Gehwegradeln zeitgemäßes Planungsinstrument?

  • Mich hat es echt erstaunt, dass die letzten beiden veröffentlichten Plaungen des LSBG


    Poppenbütteler Chausee (Plan 1, 2, 3, 4)

    Volksdorfer Damm (Plan)


    so stark auf Gehwegradeln in der Neuplanung setzen.


    Große Teile der Neuplanungen führen die Radfahrenden auf den Gehweg mit Hamburger Service-Lösung ([Zusatzzeichen 1022-10]).


    Einerseits finde ich gut, dass unerfahrene Radler eine Alternative zum T50-Mischverkehr haben.

    Andererseits finde ich völlig unverständlich, dass 2021 bei Neuplanungen dem Radverkehr nicht mehr Platz eingeräumt wird.


    Vielleicht liegt es daran, dass diese beiden Planungen besonders enge Straßen behandeln und viele Bäume haben...

  • ach gott, hat der LSBGs immer noch nicht hinbekommen, Pläne und Unterlagen vernünftig zu schwärzen?

    LehneING hat also gewirkt. Na denn..

    Beim LSBG würd ich langsam mal überlegen, als zusätzliche Teilleistung "anonymisierte Erläuterungsberichte und Planzeichnungen" in die Ausschreibung aufzunehmen. Wenns die MA der Stadt nicht können, muss man die Leistung eben einkaufen ;)


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    der Volksdorfer Damm als Fortsetzung der Halenreihe... hatte man letztere nicht 2017(?) angefasst und auch dort Gehwegradeln-light angeordnet?

    Mit der Begründung, dass kein Platz sei?

  • Danke für den Tipp mit der Schwärzung.


    So kann man auch erkennen, dass die Volksdorfer Damm Planung schon von Mitte letzten Jahres ist.

    So ist wahrscheinlich noch nicht die neue grüne Verkehrsbehörde sowie der Radentscheid mit eingeflossen.

    Da es ja 'nur' je die Erstverschickung ist, hoffe ich nur das Beste für die Überarbeitung...

  • Ja die Halenreihe bis Einmündung "Buckhorn" wurde gemacht. In Richtung Norden mit Radweg und Radfahrstreifen, in Richtung Süden ist glaube ich auch die "Servicelösung".

    Mich nerven solche halbgaren Lösungen. Entweder eine "vernünftige" Radinfrastruktur oder gar keine. Der "Waldweg" soll genau so müllig mit "Schutzstreifen" werden.

    Alternative zum Tempo 50-Mischverkehr muss ein flächendeckendes Radwegenetz abseits der Hauptstraßen sein. "Vorsichtige" Radfahrer werden hier eh parallel zur U-Bahn fahren.

  • Alternative zum Tempo 50-Mischverkehr muss ein flächendeckendes Radwegenetz abseits der Hauptstraßen sein.

    Aber hat denn dann die Verkehrswende nicht schon verloren? Als Berufspendler will ich ja nicht täglich auf Umwege in die Pampa geschickt werden, sondern genauso "diretissimo" fahren können wie mit dem Auto. Ich fahr ja nicht zum Spaß da rum.


    Die STV-Behörde Fürstenfeldbruck begründet ihren linksseitigen Radweg durch das Kaff Emmering u.a. damit, dass die Radfahrer irgendwo links in eine Seitenstraße einbiegen sollen, andernfalls sollen sie die Drückampel benutzen, über die Straße schieben und auf der anderen Seite auf der Fahrbahn weiterfahren. Aber in diese doofe Seitenstraße will ich gar nicht rein. Das geht ja schon in die Richtung "abseits der Hauptstraße fahren"?


    Wenn ich das mache, komm ich nach 2 Kilometern zur nächsten Drückampel über dieselbe Hauptstraße, nach dieser Drückampel muss ich mich durch einen ca. 1,5 Meter breiten(!) Durchgang zwängen (das ist der ofizielle Radweg), nur um einen weiteren Kilometer weiter irgendwo am Hauptplatz des Kaffs zu enden, wo ich eigentlich gar nicht hinwollte.

  • Hatte ich was von Umwegen geschrieben?

    abseits der Hauptstraßen

    Ja!


    Hauptstraßen sind ja nicht ohne Grund Hauptstraßen. Man wollte schon immer möglichst ökonomisch von A nach B kommen. Gäbe es zu den sich dabei herausbildenden Hauptrouten Alternativen, hätte sich dort auch schon eine Route gebildet. Die Annahme, es gebe jetzt dazu regelmäßig vergleichbare Alternativen, hat etwas von Wunschdenken.

  • hm. vielleicht nicht "regelmäßig" im Sinne von "überall". Aber doch durchaus häufig.

    Und ja, Hauptstraßen sind oft "direkte" Verbindung. Aber auch nicht mmer "gerade".

    Hamburg Ohlsdorf z.B.? Mitm Auto fahrend sind die Hauptstraßen einmal großräumig drumherum...

  • Hallo,

    natürlich geht das nicht überall aber fast überall. Im Zweifel muss man dann auch mal neu bauen.

    Ziel sollte sein, dass die Strecke mit dem Fahrrad auf den Nebenwegen genau so schnell zurückzulegen ist wie auf der Fahrbahn der Hauptstraße. Dieser Nebenweg darf dann sogar etwas länger sein, wenn dadurch Ampeln gespart werden.

    Ich hab um beim Thema zu bleiben mal auf der Karte mit halber Ortskenntnis herumgemalt. In Rot markiert ganz neue Wegeverbindungen, ansonsten muss nur etwas "optimiert" (Asphaltiert, verbreitert) werden.

  • Eine Alternative zur Barmbeker Str., Bramfelder Str. Bramfelder und Saseler Chausee um von nahe der Alster nach Sasel zu kommen habe ich fast täglich gesucht, war mir in 5 Jahren nicht möglich. Wie oft kam ich in Rahlstedt aus, oder in Wellingsbüttel, nein, da gibt es leider keine vernünftige Alternative zu. :(

  • Lol, danke, wenn ich lustig war bin ich Fabricciusstrasse durch, durchn Ohlsdorfer Friedhof ins Alstertal rein um dann hinten beim AEZ wieder ausm Alstertal zu fahren, spätestens da hieß es aber Poppenbüttler Damm und dann von hinten an die Saseler Chausee ran.

    Sehr schöne Route ab Friedhof aber ein riesiger Umweg :)

  • MichiHH

    Ja da habe ich auch schon drüber gebrütet, weil ein Freund das täglich fährt.

    Ich hab ja auch nicht gesagt, dass es überall ein gutes Radwegenetz abseits der Hauptstraßen gibt, sondern dass es das geben sollte.

    Die Velorouten sind ein Anfang, aber meiner Meinung nach nicht überall konsequent genug.

    Für Dein Beispiel habe ich mal eine Möglichkeit mit UMAP aufgemalt, wo man da was entwickeln könnte.

  • Dein Beispiel hätte sogar tatsächlich vor meine Tür geführt, bin ich bestimmt auch so mal gefahren. Zuerst schöne Route dann aber 'ne Masse zu tun wäre im Bereich ab Dulsberg bis kurz vor Sasel. So hatte ich kein Problem in 2013 auf der Haldesdorfer Str. aber würd ich da Kids rüberschicken? Die Krausestr. und die Querungen hinter dem Osterbek-Park sind nicht ohne, von dem weiteren Verlauf über die Berner Chausee und Karlshöhe nicht zu sprechen, nicht unmöglich aber en masse zu tun und einiges mehr an km :( zu radeln.


    Daher bin ich doch meist, wenn ich ankommen wollte im Slalom die Bramfelder und Saseler hoch. Auf der anderen Seite würde ich der Straße durchaus die Funktion einer Magistrale beibehalten. Den Verkehr etwas entschleunigen und auf max 2 Spuren je Richtung verdichten und die dämlich angelegten Radwege verbessern. Kurvenradien der Abbieger aufs techn. Minimum deutlich verschärfen, keine gemeinsamen Grünphasen der Abbieger und des Fuß - Radverkehrs. Die Grundstückszufahrten so gestalten dass man sich nicht vorkommt, wie auf einem Kamel in den Dünen. Den Radweg mit Bordstein vom Gehweg deutlich (spürbar) abtrennen und in einer Richtung 2,50m. Wer diesen Weg kreuzt , sei es nun ein Fußgänger oder PKW muss auf die Vorfahrt des Radverkehrs achten mit Haltelinien etc. Die Bushaltestellen vor den Radweg zur Straße und den Bus auf der Straße halten lassen. So einen Radweg hätte ich gerne benutzt ganz und gar ohne Benutzungspflicht. :) Vielleicht habe ich den ein oder anderen Punkt vergessen. Ist aber schon wieder 3 Monate her dass ich in HH war :(

  • Zur Bramfelder und Saseler: Die soll ja auch teilweise auf 2 Fahrspuren zurückgebaut werden (wenn ich das richtig sehe nördlich Farmsener Weg). Und wenn man die Parkplätze weitgehend entfernt wären auch andernorts vernünftige, etwas von der Fahrbahn abgesetzte Radfahrstreifen drin.

    Bürgerbeteiligung Magistralen Wandsbek


    Nachtrag: Ich weiß trotzdem nicht, ob ich nicht doch lieber kleine Umwege fahren würde bevor ich alle 500m vor einer roten Ampel stehe.

  • flächendeckendes Radwegenetz abseits der Hauptstraßen sein

    Damit aber leider meist auch abseits vieler Fahrtziele.

    Ich weiß trotzdem nicht, ob ich nicht doch lieber kleine Umwege fahren würde bevor ich alle 500m vor einer roten Ampel stehe.

    Ich persönlich fahre dann lieber kleine Umwege, wenn ich dann z.B. wegen weniger Ampeln schneller/genauso schnell oder wegen weniger Verkehr entspannter (aber trotzdem in ähnlicher Zeit) am Ziel bin.

    Es muss schon einen spürbaren Vorteil haben einen Umweg zu fahren. Entspannter am Ziel aber mit 50% mehr Zeitaufwand ist für mich kein Vorteil.

  • Ich fahr im Sommer sogar desöfteren einen relativ großen Umweg, nur um diesem elenden Quatsch im Kaff Emmering hin und wieder zu entkommen. Allerdings ist dieser Umweg mit Schlammpiste verbunden, bei feuchtem Wetter eine Riesensauerei. Und belohnt werde ich auch damit, dass ich zweimal eine vielbefahrene Staatsstraße überqueren darf, natürlich mit der bekannten 45-Grad-Rampe vom Radweg zur Fahrbahn.


    Ich bleib dabei: Wenn man wirklich möchte, dass mehr Menschen das Fahrrad als adäquaten Ersatz fürs Auto akzeptieren, darf man ihnen keine Knüppel zwischen die Beine werfen. Bei uns heißt es zum Radverkehr ganz offiziell: Anything goes, zur Not halt schieben, auf jeden Fall selber schuld.

  • Die Magistrale München - Fürstenfeldbruck führt zwangsläufig durch Emmering, wenn man sich für den kürzesten Weg entscheidet. Doch schon zwischen München-Aubing über Puchheim nach Eichenau wird man parallel der Bahnstrecke München-Lindau regelmäßig von Kraftfahrern riskant überholt, obwohl auf dieser gesamten Parallelstrecke zur Bahn wegen mangelnder Breite faktisch ein Verbot zum Radfahrer-überholen besteht. Weiter geht es dann in Emmering, wozu ich eigentlich nicht mehr schreiben muss. Hier ist alles gesagt. Absolute Katastrophe halt. Und wenn man es auf diesem Weg bis nach Fürstenfeldbruck geschafft haben sollte, reiht man sich dort entweder im Feierabendstau auf der Fahrbahn ein oder man nimmt in Bruck ausgesuchte Nebenstrecken, die man sich dann aber auch mit Fußgängern und Hundeleinen teilen muss. Verlässt man Fürstenfeldbruck dann Richtung Westen, führt eigentlich kein Weg an der Landsberger Straße vorbei, wo man als Fahrbahnradler trotz oder gerade wegen [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] gegelmäßig gelyncht wird.


    Diesen ganzen Wahnsinn tu' ich mir nicht mehr an. Ich nehme daher gerne drei Kilometer Umweg in Kauf und verlasse München über Obermenzing, um Lochhausen zu durchqueren. Hier mehme ich Nebenstrecken, die an Gröbenzell zwar nicht vorbeiführen, mich aber über Nebenwege, Wohngebiete und schöne Parkanlagen führen. Denn die Radschutzstreifen in Gröbenzells Hauptstraße sind ebenfalls eine schallende Ohrfeige an den Radverkehr, gepaart mit dem teils wirklich frechen Verhalten der überholenden Kraftfahrer.


    Der Weg nach Olching geht teils über unbefestigte Wege, um in Olching selber dann auf der Hauptstraße wieder so manchem Kampf ausgeliefert zu sein. Glücklicherweise gibt es dort keine Radschutzstreifen! Ab Mitte Olchings geht's wieder in Wohngebiete, um letztlich über asphaltierte Wirtschaftswege in den Norden Emmerings zu gelangen. Hier wiederum über Wohngebiete ist Fürstenfeldbruck nicht weit, welches meistens ohne großes Aufsehen durchquert wird. Ich verlasse Fürstenfeldbruck dann über die Feldmark Richtung Puch. Alles sehr entspannt. Weiter geht's in den tiefen westlichen Landkreis, wo viele asphaltierte Wirtschaftswege vorhanden sind oder auch sogar neue Radwege entlang der Staatsstraße nach Moorenweis nach über 30 Jahren Planungszeit endlich gebaut werden.


    Auf dem Zug "Eablierung durch Präsenz" fahre ich nicht mehr mit. Habe ich keine Lust mehr. Dafür ist mir mein Rücken zu schade, dass mir zu viele Leute - auch Radler - in den selbigen fallen.

  • Prinzipiell kann man nur hoffen, das der Weg von Puchheim durch die Aubinger Lohe nach Aubing von der Stadt München für KFZ-Verkehr gesperrt wird.

    Die Stadt interessierts halt nicht besonders, weils eher ein LK-Problem bzw. bedaft ist. Und was natürlich gar nicht geht, wenn man nicht mehr mit dem Auto ins Naturschutzgebiet fahren kann. Oder zumindest in der Mitte die Durchfahrt für KFZ sperren.

    Ich fahr da ja nicht zu Pendlerzeiten, deswegen find ich es nicht so schlimm. Aber eine der wenigen Strecken wo ich tendiere eher nicht zu weit am Rand zu fahren.


    Du kommst ja eher Mitte/Süden Münchens, da ist der Umweg zu groß, aber wenn man die Von-Kahr runterkommt kann man zumindest in der Nicht-Badesaison die Godebolt zum Langwieder-See, da vorbei und kommt dann hinten in Eschenried rein nach Gröbenzell. Von Aubing müsst man halt beim Paulaner durch.


    Die andere Alternative ist (ich komm öfters von Allach auf der Langwieder Hauptstraße und) dann am Ende von Lochhausen nördlich der S-Bahn auf so einem Wegerl in Gröbenzeller GWG. Aber schön ist das auch nicht wirklich. deswegen fahr ich 95% der Zeit auf der Lochhauser Straße.

    Vom Tennisverein Puchheim kann man dann über Felder Richtung Roggenstein, aber nur bei trockenem Wetter, wenn nass ist schaut man danach aus wira Sau, zu viel Lehm.