Corona-Abstände auf engen Gehwegen einhalten

  • Ich gab heute bei der Arbeit eine zeitlang die Straße "Bellevue" (für Nichthamburger: Reichenviertel an der Alster) im Blick gehabt. Die Leute sind sich beinahe auf die Füße getreten. Und dabei sind die Gehwege da recht breit. So eine Menge Fußgänger kenn ich sonst nur aus der Mönckebergstraße zur Weihnachtszeit.

  • DIE ZEIT fordert jetzt: Gebt die Straßen frei!


    Ich vermute aber mal, dass so etwas nicht umsetzbar sein wird, selbst wenn die Kontaktverbote erst Ende Mai oder Ende Juni aufgehoben werden.


    Und in den Drunterkommentaren geht es schon wieder heiß her, weil vermutet wird, die Grünen wollten jetzt ihre Anti-Auto-Ideologie unter dem Deckmantel der Krise durchsetzen.

  • Das Henriettenstift hat auf dem Bürgersteig an der zu "Nicht-Corona-Zeiten" stark befahrenen Marienstraße eine Notaufnahme in beheizten Zelten eingerichtet: "Die neue zentrale Notaufnahme für DIAKOVERE Henriettenstift liegt dann an der Marienstraße 72-90. Fuß- und Radweg an der Marienstraße werden hierzu für Passanten gesperrt." Quelle: https://stadtreporter.de/hanno…r-dem-henriettenstift-auf

    Der Fuß- und Radverkehr wird zwischen den Einmündungen Sallstraße und Sonnenweg auf die gegenüberliegende Straßenseite geschickt, obwohl es in der Marienstraße auf beiden Seiten nur relativ schmale Einrichtungs-Hochbordradwege gibt. Siehe: googlemaps: https://www.google.de/maps/@52…548643,148m/data=!3m1!1e3

    Die Fahrbahn ist in dem betroffenen Abschnitt fünfspurig!

    Hier ein Bild von der Ecke Sallstraße Marienstraße stadtauswärts:

  • Eine Weste als Infektionsschutz, darüber berichtet der Weserkurier vom 23.03.2020: "Das Werbewerk Schierloh in Delmenhorst hat auf die Corona-Krise reagiert und ein besonderes Produkt entwickelt: Das Unternehmen hat eine Weste mit dem Aufdruck „Abstand halten“ entworfen."

    Link zum Artikel: https://www.weser-kurier.de/re…schutz-_arid,1904397.html

    Link zum Bild: https://www.weser-kurier.de/cm…etailpremium_DSCF9225.jpg


    In Hannover sind die Westen auch schon angekommen. Zumindest bei diesem Radfahrer auf einem Zwei-Richtungs-Hochbord-Radweg

    an der Ecke Humboldtstraße/Benno-Ohnesorg-Brücke:

  • Die Bundesregierung bleibt stabil, wie man so schön sagt:


    Externer Inhalt twitter.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Es muss ja gar nicht mal um autofreie Innenstädte gehen, aber es wäre einfach schön, wenn wir ein biiiiischen mehr Platz bekommen könnten.

  • Es muss ja gar nicht mal um autofreie Innenstädte gehen, aber es wäre einfach schön, wenn wir ein biiiiischen mehr Platz bekommen könnten.

    Auf die Politik warten funktioniert nur selten, und wenn, dann dauert es lange. Einfach selbst machen: durch das Mitführen eines handelsüblichen Wanderstocks hast du "sperrige Gegenstände" dabei und musst statt auf dem Gehweg auf der Fahrbahn gehen, um andere Fußgänger nicht zu gefährden. Hilft durch die Kratzergefahr auch effektiv, um unhöfliche Autofahrer auf Abstand zu halten.


    Das ist wie beim Platz auf der Fahrbahn als Radler: wenn du dich nach rechts in die Gosse drängen lässt oder gar selbst dort fährst, wirst du eng überholt und bedrängt. Fährst du dagegen (wie in der Fahrschule für Mofa und Motorrad auch beigebracht wird) selbstbewusst in der Mitte des Fahrstreifens, halten die allermeisten Abstand und überholen korrekt. Für die unbelehrbaren bleibt dann die Anzeige übrig. Selbiges gilt fürs Nebeneinanderfahren, je mehr es tun, desto mehr akzeptieren es andere als das neue Normal.


    Einfach machen und Vorbild sein, damit es dir andere gleichtun. Be the change you want to be. ;)

  • obelix Einfach machen, so wie du es da beschreibst, das kann auch gefährlich nach hinten losgehen. Das sieht man aktuell gerade an der Maskenpflichtdiskussion. Die wird ja längst nicht mehr darüber geführt, ob das Tragen einer Maske einen Schutz zusätzlich zur Abstands-Regel bietet.

    Vielmehr findet gerade gleichzeitig zur Öffnungsdiskussions-Orgie eine Maskenpflichtdiskussions-Orgie statt, bei der es nicht um eine Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung geht. Stattdessen geht es in dieser Diskussion, die zum Teil mit ganz harten Bandagen geführt wird, so zu, dass jemand, der die Sinnhaftigkeit einer Maskenpflicht anzweifelt, zum Spielverderber erklärt wird, der die Geschäftsleute in den Ruin treiben will.

    Dabei gibt es gute Gründe von der Maskentragepflicht abzusehen. Aber eine Landesregierung nach der anderen kippte um vor der Meinungsmache der Masken-Befürworter. Die hatten es freilich leicht, weil immer wieder über die angeblich zögerliche Haltung der Politik geschimpft wird, die sich nicht traut auch mal unpopuläre Maßnahmen anzuordnen, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

    Sollte die gegenwärtige Öffnungs-Strategie sich jedoch trotz Masken-Pflicht als großer Rückschlag entpuppen im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus, dann werden wir erleben, dass die Politik gezwungen ist, erneut Geschäfts-Schließungen anzuordnen. Dann werden möglicherweise einige Maskenträger von heute, die über die zögerliche Politik schimpfen ganz anders argumentieren und über eine Politik schimpfen, die sich traut erneute Geschäftsschließungen anzuordnen, um die Kontaktbeschränkungen zu gewährleisten.

    Warum also diese Ungeduld? Warum mit großzügigen Geschäftsöffnungen nicht noch ein paar weitere Wochen abwarten? Und auch mit der Maskenpflicht abwarten? Zumal immer noch Schutzmasken fehlen im Medizinbetrieb.

    Was anderes ist es, beim Fahrradfahren selbstbewusst seinen Platz auf der Fahrbahn zu beanspruchen, der einem ja auch gesetzlich zusteht. Da müsste allerdings auch sehr viel mehr Aufklärungsarbeit laufen, über die tatsächlich geltenden Regeln. Denn leider verhält es sich hier so, dass viele Autofahrer sich sagen. "Einfach selbst machen." Und das bedeutet dann aus Autofahrersicht: Wir hupen die Radfahrer an und fahren dicht an ihnen vorbei, wenn die sich erdreisten die Gesetzeslage so "auszunutzen", dass sie mein zügiges Fahren als Autofahrer behindern.

    Den Wanderstock als "sperrigen Gegenstand", zu interpretieren ist allerdings ein bisschen weit hergeholt. Dann könnte man sich ja auch gleich ein Gehzeug umhängen. https://pbs.twimg.com/media/DdygRKFV0AA3hNc.jpg * Das macht auch Sinn, aber sollte doch besser auf organisierte Protestaktionen stattfinden als im Alltag. Es gibt aber auch noch die Option Handwagen:


    Das verlinkte Bild ist von einer Gehzeug-Demo in Stuttgart. https://twitter.com/hashtag/gehzeug Möglicherweise ist das auch eine Form einer Corona-Schutzmaßnahmen-konformer Demonstration. Wenn Geschäftsöffnungen unter Auflagen tatsächlich wieder für möglich gehalten werden, dann gibt es aber auch keinen Grund Demonstrationen länger zu verbieten. Ich sehe allerdings beides kritisch. Genaueres werden wir jedoch erst in rund zwei Wochen wissen.

  • Handwagen geht natürlich auch, der Stock hat aber den Vorteil, dass man sich damit nicht selbst verlangsamt und dazu noch seinen Abstand situationsbezogen regeln kann. Für die Post ist Sperrgut übrigens bereits etwas, das länger als 120 cm ist.


    Zum Thema Maskenpflicht: grundsätzlich wäre es natürlich am besten, wenn alle immer zuhause blieben, man sich das Essen per Roboter liefern lassen könnte und jeder von zuhause aus arbeiten könnte. Da es leider aktuell (teils in den vergangenen Jahren von Politik und Wirtschaft verschuldet, teils durch die Umstände bedingt) nicht möglich ist, das so zu handhaben, müssen wir uns nach Alternativen umschauen. Konsequent von allen getragene Masken reduzieren die Infektionsgefahr und -schwere (bedingt durch geringeren virus load bei einer Infektion) in Bereichen, in denen Menschen nahe zusammenkommen müssen/wollen.


    Nicht alle Menschen sind so konsequent, dass sie in jeder Situation das richtige machen, auch wenn es für sie unangenehm ist. Es gibt immer Leute, die absichtlich oder unabsichtlich gegen sinnvolle Maßnahmen verstoßen, die sich an der Supermarktkasse in den Abstand drängen, die sich aus nächster Nähe mit Bekannten lautstark unterhalten, die sich zum Grillen oder Biertrinken treffen, wenn die Kneipen zu sind. Kurz, die durch ihr Verhalten Probleme erzeugen können, das aber nicht einsehen. Solche Situationen werden durch Masken zwar nicht gelöst, aber zumindest entschärft, und das schützt dann auf die Gesamtbevölkerung gesehen schon. Außerdem schränkt es Grundrechte nicht ein, anders als z. B. wie in Spanien, wo Kinder jetzt nach 6 Wochen erstmals wieder vor die Tür gehen dürfen (!). Es ist also ein mildes Mittel mit einem gewissen Effekt und kaum Nachteilen (außer für Gehörlose, aber vielleicht ist das ja ein Anreiz, das öffentliche Leben so umzubauen, dass sie auch ohne Lippenlesen gut durchkommen).


    Dass es auch hier wieder Verweigerer und Leute gibt, die die Masken falsch benutzen ist klar. Darauf kommt es aber gar nicht an, denn das ist nur eine Minderheit. Das ist wie beim Impfen: wenn 80% sich impfen lassen, können 10%, die den Impfstoff nicht vertragen, und 10%, die auf Facebook gelesen haben, dass die NWO uns mit Impfstoffen und 5G-Handystrahlung gehirnkontrollieren wird, trotzdem geschützt sein. Genauso wird es auch bei den Masken sein.


    Dass man Leuten wie Kubicki und Lindner, die Wirtschaft über Menschenleben stellen und herumpöbeln, nicht zu viel Beachtung schenken sollte, gilt für mich unabhängig davon weiterhin.