Beiträge von CKO

    Ich lebe ja in einer Stadt wo die Verkehrsflächen knapp bemessen sind. Für den ruhenden Verkehr wird nun auch das Geld knapp. 70.000 € pro Stellplatz kann sich die Stadt nicht mehr leisten:

    Jena: Baustopp für Inselplatz-Parkhaus | MDR.DE
    Die Stadt Jena will den Bau des Inselplatz-Parkhauses stoppen. Der Grund sind laut Stadt die stark gestiegenen Baukosten.
    www.mdr.de

    Etwas weniger leere Beifahrersitze werden der Stadt nicht schaden. ;) Hier die offizielle Mitteilung.

    Da bin ich froh, dass es in der Provinz (zählt Erlangen auch dazu? ;)) etwas ruhiger zugeht. Das wurde mir vor kurzem bewusst, als mir eine augenscheinlich friedfertige Berlinerin beim Plaudern übers Radfahren sagte, wie viel Anstrengung sie im Bezirk Mitte aufwenden muss, um auf dem Rad ruhig zu bleiben, vor allem auf dem Heimweg von der Arbeit. Man wird so leicht von der Stimmung mitgerissen.

    Ja, Deine Frage ist nicht unberechtigt und hat auch mich stutzig gemacht, obwohl ich quasi täglich dort raus und rein fahre.

    Zumindest die schwach ausgeprägte Abgrenzung vom Gehweg zur Fahrbahn wird von den Einheimischen regelmäßig bemängelt. Die StVB verweist dann auf die genehmigten Baupläne, denen nur noch die Finanzierung fehlt ... Dann wird dort kein KfZ mehr den Gehweg queren, sondern die Fußgänger die einmündende Nebenstraße.

    Vielleicht lege ich mal einen Thread zur Naumburger Str. in Jena an.

    Oh ja, da ist der Verkehrsraum recht merkwürdig gewachsen. Mitten auf dem Gehweg prangt ein 3-cm-Rundbord während man von der Fahrbahn ganz eben auf den Gehweg fährt. Erst beim Einfahren auf die Hauptstraße gibt es die durchgehende Bordsteinkante. :/

    Im Foto von links kommt die Tram nach Durchfahrung der Wendeschleife zur Fahrt zurück in die Stadt

    Im Foto von rechts kommt die Tram aus der Stadt auf dem Weg in die Wendeschleife :)

    Dazu kommt, dass die Tram dort auch die Fahrbahnseite wechselt, stadtauswärts vom rechten Fahrbahnrand in den linken Seitenraum. D.h. auch stadteinwärts fahrende KfZ und halb auf dem Gehweg haltende LKWs behindern die Sicht auf eine sich von rechts nahende Tram.

    Zitat von Fahrbahnradler

    Man könnte ja mal die Hecke stutzen ... dann sieht man die Bahn früher.

    Das würde die Aufenthaltsqualität des Platzes dahinter zu sehr einschränken. Nur da, wo sich niemand aufhält, wird ein Zurückschneiden der Hecke veranlasst:

    Bevor dort (mal wieder) ein Geisterradler umgefahren wurde war die Hecke links der Mülltonnen noch genauso hoch wie rechts.

    Habe die Planungen mal überflogen: Also was die Obrigkeit hier vorhat, ist ein typischer Radweg aus den 90ern. Noch ganz der "Radfahrer absteigen!"-Kultur verhaftet. Wie so etwas mit Fördermitteln für Radschnellwege gebaut werden darf, erscheint mir sehr fragwürdig. Der Vorschlag der ortskundigen Radfahrer hingegen sieht sinnvoll aus.

    Schwere Straßenbahnunfälle in Erfurt besonders häufig | MDR.DE
    In Erfurt gibt es im Vergleich zu anderen mitteldeutschen Städten besonders oft Schwerverletzte oder Tote bei Straßenbahnunfällen. Woran das liegen könnte,…
    www.mdr.de

    Warum führt Erfurt diese Unfallstatistik an? Weil Jena die Auskunft verweigert:

    Hinweis der Redaktion: Die Unfall-Statistik des Straßenbahnbetreibers Jenaer Nahverkehr konnte in diesem Artikel nicht berücksichtigt werden. Die Muttergesellschaft Stadtwerke Jena weigert sich, die Zahl der Straßenbahnunfälle und der gefahrenen Straßenbahnkilometer für das Gesamtjahr 2021 zu übermitteln. Zur Begründung erklärte die Pressestelle, jeder einzelne Unfall sei ein komplexes Ereignis, das für alle daran beteiligten Menschen tragische Auswirkungen habe. Kein Unfall sei mit einem anderen vergleichbar. Hier gehe es um Einzelschicksale.

    Hier eines der Einzelschicksale. Von Unfallanalyse scheint man also in bei JeNah nicht viel zu halten. :/

    Da können die Bayern mal nach Sachsen schauen. Die Dresdener Variante lässt sich flexibel verwenden und ist dazu noch resistent gegen zukünftige Änderungen des vorgeschriebenen Mindestabstands. ;)

    für der ersten Unfall ist die zHg auf der Wiesenstraße nicht unfallursächlich. :/

    Im konkreten Fall wahrscheinlich nicht. Doch stellt sich mir die Frage in der Gesamtbetrachtung schon.

    Je höher die zHg auf der Hauptstraße, umso größer muss das Sichtdreieck beim Einfahren sein, also muss man mit dem Auto weiter nach vorn fahren, um den KfZ-Verkehr hinreichend gut wahrzunehmen. Schon zHg 50 bewirkt, dass man mit dem KfZ versucht ist, möglichst zügig einzufahren oder links abzubiegen.

    Kurzum, je schneller auf der Fahrbahn gefahren wird, umso mehr Aufmerksamkeit wird dafür beansprucht. Umso weniger bleibt dann für das Geschehen auf einer baulich getrennten RVA übrig.

    Ich vermute darum, dass es dort bei zHG 50 statt 60 vll. 10-20% weniger Unfälle auf den Radverkehrsfurten gäbe, bei ca. 10? Unfällen im 3-Jahresfenster nicht ganz irrelevant.

    Ach, an die "Lebensgefahr" hatte ich schon gar nicht mehr gedacht. ;) Die scheint ja inzwischen ein fester Bestandteil der verkehrspolitischen Kommunikation zu sein wenn man Gehör finden möchte. :/ Vielleicht ist sie in "Ich mag es nicht, aber ich tue es." inbegriffen.

    das hypokritische „wir“-Kampagning, das ja trotz Erster Person Plural jedesmal noch alle anderen meint

    wie auch die als repräsentativ suggerierte Auswahl der drei Radfahrer hier:

    Was macht Erfurts Fahrradbeauftragter? | MDR.DE
    Das Fahrrad hat viele Vorteile. Für seine Verbreitung hat Erfurt einen Radverkehrsbeauftragten. Am europäischen Tag des Fahrrades wollten wir wissen: Was macht…
    www.mdr.de

    Der vom zweiten Radfahrer erwähnte "Radweg" in der Karl-Marx-Alle (heute Magdeburger Allee) lag vor 30 Jahren auf meinem Schulweg. Es war ein [Zeichen 241-30] mit schmalem Radstreifen, vielen Querstraßen und Haltestellen. Meine Einschätzung damals:

    1. kommt man nicht vorwärts,

    2. wird man umgefahren.

    Doch es gab nicht nur Karl Marx sondern auch Friedrich Engels, nach dem die Parallelstraße benannt wurde, auf der man vermutlich heute noch unbehelligt mit dem Rad fahren kann. Hoffen wir, dass sie als "Reservat" für den schnellen Radverkehr in dieser Form erhalten bleibt.

    Zitat

    Wo kein Radweg ist, fahre ich in der Mitte der Straße, wenn klar ist, dass ich nicht mit Mindestabstand überholt werden kann. - Katja Diehl

    Dagegen bin ich geradezu ein "Weichei". Ich versuche in solchen Fällen einfach möglichst schnell zu fahren. Erst dann, wenn absehbar ist, dass das Fahrzeug hinter mir im folgenden Streckenabschnitt ein Verkehrshindernis würde oder vor dem Linksabbiegen fange ich an, meine Position zu verteidigen.

    Zitat

    Ich mag es nicht, aber ich tue es. Und ich glaube auch, dass es diese Rolle braucht, weil Leute, die zu sehr vermitteln und alle mitnehmen wollen, hatten wir jetzt genug.

    Wahrscheinlich hat sie damit Recht. Die mir anerzogene Rolle der friedlichen Koexistenz gibt es aus ihrer Sicht noch zur Genüge. ;)

    Bzgl. der Formulierungen können wir für die Fortschritte in Jena dankbar sein. Was die Kenntnis der StVO betrifft, gibt es noch Luft nach oben:

    LPI-J: Nicht richtig geschaut
    Jena (ots) - Am Donnerstagvormittag kam es in der Wiesenstraße Ecke am alten Gaswerk zu einem Verkehrsunfall. Eine 62-jährige Fahrerin eines Pkw Seat wollte…
    www.presseportal.de

    (Fußgänger haben nur vor einfahrenden Fahrzeugen Vorrang.)

    Die Wiesenstr. hat übrigens mind. zwei anerkannte Unfallschwerpunkte, dennoch rechtswidrig zHg 60. Gestern gab es noch einen weiteren Unfall dort:

    LPI-J: Kettenreaktion
    Jena (ots) - Eine Kettenreaktion löste am Donnerstagnachmittag ein Auffahrunfall in der Wiesenstraße aus. Eine Fahrerin eines Pkw Skoda befuhr die Wiesenstraße…
    www.presseportal.de

    Der feste Wille der Behörden, dass man hier radeln darf, ist mindestens an der draufzuführenden Furt eindeutig erkennbar

    Doch auf der anderen Straßenseite führt die Furtmarkierung exakt auf einen Gehweg, was DMHH zum Erstellen dieses Treads veranlasst hat.

    Der feste Wille der Behörden besteht in Jena auch darin, das Narrativ der regelwidrigen Radfahrer eifrig zu pflegen.

    wie kommst du überhaupt darauf, dort auf dem Gehweg (rote linie, grüne Linie) zu fahren? :S

    A) mangelnde Fitness, Gegenwind, Kinderanhänger etc. beweg(t)en mich dazu, bereits ab der Altenburger Str. der RWBP nachzukommen.

    Doch es gibt immer noch Tage, an denen ich es solo komplett auf der Fahrbahn durchziehe. Vor einigen Jahren wurde ich mal mit Tochter im Kindersitz im Windschatten eines Busses gesehen. =O Auf dem Weg zur musikalischen Früherziehung.

    B) Kfz, die die Fahrbahn blockieren, bewegen mich dazu, z.B. ab der Leipziger Str. auf dem Hochbord zu fahren.

    Die rote Linie halte ich übrigens auch Fußgängern ggü. für unzumutbar.

    Aber ok, sieht aus wie ein gemeinsamer sonstiger Geh- und Radweg. fortschrittlich :*

    Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt und letztlich genauso beantwortet. Der anschließende Schutzstreifen spricht dafür, dass es kein reiner Gehweg sein kann. :/

    Die aktuelle Markierung hatte ich gestern im Spoiler versteckt.

    Danke an MTL für den historischen Hinweis. Denn irgendwie habe ich mich schon gewundert, wie ich darauf gekommen bin, dort so zu fahren, als gäbe es eine Sperrfläche auf der Fahrbahn vor Beginn des Schutzstreifens.

    Zu den Schutzstreifen südlich der Scharnhorststr. habe ich neulich ein Feedback zum Radverkehrskonzept unserer Stadt gegeben:

    Zitat

    Gerade habe ich mir in den Ergebnissen der Befragung die Meldungen zu den Schutzstreifen in der Camburger Str. und zur Kreuzung Scharnhorststr. angesehen. Was die positive Bewertung der Verkehrsführung stadteinwärts betrifft, gehöre ich anscheinend zur Minderheit. Möglicherweise ist hier auch ein wichtiges Detail wirksam, welches in in der angehängten Folie beschreibe. Da habe ich mich schon immer gefragt, ob Verkehrsplaner genauso denken wie ich oder ob es pures Glück ist, dass sich hier und da noch "rettende" Schlupflöcher finden. Zumindest der Reifenabrieb auf dem Pflaster lässt darauf schließen, dass ich mich durchaus in guter Gesellschaft befinde.

    Und ja, auch mit 70 cm breitem Hänger bin ich ungebremst die grüne Linie gefahren. Und seit meine Tochter etwa 8 Jahre alt ist, wage ich mich mit ihr am Hinterrad auch auf den Schutzstreifen.

    Dreimal dürft ihr raten, welches Verkehrszeichen die rote Linie ziert:

    Spoiler anzeigen

    VZ. 205

    Letzten Mittwoch war ich mit dem Ortsteilrat und Teamleiter Verkehrsorganisation unserer Stadt in der Naumburger Str, um zu überlegen, wie man dort den Radverkehr von den Gehwegen auf die Fahrbahn führen kann. Und mir bei der Gelegenheit angehört, wie wichtig doch dieses [Zeichen 205] in der Camburger Str. für die Verkehrssicherheit ist. :/

    Weiter geht's mit meinem Feedback:

    Zitat

    Den südlichen Abschnitt der Camburger Str. kenne ich übrigens noch ohne Schutzstreifen, habe also einen Vorher-Nachher-Vergleich in meinem "Bewegungsgedächtnis". In beiden Fällen bin ich zügig auf der Fahrbahn gefahren, und nachher haben für mich klar die Vorteile überwogen.

    Bei (knapp?) 9 m Fahrbahnbreite haben die Streifen eine ordnende Funktion und haben mich von mancher Plage seitens einiger Kfz-Führer befreit: Z.B. knappes Einscheren nach dem Überholen, scharf an den rechten Rand fahren vor der roten Ampel (mit und ohne Absicht). Und auch die Kfz-Geschwindigkeit ist leicht gesunken. (Ein bekannter Effekt, in Untersuchungen ca. 4 km/h). Das ganze funktioniert auch deshalb, weil der Risikofaktor "ruhender Kfz-Verkehr" zumindest stadteinwärts gegen Null geht.

    Ich bezweifle, dass diejenigen Befragungsteilnehmer, denen es auf der Fahrbahn mit Schutzstreifen zu gefährlich ist, vorher auch auf der Fahrbahn gefahren sind (bzw. dort fahren würden, gäbe es keine Streifen). Insofern verstehe ich die negativen Bewertungen an dieser Stelle eher als eine generelle Abneigung, auf einer Fahrbahn mit starkem KfZ-Verkehr (und leider auch Schwerverkehr) zu fahren.

    Aber ob es sinnvoll ist, dort alle Bäume zu fällen, um einen separaten Radweg anlegen zu können? Zumal dann die (reale) Kfz-Geschwindigkeit wieder steigen würde.