Wenn ich sehe, wie das Beispielauto das Beispielkind am Anfang überholt, kriege ich das kalte Kotzen. DAS ist jetzt sicher?
Ist es. Man wird nicht vom Mittelwert gestreift, sondern von extremen Ausreißern am Rande einer Gauss'schen Normalverteilung. Streifen glätten die Streuung der Fahrlinien von Kraft- *und* Radfahrer, die Glockenkurven werden an je einer Flanke steiler/schmaler.
Außerorts entstehen diese extremen Ausreißer seitens der Autofahrer dadurch, dass sie wegen Sichtbehinderungen (Gegenlicht, Dunkelheit, ggf. Radfahrer ohne Rücklicht), Tunnelblick/Sekundenschlaf, Spielen am Smartphone etc. gar nicht erst ausscheren, sondern dem Radler ungebremst ins Hinterrad semmeln (während innerorts dagegen eher das bewusste Fahren der Kampflinie im engen City-Gewühl für Längsverkehrs-Konflikte verantwortlich ist). Wo es von vorneherein keine überschneidenden Fahrlinien gibt, können auch keine Fehler beim Aus- oder Einscheren passieren. Anders als bei Streifen innerorts, gibt es außerorts auch keine Längsparker neben der Landstraße, die Streifenradler zum plötzlichen Ausweichen zur Fahrbahnmitte zwingen könnten. Was bleibt, ist einzig Seitenwind, aber auch dieses Problem wird netto kleiner, weil die KFZ nicht mehr mit 100, sondern mit 70 überholen dürfen.
T70 allein wäre m.E. wahrscheinlich auch schon völlig ausreichend für einen befriedigenden Sicherheitsgewinn der Rad- *und* Kraftfahrer. Und T70 ist m.E. auch der Grund dafür, dass der Bund die flächendeckende Einführung dieses Instrumentes scheut...