"Viel Spott hat es am Donnerstag für den schmalsten Radfahrerstreifen* der Stadt gegeben: Nur etwa 45 Zentimeter misst die rote Markierung einer Einfädelspur auf der Schlägerstraße, die Radfahrer schützen soll und doch von vielen als viel zu schmal empfunden wird.", berichtete die HAZ vom 11.1.2018.
http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…-ist-Einzelfall
Ob dieser sehr schmale "Radfahrstreifen" (eigentlich ist es ein "Schutzstreifen") tatsächlich eine so ausgesprochen negative Berichterstattung rechtfertigt? Bislang konnte ich mir das noch nicht vor Ort ansehen.
Besonders krass ist dieses Bild, das in der HAZ-Bildergalerie zu finden ist: http://www.haz.de/Mehr/Bilder/Ga…se#n27790201-p5
Wie ist das eigentlich mit der Benutzungspflicht des Schutzstreifens geregelt? Autofahrer dürfen ja in Ausnahmefällen die Radspur mit benutzen. Dürfen umgekehrt Radfahrer die übrige Fahrbahn mitbenutzen? Der oben gezeigte Mini-Radfahrschutzstreifen stellt ja wohl den Ausnahmefall dar, der es rechtfertigt, dass ein Radfahrer die übrige Fahrbahn mitbenutzt.
Um auch mal was positives zu sagen: Immerhin sieht es so aus, dass der Schutzstreifen nicht an parkenden Autos vorbeiführt.
* Müsste es nicht eigentlich richtig "Schutzstreifen" heißen? Ein Radfahrstreifen ist doch vergleichbar mit einem Radweg und ist mit einer durchgezogenen Linie von der Fahrbahn abgetrennt.
Auf google street view kann man sehen, das früher an der Stelle ein Hochbordradweg angelegt war. https://www.google.de/maps/@52.36530…!7i13312!8i6656
Zum Vergleich dieses Foto aus der HAZ-Bildergalerie, dass in etwa aus der selben Perspektive aufgenommen wurde wie das google street view-Bild: http://www.haz.de/Mehr/Bilder/Ga…se#n27790201-p6
Das googlemaps Satellitenbild zeigt die umgebaute Situation. Der Hochbordradweg wurde verkürzt und das Einfädeln auf die Straße erfolgt jetzt früher in dem Bereich einer neu errichteten Fußgängerschutzinsel. Aus dieser Perspektive stellt sich das Ganze schon wieder sehr viel anders dar als auf dem Zeitungsbild:
https://www.google.de/maps/@52.36576…t/data=!3m1!1e3Allerdings ist auf dem Satellitenbild der Schutzstreifen, bzw. Einfädelstreifen noch nicht rot markiert. Viel ausschlaggebender ist rechtlich gesehen jedoch die Strichlinie. Die es offensichtlich schon länger gibt als die rote Farbe auf dem Schutzstreifen. Es sieht so aus, dass sich die HAZ erst einschaltete, als die rote Farbe dazukam.
Mein Eindruck ist, da wird von der HAZ versucht, eine eigentlich gar nicht so schlechte Radverkehrslösung lächerlich zu machen. Besonders die Fotos aus der Fotogalerie erwecken einen ganz anderen Eindruck von der Situation vor Ort, als es sich auf dem Satellitenbild darstellt. Zeit für einen Ortsbesuch!