Fahrradsternfahrt 2015 in Hamburg

  • Der heutige Sonntag begann — ganz untypisch für mich — um sechs Uhr morgens. Schnell aufstehen, kurz duschen, dann aufs Rad: Um 8.15 Uhr begann eine Tour der Fahrradsternfahrt drüben in Wedel. Früher, als ich noch in Wedel wohnte, konnte ich locker bis 7.50 Uhr schlafen, jetzt lagen noch zwanzig Kilometer zwischen mir und dem Bett. Und ich fand um diese Uhrzeit noch nicht einmal einen Bäcker: Erst an einer Tankstelle bekam ich ein paar Brötchen.


    Von Eidelstedt bis Wedel war alles ganz ruhig, schließlich ist um diese Uhrzeit auch noch kaum jemand unterwegs. Man merkte auch sofort wo die Landesgrenze lag: Die Benutzungspflichten wurden noch absurder als man es aus Hamburg kennt. Da fährt man in Schenefeld auf gemeinsamen Fuß- Und Radwegen, die rein vom Gefühl her schmaler als mein Bett sind. Und mein Bett ist nicht breit.


    In Wedel komme ich erstmals in die Verlegenheit neben einem so genannten anderen Radweg zu fahren, denn dort zwischen Rissen und dem Wedeler Bahnhof war eine Benutzungspflicht nun wirklich nicht mehr zu rechtfertigen. Die StreetView-Aufnahmen von 2008 zeigen die Straße noch mit blauen Schildern. Hinter der Landesgrenze, also in Wedel, wo das StreetView-Auto nicht mehr fahren durfte, gibt es noch so einen freigegebenen Gehweg, der aber auch momentan wegen Bauarbeiten gesperrt war. Das hielt natürlich einen Kraftfahrer nicht davon ab, mich erstmal anzuhupen und mir dann durchs Beifahrerfenster zu erklären, er riefe jetzt die Polizei. Das müsse er nicht, erkläre ich ihm durchs Fenster, während ich mich an seinem Wagen festhalte und er mit seinem Handy in der Handy in der Hand mit 15 Kilometer pro Stunde neben mir herzuckelt, hinter uns nähere sich schon die Kavallerie. Vier Motorräder und zwei Streifenwagen waren gerade auf dem Weg zum Treffpunkt der Fahrradsternfahrt, aber leider hatte der Kraftfahrer dann doch keinen Gesprächsbedarf mehr, er beließ es bei den üblichen Sterbender-Schwan-Gesten und fuhr dann lieber schnell davon. Schade.


    Die Sternfahrt war dann teilweise etwas nervig, weil die vielen Wartezeiten nervten. An jedem Treffpunkt warteten wir knapp zehn Minuten, bis es weiterging. Das fand ich eigentlich gar nicht so schlecht, damit hatte ich immerhin etwas Zeit zum Frühstücken. Die letzten Male hatte ich insgesamt sechs Brötchen und drei Liter Wasser verbraucht, in diesem Sommer kam ich mit einem Liter und zwei Brezeln aus. Ob das nun gesund war?


    Viel mehr nervten solche Pausen wie auf der Autobahn in Wilhelmsburg (20 Minuten), vor der Köhlbrandbrücke (30 Minuten), hinter der Köhlbrandbrücke (60 Minuten) und am Kreuz Hamburg-Süd (15 Minuten). Ich fürchte allerdings, dass sich solche Pausen kaum vermeiden lassen, denn natürlich will man die Köhlbrandbrücke nicht stundenlang sperren, bis auch noch der letzte Radfahrer sein Rad nach oben geschoben und wieder nach unten gebremst hat. Und natürlich möchte man nach der Brücke, wenn sich das Teilnehmerfeld auf mehrere Kilometer mit größeren Lücken gestreckt hätte, nicht jede Kreuzung einzeln mit einem Polizisten bewachen lassen; dazu wäre man personell vermutlich auch gar nicht mal in der Lage. Dann warten wir eben, das ist zwar hochgradig nervig, aber es gibt wohl schlimmeres.


    Und das ist natürlich mein Lieblingsthema: Bei der Critical Mass Hamburg klappt das mit dem Korken mittlerweile ja recht zuverlässig. Aber bei der Fahrradsternfahrt waren dieses Mal vorne vier bis acht Motorradpolizisten unterwegs, dann kommt noch ein Streifenwagen, im Teilnehmerfeld fahren dann hin und wieder ein paar Fahrradpolizisten herum und hinten zwei Wagen mit diesem Überholverbot-Schildern. Und zwischendurch fuhren auch mal hin und wieder ein paar Motorräder herum. Aber man verließ sich wohl darauf, dass die Kraftfahrer wohl warten werden, wenn im Querverkehr ein Radfahrer nach dem anderen unterwegs ist — und wie ich nun von der Critical Mass Hamburg weiß, klappt das nicht.


    Eigentlich war es dieses Mal verhältnismäßig ruhig, immerhin wollte mich niemand totfahren. Und trotzdem war ich relativ oft am Corken: Innerorts an den Kreuzungen geht das ja noch, das kennt man ja, da kommen die Kraftfahrer angerollt und sind ärgerlich, Steuern, Verkehrsregeln, Radwege, das übliche halt, aber man unterhält sich ja meistens doch ganz nett. Dann kommen wieder welche, die unbedingt durchs Teilnehmerfeld fahren wollen und genau wissen, dass in der Straßenverkehrs-Ordnung stünde, dass man Fahrrad-Verbände umfahren dürfe, wenn kein Polizist den Verkehr regelt, aber auch das ist man ja irgendwie gewohnt. Ich frage mich ja auch, wie sehr da der Verstand am Lenkrad aussetzt: Ob nun ein Polizist den Verkehr regelt oder nicht ändert doch nichts daran, ob man sich nun verkehrsgefährdend verhalten darf oder nicht.


    Aber mal im Ernst: Verlässt sich die Polizei auch darauf, dass die Teilnehmer selbst das Corken von Autobahnauffahrten übernehmen? Das war mir dann ja doch eine Nummer zu krass, da irgendwelchen Leuten, die mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Seitenstreifen am Stau vorbeisausen, zu erklären, dass die jetzt nicht eine Fahrrad-Demonstration platzen lassen werden. Ich halte definitiv nicht noch mal meinen Kopf für solche Spinner hin. Innerorts corken ist okay, da können wir drüber reden, auch wenn ich der Meinung bin, dass das bei einer Demonstration eher die Aufgabe der Polizei als die der Teilnehmer ist.


    Oder, um das mal ganz blöd zu formulieren: Wenn die Polizei nicht die Sicherheit der Radfahrer auf der Autobahn gewährleisten kann, dann sollten wir vielleicht nächstes Mal nicht über die Autobahn fahren. Vor zwei oder drei Jahren hatten wir ja schon mal solche Spinner, die sich für ein paar hundert Meter auf dem Seitenstreifen den Weg durch die Demonstration gebahnt haben, sowas muss ich echt nicht noch mal haben.


    Was soll’s: Trotzdem werde ich nächstes Jahr wieder mitfahren. Allein schon der Köhlbrandbrücke wegen. Oh, da war ich ja auch noch ganz froh, dass wir die komplette linke Fahrbahn benutzen durften und sich nicht die 18.000 Radfahrer auf einen 3,2 Meter breiten Fahrstreifen quetschen mussten.


    War von euch auch noch jemand unterwegs? Wie fandet ihr die Sache?

  • War von euch auch noch jemand unterwegs? Wie fandet ihr die Sache?

    Ich war ganz kurz dabei. Da ich ausschlafen wollte, bin ich direkt bis kurz vor die Köhlbrandbrücke gefahren, musste dann noch 5min auf den Treck warten. Danach hatte ich auch noch eine andere Verabredung, bin also ohne Wartezeit gleich wieder link in Roßdamm abgebogen.
    War ganz okay, keine doofen langen Wartezeiten für mich :)
    Schade war, dass man auch die Brücke runter nur vielleicht 15km/h fahren konnte.
    Rest des Tages war ich auch noch unterwegs, so dass am Ende trotzdem noch 92km auf der Uhr standen.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • in diesem Sommer kam ich mit einem Liter und zwei Brezeln aus. Ob das nun gesund war?

    Das Wasser wahrscheinlich(!) schon. Brezeln = Weißmehl = ungesund.


    Erst an einer Tankstelle bekam ich ein paar Brötchen.

    Waren es Vollkornbrötchen? Dann war es vielleicht gesund.
    War Wurst oder Käse darauf? Dann eher nicht...

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • Bei derart steilen Thesen sollte man bessere Quellen angeben als eine von einer Consulting Firma betriebene Pseudo-Gesundheitsseite, die offenbar nur der Bauernfängerei und Werbung für gewisse Shops dient

    Im Prinzip gebe ich Dir Recht. Ich hab' einen Link von vielen rausgesucht... Unabhängig von der anscheinend nicht seriösen Site ist es aber richtig, was dort zum Thema Weißmehl steht. Dass es ungesund ist, steht außer Frage. Am glaubwürdigsten - für mich - finde ich Dr. Max Otto Bruker zum Thema Ernährung. Wer Interesse an seiner Gesundheit hat, findet natürlich eine Fülle weiterer Quellen im Netz - oder in der Bücherei.

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • War von euch auch noch jemand unterwegs? Wie fandet ihr die Sache?

    Ich fuhr dieses Jahr die Sternfahrt von Bad Oldesloe mit (Letztes Jahr ab Wedel [siehe unsere Beiträge vom letzten Jahr: Was ist euch heute komisches auf dem Rad passiert?], davor ab Henstedt-Ulzburg, davor ab Kehrwiederspitze, davor wohnte ich noch nicht in HH).
    Da ich mich da oben nicht so gut auskenne und den Starttermin auch nicht verpassen wollte, fuhr ich mit der Regionalbahn dahin und zahlte zähneknirschend 3,50 € für die Fahrradtageskarte. Eigentlich nicht viel... aber ich wurde in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg eben so sozialisiert, dass die Fahrradmitnahme im Nahverkehr nichts kostet (was sie ja hier auch nur in der Bahn tut).


    Der Start wurde, wie in Wedel letztes Jahr, um ca. 10 Minuten nach hinten verlegt, um noch eine Bahn abzuwarten, die dann aber keine weiteren Teilnehmer mehr brachte... da hätte ich also auch eine Stunde später losfahren können, aber das Wetter war toll, die Wartezeit war durch Gespräche mit anderen Radfahrern kurzweilig, also kein Minuspunkt.


    Vor dem Start erklärt der ehrenamtliche "Tourenleiter" noch die Regeln: Eigenverantwortliche Teilnahme, wir halten uns an die StVO (und er führe auf der Fahrbahn wo erlaubt, weil das sicherer sei, man dürfe aber auch Radwege und freigegebene Gehwege benutzen, wenn man sich das nicht zutraue, es fuhren dann aber alle brav dem Tourenleiter hinterher), Handzeichen beim langsam machen/anhalten, und zurufen wenn Verkehr von hinten oder vorne kommt.


    Gegen 9:24 ging es dann los, wir waren ca 20 Radfahrer... und gegen 9:30 hatten wir an einer Steigung den ersten Ausfall: Achsbruch bei dem Fahrrad eines jugendlichen Teilnehmers... Sein Vater und er blieben dann leider zurück. Wir zuckelten dann mit 12 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit weiter gen Bargteheide.
    Unterwegs fährt der Tourenleiter vorneweg auf einen linksseitigen, nicht freigegebenen Gehweg, der Tross natürlich hinterher. Soviel zu fahren auf der Fahrbahn. Kurz darauf wechselten wir dann aber doch auf die Fahrbahn und blieben dort dann auch bis Bargetheide, war wohl nur ein "versehen".


    In Bargetheide kamen wir dann überpünktlich an, hatten etwas länger Pause. Nachdem es (nun mit ca 60 Radfahrern) wieder losging wurden wir in Bargteheide mehrmals auseinandergerissen, weil einer der im hinteren Drittel fahrenden Radfahrer bei auf rot umspringenden Ampeln immer anhielt... den Verkehr durch lies und dann (immer noch bei rot) die Fahrbahn querte.... Mein Hinweis, dass man entweder als "geschlossener" Verband die Fahrbahn quert oder eben die nächste Grünphase abwartet prallte leider an ihm ab.


    In Ahrensburg spaltete sich am Ende wieder die Gruppe auf, da es nur einen Tourenleiter gab, die Gruppe geteilt wurde und wir hinten nicht so genau wussten wo es lang ging. Als wir dann am Treffpunkt ankamen ging es auch schon gleich weiter nach Volksdorf wo die Polizeibegleitung auf uns wartete. Dort hatten wir dann nochmal ca. 15 Minuten Pause. Die Teilnehmermenge schätze ich so auf 120-200.


    Weiter ging es nach Gut Karlshöhe, wo wir wieder eine Pause hatten. Die Bitte, dass doch erst die Leute mit Kinder losfahren sollen wurde natürlich nicht beachtet... sobald der Tourenleiter losfuhr, fuhren auch alle anderen los....


    In Farmsen dann kein Stop, wir folgten vermutlich den dort dazustoßenden (ich fuhr hinten, bekam das nicht mit).


    In Wandbsek Markt war dann auf dem Marktplatz eine andere Veranstaltung und wir warteten ca 10 Minuten auf der Fahrbahn, bevor dann ca 2.000 bis 3.000 Leute los radelten.


    Gegen 14:40 war ich dann am Jungfernstieg.


    Nächstes Jahr werde ich dann wohl in Itzehohe oder Lüneburg starten die Strecke ab Wedel ist in ein paar Jahren aber auch wieder dran (aber eher wegen der Autobahn(en) als wegen der Köhlbrandbrücke)

  • Holla die Waldfee! Da wird ein Thread zur Sternfahrt eröffnet, und drei Posts später sind wir bei Ernährungspäpsten.


    Zurück zum Thema: Ich bin mit einem Hamburger Kollegen und einer dänischen Unterstützerin von Altona bis Wilhelmsburg und dann vom Winterhuder Markt bis Jungfernstieg mitgefahren, um auf die Petition zur Rettung der internationalen Züge mit Fahrradbeförderung aufmerksam zu machen. (Die Flyer sind uns geradezu aus den Händen gerissen worden!) Wir hatten eine schriftliche Genehmigung der Organisatoren mit dem Hinweis, dass alle "Startpunktbetreuer" informiert worden seien.
    Der "SPB" in Altona wollte davon nix wissen, sondern lief geradezu Amok, als er eine halbe Stunde vor (!) dem Startzeitpunkt mitbekam, dass wir nebenan mit Hilfe einer Bürgerschaftspartei eine Kundgebung mit Megaphon angemeldet hatten (bei der Sternfahrt war sowas nicht zugelassen). Er weigerte sich brüllend, meinem Kollegen und mir die Sternfahrt-Fähnchen und Kabelbinder zu geben, und "Nein, sie verteilen hier nix!", von meiner Genehmigung wollte er nix wissen, ließ den Versammlungsleiter nicht ausreden - und telefonierte dann mit seinem Chef. Danach war er zwar dreißig Dezibel leiser, weigerte sich aber immer noch, mir ein Fähnchen zu geben. So fuhren wir also ohne Wimpel.


    Die Polizei fand ich auch seltsam. Fast jede Kreuzung war frei, und wenn die Autofahrer gewollt hätten ...
    Die wenigen Mopedfahrer heizten immer wieder mit hohem Tempo und Blaulicht über Radwege und Bürgersteige, um zur nächsten Kreuzung oder sonstwohin zu kommen, das sah nicht sehr professionell aus.


    Dann traf ich am Winterhuder Markt eine auswärtige Teilnehmerin, die mich fragte, wann es denn zur Köhlbrandbrücke ginge.


    Wie bitte?


    Sie hatte sich am Jungfernstieg eingefunden - 5 Minuten nachdem unsere Kolonne aus Altona und Wedel da durchgekommen war. Sie hatte Helfer der Sternfahrt gefragt, wie sie die Kolonne erreiche - und zur Antwort bekommen: "Keine Chance, das schaffen Sie nie, fahren Sie zum Winterhuder Markt."
    Die Frau hätte uns sogar zu Fuß erreicht - wir standen eine ganze Weile in der Mönckebergstraße.
    Stattdessen vertraute sie auf die Anweisung und dachte, vom Winterhuder Markt aus ginge es zur Köhlbrandbrücke. Erst dort erhielt sie ein Faltblatt mit der Karte, bekam Zweifel, und ich war dann derjenige, der ihren Traum zerstören musste. Sie will aber nächstes Jahr wiederkommen. Dann fällt sie hoffentlich nicht mehr auf Falschauskünfte herein.


    Kann jemand die chaotische Streckenführung aus dem Norden erklären? Winterhuder Markt - Siemersplatz - Lokstedter Steindamm - Gärtnerstraße - Fruchtallee - Karolinenstraße - Sievekingplatz - Gorch-Fock-Wall - Esplanade (mitten durch Baustellenabsperrungen!!! Ein Polizist, den ich fragte, was das solle, denn das sei gefährlich, meinte nur: "Na und?"). Enge Kurven, Mittelinseln, kaum Absperrungen ...

  • Die Polizei fand ich auch seltsam. Fast jede Kreuzung war frei, und wenn die Autofahrer gewollt hätten ...

    Ich finde im Gegensatz dazu, dass bei der CM zu viel/zu früh [1] gecorkt wird.... die meisten Autofahrer wollen keine Radfahrer über den Haufen fahren... und denen, die "unbedingt" irgendwohin wollen, war bei CM, Ride of Silence und Sternfahrt dann auch egal ob da Polizisten/Polizeifahrzeuge auf der Kreuzung standen.


    [1] Ausnehmen davon möchte ich Corken bei dem die Wartenden über die Veranstaltung aufgeklärt werden

  • Ob das nun gesund war?

    Das sehe ich als mal Frage an.

    Da wird ein Thread zur Sternfahrt eröffnet, und drei Posts später sind wir bei Ernährungspäpsten.

    Siehe oben. Warum sollte ich Maltes Frage nicht beantworten? Und weshalb machst Du mich deshalb gleich zum "Ernährungspapst"? Nur weil Du eine andere Meinung hast? ?(

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • OT:

    Thema Weißmehl ... Dass es ungesund ist, steht außer Frage.

    Angesichts dieser Aussage, muss ich @Fahrbahnradler beipflichten.

    Siehe oben. Warum sollte ich Maltes Frage nicht beantworten? Und weshalb machst Du mich deshalb gleich zum "Ernährungspapst"? Nur weil Du eine andere Meinung hast? ?(

    Die alleinige Wahrheit steht nunmal nur Einem zu.
    ^^

  • OT aber ich habe mich über den Missbrauch der Sternfahrt durch die Linkspartei wirklich massiv geärgert. Und ich fand den Tourenleiter super, dass er da so konsequent war. In der Sache sehe ich die Einstellung des Nachtzugverkehrs auch kritisch, allerdings kostet der nun Mal Geld, und dann müsste man schon seriös sagen wo man es hernimmt. Jedenfalls ist die Sternfahrt bewusst überparteilich - insofern fand ich es auch ein wenig fragwürdig, dass Frau Fegebank sprechen durfte, aber gut, in der Regierung ist sie, also muss sie m.E. auch liefern.


    Genug o/t, ich fand die Tour von Altona aus eigentlich sogar schöner als sonst. Max-Brauer-Strese-Feldstraße fand ich deutlich besser als über die Hafencity. Nur das Bremsen bergab ging mir die ganze Zeit massiv auf die Nerven.

  • Ich hatte dieses Jahr das Glück an beiden Sternfahrten (Berlin + Hamburg) teilnehmen zu können. Es waren dabei auch gleichzeitig meine ersten.


    Am 14. morgens ging es mit dem Zug von Greifswald nach Bernau. Dort trafen sich recht viele Radler ein, die sich später auf 2 Fahrten aufmachten (Tour de moz / Sternfahrt). Die junge Dame der Moz-Tour meinte im Gespräch zu mir, dass sie mit den 100+x Radlern schön auf den begleitenden Geh/Radwegen fahren wird (boing boing).


    Die Leute, die bei der Sternfahrt mitfahren wollten, warteten noch auf die Truppe aus Eberswalde und Stettin. So gin es mit etwa 300 Radfahrern über Landstraßen in Richtung Berlin. Bereits bis, als auch ab Bernau gab es Polizeibegleitung mit jeweils einem voraus- und hinterher fahrendem Streifenwagen und einem Motorradpolizisten, der immer vorausfuhr und entgegenkommende Autofahrer zum halten brachte. So ging es ca. 90 Minuten mit etwa 19 km/h in Richtung Berlin. Dort kamen dann an jedem Zwischenpunkt und auch zwischendurch immer wieder Radfahrer hinzu. Die Pausen waren angenehm kurz gehalten 3-10 Minuten max. pro festem Zwischenstart. Ab der ersten Zusammenführung ging es dann ohne Pausen bis zur Autobahn.


    Dort gab es dann eine etwas größere Pause von ca. 30 Minuten für die vordersten Radler. Dafür wurde die Autobahn dann aber auch in beide Richtungen gesperrt. Kinder in Begleitung durften dann zuerst in den Autobahntunnel, gefolgt von den 4 großen Zuflüssen. Danach ging es bis zum Endpunkt auf der Straße des 17. Juni ohne weitere Pausen flüssig weiter. Später kamen dann immer wieder weitere Arme hinzu, sodass die große Truppe am Ende alle 6 Fahrstreifen der Straße des 17. Juni brauchte! Nach dem Autobahnabschnitt stand auch echt an jeder Kreuzung und Einmündung ein Streifenwagen/Polizist/Motorradpolizist, die dann auch durchgehend absperrten und nicht nach den ersten 30 Radlern wieder nach vorne fuhren. Geile Fahrt, schöne Strecke, nette Leute.


    Eine Woche Später ging es dann am Samstag Morgen mit dem Zug nach Tostedt zu meinem Papa. Am Sonntag Morgen gegen 8:30 ging es dann mit dem Rad von Tostedt nach Buchholz. In Buchholz kamen etwa 45 Radfahrer zusammen. Ein ADFC Heinzel verteilte kleine Fähhnchen und bat um eine Spende für den MOA. Er war mit einem Trike-Liegerad dabei und führte danach die Truppe. Es gab eine kurze Ansage, dass er die Truppe führen werde, jeder für sich selbst verantwortlich ist und wir der *hust* Sicherheit wegen schön auf dem Rad/Gehweg fahren werden.


    Trotzdessen die Straßen keine 100 Kfz/h gesehen haben, klebte überall lustig ein blauer Lolli. Mir wurde es nach 500 Metern zu bunt, ich blieb erstmal stehen, fotografierte den Haufen und fuhr dann mit etwas Abstand auf der Fahrbahn hinterher. Irgendwann bleib ich dann gleich auf mit dem Schluss der Gruppe. Uns begegneten dauernd Kfz-Oltimer, die auf irgendner Schnitzeljagt waren, teilweise schöne Wagen. Es ging dann über irgendwelche toten Dörfer und Wald in Richtung Neugraben. Zwischendurch gab es dann immer mal wieder ein hin und her zwischen Radweg und Fahrbahn, naja wems gefällt. Lustig war es dann auch anzusehen, wenn Radfahrer auf dem Radweg entgegenkamen, dann fädelten sich die Radfahrer schön in einer Einerreihe auf.


    Zu meiner Verwunderung blieben wir in Hamburg auf einem kurzen Stück Hauptstraße dann doch mal auf der Fahrbahn. Bis hierhin komplett ohne Polizeibegleitung. Die erste Pause in Neugraben dauerte für uns dann ca. 40 Minuten. Dort ging es dann mit Polizeibegleitung und größerer Gruppe weiter. Am nächsten Sammelpunkt dann wieder großes warten. Wir waren ca. 12:20 dort, 12:30 war dann eigentlich der Plan, weiter ging es dann doch ne ganze Ecke später. Wenigstens stieß man dort auf ein paar bekannte Gesichter :)


    Weiter ging es dann im großen Tross über die Köhlbrandbrücke, schöne Aussicht und nach der Brücke direkt die nächste Warterunde. Nach ner Stunde konnten wir dann wieder für etwa 10-15 Minuten fahren und warteten wieder vor der Autobahn ne ganze Weile. Gecorkt wurde von der Polizei kaum. Immerhin hab ich dort das erste mal welche von der Fahrradstaffel gesehen, wieso fahren die eigentlich nicht bei der CM mit?


    Abschließend kann ich leider nur sagen, dass man sich so nicht wundern braucht, warum das in Hamburg mit dem Radverkehr nichts wird. Einziger Vorteil in Hamburg: die Köhlbrandbrücke. Schade eigentlich.

  • Ich hatte dieses Jahr das Glück an beiden Sternfahrten (Berlin + Hamburg) teilnehmen zu können. Es waren dabei auch gleichzeitig meine ersten.


    Wenn die im nächsten Jahr auch so günstig liegen, will ich mir auch mal gleich beide geben. Irgendwie muss man seine Kilometer ja vollbekommen.


    Gecorkt wurde von der Polizei kaum. Immerhin hab ich dort das erste mal welche von der Fahrradstaffel gesehen, wieso fahren die eigentlich nicht bei der CM mit?


    Angeblich haben die zu der Zeit schon Feierabend. Ich glaube allerdings eher, dass das einfach nicht zu deren eigentlichen Aufgabengebiet passt.

  • Oder, um das mal ganz blöd zu formulieren: Wenn die Polizei nicht die Sicherheit der Radfahrer auf der Autobahn gewährleisten kann, dann sollten wir vielleicht nächstes Mal nicht über die Autobahn fahren. Vor zwei oder drei Jahren hatten wir ja schon mal solche Spinner, die sich für ein paar hundert Meter auf dem Seitenstreifen den Weg durch die Demonstration gebahnt haben, sowas muss ich echt nicht noch mal haben.

    Bei der gestrigen Fahrradsternfahrt fuhr die Polizei wenigstens bei den Routen südlich der Elbe mit einem Streifenwagen und zwei Motorrädern vorne und mit bis zu zwei Streifenwagen hinten. Hin und wieder wurden auch große Kreuzungen und Autobahnauffahrten gesichert, aber in der Regel blieben wir unseres eigenen Glückes Schmied, wie man so schön sagt, denn das Sichern der übrigen Kreuzungen regelten wir zwangsläufig selbst.


    Und so dauerte es auf der Autobahn auch wieder nur ein paar hundert Meter, bis ein Kraftfahrer über die Autobahnauffahrt durch das Teilnehmerfeld fahren wollte. Ich drängte ihn dann auf den Seitenstreifen zurück, wobei er mich unablässig beschimpfte und mehrfach Anstalten machte, mich zu überfahren. Tja.


    Und das blöde ist dann ja: Man hat dann den Typen auf dem Seitenstreifen festgenagelt und dann lösen sich hin und wieder ein paar meistens männliche Kraftfahrer aus dem Teilnehmerfeld, um dem Typen auch noch mal die Meinung zu geigen oder ihn wüst zu beschimpfen. Herzlichen Dank. Kriegt euch mal ein, der Typ weiß in dem Moment längst, dass er wohl Mist gebaut hat, und für mich steht auf dem Spiel, dass er mich dann doch noch überfährt.


    Die Polizei ist ja offenbar auch der Meinung, dass die Sicherung der Straßen nicht den Teilnehmern oder Ordnern obliegt, insofern stellt sich mir die Frage, wie geil das wohl wird, mit 900 Leuten über die Autobahn zu fahren, wenn rechts der Kraftverkehr auf die Autobahn drängt und alle so tun, als wäre das für eine Demonstration total normal.


    Und so ging es dann fröhlich weiter an den übrigen Kreuzungen, immer mit unablässigen Beschimpfungen, dass wir noch nichts im Leben geleistet hätten und nur linksgrüne Penner wären und nur neidisch auf die teuren Autos und so weiter und so fort.


    Naja.

  • Und ich habe bedauert, dasss ich dieses Jahr nicht mitfahren konnte.

    „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)