Woche 12 vom 19.-25.03.

  • Autonom fahrendes Uber-Testfahrzeug überfährt Fußgängerin, *weil sie nicht den Fußgängerüberweg benutzte*

    https://www.az-online.de/welt/…fgenommen-zr-9709718.html


    Schöne neue Welt.... <X

    Naja, neu ist daran allenfalls, dass die Frau von einem selbstfahrenden Auto überfahren wurde. Dieser Umstand ist auch der einzige Grund, warum der Vorfall in den Nachrichten ist. Bei all den Leuten, die jeden Tag von Menschen angefahren und überfahren werden kräht kein Hahn danach. Und die Relativierungen sind genau die gleichen. Von Sicherheitsabständen zu Fußgängern auf dem Fußweg hat regelmäßig keiner je gehört.

  • Wäre es eine Radfahrerin gewesen anstatt einer Fußgängerin, die von einem selbstfahrenden Auto tot gefahren wurde, dann wäre vermutlich als Erstes darüber diskutiert worden, ob die Radfahrerin auch einen Helm getragen hat.

  • Es gibt noch die Aussage von jemandem, der das Video des Autos gesehen hat. Demnach hat die Frau das Fahrrad geschoben und der Unfall sei "in jedem Modus" nur schwer zu verhindern gewesen.

    Ich bin sehr gespannt, was bei der Untersuchung herauskommt. Die Stelle scheint sehr übersichtlich zu sein und ein ein Fahrrad schiebender Fußgänger hüpft ja auch nicht plötzlich auf die Fahrbahn. Da drängt sich der Verdacht auf, dass ein menschlicher Fahrer die beginnende Bewegung eventuell früher gesehen hätte als das Auto.

    Aber ohne das Video selbst ist das ja kaum zu beurteilen.

  • Vor einigen Monaten hatte ich schon mal ein Foto von diesem Plakat hier im Forum veröffentlicht:


    Aus aktuellem Anlass ( ) hab ich grad' noch mal nachgesehen, ob es das auch in Form eines Internetplakates gibt.

    Und bin tatsächlich fündig geworden auf der dieser VW-Internetseite: https://www.volkswagen.de/de/models/passat-variant.html

    Hier der Link direkt zum Bild: https://www.volkswagen.de/cont…transform/medplus/img.jpg


    Als damals der Dieselskandal hochkochte wurde eine VW-Werbung sehr bekannt, in der eine autofahrende Dame im besten Alter ihren Freundinnen mit Hilfe ihres blütenweißen Seidenschals die Sauberkeit ihres VW-Diesels vorführte, indem sie den Schal direkt vor den Auspuff hielt. Nachdem sich die "Internetgemeinde" ausgiebig darüber lustig gemachte hatte, wurde der Werbefilm von VW von der Internetseite heruntergenommen. Wird das hier auch passieren?

  • Ja, das steht in dem verlinkten Artikel, dass sie das Fahrrad neben sich geschoben hat. Auf dem Bild sieht man auch das verbogene Fahrrad.

    So'n "Bockmist". Aber ich hab's schon länger kommen sehen. Erst sollen die Radfahrer einen Helm tragen müssen, dann auch noch diejenigen Radfahrer, die ihr Rad schieben und irgendwann dann auch die Fußgänger.

  • Es gibt noch die Aussage von jemandem, der das Video des Autos gesehen hat. Demnach hat die Frau das Fahrrad geschoben und der Unfall sei "in jedem Modus" nur schwer zu verhindern gewesen.

    Ich bin sehr gespannt, was bei der Untersuchung herauskommt. Die Stelle scheint sehr übersichtlich zu sein und ein ein Fahrrad schiebender Fußgänger hüpft ja auch nicht plötzlich auf die Fahrbahn. Da drängt sich der Verdacht auf, dass ein menschlicher Fahrer die beginnende Bewegung eventuell früher gesehen hätte als das Auto.

    Aber ohne das Video selbst ist das ja kaum zu beurteilen.

    Die Sensordaten des Kfz sind hier wirklich das einzig Positive.

  • Es gibt noch die Aussage von jemandem, der das Video des Autos gesehen hat. Demnach hat die Frau das Fahrrad geschoben und der Unfall sei "in jedem Modus" nur schwer zu verhindern gewesen.

    "In jedem Modus": schließt das auch die Erwägung mit ein, dass das Zusammenstoß vielleicht nicht passiert wäre, wenn das autonome Fahrzeug sich brav ans Tempolimit gehalten hätte? (es ist von 64 km/h bei erlaubter Vmax von 56 km/h die Rede). Ich hätte nicht gedacht, dass autonome Fahrzeuge nach Menschenart darauf "Pokern" können, nicht geblitzt zu werden.

  • Und jetzt? Projekt autonomes Auto gestorben?

    Wohl nicht. Einmal wird es bei jeder Technik Kinderkrankheiten geben, auch fatale.

    Und dann wird es immer Fälle geben, in denen ein Mensch anders und teilweise auch besser reagiert hätte. In der Summe wird das autonome Fahrzeug aber Vorteile bringen. Auch für Fußgänger und Radler.


    Die Frage, die sich richtigerweise stellt, ist aber auch hier, warum das Fahrzeug zu schnell war, wenn das wahr sein sollte. Schlechte Beschilderung, schlechte Schildererkennung oder veraltetes Kartenmaterial ohne Schildererkennung? Letzteres wäre in jedem Fall Murks.

  • Und jetzt? Projekt autonomes Auto gestorben?

    Wohl nicht. Einmal wird es bei jeder Technik Kinderkrankheiten geben, auch fatale.

    Und dann wird es immer Fälle geben, in denen ein Mensch anders und teilweise auch besser reagiert hätte. In der Summe wird das autonome Fahrzeug aber Vorteile bringen. Auch für Fußgänger und Radler.


    Die Frage, die sich richtigerweise stellt, ist aber auch hier, warum das Fahrzeug zu schnell war, wenn das wahr sein sollte. Schlechte Beschilderung, schlechte Schildererkennung oder veraltetes Kartenmaterial ohne Schildererkennung? Letzteres wäre in jedem Fall Murks.

    Ich befürchte etwas anderes: Das automatisierte Fahren ist nicht wirklich im Sinne der Autoindustrie. Der Verkehrswissenschaftler Hermann Knoflacher hat sehr überzeugend herausgearbeitet, dass das Autofahren eine Suchterkrankung darstellt. Siehe z. B. hier:

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    Ein automatisertes Auto, das selbstständig fährt, und wie du ja auch annimmst deutlich unfallfreier fährt als ein von Menschen gesteuertes Auto, ist nicht in der Lage, diese Sucht zu befriedigen, die vom "Virus Auto" hervorgerufen wird.

    Das ist ungefähr so wie ein Raucher, der sich das Rauchen abgewöhnen will, und deshalb auf einem Zahnstocher rumknabbert. Es gibt zahlreiche Vernunftgründe, die für das automatisierte Fahren sprechen. Aber letztlich ist es nicht im Sinne derjenigen, die mit Autobau Geld verdienen wollen. Denn es beinhaltet die Gefahr, dass das automatisierte Fahren ebenso funktioniert, wie das bisweilen mit dem Zahnstocher funktioniert.

    Und wenn es erst mal so weit ist, dass sich die Menschen in automatisierten Fahrgastzellen fortbewegen, dann wird es ihnen bald langweilig und sie wollen viel lieber Omnibus oder Straßenbahn fahren oder eben Fahrrad!

  • Oder Variante 3: Die Dinger fahren einfach bewusst etwas schneller als erlaubt wie menschliche Fahrer auch.

    Bei Google-Autos habe ich mal von der Funktion gelesen, dass sie sich dem Verkehrsfluss anpassen und dabei die zHG auch etwas überschreiten.

    Gerüchteweise gab es wohl relativ viel Auffahrunfälle, wenn sie die zHG eingehalten haben.

  • Oder Variante 3: Die Dinger fahren einfach bewusst etwas schneller als erlaubt wie menschliche Fahrer auch.

    Bei Google-Autos habe ich mal von der Funktion gelesen, dass sie sich dem Verkehrsfluss anpassen und dabei die zHG auch etwas überschreiten.

    Gerüchteweise gab es wohl relativ viel Auffahrunfälle, wenn sie die zHG eingehalten haben.

    Wenn das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit unfallverursachend ist, dann stellt sich doch die Frage, wer für dieses Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit verantwortlich ist.

    Immerhin scheint es so, dass es möglich ist, die zum Zeitpunkt des Unfalles gefahrene Geschwindigkeit zweifelsfrei festzustellen. Das ist ja schon einmal ein Vorteil gegenüber vielen anderen Unfällen, bei denen die gefahrene Geschwindigkeit nicht eindeutig festgestellt werden kann.

  • Und wenn es erst mal so weit ist, dass sich die Menschen in automatisierten Fahrgastzellen fortbewegen, dann wird es ihnen bald langweilig und sie wollen viel lieber Omnibus oder Straßenbahn fahren oder eben Fahrrad!

    Es gibt einige Vorhersagen, die eher eine verstärkte Nutzung des Autos vorhersagen. Denn heute ist die Fahrzeit praktisch verschenkte Zeit. In einem autonomen Auto kann man alle möglichen Dinge erledigen. Außerdem entfällt die Parkplatzsuche. Dadurch gewinnt das Auto für viele Menschen an Attraktivität und wird entsprechend häufiger genutzt.

    Dazu kommen noch die Fahrstrecken, die diese Autos ganz alleine zurücklegen. Beispielsweise, um einen preiswerten Parkplatz zu erreichen. Oder um ein anderes Familienmitglied abzuholen.

  • Es gibt einige Vorhersagen, die eher eine verstärkte Nutzung des Autos vorhersagen. Denn heute ist die Fahrzeit praktisch verschenkte Zeit. In einem autonomen Auto kann man alle möglichen Dinge erledigen. Außerdem entfällt die Parkplatzsuche. Dadurch gewinnt das Auto für viele Menschen an Attraktivität und wird entsprechend häufiger genutzt.

    Dazu kommen noch die Fahrstrecken, die diese Autos ganz alleine zurücklegen. Beispielsweise, um einen preiswerten Parkplatz zu erreichen. Oder um ein anderes Familienmitglied abzuholen.

    Das kann natürlich auch passieren, was du da andeutest. Aber das würde auch die Diskussion an anderen Stellen neu entfachen. Zum Beispiel die Autos, die leer herumfahren! Das tun sie ja jetzt überwiegend auch schon, denn die durchschnittliche Auslastung ist bei ca 1,2 bis 1,3 von durchschnittlich 5 Sitzplätzen beinhaltet ja einen hohen Anteil an nicht genutzter Transportkapazität. Interessanterweise ist es jedoch kaum möglich so was einem Autofahrer auch nur annähernd begreiflich zu machen, der kontert vielmehr in der Regel damit, dass er im ÖPNV stets nur leer herumfahrende Omnibusse wahrnähme. Muss so was wie selektive Wahrnehmung sein.

    Würden tatsächlich Autos leer herumfahren einfach nur auf dem Weg zum nächsten (billigen) Parkplatz oder aber einfach nur Warterunden drehend, weil grad kein Parkplatz in der Nähe, dann würde das die Diskussion anheizen und die Sinnhaftigkeit des Autos doch noch mal erheblich in Frage stellen. (Ob das dann jedoch ausreicht um letztlich zu einer Verkehrswende beizutragen?) Jedenfalls wäre dann das Argument, es seien immer nur die Omnibusse, die leer herumfahren, nicht mehr haltbar.