Schutzstreifen in Bargteheide geplant...

  • Thema am Rande: Man hatte noch Farbe übrig...


    Klar, da queren halt viele Leute die Fahrbahn auf dem Weg vom Gewerbegebiet zum Bahnhof. Warum dann nicht mal eine Furt malen und 1x im Jahr kommt der Schülerlotse vorbei?

    Ist das eine Fußgängerfurt oder eine Radfahrerfurt? Wie sind die Bürgersteige ausgeschildert, bzw, wie werden sie benutzt. So wie das aussieht und viele Menschen Rad fahren, werden die die Wege auf dem Foto egal wie sie ausgeschildert sind, für Radwege halten und entsprechend nutzen. Und der die Streifen anlegte, bzw. es anordnete, der hat vielleicht genau so gedacht: Aha, da können wir mal was Gutes für den Radverkehr tun.

  • Auch wenn du es für "komplett überflüssige Farbverschwendung hältst, so ist es doch interessant und beachtenswert, dass die Verkehrsbehörde auf die Kritik an zu schmalen "Schutzstreifen" offensichtlich reagiert hat.

    Überflüssig weil:


    - nur auf einer Fahrbahnseite

    - "zwingt" Radfahrer in den Dooringbereich

  • Im Fall von Radverkehrsanlagen im Zuge von Vorfahrtstraßen (Zeichen 306) sind Radwegefurten stets zu markieren. Sie dürfen nicht markiert werden an Kreuzungen und Einmündungen mit Vorfahrtregelung „Rechts vor Links", an erheblich (mehr als ca. 5 m) abgesetzten Radwegen im Zuge von Vorfahrtstraßen (Zeichen 306) sowie dort nicht, wo dem Radverkehr durch ein verkleinertes Zeichen 205 eine Wartepflicht auferlegt wird. Die Sätze 1 und 2 gelten sinngemäß, wenn im Zuge einer Vorfahrtstraße ein Gehweg zur Benutzung durch den Radverkehr freigegeben ist.

    Dem Aussehen und der VwV-StVO nach muss es wohl eine vorfahrtsberechtigte Radfurt sein ... :rolleyes:

    - "zwingt" Radfahrer in den Dooringbereich

    So ist's recht! Schützt die Autofahrer vor lästig weit links radelnden Radelnden, daher ja auch der Name Schutzstreifen ...:saint:

  • Überflüssig weil:


    - nur auf einer Fahrbahnseite

    - "zwingt" Radfahrer in den Dooringbereich

    Dere Schutzstreifen in der Getriebebau-Nord-Straße ist auf der Fahrbahn-Seite angelegt worden, neben dem ein Parkstreifen mit mehreren Parkbuchten aber auch mit mehreren Baum- und Pflanzenbewuchs-Inseln angelegt wurde.

    Im Bereich des Schutzstreifens darf nicht geparkt werden.

    Gäbe es dort keinen Schutzstreifen, dann würde vermutlich nicht nur in den Parkniuchen, sondern auch dort wo sich Bauminseln oder Pflanzenbewuchsinseln befinden auf der Fahrbahn geparkt werden. Vermutlich wäre das sogar ordnungsgemäß. Der Fahrradschutzstreifen trägt dazu bei, dass dort nicht geparkt wird. Und so gesehen hat er auf dieser einen Seite durchaus eine Funktion. Die Straße steht in voller Fahrbahnbreite den Verkehrsteilnehmern zur Verfügung. Ein Teil der Fahrbahn ist für den Radverkehr weitgehend reserviert und darf nur ggf. überfahren werden, wenn es bei Begegnungsverkehr zu eng wird.

    Auf der Bürgersteigseite mit dem Hochbord gilt vermutlich Parkverbot. Dort wird einheitlich nicht geparkt.

    Da die Straße insgesamt zu schmal ist, konnte nur auf einer Seite ein Radfahrstreifen markeirt werden. Die Verwaltung hat sich aus dem genannten Grund für die Seite mit den Parknischen entschieden, und so ein Parken außerhalb der Parknischen untersagt.

  • ich hatte konkret die Führung durch die Dooring-Zone kritisiert.

    Auf der Gegenseite ist übrigens Parkverbot.

    Hast du mittlerweile rausgefunden, warum da wer Schutzstreifen markieren wollte? Insbesondere fände ich es auch interessant, warum der Schutzstreifen auf der Seite mit den Parkplätzen verläuft und nicht auf der anderen, wenn man meint da was markieren zu müssen. OK, ich sehe grad, dass es links einen Gehweg gibt und rechts gar nichts. Gehen die davon aus, dass Radfahrer in der einen Richtung auf dem Gehweg fahren? Eigentlich hatte ich gehofft, dass vielleicht der Grund dafür den Schutzstreifen auf die rechte Seite zu legen war, dass sonst Autos zu dicht an den Parkplätzen und sich öffnenden Türen vorbei fahren und dass ja weniger schlimm ist, wenn die langsamen Radfahrer da lang fahren.


    Die markierte Furt ist ja eine böse Falle. Da gibt's ja einige Kombinationsmöglichkeiten, wo das schief gehen kann.


    Wenn ich diese ganzen "tollen" Beispiele aus Bargteheide, Stade und anderswo sehe, dann frage ich mich, ob man nicht endgültig alle Regeln über Bord werfen sollte und jedem, der §1 StVO auswendig kann, einen Führerschein aushändigen kann (Das will ich natürlich nicht. Hier spricht rein die Frustration). Ich wüsste wahrlich nicht, ob ich solche Furten ohne Vorwarnung richtig erkannt und gedeutet hätte. Sollte ich nochmal Auto fahren, werde ich jede markierte Furt wie einen FGÜ behandeln. Blöd, dass die so schlecht zu erkennen sind.

  • Das würde dann aber nur am Anfang der Straße stehen, während der Schutzstreifen über die ganze Länge zu sehen ist.

    Dafür kann man dann weitere Schilder in der Mitte aufstellen (das sind die mit den zwei Pfeilen)...


    Edit: Ansonsten finde ich, dass man nie etwas "für den Radverkehr" anlegen sollte, um eigentlich ein anderes Problem zu lösen. Bitte immer den direkten Weg.

  • Manchmal hab ich hier echt das Gefühl mit unwichtigen Sachen meine Zeit zu verschwenden. Hält sich ja sowieso niemand an nix. Aber irgendwie kann ich in diesem Themenkreis gerade offensichtlichen Unsinn nicht unkommentiert lassen.

    Und gespannt auf die Reaktion und Kommentare bin ich ja dann doch.

    Also folgende "Lesermeinung" von mir mal wieder im digitalen Käseblatt:

    Bargteheide Aktuell

  • Manchmal hab ich hier echt das Gefühl mit unwichtigen Sachen meine Zeit zu verschwenden. Hält sich ja sowieso niemand an nix. Aber irgendwie kann ich in diesem Themenkreis gerade offensichtlichen Unsinn nicht unkommentiert lassen.

    Und gespannt auf die Reaktion und Kommentare bin ich ja dann doch.

    Also folgende "Lesermeinung" von mir mal wieder im digitalen Käseblatt:

    Bargteheide Aktuell

    Gut gebrüllt Löwe! Trotzdem halte ich nichts davon, diese Schutzstreifen-Markierungen so pauschal zu verdammen. Vielmehr ist da noch Luft nach oben. Vor allem sehe ich die Option, den Schutzstreifen in der Getriebebau-Nord-Straße noch etwas mehr zur Straßenmitte zu verrücken und rechtsseitig eine weitere Strichlinie aufzutragen. Dein Einspruch hat doch offensichtlich schon einmal funktioniert, warum nicht auch damit noch kommen?


    Und auf der Gegenseite, wo es den Bürgersteig und keinen Schutzstreifen gibt, da sollten unbedingt Fahrradpiktogramme auf die Straße, zum Beispiel die mit Sharrow-Pfeilen (Teilhabe-Pfeilen).


    Das erscheint mir auf jeden Fall ein aussichtsreicheres Unterfangen als den Versuch zu starten, bei Radfahrern Aufklärungsarbeit zu leisten, nicht mehr den Gehweg zu befahren. Und diese Markierungsarbeiten sind auch deutlich preiswerter als andere "Umerziehungsmaßnahmen".


    Und dann hat du ja auch in dem Link drauf hingewiesen, dass die Fahrradpiktogramme fehlen. Und darüberhinaus solltest du unbedingt eine Rotmarkierung anfordern! Kostet alles ein Haufen Geld. Aber so ganz und gar sinnlos halte ich die von mir angesprochenen Verbesserungen nicht. Und im Vergleich zu den übrigen Straßenbaukosten sind die Markierungen nicht so teuer. Insbesondere die Fahrradpiktogramme auf der Gegenseite, die könnten so aussehen:

    Besser noch ein bisschen mehr mittig:


    Und jetzt noch mal mein Beispiel aus Harenberg (Stadtteil von Seelze) bei Hannover mit Rotmarkierung:


    Ist das in Ordnung, wenn ich dein Foto aus Bargteheide an die Seelzer Stadtverwaltung schicke, um denen zu zeigen: Man kann Schutzstreifen auch noch breiter markieren? Ich meine dein Foto mit der geöffneten Autotür.

  • Harenberg? Kennt man doch. 2. Heimat.

    Klar kannst Du das Foto nehmen.

    Einzelne Fahrradpiktogramme sollen lt. ADFC in S-H verboten sein...

    Ich werde da auch nochmal was direkt an die Verwaltung schreiben und nicht indirekt über den ADFC. Danke für die Anregungen!


    Edit: Ist eigentlich echt überflüssig, da ca. 99% der Autofahrer den Schutzsteifen ignorieren.

  • Gut gebrüllt Löwe! Trotzdem halte ich nichts davon, diese Schutzstreifen-Markierungen so pauschal zu verdammen. Vielmehr ist da noch Luft nach oben. Vor allem sehe ich die Option, den Schutzstreifen in der Getriebebau-Nord-Straße noch etwas mehr zur Straßenmitte zu verrücken und rechtsseitig eine weitere Strichlinie aufzutragen. Dein Einspruch hat doch offensichtlich schon einmal funktioniert, warum nicht auch damit noch kommen?


    Auf die Gefahr hin, dass ich hier die Straßen verwechsel: Schlau Meier schrieb, dass bereits jetzt die verbleibende Restfahrbahn für den Begegnungsverkehr zu schmal ist. Was soll es also bringen den Schutzstreifen zur Straßenmitte zu verrücken:?::!:

    Am Ende hat man noch so ein Konstrukt wie in Soest (?), das dann eh zurückgebaut werden muss.


  • Auf die Gefahr hin, dass ich hier die Straßen verwechsel: Schlau Meier schrieb, dass bereits jetzt die verbleibende Restfahrbahn für den Begegnungsverkehr zu schmal ist. Was soll es also bringen den Schutzstreifen zur Straßenmitte zu verrücken:?::!:

    Am Ende hat man noch so ein Konstrukt wie in Soest (?), das dann eh zurückgebaut werden muss.

    Je weniger breit die verbliebene Fahrbahn für den Autoverkehr ist, um so stärker wird der Effekt verstärkt, dass die Autos langsamer fahren. Das kommt noch besser zur Geltung, wenn die Schutzstreifen gefärbt sind. Und das wiederum macht das Radfahren angenehmer. Und gleichzeitig wird der Abstand zu parkenden Autos größer, so dass die Dooring-Unfallgefahr reduziert wird.

    Wie breit die verbliebene Restfläche für den Autoverkehr in der Getriebebau-Nord-Straße ist, das weiß ich nicht, vielleicht ist da kein Spielraum mehr, dann geht das natürlich nicht, den Schutzstreifen noch weiter nach innen zu legen.

    Die allermindeste verbleibende Breite für die "Kernfahrbahn" ist 4,5 m https://radinfrastruktur.wordp…e-von-radverkehrsanlagen/

    In der angegebenen Quelle wird für den Schutzstreifen selbst 1,50 m angegebenen und für den Sicherheitsstreifen zwischen Straßenrand und Schutzstreifen 0,50 m. Allerdings ist mir nicht klar geworden, ob da schon die Linienbreite der Markierung selbst darin enthalten ist, oder ob die noch oben drauf kommt.

    Eine andere Überlegung ist, ob man dann, wenn man die maximal mögliche Gesamtbreite von Schutzstreifen + Sicherheitsstreifen erreicht hat ggf. den Schutzstreifen schmaler macht und dafür den Sicherheitsstreifen breiter. Vielleicht trägt das dazu bei, Dooring-Unfälle zu vermeiden? In Bargteheide fehlt eine Markierung des Sicherheitsstreifens, bzw, gehen die Planer wohl davon aus, dass der Gossenrand diese Markierung ersezt.

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie () aus folgendem Grund: Straßenname eingefügt

  • Je weniger breit die verbliebene Fahrbahn für den Autoverkehr ist, um so stärker wird der Effekt verstärkt, dass die Autos langsamer fahren.

    Der Effekt ist einfach, dass sie regelmäßig über die Markierungen fahren und sich nicht mehr an ihnen orientieren. Genau das passiert an solchen Stellen hier in Saarbrücken. Der schönste Streifen nützt nichts, wenn er unter einem fahrenden Bus ist.

  • Bei einem Radfahrstreifen gibt es Möglichkeiten, dass zu verhindern. Diese habe ich in Wiesbaden gesehen:

    Bei einem Schutzstreifen ist es ja so geregelt, dass der im Bedarfsfall überfahren werden darf. Der Bedarfsfall entsteht besonders dann, wenn Begegnungsverkehr mit hohen Geschwindigkeiten stattfindet. Andererseits ist es problematisch Tempo 30 durchzusetzen, weil dann gerne gesagt wird, es gilt ja Tempo 30, da brauchen wir keinen Schutzstreifen. "So beißt sich die Katze in den Schwanz."

    Hier müssen unbedingt die Vorgaben geändert werden. Wenn wo viel Autoverkehr stattfindet, dann muss beides möglich sein: Tempo 30 und Schutzstreifen!

  • Der Effekt ist einfach, dass sie regelmäßig über die Markierungen fahren und sich nicht mehr an ihnen orientieren. Genau das passiert an solchen Stellen hier in Saarbrücken. Der schönste Streifen nützt nichts, wenn er unter einem fahrenden Bus ist.

    Und genau dieses beschriebene Problem kann in real perfekt in Dresden beobachten

    Chemnitzer Straße.


    Einfach mal mit StreetView abfahren. Da fährt keiner links der gestrichelten Linie. Außer, um einen Radfahrer zu überholen. Dann aber auch gern bei Gegenverkehr, so dass dieser dann voll aufm Schutzstreifen fährt.


    gruselige Ecke. Bin das Teil jetzt als Autofahrer gefahren (und hab Radfahrer nicht überholt) und auch als Radfahrer (kampflinie, auf der Linie). Alles andere geht einfach nicht.


    Und bei sowas kannste dir den Schutzstreifen direkt klemmen. Mischverkehr und gut is.

  • Fünf Sachen sind mir bei der Chemnitzer Straße aufgefallen.

    1. Es parken keine Fahrzeuge neben dem Schutzstreifen.

    Trotzdem hätte ich eine rechtsseitige Abgrenzungslinie gezogen, um deutlich zu machen, dass Radfahrer nicht in die Gosse abgedrängt werden dürfen. Aber zumindest gibt es nicht das Dooring-Problem.

    2. Die Schutzstreifen sind nicht farbig angelegt, obwohl das problemlos rechtlich möglich wäre und dazu beitragen würde, dass sie nicht überfahren werden.

    3. Es gilt ein absolutes Halteverbot!

    4. Offensichtlich darf in der Straße 50 gefahren werden und das ist viel zu schnell. Tempo 30 wäre genug! Das würde auch dazu beitragen, dass die Schutzstreifen besser respektiert werden.

    5. Es gibt keine Mittellinienmarkierung. Das ist gut.

    https://www.google.de/maps/@51…qDZnCA!2e0!7i13312!8i6656

  • 4. Offensichtlich darf in der Straße 50 gefahren werden und das ist viel zu schnell. Tempo 30 wäre genug! Das würde auch dazu beitragen, dass die Schutzstreifen besser respektiert werden.

    T30 und Schutzstreifen und noch dazu in der gezeigten Straße: Dazu fällt mir nicht mehr viel ein :thumbdown:

    Ullie gibt es eigentlich irgendeine Situation, wo du Mischverkehr für die beste Option hälst? Ich habe den Eindruck, dass du die ganze Zeit für mehr oder weniger abstruse Varianten der Separierung wirbst (mehr Farbe, breitere Streifen auf zu schmalen Straßen, Streifen bei T30).