Hamburg: Todesfalle an der Kieler Straße

  • Und ganz oben, wo ich mich vor zwei Wochen vorsichtig gemault habe, wurden jetzt auch Umleitungsschilder zur Veloroute 2 aufgestellt.


    Ehrlich: Das finde ich super! Das ist endlich diese Umleitung über den Wördemannsweg, von der ich schon ganz am Anfang geschwärmt habe. Nur, ja, warum nur, verbockt man das dann gleich wieder vierfach?

    Nun steht hier dieses Schild, das mir deutlich besser gefällt. Da steht endlich mal drauf, was denn Sache ist:



    Der Rest der Beschilderung ist jetzt nicht unbedingt so optimal, ich hätte das Ding ja eher auf die linke Straßenseite gestellt, da wird’s wenigstens nicht zugeparkt:


  • Und dann bin ich ja noch gespannt, was man sich hier überlegt hat. Das Schild lugt so verdächtig hinter dem Baum hervor, das führt doch, Vorsicht, Kalauer, was im Schilde!



    Und der Vollständigkeit halber: So sieht’s noch ein paar hundert Meter weiter nördlich aus, wo aufgrund der benachbarten Baugrube der gemeinsame Fuß- und Radweg auf ungefähr fünf Zentimeter verschmälert worden waren:


  • Und der Vollständigkeit halber: Kaputt.



    Und hier reagierte eines Abends der blöde Anforderungstaster nicht mehr. Also ignorierte man entweder das Rotlicht… oder radelte zurück und fuhr auf der „richtigen“ Straßenseite nach Norden.



    Die beiden „Probleme“ wurden allerdings mittlerweile bereits behoben.

  • Wenn man ohne Ortskenntnis und ohne Navi mit dem Rad unterwegs ist, dann kann man oftmals nur raten, wo es lang geht. Es gibt Wegweiser, die irgendwo hinzeigen (z.B. genau in die Richtung zwischen zwei Straßen) oder man benötigt wie in diesem Fall Ortskenntnis, um selbst zu wissen, wo es zur Veloroute 2 geht.

  • Soll man eigentlich direkt an dem gelben Schild links abbiegen, in die winzige Straße hinein? Oder soll man bis zum Ende der Straße und dann links?

    Wenn alle ihre Arbeit richtig gemacht hätten, erst an der nächsten Möglichkeit nach dem Schild, also nicht unmittelbar hier.
    Da dieser Satz mehrere Konjunktive enthält und es sich nur um Radverkehrsbeschilderung handelt, die naturgemäß vor Inkonsistenzen nur so wimmelt, wird es wohl eher so gedacht sein, hier abzubiegen.


  • Ich habe es eben gemacht.
    PK27 angerufen, die schicken einen Wagen los, der sich das mal anschaut. Einen Wagen? Das sind 50 m zu Fuß.
    Naja, was soll dabei raus kommen wenn ein Auto schaut?
    NICHTS!


    Aber der Reihe nach.
    Oh wenn da ein Wagen kommt, dann will ich dabei sein. Also schnell aufs Rad und ab dahin. Kein Polizeiauto zu sehen, vielleicht das da? Ne, fährt auf der linken Spur einfach dran vorbei. Also die paar Meter weiter zum PK27 in der Koppelstraße. Zurzeit eine Baustelle, die Polizei hockt in Containern, es ist eng. Aber ein Klapppavillion davor schützt vor dem Regen.


    "Ich hatte gerade wegen der Baustelle am Sportplatzring angerufen, wo ist der Polizeiwagen?" Ist unterwegs aus Eidelstedt. Ich wieder los, rauf runter, in den Basselweg, den Sportplatzring nun auf der Straße fahrend einen kurzen Zwischenstopp bei den Bauarbeitern eingelegt. "Sind Sie zuständig für die Beschilderung?" Ja. Zwar nicht der Angesprochene, aber die Firma. Dabei handelt es sich nicht um Hamburg Wasser oder Hamburg Energie. Die dürften nach eigenem Ermessen Beschildern, weil die Verkehrsbehörde davon ausgeht, die können das.


    Leider wartete ich auf den Polizeiwagen, sonst hätte ich mir gerne die polizeiverkehrsbehördliche Anordnung für die Bohrfirma angeschaut, der Mitarbeiter war nett und wollte sie mir auch zeigen. Denn da sollte drin stehen wie die Beschilderung auszusehen hat oder nach welchen Regeln sie erfolgen soll.


    Weiter rauf und runter gefahren, nach 20 Minuten nochmals zur Polizei. Da standen denn auch die beiden "Anschauer" und der telefonführende Beamte unter dem Pavilliondach. Aussage: es wäre alles in Ordnung!


    Ich zuerst zaghaft, den Beamten noch eine Chance zum Ausweichen und Korrigieren bietend, was bedeutet die Beschilderung denn für Radfahrer? "Auf der anderen Seite weiterfahren". Die drei Beamten bestätigten sich gegenseitig.


    Nun konkreter Fragen, Radwegbenutzungspflicht, dann kein Weiterkommen wegen der Sperrung. Was soll der Radfahrer machen?
    "Der soll doch die anderen Seite benutzen, steht doch da."
    Ne, steht da nicht, Fußgänger sollen das.
    Und darf der da auf der falschen Seite fahren?
    "Ja!"


    So ging das weiter. Das mit dem Radschutzstreifen neben der Bushaltestelle, somit eventuell möglichen Geisterradlern, die haben wohl gedacht, was für ein Spinner.


    Ich sehe es positiv, das drei Beamte der Polizei mir bestätigt haben, dass ich als Radfahrer, wenn da eine Seite gesperrt ist, ohne Probleme auf der falschen Seite fahren kann. Auf die Idee mit dem Fahrrad schieben kam erst ein vierter Beamter.


    Erschreckend fand ich allerdings die Ahnungslosigkeit oder auch Unkenntnis der Beamten gegenüber den geltenden Regeln, Gesetzen und Vorschriften, wenn es um Radfahrer geht. Ich sehe da dringenden Schulungsbedarf.


    Als versöhnenden Abschuss sehe ich, dass ein Beamter mir noch bei meinem Rundumschlag wegen diverser unmöglicher Radverkehrsführungen an Baustellen im Bereich des PK27 zuhörte, und somit einen Teil seiner Freizeit opferte. Dafür kennt er jetzt den Begriff Hochbordradweg und hat schon einmal etwas von der RSA (Richtlinie zur Sicherung von Arbeitsstätten) gehört.


    Am Montag soll diese Baustelle am Sportplatzring spätestens verschwinden.



    Aber die Sportplatzring Bebauung wird für weiteren Ärger sorgen, im Basselweg (Veloroute 2) geht es gerade los.......

  • Vollkommen noooormaaaaal: Der Kraftverkehr blockiert kreuz und quer den Hamburger Westen. Hier soll man dann mit dem Rad durch, wohlgemerkt in beide Richtungen.


    Hier will aber erstmal ein Laster einer Fahrschule (?) abbiegen. Ich habe darauf verzichtet, als Radfahrer auf meine Vorfahrt zu pochen. Der Wagen fuhr dann zwar langsam um die Ecke, aber ich war mir nicht sicher, ob er mich gesehen hatte oder nicht:



    Ich hätte ja gerne eine Idee, wie man so etwas noch als nachlässig durchgehen lassen könnte:



    Zum vierten Mal als Erinnerung: Hier sollen Radfahrer in zwei Richtungen fahren, dann irgendwie an der Bettelampel warten, dann sollen dort auch noch Fußgänger entlanglaufen können. Allein durch diesen Ampelmast in der Mitte des Radweges ist das Ding jetzt quasi unbenutzbar, man muss eigentlich rechtzeitig auf den Fahrstreifen zum Rechtsabbiegen ausweichen. Heute morgen passte ich durch, mit einem breiteren Lenker oder mit Fahrradtaschen am Hinterrad würde ich mich das aber nicht trauen.


    In der Gegenrichtung, also in der Perspektive des Fotos, kann man eigentlich nur sein Rad in die Baugrube schmeißen und wütend nach Hause gehen, da ist dann gar kein Platz mehr, man kann ja schlecht entgegen der Fahrtrichtung auf der Fahrbahn rollen. Und für unangenehme Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern wurde die Engstelle jetzt noch mal um drei Meter verlängert, so dass es auch bitte wirklich jeden Morgen dort Probleme gibt.


    Und dann mischt dort noch der Kraftverkehr mit! Ihr kennt das ja, die Kreuzung ist ohnehin nicht ohne, aber nun wird man auch noch von den Rechtsabbiegern beziehungsweise von den Linksabbiegern aus dem Gegenverkehr über den Haufen gefahren. Die sehen zwar unter Umständen den bevorrechtigten Radfahrer, da der aber so unglaublich langsam an die Kreuzung heranfährt — er muss ja schließlich aufpassen, nicht irgendwo hängenzubleiben — nimmt man ihm im Zweifelsfall die Vorfahrt, weil man natürlich nicht davon ausgeht, dass der dann plötzlich wieder schneller wird.


    Oh Mann. Ich frage mich wirklich, wie man sich hier eigentlich vernünftig, rücksichtsvoll und im Einklang der Verkehrsregeln bewegen soll. Es kann doch nicht sein, dass hier die Zuständigkeiten von VD 52 und PK 27 aneinander grenzen und sich niemand für gar nichts zuständig fühlt.

  • Nach telefonischer Auskunft der VD52 soll da noch heute eine Besichtigung stattfinden und dann gegebenenfalls nachgebessert werden.

    Das hat ja nicht so ganz gut geklappt:



    Auch auf der Autobahnbrücke nutzt man mittlerweile weiße Punkte aus Schnee anstelle einer gelben Mittellinie:



    Naja: vielen Dank für die Blumen!



    Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass diese Streifen in der Regel nur von Fahrradreifen malträtiert werden. Normalerweise sollten solche Markierungen auch tonnenschweren Kraftfahrzeugen standhalten. Aber entweder taugt der Untergrund nicht zur Applizierung solcher Markierungen oder man müsste angesichts der Witterungsverhältnisse nach nunmehr drei Monaten doch noch mal zum Kleber greifen.

  • Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass diese Streifen in der Regel nur von Fahrradreifen malträtiert werden. Normalerweise sollten solche Markierungen auch tonnenschweren Kraftfahrzeugen standhalten. Aber entweder taugt der Untergrund nicht zur Applizierung solcher Markierungen oder man müsste angesichts der Witterungsverhältnisse nach nunmehr drei Monaten doch noch mal zum Kleber greifen.

    Wind reicht schon. Auf der Autobahn unten drunter steht momentan auch andauernd [Zeichen 101] + Markierung fehlt. Genial in Verschwenkungen.
    Wenn man bedenkt, dass man zwischen Schnelsen und Bordesholm (=65km) am rechten Fahrbahnrand jeweils einen Meter Asphalt samt Unterbau provisorisch(!) für die halbe Bauzeit angelegt hat, macht es mich nur stinksauer, dass man hier auf 700 m nichtmal die unterschiedlichen Platten, Kant- und Rotsteine rausreißen und durch Asphalt ersetzen und vernünftig markieren kann will.

  • Ich bin ja leider gerade etwas im Rückstand mit meinen Erfahrungsberichten, aber ich hatte irgendwann mal mit Reipe bequasselt, dass ja die Brücke am Wördemannsweg für eine Weile gesperrt sein wird. Der Wördemannsweg dient als eine der beiden Umleitungen für die Kieler Straße, wenn man sich die Geisterradelei nicht antun möchte.


    Radfahrer und Fußgänger sollen aber weiterhin die Brücke passieren können, sagte wenigstens die Beschilderung, die hier seit einiger Zeit in der Gegend herumsteht — davon habe ich leider aufgrund der Weihnachtsfeiertage kein Foto.


    Whatever.


    Seit gestern gegen 20 Uhr ist die Brücke gesperrt und — Hokuspokus! — mittlerweile sehen die Vorankündigungen so aus:




    Ich will ja den Verantwortlichen nicht unnötig ans Bein pinkeln, aber… irgendwie war das klar, oder?


    Und so sieht’s von Süden aus:




    Zumindest am gestrigen Abend kann man die Brücke auch zu Fuß oder mit dem Rad passieren, wenn man sich an der Absperrung vorbeizwängt. Das wird aber vermutlich nicht so bleiben, man wird sich schon irgendwas an dieser Sperrung gedacht haben.


    Interessantes Detail: Man hat wenigstens am gestrigen Abend den Signalgeber noch nicht außer Betrieb gesetzt. Für den rechten Signalgeber war eine Mülltüte übrig und das Gesamtbild offenbart, warum man für so etwas wenigstens lichtdichte Abdeckungen einsetzen sollte, wenn man das Ding nicht ganz abstellen kann oder will. Ich habe aufgrund des starken Regens ein wenig mit Fotos gegeizt, aber natürlich werden insbesondere Kraftfahrer vom grünen Licht dort oben angelockt und bemerken aufgrund der unglücklichen Sichtverhältnisse erst sehr spät, dass hier eigentlich die Straße gesperrt wurde.


    Okay, ja, was heißt unglückliche Sichtverhältnisse? Man muss halt schon vorher um diese Schilder herumkurven:




    Offenbar werden die Schilder überhaupt gar nicht mehr wahrgenommen, die Leute kurbeln dort einfach drumherum ohne anzuhalten. Die vorgelagerten Hinweisschilder werden wohl auch nicht mehr beachtet — so fahren dann eine ganze Menge Leute erst einmal bis kurz vor die Brücke und fragen dort das Navigationsgerät um Rat:




    Es ist allerdings auch schon etwas fies, denn aus der Ferne ist die Lichtzeichenanlage das einzige, was man bei dieser Witterung erkennen kann. Die vorgelagerte Absperrung sieht man halt erst auf den letzten hundert Metern. Auch hier soll dann nicht der zaghafte Hinweis fehlen, dass man einen Signalgeber auch außer Betrieb nehmen oder wenigstens blickdicht verpacken kann — allerdings fehlte dazu angesichts dieser Windstärke womöglich auch die notwendige Motivation, die Mülltüte am rechten Signalgeber hat’s ja auch schon beinahe wieder runtergeweht.


    Und zurück zur Kieler Straße: Dort wurde die Umleitungsbeschilderung für den Radverkehr… natürlich nicht angepasst. Wer keine Lust auf die Geisterradelei hat und wie immer der Umleitung folgt, wird direkt an die gesperrte Brücke geleitet. Etwas weiter nördlich befindet sich zwar gleich die nächste Brücke über die Autobahn, nämlich direkt an der Güterumgehungsbahn, die auch jedem ortskundigen Radling bekannt sein dürfte, aber etwas unglücklich finde ich das alles schon.


    Aber, vielleicht muss man auch mal das positive sehen: Es sind nur noch zweieinhalb Monate, wenn alles nach Plan läuft.

  • Ich sitze gerade im Schnellbus 39 und versuche irgendwie über die Autobahnbrücke zu kommen. Das ist alles schon echt ermüdend. Die übrigen Kraftfahrer stehen auf dem Bussonderfahrstreifen oder wechseln regelmäßig ihren Fahrstreifen, so dass so ein dicker Bus halt nicht so gut vorankommt. An der Kreuzung zwischen Kronsaalweg und Kieler Straße wurde es richtig gigantisch, als zwei Kraftfahrer aus dem Gegenverkehr links abbiegen wollten und beide hintereinander unseren Bus „übersehen“ hatten — und dann vor Panik beinahe noch zwei Fußgänger, die gerade die Fahrbahn querten, massakriert haben.

  • Die Autos die von der Kieler Straße kommend immer noch versuchen die gesperrte Brücke vom Wördemannsweg zu benutzen biegen kurz vorher in den Olloweg und fahren zurück zur Kieler Straße. Der Olloweg, ein Wohngebiet, wird dabei als Rennstrecke benutzt. 60 70 ist anscheinend normal. Hier hätte die Stadt eine Einnahmequelle die sie aber nicht nutzt. Schade.