Beiträge von CKO

    Am allerliebsten wäre mir, wenn ich einfach nur eine E-Mail schreiben bräuchte, wonach T60 stadtauswärts nicht zulässig ist.

    Das habe ich letzte Woche getan und bereits nach 20 Minuten eine Antwort vom Leiter der Verkehrsbehörde bekommen. Er hatte kurz zuvor die Unfallstatistik für diese Strecke im Beirat Radverkehr vorgestellt. Hier meine Mail und seine Antwort:

    Zitat

    Sehr geehrter Herr K.,

    vielen Dank für die unten vermerkten Informationen. Wir werden in der Wiesenstraße eine Verkehrsschau durchführen. Bei dieser werden wir uns von der Einmündung Brückenstraße bis zur Einmündung Schlachthofstraße alles genaustens ansehen. Danach wird durch die Straßenverkehrsbehörde eine Anordnung erstellt, welche die Änderungen / Anpassungen beinhaltet.

    Zur Historie: Die Wiesenstraße wurde vor ca. 30 Jahren so konzipiert und gebaut, Es gab dort lange Zeit auch eine linksseitige B-Pflicht, die vor ca. 10 Jahren aufgehoben wurde.

    Und doch vermute ich, dass die Schutzwirkung des wirksam aufgesetzten Helms bei Senioren stärker ins Gewicht fällt als bei jungen Leuten:

    • meist aufrechte Sitzposition --> längerer Beschleunigungsweg des Kopfes
    • schwächere Muskulatur und Koordination --> weniger Kompensation vor dem Aufprall
    • schwächere Kompensation nach dem Aufprall

    Ob im konkreten Fall ein Helm mehr oder weniger genützt hätte als ein höherer Luftdruck, sei dahingestellt. ;)

    Die Entstehungsgeschichte dieses besorgten Kommentars hat es in sich und ist vielleicht ein eindrückliches Beispiel für die Haltung vieler Verwaltungen zum schnellen Radverkehr. Hier mein Mailverkehr mit der Mängelmelder-Zentrale (CC an Fachdienst):

    Am zweiten Arbeitstag danach die Antwort:

    Während ich meine Antwort darauf schrieb, griff ich dann doch zum Telefon und hatte dann ein nettes Telefonat mit der Teamleiterin des Mängelmelders. Zur Zeit haben sie 6 Mitarbeiter "am Tresen".

    Ein bisschen verärgert über die ganze Sache war unsere Radverkehrsbeauftragte, die es nicht mag, wenn die Leute am Tresen "Fachdienst light" spielen. Sie schrieb mir u.a.

    Zitat

    Hallo Herr ..,

    haben Sie schon eine Antwort auf Ihre Mail bekommen?

    --- und später:

    Hat man auch begründet, warum und wer das gestrichen hat?? Ich finde das war eigentlich eine zweifache Anmaßung, aus prinzipieller und aus fachlicher Sicht.

    Nun sind sie vermutlich vorsichtiger beim Mängelmelder-Team, und ich werde dort nur noch selten, aber weiterhin mit Klarnamen schreiben.

    1) Wegen der durchgezogenen Linie und des engen Luftraums war Überholen vollständig innerhalb des Streifens physikalisch unmöglich.

    2) Der überholende Radfahrer dürfte somit verbotenerweise die durchgezogene Linie überfahren haben.

    Das ist ein Grundproblem mit RFS. Meine untermaßigen Lieblingsradfahrstreifen befinden sich in Leipzig. Wenn ich dort die weiße Linie überfahre, dann aber richtig. 8) Manchmal sogar mit Arm raushalten. Ist zwar verboten, findet jedoch hohe Akzeptanz auch bei Kraftfahrern. :/

    Was Tote und Schwerverletzte anbetrifft, passiert der Bulk außerorts.

    Trifft das auch auf Fußgänger zu? Hin und wieder sehe ich anlässlich tödlich verunglückter Fußgänger Fotos des Unfallwagens der Presse, wo die Frontscheibe derart deformiert ist, dass die Kollisionsgeschwindigkeit wahrscheinlich über 40 km/h lag. Denn die EURO NCAP Crashtests, für die die Autos optimiert werden, gehen von 40 km/h Aufprallgeschwindigkeit aus. Meistens kommt beim Test heraus, dass der Kopf die Frontscheibe kaum berührt.

    Als wahrheitsliebender Mensch habe ich schon auf dem Schirm, dass ich ein bisschen mehr esse, wenn ich kräftig in die Pedale trete. Aber bei 1 kg Rindfleisch als typischen Verbrauch musste ich mir schon auf die Schenkel klopfen. :D

    Im Winterhalbjahr bewirkt mein Mehrverbrauch, dass ich mit etwas geringerer Raumtemperatur auskomme. Mein Chef hält es kaum aus in meinem Büro. ^^

    Da steht das falsche Modalverb. Bei kann wäre ich dabei gewesen. Es ist aber soll, womit ein Motiv ins Spiel gebracht wurde,

    Da hast Du recht. Dahinter steht das grundsätzliche menschliche Problem, dass wir anderen leicht negative Motivationen unterstellen, uns selbst aber stets positive. Im Konfirmandenunterricht habe ich gelernt, dass man sich stets bemühen soll, den anderen im guten und nicht im schlechten Licht stehen zu lassen. :)

    Eine Ausnahme ist die Warnung vor dem Wolf im Schafspelz, wenn sie sein muss. Andererseits kann man auch mal sein Unbehagen äußern, wenn man Verantwortungsträgern nicht traut, um herauszufinden, ob es anderen genauso geht. Ohne gleich ein endgültiges Urteil zu treffen.

    Mir fällt es sehr schwer, den Klimaprotest moralisch zu bewerten. Mein Weg ist es nicht, so zu handeln. Andererseits kann ich die Verzweiflung durchaus nachvollziehen, die man empfindet, wenn man das Fiasko kommen sieht, aber keine adäquate Reaktion in Politik und Gesellschaft erkennen kann. So etwas gibt es in anderen Bereichen auch. Als Christ hat man zumindest noch ein "Ventil" zu Gott hin, aber wenn man das nicht hat? Dann kann man die Verzweiflung in sich hineinfressen oder auch nach außen tragen. Wobei es leicht geschehen kann, dass man damit mehr Schaden als Nutzen bewirkt.

    In der polizeilichen Unfallstatistik sind etwas über die Hälfte der erfassten , von Radfahren verursachten Unfälle, Alleinunfälle

    .. etwa die Hälfte der erfassten Unfälle mit Radfahrerbeteiligung Alleinunfälle. Deswegen sind Radfahrer in etwas über der Hälfte aller Unfälle, an denen sie beteiligt sind, die Hauptverursacher. ;)