Community Carsharing

  • Hallo,


    hat jemand Erfahrungen oder eine Meinung zu Privat Carsharing wie z.B. Drivy?


    Meine ganz persönliche Fragestellung ist: Mein Auto steht oft wochenlang herum (privater Stellplatz), das ist nicht gut fürs Auto und meinen Geldbeutel. Kann z.B. drivy Abhilfe schaffen?

  • Ich kannte die Firma nicht deshalb kann ich nur allgemein ein paar Gedanken dazu schreiben:


    Als Mieter eine tolle Idee.


    Als privater Vermieter:

    Die Webseite ist für mich wenig vertrauenerweckend. Nur lächelnde Gesichter und beste Bewertungen und Presseberichte, die scheinbar gekaufte Produktplatzierung waren. Im Internet findet man dann auch die negativen Erfahrungsberichte. Erhellend hierbei, dass Verschleiß nicht als Schaden gewertet wird. In dem Fall die beschädigte Kupplung wird also selber fällig. (Klar, dass der Streit mit der Versicherung wieder der eigene Spaß ist...)


    Als Vermieter muss ich mich darum kümmern, dass mein Auto stets vermietbereit ist (vollgetankt, Auf Schäden überprüfen, ggfs, Auto reinigen, Anfragen an Drivy stellen). Dann muss ich den gesamten Vermietprozess selber ausführen. Anfragen bearbeiten. Schlüsselübergabe, Rücknahme, Überprüfung. Und ich trage sogar das Insolvenzrisiko von drivy, weil die erst drei Tage nach Vermietung bezahlen. Würde ich rein privat vermieten, aus gutem Grund nur gegen Vorkasse und Kaution.


    Wenn ich meine Arbeitszeit für in Geld berechne, hinzu den Wertverlust des Autos und den erhöhten Verschleiß durch ggfs. ungeübte Fahrer, komme ich zu dem Schluss, dass die Beispiel-Mieterlöse zu gering sind. Gewinn macht man jedenfalls nicht damit.


    Wenn das eigene Fahrzeug so lange ungenutzt steht, dass es davon beschädigt wird, würde ich es lieber verkaufen.

  • Ich würd's nicht machen. Wenn du das Auto nicht brauchst, dann verkauf es.

    Bei Bedarf kannst du dir immer noch ein Auto mieten.


    Erfahrungen habe ich nicht. Zahlen kenne ich auch keine. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Kosten für das Auto die Einnahmen übersteigen werden. Wenn überhaupt kannst du den Verlust verringern. Profitabel kann so ein Geschäft nicht sein; Professionelle Anbieter können deinen Preis immer unterbieten.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Vielen Dank für die gutgemeinten Ratschläge, das Auto zu verkaufen.


    Da habe ich in der Tat schon ganz von selbst drüber nachgedacht. Ist aber keine Option, jedenfalls jetzt noch nicht.


    Falls es doch mal der Fall sein sollte, werde ich sicher einen Preis zwischen 1€ und 100€ erzielen können.


    Aus dem Gesagten ergibt sich hoffentlich eo ipso, dass Wertverlust, Fixkosten, Verschleiß oder auch Totalverlust keine wesentlichen Aspekte meiner Abwägung bilden.

  • Steuern+Versicherung zahlst du trotzdem.

    Klingt ja danach, dass die Karre keinen neuen TÜV mehr kriegen wird und kurz vor'm Exitus steht.

    Wenn dir egal ist, was mit dem Auto passiert, ist es vielleicht wirklich eine gute Idee, es zu verleihen.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Bei diesem Preis taucht natürlich die Frage auf, welches Baujahr und welcher Zustand die »Kunden« erwartet.

    Vom kommerziellen Verleiher und von Carsharing ist man Autos Baujahr 2015ff mit niedrigen Kilometerständen und allen technischen Schikanen gewöhnt.

    Was machst Du, wenn da zwei, drei Leute »alte Mühle, kein ESP, keine Fensterheber« oder so ins Portal schreiben?

  • Versuch macht kluch?


    Und bei nem Versuch darf man natürlich nicht damit rechnen, dass es sich rechnet, sondern, dass man an Erfahrung gewinnt. Das sage ich als jemand, der derzeit eine Wohnung untervermietet -- gute Erfahrung aber kein guter Gewinn.


    Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Du ggfs. Versuchsergebnisse hier teilen würdest. (Meine Erfahrung: such Dir den Untermieter sehr genau aus, werd sehr stutzig, wenn irgendwas faul erscheint.)

  • Was machst Du, wenn da zwei, drei Leute »alte Mühle, kein ESP, keine Fensterheber« oder so ins Portal schreiben?

    Ignorieren? Schlimmstenfalls vermietet man halt nicht mehr. Ist ja aber nicht so, dass die Bewertungen danach im Lebenslauf stünden.

    Versuch macht kluch?

    Aber erstmal hier nach Versuchen aus zweiter Hand zu fragen ist schon eine nicht so dumme Idee. Ich kenne zum Beispiel jemanden der seine Wohnung untervermietet. Ganz nett die Erfahrungen mitzubekommen ohne das selber machen zu müssen ;)

  • (...) Da habe ich in der Tat schon ganz von selbst drüber nachgedacht. Ist aber keine Option, jedenfalls jetzt noch nicht. (...)

    Bist du dir da sicher? Hast du mal eine Tabelle erstellt, auf der einen Seite die Fixkosten des Autos, dann eine Spalte mit den wirklich durchgeführten Fahrten und Kosten. Und dann auf der anderen Seite was dich diese Fahrten mit Taxi, Mietwagen oder Carsharing gekostet hätten?


    Da können durchaus überraschende Ergebnisse rauskommen, vielleicht lohnt sich der PKW ja wirklich nicht mehr und er kann weg.

  • Bist du dir da sicher?

    Ja.


    Zitat

    Steuern+Versicherung zahlst du trotzdem.


    Auf die Gefahr hin, flapsig zu wirken, zitiere ich mal Loriot: "Achwas?!"


    Zitat

    Was machst Du, wenn da zwei, drei Leute »alte Mühle, kein ESP, keine Fensterheber« oder so ins Portal schreiben?


    Die von mir gewählte Selbstbeschreibung des KfZ ist dem nicht unähnlich.


    Zitat

    Versuch macht kluch?

    Stimmt. Ich hab es also probiert, hab nach ca. 2 Stunden die erste Anfrage bekommen. Das hat aus technischen Gründen nicht geklappt (der Anbieter hatte meine Angaben noch nicht verifiziert). Einen Tag später die nächste Anfrage, die hat auch zur Vermietung geführt. Die Vermietung lief unproblematisch. Der Mieter hatte drei Kisten mit Zeugs zu transportieren und war zwei Stunden später wieder da.


    Seither drei weitere Anfragen, die aber aus organisatorischen Gründen nicht zur Vermietung führten.


    Zwischenfazit: man wird ganz schön auf Trab gehalten mit den Anfragen und den Absprachen zur Vermietung. Aber es scheint zu klappen, und Nachfrage gibt es auch.


    PS: So, jetzt geht es in die Mittagspause! Mit dem Fahrrad, so wie es sich gehört :P



  • Nach einem knappen Monat Drivy hier mal ein kurzes Feedback:


    Die Nachfrage ist enorm, obwohl (oder vielleicht auch weil?) ich das Auto als alte klapprige Möhre ohne Restwert beschrieben habe. Ich habe in netto drei Wochen das Auto sieben mal vermietet und etwa 140€ erhalten.


    Mit einer Mieterin gab es Probleme, weil sie nicht genug nachgetankt hat. Nach etwas Diskussion und Schimpfe hat sie mir mit säuerlichen Gesicht noch etwas Geld in die Hand gedrückt. Damit war es dann auch für mich erledigt. Veilleicht hätte ich den Tip mit dem Bauchgefühl beherzigen sollen, die Frau kam schon bei vor Anmietung komisch rüber.


    Alle anderen Mieter waren sehr nett. Schäden gab es nicht. Alle sind augenscheinlich pfleglich mit dem Auto umgegangen. Die Kilometernutzung wurde bis auf einmal nie ausgeschöpft.


    Übergabe und Rückgabe waren problemlos. Allerdings steht das Auto auch auf einem privaten Stellplatz. Der Mieter muss also keinen Parkplatz suchen.


    Der Aufwand für die Vermietung ist nicht klein. SMS erhalten, schreiben, Buchung bestätigen, Mietvertrag ausdrucken, morgens und/oder abends zur Übergabe anwesend sein (beides dauert jeweils etwa 15 Minuten) - das geht schon auf Kosten meiner mir heiligen Freizeit. Allerdings wüsste ich auch nicht, wie sich der Aufwand verkleinern ließe.


    Lustig ist auch die Plattform. Erst nötigen sie mich, Fotos einzustellen, obwohl ich schon viermal vermietet habe und viermal mit fünf Sternen (Höchstnote) bewertet worden bin. Dann sind die Fotos drin, und ich bekomme eine Mail mit Tips zur erfolgreicheren Vermietung (obwohl ständig Anfragen kommen): Wasch dein Auto! Am liebsten hätte ich etwas zurückgeschrieben wie "Wasch du dich doch selber, Struppi" oder so, aber naja. Ich weiß schon, warum ich soziale Netzwerke meide.


    Mein Fazit: lohnt sich! Das Auto wird regelmäßig bewegt, das war die eigentliche Motivation. Der Ertrag ist mit 140€ nicht rekordverdächtig, aber immerhin. Wenn das im September nochmal soviel wird, ist die Versicherung und die Steuer für das Fahrzeug schonmal fast eingefahren.

  • SIeben Vermietungen die jeweils ne halbe Stunde Zeit kosten. Vermutlich kommt noch per Zeitaufwand dazu. Und dann gibt es ja noch andere Kosten.

    Mir wäre das meine Freizeit nicht wert.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.