• Es ist doch egal, wie viele Autos rumstehen.Wichtig ist, das davon möglichst wenig fahren und dann sinnvoll genutzt werden.


    Nö.

    Sehe ich genau so wie Schlau Meier! Mir ist es auch nicht egal, wie viele Autos rumstehen.

    Hier ein paar Beispiele für Autos, die da besser nicht stehen sollten:

    Beispiel aus Hameln

    In Verkehrsberuhigten Zonen darf nur auf markierten Stellflächen geparkt werden. In dieser Verkehrsberuhigten Zone in Hannover sind keine Stellflächen markiert.

    Falschparker auf Bordsteinabsenkung, Hannover, Nähe MHH Hannover

    Der Einkaufstrolley zeigt wie eng es ist. Ein Rolli passt nicht durch.

    Pick up von der einen Seite.

    und von der anderen Seite.

    Hecks auf Fußweg, Hannover


    Viele dieser Autos werden nur sehr wenig gefahren. Hier im Stadtteil ist einer der Beweggründe, warum manche Leute gerne auch mal einen Fußweg machen, oder das Rad benutzen: "Ich fahre diesen Weg nicht mit meinem Auto, dann müsste ich doch meinen schönen Laternen-Autostellplatz in der Nähe meiner Wohnung für aufgeben." Aber das Auto ganz aufgeben, mögen sie auch nicht. Deshalb halte ich Scharffenbergs Vorschlag für den klügeren Vorschlag. Keiner fährt mehr Auto. "No car" eben!

  • Da empfiehlt sich eine Bushose. :D


    Spaß bei Seite, das höchste was ich mal hatte war ne vergessene Cola-Dose im Becherhalter. Sowas meldet man dann bei der Übernahme und hofft, dass der Vornutzer durch die Reinigungsgebühr das nächste Mal rücksichtsvoller ist.

    Ich hätte nicht gedacht, dass in Bezug auf Car-sharing-Nutzung solche "Legenden" in Umlauf sind.

    Andererseits wundert es mich auch wieder nicht. meines Erachtens sind es Geschichten, die weitererzählt werden, um ein bestimmtes alternatives Verkehrssystem in Verruf zu bringen und die eigene Eigen-Auto-Nutzung schönzureden.

    Als regelmäßiger ÖPNV-Nutzer, der auch bei Gelegenheit mal im Bekanntenkreis darüber berichtet, werde ich oft mit den folgenden beiden Legenden zugemüllt:

    "In Bussen und Bahnen sitzen doch nur die Ausländer und die stinken nach Knoblauch." Eigentlich sollte man meinen, solche Legenden wabern nur durch stramm rechte Kreise, bei AfD-Anhängern und so.

    Aber leider weit gefehlt, in leicht zivilisierter Umschreibung ist diese Legende auch in gutbürgerlichen Kreisen weit verbreitet.

    Und selbst in pseudo-linken Kreisen ist das anschlussfähig. Dann muss man freilich die Geschichte noch ein bisschen mehr "umschreiben". So in die Richtung, "...interkulturell und so bin ich voll aktiv, aber die vielen exotischen kulinarischen Genüsse, sind doch manchmal mit Begleiterscheinungen verbunden, merkste dann in der Straßenbahn ...".


    Die andere ÖPNV-Legende geht so ähnlich wie die Carsharing-Autositz-Legende: "Die Sitze in Busse und Bahnen sind doch alle völlig versifft. Da kannst'e ohnehin nur einen Stehplatz benutzen, egal wie viele Sitze frei sind." In Hannovers Stadtbahnen gibt es unter anderem deshalb Holzsitze, weil deren Oberfläche glatt ist und kein Polster hat in das Flüssigkeiten eindringen könnten. Die irrationale Angst davor ist selbst unter ÖPNV-Nutzern so weit verbreitet, dass bei Befragungen das verkehrsunternehmen Üstra immer wieder viel Zustimmung für ihre Entscheidung erhält, in den Straßenbahnen keine Polstersitze sondern Holzsitze zu verbauen.


    Da ich häufig auch in anderen Städten Straßenbahnen mit Polstersitzen benutze, halte ich die Geschichte für eine Legende, für die es Einzelbeispiele geben mag, die aber zu völlig übertriebenen Darstellungen missbraucht werden.

  • Sehe ich auch so. "Damals" (vor Corona) bin ich auch sehr viel Bahn gefahren und ich glaube in den ganzen Jahren maximal 2 mal den Wagen gewechselt weil es zu sehr stank. Klar gibts manchmal mit leeren Bierflaschen und Fastfood-Verpackungen zugemüllte Sitzecken aber dann setzt man sich halt woanders hin. Wirklich eingesaute Sitze werden bei der Wartung auch ausgetauscht.


    Zu den Autos: Bei uns "auf dem Dorf" beobachte ich immer mehr die Unart den ganzen Vorgarten zuzupflastern und seine 2, 3 Autos draufzustellen. Dabei wäre an der Straße auch noch genug Platz. Carsharing-Autos stünden ja eher direkt an der Straße und man könnte die Vorgärten entsiegeln.

  • Wenn aber die Dorfstraßen zum Autoabstellen benutzt werden, dann werden die immer breiter gebaut werden.

    Ursprünglich gab es ja mal diese Reichsgaragenverordnung von 1939. Da heißt es in der Präambel:

    "Die Förderung der Motorisierung ist das vom Führer und Reichskanzler gewiesene Ziel. Die Zunahme der Kraftfahrzeuge im Straßenverkehr erfordert, daß die öffentlichen Verkehrsflächen für den fließenden Verkehr frei gemacht und möglichst wenig durch ruhende Kraftfahrzeuge belastet werden." Es sollte also deshalb nicht auf den öffentlichen Straßen geparkt werden, damit da ordentlich gerast werden kann. ( Oh Pardon, heißt ja nicht "gerast", heißt ja : "für den fließenden Verkehr frei gemacht" )

    https://www.stadtgrenze.de/s/p3r/rgao/rgao01.htm

    Übertragen auf heute heißt das: Neue Straßen werden von vornherein so breit gebaut, dass da auch noch Autos parken können. Und wenn es auf der Fahrbahn eng wird, dann wird halt halbseitig Hochbord geparkt. "Pfeif auf die Fußgänger."

    Und ein Politiker, der da nicht spurt, wird in den sogenannten sozialen Netzwerken" niedergebrüllt. Und Falschparkerkontrollen werden als "Wegelagerei" und "Raubrittertum" geschmäht.

    An der Stelle gefällt mir Scharffenbergs Vorschlags besonders gut: "No car"! In einer Welt ohne Autos werden nicht die Vorgärten versiegelt und auch nicht die Straßen zugeparkt, die dann la auch viel schmaler gebaut werden können, bzw. mit Baumreihen und Grünstreifen aufgewertet werden können!


    Aber leider sehen viele Neubaugebiete so aus:


    Das Wohngebiet auf dem Foto in Hannover-Kirchrode ist keine 10 Jahre alt. Und es sieht so aus, als habe der Architekt der Car-Ports kleinere Autos im Sinn gehabt. Vielleicht eines von denen, die du weiter oben schon vorgestellt hattest:

    - PODBIKE statt Smart

    - Citroen Ami statt Golf

    - TWIKE statt SUV

    Oder hat sich der Architekt einfach gesagt, ich baue so, wie die Mindestvorgaben das verlangen. Und wenn der Autostellplatz nicht größer als unbedingt nötig ausfällt, um den Vorschriften gerade noch zu entsprechen, dann kann ich dafür die Wohnungsgrundfläche etwas größer machen. Mir doch egal, wenn die späteren Bewohner sich riesige Karossen anschaffen, die dann mit der Motorhaube auf dem Bürgersteig stehen. Ich muss da ja nicht wohnen. Wenn ich so was sehe wie auf dem Foto, dann verstärkt dass meinen Drang, Scharffenbergs "No Car"-Vorschlag vorbehaltlos gutzuheißen.

  • Auf dem Land die Autos an die Straße stellen um Flächen zu entsiegeln? Das ist jetzt nicht dein Ernst?

    Unseren Parkplatz auf dem Grundstück haben wir mit ca 3t Kies zugeschüttet. So ist er nicht hochverdichtet (asphaltiert) es kommt auch Wasser durch und da ist recht viel Leben. Diese Fläche misste ca 2,40*8m das sind also ca. 20m². Demgegenüber stehen auf dem Grundstück noch 6, 10-70 Jahre alte Bäume und rundrum Flächen von ca 500m² unversiegelt zur Verfügung.

    Die Straße ist ca 3,50-4m breit. Diesen Platz braucht die Straße auch zwingend. das Bild ist hier 100m weiter. Nun stell da mal 3 Autos hin. Hätte zum Effekt dass man mit dem PKW nur noch vorbeikommt, wenn man ins Bankett ausweicht, was Milch- und Viehtransporter oder die Müllabfuhr machen sollen ist mir dann nicht klar, Landmaschinen wie Mähdrescher und ähnliches kämen nicht mehr durch. Nein, das wäre sinnfrei. Was nicht sein muss sind "Kiesgärten". Aber ansonsten hat es schon einen guten Grund warum hier kein Auto an/auf der Straße steht, wobei es nicht verboten ist. Hier ist nirgends ein Halte oder Parkverbot. Man steht sich nicht im Weg.


    Der Bauer gegenüber, der seinen Nachbarshof nun in ein Wohnhaus umbaute, und insgesamt 10 Parkplätze, davon sogar 6 in Garagen anlegen musste (der hat schön geflucht ;) ) Ansonsten stünden seine Kinder ihm dauernd mit ihren PKWs im Weg :)

  • Natürlich ist bei einer 4m breiten Straße das Parken verboten. Es müssen ja 3m Restbreite verbleiben.

    Wir haben hier eine mind. 6m breite Fahrbahn und zusätzlich einen Parkstreifen. Und das in einer 30er-Zone wo wirklich auch nur Anlieger durchfahren. Natürlich ist das nicht überall so und eigentlich sollte auch jeder meiner Meinung nach sein Privateigentum auch auf seinem Privatgrundstück unterbringen. Aber so wird halt unnötig viel Fläche versiegelt wenn zusätzlich zur Straße noch jeder seinen Vorgarten zupflastert.

  • Wie du auf dem Bid siehst, ist da kein Platz für Parkstreifen oder diese müssten in den Acker hineinasphaltiert werden, da hat der Bauer sicher was gegen :D und die Flächenversiegelung wäre die selbe. Da das hier aber kein dichtes Neubaugebiet ist, sondern alles frei stehende EFH, hält sich die Flächenversiegelung in Grenzen.

  • Das sieht so aus wie eine "Dorfrandstraße".

    Was gilt denn da für ein Tempolimit?

    Wie stark ist die Belastung mit Fahrzeugen?

    Gibt es Fußgänger und vermissen die einen Bürgersteig?

    (Mit einer No Car-Vision im Hinterkopf ist so was wie ein Bürgersteig ja vielleicht eher verzichtbar?)

    Und ist geplant, die andere Seite der Straße auch noch zu bebauen?


    Aus der Perspektive Nachhaltigkeit betrachtet, finde ich ja Wohnen auf dem Land hochproblematisch. Andererseits findet es ja statt.


    Das ist ungefähr so wie Fleischessen. Fleischessen ist ja auch eher wenig nachhaltig. Andererseits findet es ja statt.


    Oder Wohnen in großen Wohnungen ...

    oder, oder, oder ...

  • Wie du auf dem Bid siehst, ist da kein Platz für Parkstreifen oder diese müssten in den Acker hineinasphaltiert werden, da hat der Bauer sicher was gegen :D und die Flächenversiegelung wäre die selbe. Da das hier aber kein dichtes Neubaugebiet ist, sondern alles frei stehende EFH, hält sich die Flächenversiegelung in Grenzen.

    Dafür gibt es allerdings einen hohen Grad von Zersiedelung. Und der führt dann wieder zur Versiegelung. Nämlich durch die Verkehrswege, die es braucht, um die Einfamilienhäuser zu verbinden. Und die müssen bei den gegenwärtigen Mobilitätsgewohnheiten "Auto-gängig" sein.

  • Aus der Perspektive Nachhaltigkeit betrachtet, finde ich ja Wohnen auf dem Land hochproblematisch. Andererseits findet es ja statt.

    Und Kartoffeln leben im Supermarkt.


    Städte haben einen enormen logistischen Vorteil. Sonst gäbe es sie nicht. Aber im Gegensatz zur Fläche des Landes ginge es ohne sie. Das sollte die achso überlegenen Städter besser nicht vergessen.

    Die Fläche muss bewirtschaftet werden. Das ginge auch von Städten aus. Nur scheint es mir nicht sinnvoll, dafür täglich jede Menge Kilometer zurückzulegen. Das bedarf übrigens auch solider Verkehrswege. Und die Landbevölkerung, weil sie sinnvollerweise vor Ort lebt, als hochproblematische abzutun ... Naja, da schweige ich lieber.

  • Aus der Perspektive Nachhaltigkeit betrachtet, finde ich ja Wohnen auf dem Land hochproblematisch. Andererseits findet es ja statt.


    Das ist ungefähr so wie Fleischessen. Fleischessen ist ja auch eher wenig nachhaltig. Andererseits findet es ja statt.


    Wohnen in der Stadt ist übrigens auch problematisch und wenig nachhaltig.

    Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen ist auch nicht besonders umweltfreundlich.

  • Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen ist auch nicht besonders umweltfreundlich.

    "Bei der umfassenden Verkehrswende geht es aber nicht bloß darum, das Auto wegzubekommen, sondern um Platz, viel Platz, um etwas Neues zu schaffen. Ein »Bundeskraftfahrzeugbeseitigungsgesetz«, oder besser: ein »Bundesmobilitätsoptimierungsgesetz«, das der Bundestag zu verabschieden hätte, sollte also schon ein wenig umfangreicher sein und regeln, wie privater und öffentlicher Verkehr künftig auszusehen haben. Es geht um Investitionen für die Zukunft, Investitionen, die mit der Fokussierung auf das Auto, wie es heute fährt, nicht zustande kommen, nicht zustande kommen können, weil die Mittel dafür fehlen."

    S. 23 in der Leseprobe von "No Car" https://www.oekom.de/_files_me…eproben/9783962381707.pdf

    Aber wie sollten diese Investitionen in die Zukunft aussehen?


    Ich halte das für eine der Schwächen in Scharffenbergs Argumentation, dass er an dieser Stelle nicht die Lässigkeit besitzt einfach mal zu sagen: Leute legt die Beine hoch. Macht euch mal ein bisschen locker! Die Schufterei hat ein Ende. Ab jetzt heißt es nicht mehr länger, "schaffe, schaffe, Häusle (und Straße) baue." Wir bekommen mit deutlich weniger Energie und Aufwand und mit weniger Flächenversiegelung und Ressourcenverbrauch eine deutlich bessere Mobilität hin, als dass mit Autos jemals möglich wäre. Deine Befürchtung, Autogenix, dass der ÖPNV nicht besonders umweltfreundlich ausfallen könnte, teile ich. Der ÖPNV, so wie er jetzt organisiert ist, ist deshalb besonders kosteneffizient, energieeffizient und umweltfreundlich im Vergleich zum Verkehrsmittel Auto, weil die Fahrzeuge eine sehr hohe Stehplatzkapazität haben. Ein Auto hat in der Regel 4-5 Sitzplätze und das war's. Ein Solo-Omnibus hat rund 33 Sitzplätze und dazu eine 200%ige-Reserve von rund 66 Stehplätzen. Gilt ebenso für die Straßenbahn in Hannover. Ein Straßenbahnwagen hat rund 50 Sitzplätze und 100 Stehplätze, Überlandbusse, S-Bahnen und Regionalzüge haben rund gerechnet eine 100%ige Reserve. In den Verkehrsspitzen ist damit eine 100 bis 200 prozentige (Busse und Straßenbahn 200 prozentig) höhere Auslastung der Fahrzeuge möglich, als wenn ausschließlich nur die Sitzplätze belegt sind.


    Aber leider, leider schwächelt hier Scharffenbergs Argumentation, denn er fährt so fort:

    "Den Gewerkschaften und Autowerkern sei gesagt: keine Angst um den Arbeitsplatz! Es geht nicht ums Zerstören, (...), sondern um das aktive Gestalten von Mobilität in Deutschland. Nur eben ohne Auto, ohne motorisierten Individualverkehr, ohne Verbrennungsmotor. Das bedeutet: investieren, investieren, investieren. Investieren in den Ausbau der Bahn. Investieren in neue öffentliche Verkehrsmittel, vor allem in Straßenbahnen auf den vorhandenen, in ihrer bisherigen Dimension dann überflüssigen Straßen. Investieren in den Umbau der Straßeninfrastruktur, etwa indem 13.000 Kilometer überflüssige Autobahnen in Solarflächen umgewandelt werden."

    Mehrheitlich zeichnen sich Gewerkschaften in Deutschland dadurch aus, dass sie einen ungeheuer großen Leistungswillen und eine extrem hohe Arbeitsbereitschaft als typische Eigenschaften der Arbeiter und Angestellten herausstellen. Wer Zweifel an der "Arbeitsmoral" aufkommen lässt, der wird geächtet. Wochenlange, zum Teil wilde Streiks. in anderen Ländern nicht ungewöhnlich, sind deutschen Gewerkschaften ein Gräuel.


    Und so könnte es passieren, dass nicht länger das persönliche Auto PS-Leistungs- und komforttechnisch immer weiter optimiert wird, sondern eines Tages deutlich mehr Busse und Bahnen in Betrieb sein werden, als es der Umwelt gut tut. Und vor allem sehr viel mehr als es nötig ist!


    Die Frage ist an der Stelle auch: Wie viel wird investiert, um auch sehr abgelegene ländliche Siedlungen und einzelne Häuser noch zu erreichen? Dass man heute leere oder fast leere große Omnibusse in ländlichen Gegenden fahren sieht, hat vor allem etwas damit zu tun, dass diese fast ausschließlich nur noch zum Schülertransport eingesetzt werden. Dadurch sind die Busse nur sehr schwach besetzt, wenn sie zwischen Schulanfang und Schulende noch weitere Fahrten machen. Die wenigen Fahrten dazwischen sind kein ausreichende Mobilitätsangebot. Und sie werden nur von sehr wenigen Fahrgästen wahrgenommen, denn jeder hat ein Auto.


    Übrigens wieder ein Grund, Schauffenbergs Vorschlag "No Car" gut zu heißen. Denn dann würden die Busse gut ausgelastet werden und zusätzliche Busse eingesetzt, die ebenfalls gut ausgelastet wären. Gäbe es keine Autos, dann wären deutlich mehr Busse unterwegs und zwar hochgradig effizient unterwegs. In den Verkehrsspitzen würden auch im ländlichen Raum viele Stehplätze besetzt sein. In den Städten ist das heute schon überwiegend der Fall.


    Trotzdem gäbe es weiterhin kleine Weiler und vereinzelte Gehöfte, die mit Kleinbusse angefahren werden müssen, um auch hier eine Mobilitätsgarantie zu gewährleisten. Und das wird einerseits ins Geld gehen und sich andererseits negativ in der Nachhaltigkeitsstatistik niederschlagen. Hier wird es drauf ankommen, das richtige Maß zu finden.


    Und bei all dem darf man nicht die zerstörerische Macht der Gewerkschaften mit ihrem hohen Schaffensdrang aus dem Blick verlieren. Georg Leber zum Beispiel, SPD-Verkehrsminister von 1966-1972 wollte 22 spurige Autobahnen vom Rhein-Main-Gebiet ins Ruhrgebiet bauen. In Lebers Autobahn-Netz sollte kein Bürger es weiter als 25 Kilometer zur nächsten Autobahnauffahrt haben. Und Georg Leber war führender Gewerkschafter bei der IG-Bau-Steine-Erden. In dem von mir zitierten Spiegel-Artikel von 1971 wird Leber als "Straßenbau-Fanatiker" bezeichnet. https://www.spiegel.de/politik…00043078625?context=issue

    So Leute laufen auch heute noch frei rum. Und wehe uns, denen gelingt es, den ÖPNV-Ausbau voranzutreiben. Dann kommt so was wie Musks "Röhren-Jet" bei raus . X(

    Und Autogenix' Befürchtung, "Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen ist auch nicht besonders umweltfreundlich.", würde Wirklichkeit.


    Zur gegenwärtigen Situation kann man nur sagen: Vielerorts ist es im ländlichen Raum unschlagbar umweltfreundlich, den ÖPNV zu nutzen, denn oft fährt da gar nix, ist ÖPNV-mäßig komplett "tote Hose".

  • Und Kartoffeln leben im Supermarkt.


    Städte haben einen enormen logistischen Vorteil. Sonst gäbe es sie nicht. Aber im Gegensatz zur Fläche des Landes ginge es ohne sie. Das sollte die achso überlegenen Städter besser nicht vergessen.

    Die Fläche muss bewirtschaftet werden. Das ginge auch von Städten aus. Nur scheint es mir nicht sinnvoll, dafür täglich jede Menge Kilometer zurückzulegen. Das bedarf übrigens auch solider Verkehrswege. Und die Landbevölkerung, weil sie sinnvollerweise vor Ort lebt, als hochproblematische abzutun ... Naja, da schweige ich lieber.



    Was schwebt dir vor, Hane? Den Morgenthau-Plan doch noch umsetzen?

    Es wäre grober Unfug, würde die im ländlichen Raum werktägige Bevölkerung jeden Tag weite Wege aus der Stadt zu ihrem Arbeitsplatz zurücklegen müssen. Aber das hat niemand verlangt, auch Scharffenberg nicht. Es geht auch nicht darum, von heute auf morgen Umsiedlungspläne einzuleiten. Auch auf dem Land ist ein auskömmlicher ÖPNV möglich. Die Quersubventionierung erfolgt über die besser ausgelasteten Linien. Und über die enormen Einsparungen bei der Streckeninstandhaltung von Hochgeschwindigkeits-Landstraßen, die doch immer wieder nur neue Staus erzeugen. Und den eingesparten Investitionen für den bislang immer noch weiter vorangetrieben Streckenausbau für große Autoströme, besetzt mit Landbevölkerung, von denen die meisten in der Stadt arbeiten.


    Wenn du es aber wirklich knallhart betrachten willst: Dann schau dich um in deinem Wohnort, so er denn im ländlichen Raum liegt. Überschlage mal die Anzahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft und vergleiche das mit der Anzahl der Arbeiter und Angestellten in Industrie und Verwaltung, die täglich in die Stadt pendeln. Es sollte mich sehr wundern, wenn die Anzahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft 10% überschreitet. Und da sind die von der Raiffeisen und vom Landmaschinen-Reparaturbetrieb schon eingerechnet!

  • Du drehst dir zurecht wie es dir passt.

    Das ist eine Ho(h)nschaft, die kleinstmögliche Verwaltungseinheit (1-3 Bauernhöfe und ein paar Häuser nebst der Wirtschaftswege dazwischen),

    Die Straße hier ist Bestandteil 3er touristischer Fahrradrouten, so des NRR Niederrheinischer Radwanderweg, der Euroga Route und noch einer weiteren.


    das Haus in dem wir wohnen sowie die allermeisten in der Straße waren irgendwann Mitte letzten Jahrhunderts gebaut. Vieles was hier rundrum wächst, hält den Pott "am Fressen". Vor und hinter dieser Honschaft sowie rechts und links liegen weitere. Nächsten Monat steht eine riesige Schlange Düsseldorfer bis Duisburger hier auf der Straße Schlange um ggü. Sonntags morgens frischen Spargel und oder Erdbeeren zu kaufen. Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen, Gänse, Hühner in vielen Familienbetrieben, Tempolimit teils 100, teils 50, teils 30 kommt auf den Bereich an. Die Straße zieht sich insgesamt ca 2,5km und inkl der dazugehörenden Nebenwege wohnen hier ca 100 Leute

    • Fahrzeugbelastung in der Spitze bei 20 PKW, 50 Fahrrädern, 20 Traktoren, 30 Pferdegespannen oder ähnlich, dann ist hier aber Maienreiten :)
    • Fahrradfahrer sind hier nur in Gruppen zugelassen mit gelben Westen und ADFC Aufdruck oder in knallbunten hautengen Pellen in stark gebückter Haltung mit aggressivem Gesichtsausdruck. Auch hier ist eine Rudelbildung nach Möglichkeit vorzunehmen.
    • Fußgänger dürfen hier nur in Begleitung von Hunden oder Kinderwagen auf die Straße, Kinder hingegen dürfen immer auf die Straße, so auch deren Personal.
    • Fußwege sind für Weicheier, das hier ist tägliches Survivaltraining im Direktkontakt aller möglichen Verkehrsarten.
    • Ja natürlich wird gegenüber noch gebaut, nächstes Jahr ist Baubeginn und da kommt eine 10-geschossige Siedlung a la Steilshoop rein. Dann hat der Bauer genug Kohle für sein Land gekriegt und kauft sich ne Finca auf Malle.
    • Und wohnen darf man hier nur wenn man täglich 500g Fleisch isst. Ich schaffe diesen Schnitt nicht und werde hier bald wegziehen müssen.

    Wenn ich es nun noch schaffe das Rauchen und den sehr unregelmäßigen Alkoholkonsum aufzugeben beantrage ich beim Papst die Seligsprechung.


    Vielleicht schaffst du es in der Zwischenzeit mit deinem Problem besser umzugehen. ;)


    Nö, lass mal alles wie es ist hier, das ist seit jeher shared space insofern alles entspannt.

    Sollen wir jetzt aus dem günstigen Haus ausziehen, nur weil die Kids raus sind? Ab in eine 3 Zimmer Wohnung mit 70m² im Ortskern?

    Nein, ich hör (noch) nicht auf zu rauchen, trinke gerne noch hin und wieder mit Freunden, wenn man es wieder dürfte und das am liebsten hier oder bei den Nachbarn in geselliger 20-30 Personen Runde beim Grillen vom Spanferkel. :)

  • Sorry, viel Text, aber:

    Der Punkt

    -> Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen ist, Stand heute, ziemlich umweltschädlich in diesem Land.

    Es benötigt viel Infrastruktur inkl. Straßen, Schienen und Gebäude, dazu eine Menge Energie.

    Vielleicht reden wir aneinander vorbei, weil wir unterschiedliche Vergleichsgrößen benutzen?

    Oder willst du ernsthaft behaupten, die massenhafte Autonutzung mit Fahrzeugen weit jenseits von 100 PS und weit mehr als 1 t Eigengewicht, besetzt mit durchschnittlich 1,2 - 1,3 Personen sei weniger umweltschädlich als der ÖPNV auf dem Stand der heutigen Technik?

    Vielleicht hast du aber auch die Vision, die schweren und PS-starken MIV-Fahrzeuge heutiger Bauart durch Fahrzeuge zu ersetzen, wie Schlau Meier sie vorgestellt hat:

    - PODBIKE statt Smart

    - Citroen Ami statt Golf

    - TWIKE statt SUV

    ?


    Um nicht wieder zu viel zu texten mach' ich's kurz: Ich fürchte diese Fahrzeuge werden eine willkommene Ergänzung im Fuhrpark der Familien sein, die sich diese Fahrzeuge leisten können. Aber es wird kein einziges der tonnenschweren Blechungetüme substituieren.


    Ich würde eine 16-jährige Tochter möglicherweise auch lieber in einem Renault Twizzy zu ihrer Schulfreundin fahren lassen, als mit dem Fahrrad. Aber noch wichtiger ist es mir, alles dafür zu tun, dass es auch mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn gefahrlos möglich ist.


    Und um noch mal auf Scharffenberg zu kommen: Seine Vision "No Car" begründet er damit, dass dann keine Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Umstieg von großen auf kleine Autos voranzutreiben.

  • Sollen wir jetzt aus dem günstigen Haus ausziehen, nur weil die Kids raus sind? Ab in eine 3 Zimmer Wohnung mit 70m² im Ortskern?

    Nein, ich hör (noch) nicht auf zu rauchen, trinke gerne noch hin und wieder mit Freunden, wenn man es wieder dürfte und das am liebsten hier oder bei den Nachbarn in geselliger 20-30 Personen Runde beim Grillen vom Spanferkel. :)

    Nein, Nein, bleibt da mal lieber wohnen.

    Aber über eine Einladung zum Spanferkel-Grillen würd ich mich schon freuen!

    Und bei der Gelegenheit mache ich dann dafür Dampf, dass ihr am Tag X eine Bushaltestelle direkt vor die Haustür kriegt!

    Mit Heizstrahlern im Winter, Turbo-Ventilator im Sommer und Polstersitze wie auf der Ersatzspielerbank in der Münchner Alianz Arena.

    Obwohl das eigentlich Verschwendung wäre, denn den Bus würde ich extra für euch ohnehin im 5 Minuten Takt fahren lassen. ;)

  • Zitat

    Oder willst du ernsthaft behaupten, die massenhafte Autonutzung mit Fahrzeugen weit jenseits von 100 PS und weit mehr als 1 t Eigengewicht, besetzt mit durchschnittlich 1,2 - 1,3 Personen sei weniger umweltschädlich als der ÖPNV auf dem Stand der heutigen Technik?

    Ja natürlich. Ihre Bus-Fantasie erfasst ja immer noch nicht, dass ein Großteil der Menschen auf dem Land auch morgens aufsteht und abends ins Bett will. Es gibt zwei Pendlerströme (drei, wenn die Schule um 13.00h endet), die einen hohen Aufwand an Beförderungskapazität verlangen und dazwischen nichts. Gar nichts.


    Verlassen Sie bitte endlich einmal die Stadt und schauen Sie sich an einem Mittwoch vormittag gegen 10.45 den gut gefüllten öffentlichen Nahverkehr an. Da fährt entweder nichts, oder es sitzt ein Passagier im Bus. Und dann ist der Bus mit seinem deutlich höheren Gesamtgewicht und der deutlich höheren Leistung unwirtschaftlich und umweltschädlicher als ein KFZ. Egal welcher Gewichtsklasse. Das wird noch schlimmer, wenn der Bus weitere Strecken fährt.


    Eine leere Bahn oder Straßenbahn ist noch schlimmer - diese Fahrzeuge sind noch einmal erheblich schwerer.


    Mich nervt, dass Sie diese Gesichtspunkte alle 15 Posts kurz akzeptieren (hier: RE: No Car und hier: RE: No Car), und dann 10 Minuten später wieder verwerfen um erneut und mit Inbrust den selben Author zu zitieren (RE: No Car).

  • so er denn im ländlichen Raum liegt. Überschlage mal die Anzahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft und vergleiche das mit der Anzahl der Arbeiter und Angestellten in Industrie und Verwaltung, die täglich in die Stadt pendeln. Es sollte mich sehr wundern, wenn die Anzahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft 10% überschreitet.

    Leider völlig daneben, da hier nunmal jedes 4te Haus ein Bauernhof ist, würde ich sogar sicher behaupten, dass hier mehr Arbeitnehmer ein- als auspendeln.