf der Fahrbahn und auf dem Parkstreifen ein Halteverbot angeordnet. Dies wird mit insgesamt 20 Verkehrszeichen auf 200 Metern bekannt gegeben. Diese Menge ist schon beachtlich, jedoch wohl erforderlich, um wirklich sicherzustellen, am 4. Juli mit den Arbeiten – welchen auch immer – beginnen zu können.


    Aufgestellt sind diese Verkehrszeichen jedoch ausnahmslos auf dem benutzungspflichtigen Radweg, so dass die ohnehin schmale Furt in der Breite nochmals beschnitten wird. Ein ggf. erforderliches Ausweichen auf den Gehweg wäre nicht nur illegal, sondern auch kaum möglich bzw. sogar extrem riskant, da der Gehweg wiederum auf einem höheren Bord verläuft. Außerdem sind die verwendeten Beton-Fußplatten nicht konform positioniert, sondern jeweils um 90 Grad verdreht, was dazu führt, dass die Schilder bei entsprechender Windlast auf den Radweg bzw. den Radfahrer fallen.


    Der Radverkehr ist auf diesem Teilstück der Landsberger Straße auf dem benutzungspflichtigen Radweg daher momentan besonderen Gefahren ausgesetzt.


    Ich möchte daher dringend anregen, die 20 temporär aufgestellten Verkehrszeichen vom benutzungspflichtigen Radweg zu entfernen und stattdessen auf dem Gehweg, welcher wesentlich breiter ist, zu positionieren.


    Alternativ schlage ich vor, die Benutzungspflicht des Radwegs aufzuheben und den Radverkehr gleich direkt auf der Fahrbahn abzuwickeln. Radfahrer würden durch die anstehenden Arbeiten also dort nicht gefährdet. Für die Abwicklung auf der Fahrbahn spricht zudem die Tatsache, dass unmittelbar vor dieser Engstelle der seit Monaten bestehende Neubau eines Bürohochhauses ohnehin den Rad- und Gehweg erheblich einschränkt. Und auch hinter der Engstelle reiht sich schon die nächste Baustelle ein, bei welcher ebenfalls der Radverkehr erfreulicherweise auf einem Fahrstreifen der Fahrbahn abgewickelt wird.


    Die Landsberger Straße wird also in dieser Richtung also ohnehin von zwei auf einen Fahrstreifen verengt. Und gerade im Berufsverkehr staut es sich auf der Fahrbahn sowieso oft bis zur Barthstraße oder noch weiter zurück. Also würde es für den Kraftverkehr keine weiteren Auswirkungen haben, ab der Trappentreustraße stadteinwärts eine temporäre Protected Bike Lane einzurichten, um den Radverkehr sicher und gleichberechtigt zu führen. Vorteil wäre hierbei, dass für die bevorstehenden Arbeiten – was auch immer hier im Raum steht – der dann gesperrte Radweg mitbenutzt werden könnte.


    Mit freundlichen Grüßen

  • Zwischenbilanz nach zwei Wochen: Die Verkehrszeichen stehen weiterhin auf dem Radweg.


    Doch dafür ist nun der Radweg ab Trappentreustraße zumindest bis Bergmannstraße nicht mehr benutzungspflichtig. Ob das Blauschild jedoch absichtlich entfernt wurde oder nur versehentlich im Rahmen der ständig ändernden Baustellenabsperrung abhanden gekommen ist, weiß ich nicht. Muss ich aber auch nicht wissen, gelle?



    Aber es ist schon spannend, wie die Radinfrastruktur so einfach plötzlich endet. Was mir natürlich nur recht sein kann. Aber alle anderen Radler quetschen sich allen ernstes um diese heißen Ecken herum:



    In Gegenrichtung, wo natürlich kein Radverkehr zugelassen ist, was aber auch nicht jeden Radler interessiert:



    Interessant dürfte zudem auch sein, dass bislang noch kein einziger Fußgänger aus dem Rohbau jemals wieder aufgetaucht ist. Wahrscheinlich werden sie gleich zum Innenausbau des Büroturms verpflichtet...


  • Oh wie schön, das Blauschild ist wieder da!



    Meine vor über zwei Wochen an die Landeshauptstadt München verfasste Mail ist weiterhin nicht beachtet worden. Währenddessen wird das eingerichtete und mittlerweile gültige Halteverbot ebenfalls nicht von jedem beachtet. Macht nix, so hat der renitente Kraftfahrer wenigstens einen gesicherten Parkplatz vor der Tür. Denn sanktioniert wird ein solches Verhalten wie selbstverständlich nicht.


    Ich frage mich, warum man die Schilder jetzt nicht auf den Parkstreifen stellt. Dann ist der Radweg frei und das Parken dort noch schwieriger.


    Hier einmal die Situation aus der Gegenrichtung:



    Dass dort momentan kein Radfahrer unterwegs ist, liegt an der Tageszeit. Am Vormittag sind alle Pendler bereits am Arbeitsplatz. Morgens ist dort teilweise die Hölle los. Ein Ampel-Umlauf reicht da nicht, um die Massen zu bewältigen. Die Tage mache ich mal ein schönes Foto davon.


    Ach so, und das hier ist die nächste Baustelle, die sich an der zuvor genannten fast nahtlos anschließt:



    Das 241 hinter der Baustelle ist wohl überflüssig, da vor der Baustelle schließlich nichts umgewidmet wurde. Die Radfahrerfurt wird lediglich verschwenkt.


    Vor einiger Zeit stand da aber noch ein 240 vor der Baustelle, was nun aber wirklich absoluter Quatsch war.



    Mein dazugehöriger Kontakt zur Landeshauptstadt hat dazu geführt, dass der Baustellenbetreiber eins auf die Finger bekommen hat. Und im selben Atemzug begründete man mir das 240er damit, dass der Radweg temporär immer mal wieder kurzzeitig gesperrt würde und der Radverkehr über den dann *zack* eingerichteten gemeinsamen Geh- und Radweg geführt wird. Das Schild jedesmal hinzustellen und wieder wegzuräumen kann nun wirklich niemand verlangen.

  • Mein dazugehöriger Kontakt zur Landeshauptstadt hat dazu geführt, dass der Baustellenbetreiber eins auf die Finger bekommen hat. Und im selben Atemzug begründete man mir das 240er damit, dass der Radweg temporär immer mal wieder kurzzeitig gesperrt würde und der Radverkehr über den dann *zack* eingerichteten gemeinsamen Geh- und Radweg geführt wird. Das Schild jedesmal hinzustellen und wieder wegzuräumen kann nun wirklich niemand verlangen.

    Hast du eigentlich mal gefragt, ob denn da alle in den VwV-StVO genannten Voraussetzungen für das VZ 240 überhaupt erfüllt sind, als da wären:

    • es ist unter Berücksichtigung der Belange der Fußgänger vertretbar,
    • es ist mit der Sicherheit und Leichtigkeit des Radverkehrs vereinbar,
    • die Beschaffenheit der Verkehrsfläche genügt den Anforderungen des Radverkehrs.

    Das KVR meint zwar immer, es genügt sich auf die uralten Vorgaben der RSA 95 zu berufen, ich sehe aber nicht, warum dadurch die Verwaltungsvorschrift in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigt sein kann. Ohnehin gilt auch in Baustellen § 45 StVO, worin die Straßenverkehrsbehörden verpflichtet werden, über jede verkehrsrechtliche Anordnung ermessensfehlerfrei zu entscheiden. Selbstverständlich gilt das auch hier.

  • Ich habe nun den ganz klaren Beweis, dass die Landeshauptstadt München hier mitliest, denn:



    ...die Verkehrszeichen sind allesamt auf den Parkstreifen gewandert. Waaaaaahnsinn!!!!!!!!!


    Da fühlen sich natürlich auch gleich die Geisterradler angesprochen: