Am Anfang des von Malte verlinkten RP-online-Artikel heißt es:
"Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, sagte unserer Redaktion, nach der Euphorie der ersten Jahre müsse jetzt dringend nachgesteuert werden. „Wo E-Tretroller wegen ihrer hohen Anzahl zu einem Ärgernis und zur Gefahr werden, wollen die Städte einschreiten können. Dafür muss die Straßenverkehrsordnung geändert werden.“
Ich stell mir diese Aussage gerade mal übertragen auf Autos vor:
„Wo Autos wegen ihrer hohen Anzahl zu einem Ärgernis und zur Gefahr werden, wollen die Städte einschreiten können. Dafür muss die Straßenverkehrsordnung geändert werden.“
In vielen Städten sind die Autos bereits seit vielen Jahren wegen Ihrer hohen Zahl ein Ärgernis und eine Gefahr. Da hat man es ganz eindeutig versäumt, nach der "Euphorie der ersten Jahre" nachzusteuern. Bzw. es wurde jahrzehntelang in die falsche Richtung gesteuert und immer mehr die gesamte städtische Infrastruktur völlig einseitig dem Verkehrsmittel Auto untergeordnet.
Im vorletzten Absatz des von Malte verlinkten RP-online-Artikel heißt es:
"Technisch sei es zudem längst möglich, sensible Stadtbereiche, etwa Fußgängerzonen und Parks, über die Elektronik der Fahrzeuge automatisch vor gefährlich schnellen Scootern zu schützen. Hierauf müsse der Bund endlich reagieren. Inzwischen gebe es aber auch verschiedene Vereinbarungen zwischen den Anbietern und den Städten, so Dedy, die für etwas mehr Sicherheit, Akzeptanz und kooperatives Miteinander sorgte. „So regeln mancherorts Absprachen die Bergung von E-Rollern aus Seen, Flüssen und Kanälen.“"
Ich rufe gerade einmal die schreckliche Amokfahrt in Trier in Erinnerung, wo der Fahrer eines Landrover-SUV's vor rund einem Jahr mit seiner ungebremste Amokfahrt Menschen tötete: "Fünf Menschen wurden bei der Amokfahrt getötet; 24 wurden zum Teil schwer verletzt. Eine weitere Person starb knapp ein Jahr später an den Folgen."
Amokfahrt in Trier – Wikipedia
Der Täter fuhr mit über 80 km/h eine 650 m lange Strecke durch die Fußgängerzone. Das berichtete die SZ vom 4.12.2020 : "Amokfahrer von Trier fuhr mit 81 km/h durch die Fußgängerzone"
Es ist ja nun keineswegs so, dass es nicht möglich wäre, auch in Autos die weiter oben vom Städtetag für Elektrotretroller geforderte Elektronik einzubauen, die automatisch die Geschwindigkeit drosselt, wenn nötig bis auf Schrittgeschwindigkeit (Stichwort ISA) oder sogar auf Null, wenn das Fahrzeug in eine Fußgängerzone fährt. Was ist das für ein scheinheiliger Verein, dieser Deutsche Städtetag, der für die Elektrotretroller mit einem deutlich niedrigeren Gefährdungspotenzial die technische Sicherheitsausstattung fordert, die längst schon für all die vielen in der Regel weit über eine Tonne schweren und mit mehr als 100 PS ausgestatteten PKW verwirklicht sein könnte, die Tag für Tag unsere Städte unsicher machen und jeden Tag deutschlandweit rund 10 Todesopfer verursachen?
Und was die Anzahl angeht: Es mag zwar mehrere tausend Elektro-Tretroller in Hannover geben, die auf verschiedenen Verkehrsflächen (meist Fußwegen) geparkt sind. Aber es stehen mehrere Zehntausend Autos auf öffentlichen Verkehrsflächen herum. Und nicht wenige davon ordnungswidrig auf Gehwegen, oder gar offiziell auf Gehwegen geduldet (Stichwort halbseitiges Gehwegparken).
Unerlaubtes aber geduldetes Gehwegparken in Hannover-Limmer:

Angeordnetes Querparken führt zu extrem schmalen Fußwegen und Fußweg-Blockaden in Hannover-Linden:

Wäre es da nicht der richtigere Ansatz einige hundert Autostellplätze umzuwandeln in Stellplätze für mehrere Tausend Elektrotretroller?
Und dann noch einige Tausend Autostellplätze umwandeln für mehrere Zehntausend Fahrräder bitte!