Woche 35 vom 24. bis 30. August 2026

  • Mein Anliegen ist zunächst die Botschaft

    Problem: Das ist zu einfach, das darf einfach nicht sein, denn daran verdient niemand und damit kann sich niemand zum Büttel machen. Deshalb darf es auch keine Fahrbahnnutzer geben, auf die man so gerne als Bösewichter zeigt und meint, sie auch noch mit den bescheuertsten „Argumenten“ ausmanövrieren zu können. Denn mit jeden Fahrbahnnutzer fallen für jeden deutlich sichtbar die Argumente. So hat Jeder Radwegfan die Absicht, eine Brandmauer zu errichten.

    Vielleicht sollten auch wir ein wenig zündeln. Zum Beispiel mit der den Radwegen immanenten Selbstjustiz, die sich die Fans anrechnen lassen müssen. Oder der mit Radwegen einhergehenden Unrechtsjustiz. (Alles drei macht meiner Meinung nach Radwege Verfassungswidrig.)

    Erst vorhin sah ich wieder bestätigt, das man motorisierte Erzieher schon am ordentlichen Überholen erkennt, Westerstede, wie meistens.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • Mein Anliegen ist zunächst die Botschaft, dass das Radfahren eine immanent sichere Tätigkeit ist. Radwege kommen darin nur insoweit vor, als ich dieses ständige irreführende und bangemachende "Aaaaah! Radfahren wegen Exposition gegenüber bösen Autos leeebensgefäääährlich!! Wir brauchen dringend mehr Radwege!"-Geheule der Verkehrswendeagitation für einen im Hinblick auf die angeblich damit beabsichtigte Vermehrung der Radfahrerzahlen grandiosen Knieschuss erachte.

    Wenn du herausstellen willst, dass das Fahrradfahren eine immanent sichere Tätigkeit ist, dann ist es vielleicht besser nicht so sehr darauf hinzuweisen, dass so viele Fahrrad-Alleinunfälle geschehen. Sensible Gemüter schreckt das doch eher ab.

    Immanent sicher bedeutet ja, eine in der Sache selbst begründete bzw. enthaltene Sicherheit. Der Hinweis auf die Gefahr beim Fahrradfahren bei einem Alleinunfall tödlich zu verunglücken widerspricht jedoch der Annahme, dass das Fahrradfahren eine immanent sichere Tätigkeit ist.

    An der Stelle neige ich zu der Annahme oder These, dass das Fahrradfahren um so sicherer ist, je langsamer es stattfindet. Als quasi "natürliches" Tempo für das Fahrradfahren setze ich 12 bis 15 km/h an. "Natürlich" in dem Sinne, das alle Altersgruppen und auch Menschen ohne jede Trainingsroutine in der Lage sind, in diesem Tempo eine längere Strecke mit dem Fahrrad zu fahren.

    Fahrradfahren hat damit ein etwa dreimal so hohes Tempo wie Fußverkehr, wo man mit Tempo 3-5 km/h vorankommt.

    Höhere Tempi, (ganz egal mit welchem Fahrzeug), die breite Bevölkerungsschichten ausschließen (und die meines Erachtens Unfälle begünstigen), sind meines Erachtens ein Hinweis auf eine ungünstige Siedlungsstruktur.

    Eine solche ungünstige Siedlungsstruktur (ungünstig im Sinne von Menschlichkeit, Nachhaltigkeit und Ressourcen-Schonung) kann man zum Beispiel dadurch ausgleichen, dass man ein Pedelec benutzt, mit dem auch ein wenig oder nur mäßig trainierter Mensch mit dem Fahrrad ein Tempo um die 20 bis 25 km/h erreicht. Leider ist die Siedlungsstruktur überwiegend so ungünstig gestaltet, dass vielerorts das Verkehrsmittel Auto den Menschen unabkömmlich erscheint. Auch ein Pedelec mit dem man die vier- bis fünffache Gehgeschwindigkeit erreicht, genügt vielerorts nicht, die nachteilige Siedlungsstruktur zu korrigieren.

  • Wenn du herausstellen willst, dass das Fahrradfahren eine immanent sichere Tätigkeit ist, dann ist es vielleicht besser nicht so sehr darauf hinzuweisen, dass so viele Fahrrad-Alleinunfälle geschehen. Sensible Gemüter schreckt das doch eher ab.

    Der Anteil von Alleinunfällen ist bei Motorradfahrern noch höher. Das schreckt aber keinen ab, trotzdem Motorrad zu fahren

  • Der Anteil von Alleinunfällen ist bei Motorradfahrern noch höher. Das schreckt aber keinen ab, trotzdem Motorrad zu fahren

    Mich schreckt es ab, ich fahre deswegen kein Motorrad.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Der Anteil von Alleinunfällen ist bei Motorradfahrern noch höher. Das schreckt aber keinen ab, trotzdem Motorrad zu fahren

    Viele Menschen haben Angst davor mit einem Motorrad zu fahren. Diejenigen, die es trotzdem tun, sind sich entweder der Gefahr nicht bewusst. Oder wahrscheinlicher: Sie nehmen die Gefahr bewusst in Kauf, bzw. mögen sogar als besonders waghalsige Typen gelten, die sich so etwas zutrauen. Da bin ich mehr sicher, dass es so ist, auch wenn ich jetzt nicht gleich mit einer Statistik als Beleg aufwarten kann. Ich denke aber darüber herrscht auch ohne Statistik ein großer Konsens. Deshalb wundert es mich, dass du ausgerechnet Motorradfahrer in diesem Zusammenhang aufführst.

    Ich vermute, dass auch beim Fahrradfahren bei vielen Menschen die Sturz-Gefahr ein wichtiger Grund ist, es nicht zu tun.

    Genau deshalb halte ich es auch für sehr wichtig das Fahrradfahren nicht unnötig zu beschleunigen, indem zum Beispiel Pedelecs propagiert werden und damit geworben wird, dass das Fahrradfahren durch die Benutzung eines Pedelecs beschleunigt werden kann. Fahrradfahren muss ganz deutlich sehr viel mehr als das Motorradfahren etwas sein, wo keiner sich vor fürchten muss.

    Und wenn das Fahrradfahren wirklich eine sehr große Attraktivität haben soll, so dass es für fast alle Menschen ein ganz selbstverständliches und attraktives Verkehrsmittel ist, dann muss eine Änderung der Siedlungsstrukturen stattfinden. Die normale und gesellschaftlich am stärksten angestrebte Mobilitätsform muss der Fußverkehr sein. Autos dürfen nur noch eine Ausnahme-Rolle z.B. für das Rettungswesen oder bestimmte Versorgungsfahrten oder Land- und forstwirtschaftliche Aufgaben spielen.

    Siedlungsstrukturen müssen kurze Wege ermöglichen zum Einkaufen, zu Ärzten, zu Arbeits- und Freizeitstätten usw.

  • Die normale und gesellschaftlich am stärksten angestrebte Mobilitätsform muss der Fußverkehr sein.

    Siedlungsstrukturen müssen kurze Wege ermöglichen zum Einkaufen, zu Ärzten, zu Arbeits- und Freizeitstätten usw.

    Also muss das allermeiste in sagen wir mal 1km Entfernung vorhanden sein? Da liegt bei mir etwa die "Schmerzgrenze", ab der ich in aller Regel doch ein Fahrzeug verwende. Also max. 1km zur Arbeit, 1km zum Baumarkt, 1km zum Elektronikgeschäft, 1km zu meinem Spezial-Sportverein, 1km zur Kneipe wo ich mich mit Freunden zum Skatspielen treffe, usw.?

    Was du propagierst sind ganz viele kleine Dörfer, die man quasi nicht mehr verlassen soll, man unter sich bleibt?

    Natürlich muss man überall zu Fuß und mit dem Rad hinkommen können, aber die Realität ist doch, dass viele Ziele aus sehr guten Gründen für Fuß und oft auch für Rad zu weit weg sind.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Sie nehmen die Gefahr bewusst in Kauf, bzw. mögen sogar als besonders waghalsige Typen gelten, die sich so etwas zutrauen. Da bin ich mehr sicher, dass es so ist, auch wenn ich jetzt nicht gleich mit einer Statistik als Beleg aufwarten kann. Ich denke aber darüber herrscht auch ohne Statistik ein großer Konsens.

    Nein, darüber herrscht kein Konsens. Ich vermute eher, dass das Risiko hinter dem Erlebnis zurücksteht. Das ist eigentlich bei fast allem so, das Risiken hat, sonst würde man ja gar nichts tun. Die Schwelle, bei der einem das bewusst ist und man die Risiken als zu hoch erachtet, etwas zu tun, ist unterschiedlich. Bis dahin glauben natürlich alle, dass sie die Risiken im Griff haben. Und es ist ja auch richtig, dass man das eigene Risiko durch sein Verhalten beeinflussen kann.

    Doof ist es, wenn Risiken falsch eingeschätzt werden. Sei es, dass bestehende Risiken unterschätzt, aber auch dass andere Risiken überschätzt werden. Und da wären wir bei der verbreiteten Fehleinschätzung von "Radwegen", was vielleicht auch daran liegt, dass das Risiko, auf der Fahrbahn von hinten überfahren zu werden, nicht in der eigenen Macht liegt, sondern dass sich die Leute da ausgeliefert fühlen. Das würde jedenfalls die Verzerrung der Wahrnehmung erklären, warum ein statistisch sehr geringes Risiko das Verhalten viel stärker beeinflusst als z.B. das statistisch viel größere Risiko, auf einem "Radweg" an der nächsten Kreuzung umgenietet zu werden.

  • Also muss das allermeiste in sagen wir mal 1km Entfernung vorhanden sein? Da liegt bei mir etwa die "Schmerzgrenze", ab der ich in aller Regel doch ein Fahrzeug verwende. Also max. 1km zur Arbeit, 1km zum Baumarkt, 1km zum Elektronikgeschäft, 1km zu meinem Spezial-Sportverein, 1km zur Kneipe wo ich mich mit Freunden zum Skatspielen treffe, usw.?

    Was du propagierst sind ganz viele kleine Dörfer, die man quasi nicht mehr verlassen soll, man unter sich bleibt?

    Natürlich muss man überall zu Fuß und mit dem Rad hinkommen können, aber die Realität ist doch, dass viele Ziele aus sehr guten Gründen für Fuß und oft auch für Rad zu weit weg sind.

    Das meiste muss in 1 km Entfernung vorhanden sein. Ja das ist richtig.

    Was ist das meiste? Da wird es schwierig.

    Der "Spezialsportverein" gehört nicht unbedingt dazu.

    Aber natürlich sollte es so sein, dass man erst mal vor Ort (1 km Umkreis) schaut, was an Sportvereinen da ist.

    Und das nicht unbedingt mit der absoluten Priorität verbindet, dass es eine ganz bestimmte "Spezial"-Sportart ist.

    Ganz bestimmt sollen es keine kleinen Dörfer sein, die weit abgelegen voneinander liegen. Wer trotzdem gerne in einem kleinen Dorf wohnt, weit abgelegen von einem anderen Dorf, der soll das natürlich tun können. Aber er sollte es nicht mit der Erwartungshaltung tun, dass er dort im selben Maße mobil sein kann, wie in einer dicht besiedelten Stadt.

    In Städten gibt es Stadtteile, die kleine Zentren bilden und die oft so dicht beieinander liegen, dass man, je nachdem wo man wohnt, auch noch ein bis zwei andere Nachbarstadtteile ganz gut zu Fuß, zumindest aber mit dem Rad, erreichen kann.

    Zum Baumarkt zum Beispiel muss ich nicht jeden Tag, sondern vielleicht einmal im Monat. Der kann dann auch im nächsten oder übernächsten Stadtteil liegen. In der Kneipe Skat spielen funktioniert dann am besten, wenn die Spieler im selben Stadtteil wohnen und wenn es dort zwei bis drei annehmbare Kneipen gibt.

    Die "Superblock"-Stadtplanung sieht vor, dass 5000 bis 6000 Menschen in einem Superblock leben. https://de.wikipedia.org/wiki/Superblock_(Stadtplanung)

    Die Grundfläche ist etwa 500 x 500 m. Die Bebauung sind mehrstöckige Mehrfamilienhäuser. https://spainhomes.com/de/blog/gebiet…hen-zuruckgeben

    Bei so viel potenziellen Kunden sollte einiges möglich sein für den täglichen Bedarf. Supermarkt, Delikatessengeschäft, Bekleidungsladen, ein bis zwei Hausärzte, vielleicht auch den einen oder anderen Spezialisten.

    Wer lieber in einem ländlichen Raum in einem Ort mit ein- bis zweigeschossigen Reihen-Häusern oder gar Einfamilienhäusern mit großer Grundstücksfläche mit 4000 bis 5000 Einwohnern lebt, der kann nicht erwarten, dass im selben Maße die aufgezählten Angebote auf kurze Distanz zur Verfügung stehen. Aber meines Erachtens ist es ein Fehler dort Siedlungen zu planen, ohne einen ÖPNV-Anschluss einzuplanen. Und es ist ein Fehler dort Straßen so breit zu bauen, dass Fahrzeuge am Straßenrand parken können. Für Privat-KFZ der Bewohner kann es Sammelgaragen geben, die am Rand der Siedlung stehen. Und der Weg dorthin sollte in etwa so lang sein, wie zur Bushaltestelle.

    Sehr viele Wege würden dann zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden!

  • Und da wären wir bei der verbreiteten Fehleinschätzung von "Radwegen", was vielleicht auch daran liegt, dass das Risiko, auf der Fahrbahn von hinten überfahren zu werden, nicht in der eigenen Macht liegt, sondern dass sich die Leute da ausgeliefert fühlen. Das würde jedenfalls die Verzerrung der Wahrnehmung erklären, warum ein statistisch sehr geringes Risiko das Verhalten viel stärker beeinflusst als z.B. das statistisch viel größere Risiko, auf einem "Radweg" an der nächsten Kreuzung umgenietet zu werden.

    So gesehen dürften auch keine Fußwege gebaut werden, denn für Fußgänger*innen besteht ja auch die Gefahr, dass sie an der nächsten Kreuzung umgenietet werden. Und auch für Fußgänger*innen würde ja gelten, dass sie die Gefahr "von hinten überfahren zu werden" überschätzen.

  • Sie sind das beste Beispiel für die Verzerrung :) Hier sogar ganz bewusst und vorsätzlich.

    Wo ist hier eine Verzerrung? Sehr viele Fahrradfahrende liegen mit ihrem Fahrtempo ganz deutlich näher an dem Tempo von Fußgänger*innen als an Tempo 50, die Regelgeschwindigkeit innerorts. Insbesondere diejenigen, die selten Fahrrad fahren, aber möglicherweise für diese Form von Mobilität zu gewinnen sind, fahren kein Tempo 25 oder noch schneller mit dem Fahrrad.

    Eine Verzerrung ist es, so zu tun, als ob das gefahrene Tempo keine Rolle spielt bei der Frage, wie sicher es ist, auf Radwegen zu fahren.

  • Warum dann der Smiley? Als Zielscheibe?

    Das würde jedenfalls die Verzerrung der Wahrnehmung erklären, warum ein statistisch sehr geringes Risiko das Verhalten viel stärker beeinflusst als z.B. das statistisch viel größere Risiko, auf einem "Radweg" an der nächsten Kreuzung umgenietet zu werden.

    Wahrnehmung. Hmmm, nö, dafür findet gar nicht genügend von hinten statt. Tatsächlich nimmt man die Propaganda darum wahr. Dasselbe gilt fürs Wegelchen. Ergo sind nicht primär die Radfahrer zu Blöd*, sondern diejenigen, die ihnen beides einpflanzen. Und schon ist die Menge auf eine Handvoll geschrumpft, die man dafür bequem einknasten könnte.

    *Eigentlich doch, die könnten ja mal nachdenken, zumindest auf Hinweis.

    Die Zeit der Unschuldsvermutung ist vorüber.

  • Wo ist hier eine Verzerrung?

    Weil Fahren etwas anderes ist als Gehen. Beim Gehen kann man abrupt stehen bleiben oder unvermittelt die Richtung wechseln. Das können Fahrzeuge nicht (ersparen Sie mir bitte eine Erklärung, dass Fahrzeuge bremsen oder ebenfalls ihre Richtung ändern können, denn Sie wissen ganz genau, dass das nicht gemeint ist).

    Eine Verzerrung ist es, so zu tun, als ob das gefahrene Tempo keine Rolle spielt

    Durchschnittliche Radfahrer fahren drei bis fünfmal schneller als Fußgänger gehen. Autos fahren innerorts zwei bis dreimal schneller als durchschnittliche Radfahrer fahren. Was passt besser zusammen?

    Ich tue auch nicht so, als ob das Tempo keine Rolle spielt. Da stimme ich sogar zu: Es ist ein großer Unterschied, ob man mit 5 km/h an eine Kreuzung kommt oder mit 18 km/h. Eine Verzerrung ist es, so zu tun, als ob das Problem erst bei einer Geschwindigkeit beginnt, die höher ist als die, mit der Sie üblicherweise auf dem Fahrrad unterwegs sind.

  • Ich tue auch nicht so, als ob das Tempo keine Rolle spielt. Da stimme ich sogar zu: Es ist ein großer Unterschied, ob man mit 5 km/h an eine Kreuzung kommt oder mit 18 km/h. Eine Verzerrung ist es, so zu tun, als ob das Problem erst bei einer Geschwindigkeit beginnt, die höher ist als die, mit der Sie üblicherweise auf dem Fahrrad unterwegs sind.

    Können wir uns bitte darauf einigen, dass es nicht darum geht, wie schnell ich mit dem Fahrrad unterwegs bin?

    Ich sehe doch auch das Problem, dass bei einer Geschwindigkeit von 18 km/h und mehr das Fahren auf einem Radweg an Kreuzungen und Einmündungen problematisch ist. Ich will aber auch keinen Fahrradfahrer dazu zwingen, der so schnell fährt, dass er den Fahrradweg benutzen soll. Das habe ich auch mehrfach deutlich zum Ausdruck gebracht.

    Ich sehe auch das Problem mit den Pedelecs, die auch untrainierte Fahrradfahrer*innen locker auf 25 km/h beschleunigen können. Beim Zuschalten der höchsten Unterstützungsstufe je nach Einstellung der Motor-Steuerung und je nach Motorkraft, wirklich mühelos mit wenigen Pedalumdrehungen, wenn ein hoher Gang eingeschaltet ist. Normalerweise beschleunigt man bei einem Fahrrad mit Gangschaltung so, dass man in einem kleinen Gang losfährt und nach und nach höher schaltet. Ich habe von Pedelecfahrer*innen berichtet bekommen, dass sie auf das Schalten komplett verzichten und stattdessen lieber gleich in einem hohen Gang losfahren und dabei die maximale Unterstützungsstufe benutzen.

    Deshalb stimme ich Ihnen auch um so mehr zu, wenn sie sagen, dass Fahrradfahrer*innen, auch ungeübte bis zu Tempo 25 km/h fahren.

    Trotzdem ist es nicht die große Masse der Fahrradfahrer*innen, die so schnell unterwegs ist und je nach Gegend ist das Pedelec nicht so weit verbreitet, wie der hohe Zuwachs bei den Verkaufszahlen es vermuten lassen könnte. Beispielsweise hatte ich kürzlich selbst in Stuttgart ("topographisch bedingte Pedelecstadt") mit einem jungen Mann gesprochen, der trotz der wunderbaren Tretunterstützung meist sein Biobike fährt, weil er ein wenig bange ist, dass sein wertvolles Pedelec geklaut werden könnte.

    Vor allem aber halte ich es für naheliegend, den Einsteiger*innen ins schöne Fahrradleben einen Zugang zu ermöglichen, der bei einem niedrigen Tempo ansetzt, dass auch von Neulingen auf einem "Biobike" mühelos gefahren wird. Und ich halte es für erstrebenswert möglichst viele Menschen für's Fahrradfahren zu begeistern auch diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer den Fahrradweg bevorzugen.

    Da rafft sich einer auf, und schwingt sich endlich auf's Rad und fährt damit auf dem Radweg. Soll ich dem gleich zurufen: "Fahrbahn benutzen!" Das ist ja ähnlich absurd wie die Autofahrer*innen, die Fahrbahn-Radlern zurufen: "Radweg benutzen!"

    Und ich sehe ich die 12 bis 15 km/h als realistisches Tempo für eine Mehrheit der Fahrradfahrer*innen und die potenziellen Fahrradfahrer*innen an, zumindest wenn Gefälle oder Rückenwind oder Motorunterstützung nicht im Spiel sind.

  • Und ich sehe ich die 12 bis 15 km/h als realistisches Tempo für eine Mehrheit der Fahrradfahrer*innen

    Dreimal so schnell wie Fußgänger.

    Ich sehe doch auch das Problem, dass bei einer Geschwindigkeit von 18 km/h und mehr das Fahren auf einem Radweg an Kreuzungen und Einmündungen problematisch ist.

    Ich sehe die Verzerrung in dem Glauben, dass es unter 18 km/h unproblematisch ist.