Die Gretchenfrage: Wie habt ihr’s mit dem Helm?

  • Nicht nur das. Helmpflicht senkt auch noch nicht mal die Opferzahl. Aus Australien ist das v.a. durch die gründlichen Analysen von Dorothy Robinson aus den 90er Jahren bekannt, aber auch in Spanien -wo die Helmpflicht seit 2004 außerorts gilt- ist kein statistischer Schutzeffekt zu erkennen. Was die spanische Regierung allerdings nicht daran gehindert hat, die Daumenschrauben stetig weiter anzuziehen: seit 2014 gilt auch innerorts die generelle Helmpflicht für alle U16, und im Oktober 2026 wird die innerörtliche Helmpflicht auf alle berufsmäßig Radfahrenden ausgeweitet (Lieferdienste, Kuriere etc.). Des weiteren entfallen alle jetzt noch erlaubten Ausnahmen für die außerörtliche Helmpflicht ab Oktober 2026 (bei großer Hitze, steilen Anstiegen und Vorlage eines ärztlichen Attests). Helmloses Radeln steht mit einem hohen Bußgeld von 200€ quasi moralisch auf dem selben Level wie besoffen Auto fahren, so dass dadurch die Polizei sich aufgefordert sieht, unbotmäßigen Radlern konsequent auf die Füße zu treten. Die Salami wird so Scheibe für Scheibe immer kürzer.

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    Die Statistik nimmt doch nur getöte Radfahrer?

  • Die Tabelle geht leider nur bis zum Jahr 2005.

    Nach deiner Logik würde eine Helmpflicht sogar zu mehr Todesfällen führen, da es einen kleinen Anstieg bei den getöten Radfahrern in Spanien gibt. Dabei gilt die Helmpflicht innerorts nur für U16 und außerorts. Das heißt die gestorbenen Radfahrer Ü16 innerorts werden ausgeblendet (wovon sicherlich auch ein Teil einen Helm tragen). Außerdem sagt die Statistik gar nichts darüber aus, ob es auch mehr Radfahrer als z.B. 2004 gibt. Was in Deutschland definitiv der Fall ist, in Spanien vermutlich auch. Die Stagnation könnte auch darauf zurückgehen, dass Getöte durch Helme reduziert wurden, auf der anderen Seite es aber auch mehr Getöte durch mehr verkehrende Rad- und Autofahrer gibt. Leider sind solche Statistiken, wenn man genau hinblickt, nicht so aussagekräftig.

    Ich bin dabei, dass ein Helm schützen kann (dabei muss dieser ja noch geeignet sein und geeignet getragen werden, etwas was bei einer Helmpflicht wohl nicht überprüft wird). Allerdings glaube ich auch, dass die Anzahl der Unfälle nicht signifikant reduziert wird, da man selten auf den Kopf fällt. Für eine Reduzierung von Unfällen ist wohl ein sicherere Radinfrastruktur und Aufklärung für Rad- und Autofahrer viel sinnvoller (aber aufwendiger, weshalb solche Lösungen nicht so populär sind bei Politikern wie etwa eine populistische unseriöse Helmpflicht). Und nebenbei finde ich es auch sinnvoll, wenn dieser ständige Kulturkampf zwischen Rad- und Autofahrern mal aufhört. Mehr Sensibilität, dass hinter dem Steuer oder der Lenkrad ein Mensch sitzt, würde für mehr Ruhe im Verkehr sorgen.

    Also ich bin da deiner Meinung, Helmpflicht ist Unsinn, aber das ein Helm auch sinnvoll schützen kann, dass widerlegen deine Zahlen nicht wirklich.

  • Die Tabelle geht leider nur bis zum Jahr 2005.

    Nach deiner Logik würde eine Helmpflicht sogar zu mehr Todesfällen führen, da es einen kleinen Anstieg bei den getöten Radfahrern in Spanien gibt. Dabei gilt die Helmpflicht innerorts nur für U16 und außerorts. Das heißt die gestorbenen Radfahrer Ü16 innerorts werden ausgeblendet (wovon sicherlich auch ein Teil einen Helm tragen). Außerdem sagt die Statistik gar nichts darüber aus, ob es auch mehr Radfahrer als z.B. 2004 gibt. Was in Deutschland definitiv der Fall ist, in Spanien vermutlich auch. Die Stagnation könnte auch darauf zurückgehen, dass Getöte durch Helme reduziert wurden, auf der anderen Seite es aber auch mehr Getöte durch mehr verkehrende Rad- und Autofahrer gibt. Leider sind solche Statistiken, wenn man genau hinblickt, nicht so aussagekräftig.

    Ich bin dabei, dass ein Helm schützen kann (dabei muss dieser ja noch geeignet sein und geeignet getragen werden, etwas was bei einer Helmpflicht wohl nicht überprüft wird). Allerdings glaube ich auch, dass die Anzahl der Unfälle nicht signifikant reduziert wird, da man selten auf den Kopf fällt. Für eine Reduzierung von Unfällen ist wohl ein sicherere Radinfrastruktur und Aufklärung für Rad- und Autofahrer viel sinnvoller (aber aufwendiger, weshalb solche Lösungen nicht so populär sind bei Politikern wie etwa eine populistische unseriöse Helmpflicht). Und nebenbei finde ich es auch sinnvoll, wenn dieser ständige Kulturkampf zwischen Rad- und Autofahrern mal aufhört. Mehr Sensibilität, dass hinter dem Steuer oder dem Lenkrad ein Mensch sitzt, würde für mehr Ruhe im Verkehr sorgen.

    Also ich bin da deiner Meinung, Helmpflicht ist Unsinn, aber das ein Helm auch sinnvoll schützen kann, dass widerlegen deine Zahlen nicht wirklich.

  • Wie groß ist eigentlich der Rebound-Effekt? (Mit Helm bin ich sicherer, also fahre ich riskanter.)

    Und welchen Einfluss hat verbesserte Fahrradtechnik, die dazu beiträgt, dass schneller gefahren wird (verbesserte Gangschaltungen, Hilfsmotoren), was das Unfallgeschehen negativ beeinflussen kann?

  • die Daumenschrauben stetig weiter anzuziehen

    Schon deshalb muß Helmpflicht verhindert werden, und zwar unabhängig davon, ob er was nutzt.

    Wer Helm aufsetzt, leistet einem unbehelmten Fahrverbot Vorschub und damit zunehmendem Rechteverlust und Fahrradverzicht. Tragen und „Ich bin gegen Helmpflicht“ vertragen sich nicht.

    dabei muss dieser ja noch geeignet sein und geeignet getragen werden

    Codewörter. Hat er nichts genutzt, oder sogar geschadet, war es eben nicht geeignet. Wie etwa bei den erhängten Kindern an Spielgeräten, wo man sich dann weiß macht, Kinder würden sie wie vorgeschrieben immer wieder auf- und absetzen. Entsprechend werden diese auch nicht gegengerechnet. Oder wenn sich der Gurt bei einem Unfall um den Hals wickelt.

    Wenns Fahrverbot erstmal durch ist, kommen Warnweste und willkürliche Festlegung der Eignung.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.