Beiträge von Yeti

    Ja, ist klar: Eine gefährliche und unzureichende Infrastruktur, auf die man am besten gleichzeitig Radfahrer-E-Scooter und Fußgänger zwingt und MoFas erlaubt. Alle fahren darauf, wie sie wollen und niemanden stört es, solange kein Auto deswegen bremsen muss.

    Und das Einzige, worüber man diskutiert, ist: "Helmpflicht" (hier fehlt wirklich seit Langem ein Facepalm-Smiley)

    joa, laut VZ ist der grau gepflasterte Teil Radweg? okeeee :/

    Zumindest in der Richtung. In der anderen Richtung ist alles beides.

    Man hat sogar aus der Richtung eine Umleitung für gewohnheitsmäßige Geisterfahrer eingerichtet, damit klar wird, dass man dort nur ausnahmsweise mal auf der richtigen Seite fahren soll.

    Und im Kreisverkehr davor findet man diese Fantasie-Beschilderung

    Sonst gibt es eine Benutzungspflicht in der Glückstädter Straße nur Richtung Süden, aber nicht nach Norden. Wenn das die Stader Verkehrsbehörde wüsste...

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl

    Der Grund für diese aktuelle kreative Verkehrsführung ist übrigens eine 10m lange Baustelle auf dem westlichen "Radweg" vor dem Haupteingang der BBS. Man könnte jetzt Radfahrer auf der Fahrbahn daran vorbeifahren lassen, oder man ordnet auf 550m Länge Geisterradeln an.

    Vielleicht ist das Geisterradeln aber auch nur angeordnet, damit man hier Platz für das temporäre Verkehrszeichen schaffen kann.

    Warum auch Fußgänger auf die andere Straßenseite wechseln sollen, weiß vermutlich nur die nobelpreisverdächtige Stader Verkehrsbehörde.

    Wie rücksichtslos sind E-Scooter-Fahrer? Ein Check in Stade und Buxtehude

    Zitat

    Das ist dreifach verboten. Die beiden Mädchen fahren zu zweit auf einem Roller, sind auf der falschen Straßenseite als Geisterfahrerinnen unterwegs und benutzen den Fußweg statt des Radwegs.

    So ist die Stelle, die das Artikelbild zeigt, aktuell beschildert. :S

    Ich würde mal so sagen: Zwei der bemängelten Verstöße hat die fahrradfreundliche Hansestadt Stade selbst angeordnet.

    Zur Eingangsfrage, ob Petitionen nützlich sind, möchte ich auf eine Petition hinweisen:

    SPD, stoppt den Frontalangriff auf die Informationsfreiheit!
    Wir alle haben das Recht auf staatliche Informationen. Seit 2006 müssen Behörden auf Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) Dokumente herausgeben –…
    weact.campact.de

    Ob diese Petition am Ende Erfolg hat, weiß ich nicht, aber es ist auch ein Mittel, auf Themen hinzuweisen. Viele in meinem Umfeld wussten gar nichts von einem IFG und fanden dann doch die Absicht, dieses IFG stark einzuschränken, reichlich dreist.

    Und es ist auch keine Gefühlsfrage. Es ist schlicht das, was ich beobachte. Ich bewerte es als Protest gegen autokonforme Infrastruktur bei der der Fußverkehr und Radverkehr nicht mitgedacht wurde. Und noch viel weniger im Zentrum der Gestaltung steht.

    Doch, es ist eine Gefühlsfrage, wenn Sie sich nicht mitgedacht fühlen.

    Nur, weil es eine separierte Infrastruktur für den Radverkehr gibt, wurde noch lange nicht mitgedacht. Ich würde mich sogar zu der Behauptung hinreißen lassen, dass der Radverkehr überall dort, wo man "Radwege" gebaut hat, nicht im Zentrum der Gestaltung stand, sondern vor allem der möglichst ungestörte Autoverkehr.

    Genau das scheint auch Ihre größte Sorge zu sein, wenn Sie sich unwohl fühlen, weil hinter Ihnen ein Auto langsamer fahren muss.

    Kreisel sind so oder so Mist für den Radverkehr

    Das stimmt nicht. Kreisverkehre gelten als sicher, weil sie bei richtiger Ausführung geschwindigkeitssenkend wirken. Radfahrer profitieren allerdings am wenigsten von der erhöhten Sicherheit eines Kreisverkehrs, wenn es umlaufende "Radwege" gibt. Alleine schon deshalb, weil sich die Anzahl der möglichen Konfliktpunkte verdoppelt, wenn man auf einem umlaufenden "Radweg" fährt und nicht auf der Kreisfahrbahn.

    Auch mit dem Fahrrad ist man schneller durch einen Kreisverkehr, als wenn man erst an einer Ampel warten muss.

    Fahrbahnnutzung in einem Kreisel, der für PKW und LKW gebaut ist.

    Dass der Kreisel nur für PKW und LKW gebaut ist, wäre nur der Fall, wenn es einen benutzugnspflichtigen "Radweg" gibt.

    Die Unfallforschung hält es übrigens für eine sehr gute Idee, mit dem Fahrrad auf der Kreisfahrbahn zu fahren, weil es die sicherste Führungsform ist. Umlaufende Radwege mit bevorrechtigtem Radverkehr ist hingegen die unsicherste Variante.

    Wir hatten hier kürzlich eine Tour zur Schulwegsicherheit, bei dem Lehrer der teilnehmenden Schulen typische Probleme beschrieben haben.

    Beim Vincent-Lübeck-Gymnasium in der Glückstädter Straße fahren viele Schüler aus Richtung Norden auf der falschen Straßenseite, damit sie schon auf der Seite sind, wo die Schule ist. Gegenüber gibt es die BBS, vor deren Haupteingang eine Fußgängerampel ist. Diese Querung liegt in Verlängerung einer unabhängigen Fahrradroute. Der Haupteingang zum Gymnasium liegt 80m weiter nördlich. Der Lehrer des VLG berichtete, dass jüngere Schüler im Bereich der Ampel von den älteren Schülern der BBS angepöbelt wurden und daher Angst hätten, die vorhandene Ampel zu nutzen. Außerdem ist es ein Umweg von knapp 200m.

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl

    Wäre es möglich, 80m weiter nördlich eine zweite Ampel zu errichten, die mit der vorhandenen Ampel synchronisiert ist, so dass immer beide Ampeln gleichzeitig schalten? Ich habe die RiLSA überflogen und dafür keine Beispiele gefunden, aber auch nichts, was explizit dagegen spricht. Kennt ihr vielleicht Beispiele, wo so etwas schon umgesetzt wurde?

    Die zweite Ampel könnte hier, etwa 80m entfernt stehen.

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    maps.app.goo.gl

    Dass die ganze Situation dort auch sonst reichlich verkorkst ist, ist ein anderes Thema. Immerhin gibt es Richtung Norden keine Benutzungspflicht, aber das ändert natürlich nichts daran, dass so gut wie niemand dort auf der Fahrbahn fährt.

    Somit lösen Radwege Probleme, die es ohne Radwege gar nicht gäbe.

    Eine Interessenvertretung von Radfahrern könnte sich entweder dafür einsetzen, dass Radfahrer ernst genommen werden, oder der Verband fordert separate Verkehrsflächen, auf denen man das wohlige Gefühl hat, dem Autoverkehr nicht im Weg zu sein. Weil man das aber nicht ehrlich so sagen will, behauptet man, es diene der Sicherheit.

    Entsprechend dürfte die Erwartung an den Fahrradfahrer höher sein, bei passender Gelegenheit anzuhalten

    ...oder einen "Angebotsradweg" zu benutzen. Ob an diesen Schrottwegen blaue Schilder stehen, ist daher eigentlich egal. Erst wenn es eindeutig geregelt ist, dass alle Radfahrer dort auf der Fahrbahn fahren müssen, gäbe es eine Chance, dass auch Leute wie Sie das verstehen.

    Und mit dem "Vorbeifahren", auch ein gern genutztes Argument von KFz-Lenkenden, deren Vertretern und StVB: Wir reden hier von einem Zeitraum, der in der Regel mit 2-3 Minuten benannt wird. Also von einer Strecke von 1 - 1,5km. Das kommt wahrscheinlich so oft vor wie ein 4er im Lotto, dass KFz über diese Strecke einen schmalen Radfahrer nicht überholen können.

    Wenn dort so viel Verkehr ist, dass man Radfahrer nicht überholen kann, kommt man in der Regel ohnehin nicht schneller voran als mit Radfahrgeschwindigkeit. Es stockt dort andauernd wegen PKW, die nach links auf die Parkplätze der Geschäfte abbiegen und auf eine Lücke im Gegenverkehr warten.