Woche 32 vom 6. bis 12. August 2018

  • Einen ähnlichen Unfall gab es laut NDR 90,3 in Hamburg heute auch:

    Bei einem Verkehrsunfall in Finkenwerder ist am Mittwochmorgen ein Radfahrer schwer verletzt worden. Der 55-Jährige übersah auf dem Hein-Saß-Weg offenbar ein von rechts kommendes Auto, das Vorfahrt hatte. Beim Zusammenprall wurde der Radfahrer über die Motorhaube des Wagens geschleudert. Die Polizei sucht nach Zeugen des Unfalls und nimmt diese unter der Telefonnummer 040 / 4286 - 54961 entgegen.

    Polizeipressemeldung

  • Eigentlich eine dämliche Satire. Die meisten Hobbys kosten Geld, welches so gesehen nicht sinnvoll ausgegeben wurde.


    Es ist eigentlich nur die Verbreitung eines Klischees von Leuten die vermutlich von sich selber projizieren weil:

    • sie selber unsportlich/dick sind
    • das eigene Auto unnötig gross/teuer ist (Alufelgen, viele PS, Geländewaagen in Stadt, ...)
  • Es ist eigentlich nur die Verbreitung eines Klischees von Leuten die vermutlich von sich selber projizieren

    Klar ist es Klischee. Es ist Satire und nicht all zu niveauvoll. Aber es gibt solche Radler tatsächlich. Wenigstens ziehen sich die meisten nicht hauteng an.

    Ich wiege selbst mehr wie 94kg, ich darf also auf leichtere Menschen herabblicken ;-)

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Eine Klingel am Rennrad wird nicht wegen dem Gewicht weg gelassen, sondern weil sie nutzlos ist. Eine Klingel hört eh niemand rechtzeitig. Die STVO erlaubt den Einsatz auch nur in Gefahrensituationen oder um außerorts ein Überholen an zu kündigen.


    Außerorts muss man rufen weil die Reichweite einer Klingel nicht ausreicht, gerade ältere Menschen hören die hohen Frequenzen (die die nach STVzO ja haben muss) beim Klingeln nicht.

    Bei Gefahr hat jeder vernünftige Fahrer die Hände fest an Griff/Bremsen und kommt eh nicht an eine Klingel.

  • Ich benutze meine Klingel jeden Tag. Oft mehrfach. Ausschließlich im Sinne der StVO.

    Wie das denn?

    Bringst du dich mehrfach täglich in Gefahrensituationen?

    Oder fährst du nur außerorts rum und klingelst dort andere Leute beseite?

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Danke für die Unterstellungen.


    Meistens bringen mich freilaufende oder an Schleppleinen angeleinte Hunde auf gemeinsamen Geh- und Radwegen in Gefahr, die mit ihren Haltern in derselben Richtung unterwegs sind. Da klingel ich von weiter hinten lieber, um die Gefahrensituation durch die Halter entschärfen zu lassen.


    Das zweite sind Fußgänger, die auf die Fahrbahn/Radstreifen treten, die entweder garnicht oder nach rechts schauen dabei.


    Desweiteren beim Umfahren von am Radstreifen abgestellten Paketautos, wo ich nicht weiß, wo sich der Zusteller dazu gerade mit einem sperrigen Paket aufhält.


    Alles Situationen, bei denen die Gefahrensituation von anderen ausgeht und die diese durch das frühzeitig Klingeln sofort abstellen können.

  • Ich benutze meine Klingel jeden Tag. Oft mehrfach. Ausschließlich im Sinne der StVO.

    Das halte ich für ein Gerücht.


    Ich fahre ja nun auch nicht erst seit Gestern Rad und kann mich nicht an ein einziges Klingeln im Sinne der StVO erinnern.


    Wenn ich in Gefahr schwebe, habe ich andere Sorgen als zu klingeln (abgesehen von der erwarteten Nichtwirksamkeit), oder ich kann klingen, schwebe aber nicht wirklich in Gefahr.


    Und beim ausserörtlichen Überholen, rufe ich, weil es besser funktioniert, oder bleibe ruhig, weil dann die anderen erst Probleme bereiten können, wenn ich vorbei bin.

  • Meistens bringen mich freilaufende oder an Schleppleinen angeleinte Hunde auf gemeinsamen Geh- und Radwegen in Gefahr, die mit ihren Haltern in derselben Richtung unterwegs sind. Da klingel ich von weiter hinten lieber, um die Gefahrensituation durch die Halter entschärfen zu lassen.

    Das hieße ja, dass genug Platz zum Überholen besteht, du aber befürchtest, der Köter könnte im nächsten Moment vor dein Rad springen?

    Ist mir noch nicht passiert. Kannst auch langsam dran vorbeifahren.


    Das zweite sind Fußgänger, die auf die Fahrbahn/Radstreifen treten, die entweder garnicht oder nach rechts schauen dabei.

    Immer mit sowas rechnen, und ausreichend Seitenabstand zu (potenziell vorhandenen) Fußgängern halten und bremsbereit sein. Da würde ich auch eher brüllen als mich auf meine Klingel zu verlassen.


    Desweiteren beim Umfahren von am Radstreifen abgestellten Paketautos, wo ich nicht weiß, wo sich der Zusteller dazu gerade mit einem sperrigen Paket aufhält.

    Wenn du keine Ahnung hast wo der sich befindet, musst du mit ausreichend Abstand vorbeifahren oder gaaaanz langsam.


    "Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben ... wer sich oder Andere gefährdet sieht.".

    Eine Gefährdung lag dann vor, wenn ein Unfall nur durch besonderes Geschick oder puren Zufall vermieden werden konnte.

    Ergo sind Warnzeichen dazu da, einen letzten Versuch zu unternehmen, einen Unfall zu vermeiden, indem man andere zum Reagieren bringt.

    Z. B. man fährt mit dem PKW mit 100km/h auf einer Landstraße, aus einem Feldweg nähert sich ein anderer Verkehrsteilnehmer und macht keine Anstalten, zu stoppen. Zum Bremsen würde es nicht mehr reichen. Da kann man hupen.


    Beim Radfahren nutze ich (illegal) die Klingel, um Fußgänger beseite zu bitten. Oder bei uneinsehbaren Engstellen, um Gegenverkehr zu warnen. Langsam fahre ich dort trotzdem.


    Viele Verkehrsteilnehmer gefährden mutwillig den Verkehr und nutzen dann Warnsignale, damit sie ohne Unfall damit durchkommen.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Ich kann mich auch nicht erinnern, wann ich meine Klingel zum letzten Mal benutzt habe. Die ist entweder völlig wirkungslos, oder sogar kontraproduktiv. Ich möchte Fußgänger ja nicht noch erschrecken, sondern möglichst ohne Konflikt passieren. In den meisten Fällen kann man abschätzen, was passieren wird (reading the road), und schon vorbei sein, bevor der Fußgänger reagiert. Ansonsten kann man sich (anders als bei Kfz) auch vokal bemerkbar machen. Und wenn ich das Ding mal wirklich brauche, ist der Hebel verdreht, und es kommt kein Ton raus. Sie ist trotzdem noch dran, die paar Gramm machen den Bock net fett.

  • Zuallererst ist es völlig egal, ob die Klingel benutzt wird oder wenn, ihren Zweck erfüllt. Sie muss laut StVzO am Fahrrad dran sein, wenn man damit im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs sein will. Punkt. Man kann nicht erwarten, dass man als Verkehrsteilnehmer ernst genommen wird, wenn man selber die Regelnd für den öffentlichen Straßenverkehr nicht ernst nimmt, indem man rosinenpickend sich nur an das hält, was man selber für notwendig erachtet oder angenehm findet. Wer meint, die Klingel nicht wirklich zu benötigen, schafft halt ein möglichst unfauffälliges, kleines und leichtes und vor allem billiges Teil an. Einfach weglassen ist keine legale Option.


    Und zweitens, die Klingel hat sehr wohl ihren Zweck, und gescheite Modelle werden auch gehört und von Fußgängern auch oft beachtet. Meist bedanken sie sich sogar, wenn man damit auf sich aufmerksam macht. Kann sein, dass der Einfluss des Hamburger Trinkwassers auch vor den dortigen Fußgängern nicht halt macht, aber hier im Westen funktioniert das eigentlich ganz gut. Und nach eigener Erfahrung höre ich auch als Radfahrer mit Helm- Windgeräusche- die Klingel eines überholwilligen Radfahrers hinter mir ganz gut, um rechtzeitig Platz zu machen bzw. darauf vorbereitet zu sein, gleich überholt zu werden.


    Im Unterschied zu Schallsignalen von KFZ sind Fahrradklingeln im Stadtverkehr weniger störend für Anwohner und VT, so dass deren Einsatz weniger restriktiv gesehen wird.

  • > und gescheite Modelle werden auch gehört und von Fußgängern auch oft beachtet

    Kann ich für München nicht bestätigen. Gerade in den besonders touristeninfestierten Bereichen hilft in der Regel nur, sich direkt durch möglichst lautes Zurufen kenntlich zu machen.

  • Man kann nicht erwarten, dass man als Verkehrsteilnehmer ernst genommen wird, wenn man selber die Regelnd für den öffentlichen Straßenverkehr nicht ernst nimmt, indem man rosinenpickend sich nur an das hält, was man selber für notwendig erachtet oder angenehm findet.

    Und warum kann man das nicht erwarten?

    Man sollte andere Menschen grundsätzlich ernst nehmen, unabhängig davon, ob sie sich an Regeln halten oder nicht.

    Verkehrsregeln sollten auch nur als grobe Orientierung gelten, nicht als absolute gottgegebene Gebote.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Man kann nicht erwarten, dass man als Verkehrsteilnehmer ernst genommen wird, wenn man selber die Regelnd für den öffentlichen Straßenverkehr nicht ernst nimmt, indem man rosinenpickend sich nur an das hält, was man selber für notwendig erachtet oder angenehm findet.

    Ich weiss gar nicht, wie viele Böcke Du mit dieser Aussage geschossen hast.


    1) Du unterstellst (im Kontext anzunehmen) Radfahrern, sie würden sich signifikant weniger an Regeln halten als andere. Dafür hätte ich gerne Belege.

    2) Du gehst davon aus, dass Radfahrer wegen fehlender Regelbefolgung die Arschlöcher des Straßenverkehrs sind.

    3) Da sie es dann erwarten dürfen, hältst Du diese Herabwürdigung für moralisch gerechtfertigt. (Go to 1)


    Die Radfahrer sind die Nigger des Straßenverkehrs, damit sich die Herrenfahrer freie Bahn verschaffen können. So simpel ist das. Denn, wären sie nicht minderwertig, gäbe es keine Rechtfertigung für die Bevorzugung des Kraftverkehrs. Um diese Minderwertigkeit zu begründen, wird die Mär vom regelverachtenden Ramboradler geschaffen. Es spielt keine Rolle, ob die Mär stimmt, ob sie für die Diskriminierung verantwortlich ist, ob die Diskriminierung damit zu rechtfertigen ist, Es ist schlicht und einfach postfaktischer, menschenverachtender Populismus.

  • Die grobe Orientierung ist der §1 StVO.

    Die übrigen Paragraphen sind dazugekommen, da die verschiedenen Interpretationen dazu zu weit auseinander laufen. Was also in den folgenden Paragraphen drin steht, ist zwar nicht gottgegeben- Welcher aus dem recht umfangreichen Panoptikum soll da was gegeben haben- sondern bereits eine Detaillelösung für unfallfreies Miteinander, die nicht mehr allzuviel Interpretationsspielraum enthalten sollten.

    Und die StVzO ist genauso zu betrachten. Was darin geregelt ist, ist einzuhalten, beim Rest hat man Gestaltungsfreiheit.


    Und warum man das nicht erwarten kann, wenn doch jeder Mensch grundsätzlich ernst zu nehmen ist? Weil es in der Realität so ist. Selbst Behörden betrachten Fußgänger und Radfahrer nicht als ernsthaften Verkehr. Sieht man immer wieder, in welche Lagen sie einen bringen, wenn man ihre Anordnungen befolgt.

    Gehwege und Radwege werden beparkt, damit die Fahrbahn für den "richtigen" Verkehr möglichst frei bleibt.

    Radfahrer fahren über Rot, einmal, weil das teilweise tatsächlich sicherer ist, andererseits aber auch, weil sie nicht mit Verfolgung rechnen und eben nicht im KFZ sitzen, also meinen, auf dem Rad ist das nicht so schlimm. Man nimmt sich also selber nicht ernsthaften Verkehr wahr. Das ist ein Knackpunkt bei vielen Fahrradthemen. Was den ernsthaften Radfahrer aufregt, von dem hört er vom nichternsthaften Radler nur: stell dich nicht so an, ist doch nur mit dem Fahrrad so.