Ich halte es strategisch für äußerst fragwürdig, Autofahrer mit immer "radikaleren" Forderungen zu provozieren. Die fassen das meiner Ansicht nach auch nicht zu Unrecht als Gängelei auf! Und Tempo 60 wäre für mich genauso eine unsinnige Gängelei wie Tempo 15 oder 20 auf Radwegen.
Das ist doch Quark. In einem derartigen Kreuzungsbreich fährt kaum einer 60 oder gar 100, selbst bei besonders großzügigen Kurvenradien...
Das wird eher für Sattelzüge und Lkw angelegt. Mit denen kommst du nämlich im spitzen Winkel kaum ums Eck. Wo dann wieder ein paar Radfahrer geplättet werden.
Ich habe mal versucht, die Kreuzung auf googlemaps zu finden: https://www.google.de/maps/place/Bre…899!4d9.2971786
Ich vermute mal das ist sie.
Auf der Bundesstraße, die auf dem Foto zu sehen ist, gilt vermutlich Tempo 70 auf dem Abschnitt mit der Kreuzung. Einmal wegen der Kreuzungsituation, zum anderen, weil dort Wohnbebauung steht. 70 ist schon mal gar nicht so viel mehr als Tempo 60. Und sicher gibt es auch noch zahlreiche weitere Abschnitte auf der Bundesstraße, auf denen Tempo 70 gilt, so dass ein ständiges Beschleunigen und Verlangsamen bei den Autofahrern stattfindet, die dort langfahren. Warum also nicht gleich Tempo 60 auf der ganzen Strecke?
Außerdem forderst du selbst ja häufiger auf den Bau aufwendiger Radwege weit abseits der Autofahrspuren zu verzichten. Aber wie willst du denn Radfahrern die Fahrt auf einer Bundesstraße schmackhaft machen, auf der direkt neben dem Radverkehr mit Tempo 100 Autos vorbeiflitzen?
Tempo 60 dagegen wäre vermutlich deutlich besser verträglich mit Fahrradverkehr, der zum Beispiel auf einem deutlich markierten Radfahrstreifen direkt an der Fahrspur entlang geführt wird. Gerne auch mit geigneten Abgrenzungs-Elementen zusätzlich geschützt.
Für mich ausschlaggebend für Tempo 60 ist die Tatsache, dass Omnibuslinien-Verkehr maximal mit Tempo 60 betrieben werden darf, wenn Omnibusfahrgäste im Bus stehen. Omnibus-Linienverkehr kann dann kostendeckend bis gewinnbringend betrieben werden, wenn die Stehplätze in den Verkehrsspitzen mit benutzt werden.
Das sind keine "radikalen Forderungen", mit denen Autofahrer "gegängelt" werden sollen. Das sind vielmehr ganz rationale Gründe, die dafür sprechen, auf Landstraßen und Bundesstraßen maximal Tempo 60 zuzulassen. Und es führt dazu, dass die Fahrbahnen deutlich schmaler gebaut werden können, als Fahrbahnen, auf denen Tempo 100 zugelassen ist! Das sind alles deutlich kostensenkende Faktoren, so dass sehr viel Steuergeld eingespart werden kann.
Es würde damit auch niemandem das Autofahren verboten werden.