Beiträge von CKO

    Bis ca. 2017? war da linksseitig sogar mal eine Benutzungspflicht. Aus der Zeit stammt die mittlerweile obsolete Bemalung, die nun jahraus jahrein von einigen Kraftfahrern als Huppflicht ggü. Radfahrern auf der Fahrbahn interpretiert wird. Die StVB sitzt das ganz routiniert aus. Die meinen sicher, dass man das Hupen als Radfahrer auch mal aushalten kann. <X

    Bin übrigens auch zur Zeit der linksseitigen B-Pflicht sicherheitshalber auf der Fahrbahn gefahren. Habe schließlich jahrzehntelang gelernt, dass ich auf dem Rad zu 100% selbst für meine Sicherheit verantwortlich bin. Als alleinerziehender Alleinverdiener war ich außerdem immer spät dran, wenn ich meine Tochter vom Kindergarten abgeholt habe, so dass ich eben zügig auf der Hauptstraße gefahren bin. Wenn es mir gelang, flüssig im KfZ-Verkehr mitzuschwimmen, dann wurde auch so gut wie gar nicht gehupt.

    Im Gegenteil: Auf solchen Straßen fahre ich am liebsten.

    Ja, solche Straßen, wo man auch mit dem Auto nicht schneller als 50 km/h fahren kann / darf / sollte, sind für den KfZ-Verkehr unattraktiv genug um für den Radverkehr attraktiv zu bleiben. Die niedrige Kfz-Geschwindigkeit wiegt ein gelegentlich notwendiges Ausweichen aufs Bankett bei weitem auf.

    Ob groß oder klein, Politiker scheinen große Freude am Ashpaltieren von Ackerland zu haben. Wenn sie am Ende vor der versammelten Presse das Band durchschneiden, da sind sie auf dem Olymp angekommen. :/

    Doch der fleißige Bürgermeister gefährdet zudem Leib und Leben seiner Bürger. Wenn sie dann sorglos nach Lüneburg radeln und es dort mit den Rechtsabbiegern zu tun bekommen. =O

    Was man ihm aber zugute halten muss: Er nimmt die Bereitschaft der Leute, weniger Auto zu fahren ernst. Bei uns hingegen scheint allen Planungen stets das Mobilitätsverhalten der letzten 30 Jahre zugrunde zu liegen.

    Obwohl die Tram in München ja auch an jeder Ecke und bei jedem Begegnungsverkehr bimmelt...

    In Jena ist das nicht der Fall. es sei denn, es ist gerade Verkehrsschau. Z.B. an dieser Stelle, wo man es insbes. aus dem Auto recht schwer hat, sie rechtzeitig zu sehen, wenn sie von rechts kommt, bimmeln die meisten Tramfahrer nicht. Es gibt an dieser Kreuzung auch jedes Jahr einen Unfall mit Straßenbahnbeteiligung.

    Bin gestern auf dem Heimweg dort lang und fand es so vor wie auf den Fotos.

    Der "gewöhnliche" Radverkehr umfährt das Zaunfeld (Bild 2) auf dem Grünstreifen und verschwindet dann vor der eigentlichen Absperrung (Bild 1) hinter der Hecke (bzw. kommt von dort). Zwischen Metallzaun und Hecke ist eine kleine Lücke.

    Die meisten Einheimischen können mit solchen Situationen recht gut umgehen. Auch ich habe ja gelernt, mir kreativ wie ein Wildschwein meinen Weg zu suchen. ;)

    Ich kann auf dem Heimweg mal schauen. Die Camburger Str. hat seit dem 1. BA Straßenbahn nochmal an Attraktivität verloren, sodass ich nun überwiegend Löbstedter Str. und Wiesenstr. befahre.

    Deinen Kommentar zu zHg 60 in der Rudolstädter Str. finde ich übrigens sehr gut.

    Du meinst die Rudolstädter Straße. ;)

    Deswegen gehört bei uns der sichere, zügige Wechsel vom 12-cm-Bord auf die Fahrbahn zur Grundausbildung. Man kann halt nie wissen.

    Neulich sagte mir ein KSJ-Mitarbeiter, dass er in Halle auf dem Saaleradweg schon 16-cm-Borde gesehen hat. Da stehen wir in Jena doch gar nicht so schlecht da. :D

    Schon bei der Überschrift musste ich an den Titel dieses Threads denken:

    Blogger-Freundin in Belarus zu sechs Jahren Haft verurteilt | MDR.DE
    Für die Festnahme des im Exil lebenden belarussischen Bloggers Protasewitsch hatte Minsk im Mai 2021 eine internationale Maschine zur Landung gezwungen. Nun…
    www.mdr.de

    Es ist nur eines der zahlreichen Beispiele dafür, dass in russischen Sattelitenstaaten die Möglichkeiten zivilen Widerstands sehr begrenzt sind. Das wissen auch die Ukrainer. Meines Wissens sind die bisher einzigen, die damit erfolgreich waren, die Polen, deren Streikbewegung 1980/81 nicht komplett niedergeschlagen werden konnte. Diese Bewegung hatte weite Teile der Gesellschaft hinter sich, auch die katholische Kirche, die zu der Zeit einen aktiven polnischen Papst hatte. Regimekritische Intellektuelle aus der DDR haben zu den Polen aufgeblickt.

    Der Ukraine traue ich so etwas eher nicht zu, dazu ist die Gesellschaft nicht homogen genug.

    Übrigens war dort bis weit in die 90er Jahre zHg 80 km/h. Es waren wesentlich weniger Ampeln, (nur?) am Stadion war eine. Fußgänger konnten außerdem an den Bushaltestellen Wöllnitz und Alt-Lobeda über die Brücke und beim Salvador-Allende-Platz durch die Unterführung queren.

    Die Ausdehnung des mit [Zeichen 254] beschilderten Bereichs hat sich im Lauf der letzten 30 Jahre immer mal geändert. Den besten Überblick hat da wahrscheinlich Tom Wedekind.

    von alteingesessenen Radfahrern meine ich schon vernommen zu haben, dass man zu DDR-Zeiten dort einfach auf der Straße fuhr mit dem Rad.

    Ich selbst habe es nicht mehr erlebt, aber ein Bekannter, Jg. 72, schwärmt gelegentlich noch vom Windschatten der Lobeda-Busse, indem er dort mit dem Rennrad gefahren ist. Bis 1992 war das möglich.

    Was ist Gesetz? Die Straßenbahnschienen dorthin verschwenken, wo Radfahrer fahren müssen?

    Der Vertreter vom Barrierefreien Bauen hat sich nur auf die Haltestelle und das Blindenleitsystem bezogen, während der Radfahrer auch die Gleise im weiteren Verlauf meinte. Erst danach habe ich den Teilnehmern die prekäre Situation für den Radverkehr mit dem Wechsel auf die Fahrbahn bei 2x Vorfahrt gewähren und 2 spitzwinkligen Gleisquerungen erläutert.

    Als sie mich fragten, wie ich hier fahre, konnte ich richtig dick auftragen: Ich, liebe Schwestern und Brüder, fahre bereits im Haltestellenbereich auf der Fahrbahn, nehme den Regelverstoß in Kauf, um keine Fußgänger zu gefährden. :saint: (zumindest wenn ich allein fahre)