Grünendeich / Steinkirchen

  • Hier und hier ging es im langen Stade-Thread schonmal um die Ortsdurchfahrt Steinkirchen / Grünendeich, die in die Zuständigkeit des Landkreises Stade fällt. Als ich gestern Abend da langgefahren bin, war die Benutzungspflicht aufgehoben und am Ortseingang ein [Zeichen 239] aufgestellt, sogar ohne [Zusatzzeichen 1022-10]. Geht doch!


    Sogar die Warnungen vor Radwegschäden hat man durch Hinweise auf Gehwegschäden ersetzt :)


    Ein [Zeichen 240] am Ende wurde noch vergessen und das [Zeichen 239] steht am Anfang schlecht sichtbar hinter einer Kurve und nicht schon davor. Es wird auch im gesamten Ort nicht mehr wiederholt.


    Fotos habe ich gestern nicht gemacht, die reiche ich bei Gelegenheit nach.

  • Hier die Bilder:


    Aus Richtung Hollern-Twielenfleth kommt man hier nach Steinkirchen. Gegenüber der Tankstelle zweigt die K39 ab, die die kürzeste Verbindung von Stade nach Hamburg darstellt (nicht unbedingt die Schnellste). OpenStreetMap


    Das [Zeichen 239] steht hinter der Kurve. Völlig irre, erst dort auf die Fahrbahn zu wechseln, wo man den rückwärtigen Verkehr nicht mehr einsehen kann und auch selbst nicht gesehen wird. Das Ortseingangsschild steht bereits 200m vorher.




    Aber was zu erwarten war: Ausgerechnet dort möchte man nun gleich wieder den Gehweg zum Radfahren freigeben. Und da es nur auf dieser Seite einen Gehweg gibt, sicherlich auch in beiden Richtungen. Radfahrer dürfen in Steinkirchen wieder zum Teil auf dem Gehweg fahren - Lühe - Stader Tageblatt


    So sieht das in der Kurve in Gegenrichtung aus, absoluter Wahnsinn...



    Fast schon rührend, dass man die Schilder "Radwegschäden" durch "Gehwegschäden" ausgetauscht hat.


    Und hier hat man noch ein [Zeichen 205][Zusazzeichen 1000-32] vergessen, obwohl es dort von rechts gar keinen "Radweg" gibt.


    Ich habe dem Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises gerade die Freundschaft gekündigt. Dilettanten Olé!

  • Irgendwann ist auch mal Schluss mit freundlich.

  • Nun hat sich der Leiter des Straßenverkehrsamtes auf meine -zugegebenermaßen angesäuerte- Mail gemeldet und wir haben einen Termin am 03.08. zum persönlichen Gespräch vereinbart. Ich habe auf die Verkehrsmengenkarte des Landes Niedersachsen verwiesen, aus der hervorgeht, dass an den allermeisten Straßen im gesamten Landkreis die Anordnung einer Benutzungspflicht nicht einmal ansatzweise in Frage kommt und die dort vorhandenen [Zeichen 240] komplett abgebaut werden können, ohne dass vorher eine gründliche und zeitaufwändige Prüfung erforderlich ist.


    Natürlich wurden die langsamen Fortschritte wieder mit fehlenden Personalkapazitäten begründet. Bei Kfz-Belastungen <300 Kfz/h bräuchte ich keine 10 Sekunden, um zu entscheiden, dass ein linksseitiger kombinierter Geh- und Radweg mit einer Breite von 1,50m rechtswidrig ist. Wenn man wollte, könnte man also den halben Landkreis Stade heute noch vor der nächsten Kaffeepause in Ordnung bringen und eine Truppe losschicken, die an den grün markierten Straßen innerorts alle [Zeichen 240] ersatzlos entfernt.


    Aus der Verkehrsmengenkarte ergibt sich allenfalls im Zuge der B73, B74, im südlichen Abschnitt der L111, sowie der L127 und L130 bei Apensen eine Verkehrsbelastung, die eine RWBP rechtfertigen könnte (DTV > 9000 Kfz/Tag). Wenn man dort Radfahrern das Fahren auf der Fahrbahn verbieten will, muss man allerdings regelkonforme Radwege bauen, die den Vorgaben der VwV-StVO genügen oder andernfalls durch Tempolimits die Gefahr senken.


    Im "Radwegekonzept" des Landkreises wurde der Bestand vorhandener "Radwege" aber überhaupt nicht betrachtet, sondern nur gesucht, wo man noch nicht so einen Murks hingepflastert hat.


    Dann gibt es noch Straßen mit mittleren Verkehrsbelastungen, bei denen aus meiner Sicht Angebote für Radfahrer geschaffen werden sollten (Piktogrammketten auf der Fahrbahn oder Angebotsradwege ohne Benutzungspflicht). "Radwege" aber nur auch unter Berücksichtigung der Sicherheit des Fußgängerverkehrs und ohne offensichtliche Sicherheitsmängel (Engstellen, schlecht einsehbare Kreuzungen, ...).


    Leider hat man nicht einmal versucht, im Zuge von Straßenerneuerungen regelkonforme Lösungen zu finden. In Wischhafen wurde zum Beispiel die Ortsdurchfahrt komplett saniert und wieder ein einseitiger kombinierter Geh- und Zweirichtungsradweg [Zeichen 240] gebaut. Sowas geht einfach nicht und ich hoffe, dass der Landkreis STD merkt, dass ich mir sowas nicht mehr gefallen lasse. Es ist mir auch egal, dass es bei solchen Bauvorhaben unterschiedliche Zuständigkeiten gibt und der Baulastträger bei der B495 nicht der Landkreis STD ist.