Unser Freund und Helfer

  • Alles begann mit einem Tweet von @dwachsmu von einer Radfahrt durch das brandenburgische Wandlitz, nördlich von Berlin gelegen, wo sich einige Kraftfahrer ganz tüchtig mit dem Abstand beim Überholen verschätzten. Gleich in der ersten Antwort folgt der offenbar obligatorische Hinweis auf den rechts hinter den parkenden Kraftfahrzeugen gelegenen RAAAADWEEEEG.


    Nach einiger Zeit informierte die Brandenburger Polizei darüber, dass es ja „rechts von Ihnen“ einen Radweg gäbe, auf dem @dwachsmu ja hätte fahren können, wenn es ihm auf der Fahrbahn zu ungemütlich würde. Dass es sich dabei lediglich um einen für den Radverkehr freigegebenen Gehweg handelt, auf dem man also mit dem Rad in Schrittgeschwindigkeit fahren darf, fand bei der brandenburgischen Social-Media-Abteilung leider keine hinreichende Würdigung.


    Dann mischte sich der Unabhängige in der Polizei e.V. ein, in dem offenbar auch Hamburger Polizeibeamte organisiert sind, und die Sache nahm etwas an Fahrt auf. In die Debatte, um es sich bei [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] um einen Radweg oder einen Gehweg handle, auf dem man überdies auch nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren dürfe, warf man wortlos einen Screenshot von den Verkehrsschildern ein. Was auch immer das bedeuten sollte. Die Beamten konnten sich offenbar bis heute nicht von der Idee lösen, dass es sich nicht um einen gemeinsamen Fuß- und Radweg handeln könnte.


    Munter ging es dann weiter:

    Edit: Nun habe ich wohl zu früh den Absenden-Button gedrückt. Auf jeden Fall wundere ich mich angesichts dieser Äußerungen gar nicht mehr über meine Begegnungen mit der Polizei — ganz egal, ob ich mich über mangelhafte Verkehrsführungen für den Radverkehr durch Baustellen beschwere, ob ich als Geschädigter oder als Zeuge bei einem Verkehrsunfall zugange bin, ob ich beim Verkehrsausschuss ins Gespräch mit den Beamten komme oder sie bei einer dieser vielen Verkehrssicherheitsmaßnahmen antreffe: Ich höre mir quasi immer an, ich könne doch auch woanders langfahren und den bestens ausgebauten und breiten Radweg nutzen.


    Ich kann mich adhoc nicht daran erinnern, dass wirklich mal jemand ganz klar gesagt hätte: „Nein, das geht nicht, dass der Kraftverkehr Sie dort so sehr bedrängt und anhupt.“ Es kommt immer noch der Ratschlag, ich könne doch auch einen Umweg fahren oder entgegen der Verkehrsregeln auf dem Gehweg pedalieren oder absteigen und überhaupt, wüsste ich denn, wie sich Radfahrer im Straßenverkehr verhalten, das sind die letzten Rowdys!


    Tja. Und nach meinen Erfahrungen bei der Verkehrskontrolle Ende August gehe ich den Beamten vielleicht lieber aus dem Weg. Von Freund und Helfer ist bei den Gebaren der so genannten Unabhängigen in der Polizei nichts zu spüren, solange ich kein Auto fahre.

  • Dabei wäre es so einfach. Dieses schnelle und dichte Überholen müsste doch einen Entzug der Fahrerlaubnis wegen Gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr" rechtfertigen. Einfach mal konsequent Führerscheine ein ziehen, das würde helfen.

    1969: Ingenieure leiten ein Projekt und der erste Mensch betritt den Mond.

    Über 40 Jahre später: Juristen und Verwaltungsleute leiten Projekte und scheitern an einem einfachen Flughafen in Berlin.

  • Dabei wäre es so einfach. Dieses schnelle und dichte Überholen müsste doch einen Entzug der Fahrerlaubnis wegen Gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr" rechtfertigen. Einfach mal konsequent Führerscheine ein ziehen, das würde helfen.

    "Ist doch nichts passiert..."! ;) :cursing:


    Wesentliches Grundübel für diesen Mist bleibt aber weiter die vollkommen überflüssige Erfindung namens "Radweg". Weil man Autofahrern in vielen Ecken der Republik die Radfahrer von den Fahrbahnen holt, kommen die dort, wo man ihnen keine exklusive Fahrbahn garantiert, nicht damit klar.

  • Ich fasse zusammen:


    - Der Radfahrer gefährdet sich! (nicht die Autofahrer ihn)

    - Der Radfahrer gefährdet andere! (wen eigentlich?)

    - Der Radfahrer stört sich an den Autos! (Nicht an den Owis der Autofahrer oder an der Tatsache, dass die Owis der Autofahrer von der Polizei nicht verfolgt werden)

    - Der Radfahrer fühlt sich unsicher!

    - Der Radfahrer muss vom Chirurgen zusammengeflickt werden, weil er auf sein Recht beharrt!


    Für alle Punkte gibt es eine einfache Lösung: Radweg