Beiträge von Ullie

    VW versucht ja mit seiner Tochterfirma Moia den Eindruck zu erwecken, so eine Art besseren Ersatz für den ÖPNV zu schaffen. Tatsächlich betreibt VW mit Moia "Greenwashing", das ist meine Einschätzung.

    Was mit einem VW-Mitarbeiter in der Chef-Etage passiert, der sich tatsächlich für den ÖPNV einsetzt, hatte ich neulich zufällig beim (gezielten) Stöbern in einem Wikipedia-Artikel nachgelesen:

    "Er unterstützte den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und befürwortete die Entwicklung umweltfreundlicher Autos. Letztlich scheiterte Goeudevert mit diesem Ansatz an seinen eher traditionell eingestellten Kollegen und musste daher 1993 Volkswagen verlassen."

    Die Rede ist von Daniel Goeudevert (* 31. Januar 1942 in Reims), ein französischer Literat, Automanager und Unternehmensberater, der lange in Deutschland lebte und arbeitete.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Goeudevert

    Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich nicht daran erinnern kann, von Daniel Goudevert früher schon mal etwas gelesen oder gehört zu haben, obwohl ich mich schon länger mit Verkehrsthemen beschäftige.

    Nicht allzu viel Tiefgang, aber ganz lustig zu lesen:

    Heise Kommentar: Bullshit-Bingo der Verkehrswende

    Mein Favoriten:

    "Technologieoffenheit

    Laut Verkehrs-Aktivistin Katja Diehl "zu oft einfach nur cool klingendes Framing für nix verändern wollen, weil mir der Status Quo ganz gut gefällt"."

    und:

    "Tempolimit

    Die niedrigst hängende Frucht der Verkehrswende, die mit größtmöglichem Gezeter für völlig unerreichbar erklärt wird."

    Das sind auch alles so Dinge die mich daran zweifeln lassen, dass die Menschheit es noch irgendwie hinkriegt den Planeten zu retten...

    „Wir müssen utopisch denken, um realistisch zu sein.“ Harald Welzer macht sich Gedanken, wie eine gute Zukunft aussehen könnte: etwa eine Gesellschaft, in der solidarisches Handeln gestärkt wird. Eine Wirtschaft, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Eine Umwelt, die repariert werden kann.

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    Video-Sendung des österreichischen Karl-Renner-Instituts vom 19.4.21

    (Das Dr.-Karl-Renner-Institut (kurz: Renner-Institut) ist die politische Akademie der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, die nach Karl Renner benannt wurde und als Verein organisiert ist.)

    Welzer kritisiert den seit Jahrzehnten dominierenden Alarmismus in Zukunftsfragen. Ein Auslöser war ganz sicherlich der Zukunfts-Bericht des Club of Rome, Die Grenzen des Wachstums von 1972.

    Welzer plädiert dafür anstatt den Alarmismus anzuheizen lieber zukunftsfähige, nachhaltige Utopien in den Vordergrund zu stellen.

    Wenn man diejenigen, die in Form von Falschbehauptungen und gezielter Desinformation über Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus Stellung beziehen, als Schwurbler oder Schwurbler-Szene benennt, dann ist der österreichische Fernseh-Sender "Servus-TV", das Sprachrohr der Schwurbler-Szene.

    Auf tagesschau.de wurde kürzlich darüber berichtet:

    "Politiker und die Medien sind beliebte Feindbilder von Corona-Zweiflern. Der österreichische Privatsender ServusTV ist da eine Ausnahme: Dort werden teilweise falsche Informationen über die Pandemie verbreitet."

    tagesschau.de vom 20.12.2021

    ServusTV in Österreich: Ein Sender für Corona-Leugner?
    Politiker und die Medien sind beliebte Feindbilder von Corona-Zweiflern. Der österreichische Privatsender ServusTV ist da eine Ausnahme: Dort werden teilweise…
    www.tagesschau.de

    Der Begriff "Schwurbler" oder "Schwurbler-Szene" fällt allerdings nicht in dem Bericht. Besonders schlimm:

    "Der Sender bekommt 1,7 Millionen Euro Förderung aus dem Privatrundfunkfonds für das Jahr 2021." Tatsächlich habe ich selbst schon Sendungen auf dem Sender gesehen, in denen Corona-Leugnern und Impfpflicht-Kritikern eine breite Plattform bereit gestellt wird. Und die Beiträge aus diesem Personenkreis triefen oft von Schmähkritik, der redaktionell nichts entgegengesetzt wird.

    Allerdings befürchte ich, dass die Bezeichnung "Schwurbler" den Versuchen des Senders in die Hände spielt, ein möglichst breites Stammpublikum um sich zu scharen, dem dann eingeredet wird, gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden. Hilfreich ist es meines Erachtens, jemanden, der an bestimmten Maßnahmen zum Schutz vor Covid19 Zweifel hegt oder daran Kritik übt, genau zuzuhören, worin denn seine Kritik besteht, anstatt ihn einfach als "Schwurbler" zu bezeichnen, was dann schnell dazu beiträgt, dass das Gespräch endet und die Wagenburg-Mentalität verstärkt wird.

    I

    Mal abgesehen davon, das es da durchaus Schnittmengen gibt, was ja nicht schlecht ist, die Schwurbler-Szene ist vielfältig, weiß ich, hab so etwas in der buckligen Verwandtschaft. Da gibs schon von Naturmedizin und/über Globuli, ohne Fleisch, ohne Fette, nur Fleisch, nur Körner, mal extrem Umwelt, dann nie ohne Auto, ....

    Woher kommt eigentlich der Begriff "Schwurbler" oder "Schwurbler-Szene"? Du benutzt ihn ja für den Personenkreis der Anhänger von "Naturheilverfahren".

    Anfang der 80er-Jahren gab es ja eine Abspaltung von diesem Personenkreis von den Grünen, nach meiner Erinnerung vor allem wegen unterschiedlicher Positionen innerhalb der Grünen zur Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs.

    Eines der Spaltprodukte war die bis heute bundesweit aktive ÖDP, die unter anderem von dem ehemaligen Grünen-Mitglied Herbert Gruhl gegründet wurde.

    Ist diese ÖDP der politische Arm der konservativen Naturheilverfahren-Anhänger? Der Begriff "Schwurbler" jedenfalls ist mir dafür noch nicht aufgefallen.

    So ist das, insofern sollte man gut überlegen, ob eine Demokratie nicht auch mit 5% Schwurblern (und Rechtsextremen) auf der Straße leben kann. Hat sie bis jetzt auch Problemlos und wir haben Nachbarländer, da sind es deutlich mehr. Geht auch.

    Ich wäre da vorsichtig damit, diejenigen, die Kritik an der geplanten Impfpflicht äußern oder an Maßnahmen zum Schutz gegen Corona-Ansteckungen grundsätzlich immer mit Rechtsextremen in eine Schublade zu stecken. Es ist schlimm genug, wenn sich Impfgegner mit Rechtsextremen zusammentun, besonders in den Fällen, in denen sie nicht wissen was sie da tun, bzw. wem sie da auf den Leim gehen.

    Das ganze jetzt auch noch von außen zusammenzuschweißen indem man beide Gruppen grundsätzlich in einen Topf steckt macht es nicht besser.

    In der HAZ (Printausgabe) von heute kommt die Psychologin Eva-Lotta Brakemeier zu Wort:

    "Es gibt ja nicht nur die Impfgegner, die aus ideologischen oder politischen Gründen die Impfung ablehnen. Bei sehr vielen hat die Entscheidung gegen eine Impfung auch mit Unsicherheiten und Ängsten zu tun – Ängsten vor Nebenwirkungen, aber auch ganz konkret Ängsten vor Spritzen. Letzteres betrifft allein 3 Prozent der Bevölkerung. (...)"

    Weiter berichtet sie, unter den Impfskeptikern gäbe es "... auch solche mit einer komplizierten Krankheitsgeschichte. Sie hatten sich bisher aufgrund von Vorerkrankungen gegen eine Impfung entschieden, wollen aber nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden und kommen nun mit ihrer Krankheitsgeschichte und sehr vielen Fragen zu uns."

    Warum nicht diese Sorgen Ernst nehmen? Das ist besser als durch eine all zu markig vorgetragene Pauschalkritik den zum Teil recht clever agitierenden Rechten verunsicherte Menschen in die Arme zu treiben.

    Ich habe übrigens nicht den Eindruck, dass in unseren Nachbarländern alles so problemlos läuft mit den Protesten gegen Corona-Schutzmaßnahmen. In Frankreich beispielsweise ist es den Gegnern von Corona-Schutzmaßnahmen gelungen große Teile der sogenannten Gelbwesten-Bewegung zu instrumentalisieren. Und Macron hält sich derzeit mit Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung eher zurück. Von einem "Krieg gegen den Virus", wie bei seiner sehr martialischen Ansprache vor fast zwei Jahren, am 16.3.2020, hat er jedenfalls schon lange nicht mehr gesprochen.

    Verwundert auch nicht - ich wurde auch schon aus dem Auto (mit Kind daneben) belehrt dass ich "Vollidiot" doch auf dem Gehweg zu fahren hätte. Ich glaube viele haben gar keinen Bock mehr sich damit von A nach B zu bewegen, einfach aufgrund des Rufes der eScooter. Wird halt wieder Auto gefahren...

    Das ist das Prinzip Andi Scheuer. Er führt den E-Scooter so ein, dass es zu einer Hass-Kampagne gegen E-Tretroller und deren Nutzer*innen führt.

    Genau wie bei der PKW-Maut, die hat er auch so eingeführt, dass selbst die Opposition gar nicht anders konnte als Scheuers Maut-Pläne zu kritisieren. Scheuer selbst hat das nicht geschadet. Und zwar nicht trotzdem er so als Verkehrsminister agiert hat, wie er agiert hat, sondern weil er so agiert hat.

    Auch Scheuers großmundige Ankündigung, der E-Tretroller sei das Fahrzeug für die "letzte Meile" passt in dieses Bild. Er stößt Entwicklungen an, die scheitern, je deren Scheitern einkalkuliert ist, so dass letztlich das "gute, alte, vielfach bewehrte Automobil" ins beste Licht gerückt wird.

    Mal schauen, wie das bei Wissmann wird.

    Man kann eigentlich nur froh sein, dass kein Grüner Verkehrsminster wurde, denn die Enttäuschung bei den vielen Autofahrer*innen unter den Wähler*innen, wäre riesengroß, wenn das Verkehrsministerium tatsächlich Alternativen zum Autofahren erfolgreich "auf's Gleis setzte". Wo doch jeder Autofahrer keine andere Erwartung an einen Verkehrsminister hat, als dass er den Beweis erbringen möge, dass das Auto alternativlos ist.

    Das Prinzip heißt "Teile und Herrsche".

    Der Autofahrerschaft und ihren Lobby-Verbänden gelingt es ausgezeichnet, die E-Tretroller-Leihangebote und ihre Nutzer in Verruf zu bringen. Leider tragen auch die Nutzer der E-Tretroller selbst ihren Beitrag dazu bei, immer wieder Angriffsflächen zu bieten.

    Komisch nur, dass das beim Autofahren eigentlich genau so ist und auch immer wieder darüber berichtet wird, dass besoffene Autofahrer Unfälle bauen oder zu schnelles Fahren eine häufige Unfallursache ist und Menschenleben gefährdet, ohne dass das dazu führt, die Autofahrerei in Verruf zu bringen.

    Zumindest nicht in dem Maße, wie es umgekehrt gelingt, die E-Tretroller in Verruf zu bringen.

    Interessant ist, dass auch viele Radfahrer*innen bedenkenlos in den schrägen Autofahrer-Chor mit einstimmen, wenn es darum geht, E-Tretroller zu "dissen". Vielleicht hat das damit zu tun, dass viele Fahrradfahrer sehr stolz darauf sind, sich mit eigener Muskelkraft fortzubewegen. Das gipfelt ja sogar darin, dass manche Fahrradfahrerin stolz darauf sind, ein Sinklespeedbike oder gar ein Fixie zu fahren.

    Aber diese Aversionen von Fahrradfahrer*innen gegen E-Tretroller geht oft deutlich weiter und ist sehr viel stärker emotionsbelastet als die gegen Autofahrende. Obwohl Autofahrerende doch ein Vielfaches an Energie verschwenden im Vergleich zu einem E-Tretroller, bzw. bei Autofahrern der Bequemlichkeitsaspekt noch sehr viel deutlicher im Mittelpunkt steht. Eine Bequemlichkeit bei der Mobilität, der gegenüber ein Singlespeedbike-Fahrer alleine schon mit der Wahl seines Verkehrsmittels ein deutliches Gegen-Statement setzt.

    Bin ich als Fahrradbenutzer ökologisch, ökonomisch, volkswirtschaftlich, gesellschaftspolitisch und verkehrspolitisch nun dichter beim E-Tretroller-Fahrer oder beim Autofahrer?

    Ein Negativbeispiel aus Hameln:

    An der Sedanstraße wird der Radweg (benutzungspflichtig) noch Hochbord am Kastanienwall in Hameln langgeführt.

    An der Einmündung Waterloostraße endet der Radweg unvermittelt.

    Dafür taucht etwas kurzes Undefinierbares auf, möglicherweise ein Stückchen Schutzstreifen?

    Dann geht es direkt in die Bushaltestelle rein, die für den Radverkehr freigegeben ist. Ausgeschildert ist eine Busspur mit Radverkehrsfreigabe.

    Es kreuzt jetzt die Wettorstraße. Wie es auf der anderen Seite weitergehen soll für den Radverkehr lässt sich schlecht einsehen.

    Der Hochbordradweg ist jetzt gänzlich verschwunden. Auf dem Kastanienewall geht es jetzt hinter der kreuzenden Wettorstraße entweder weiter auf einer sogenannten Fahrradweiche oder auf der anscheinend stillgelegten Bushaltestelle, die dann zur Rechtsabbiegespur wird.

    Die Fahrradweiche hat eine Nettobreite (ohne Markierungslinien) von 1,00 m.

    Das ist Fahrradfahren zum Abgewöhnen. ;(

    Googlemap-Link: https://www.google.com/maps/place/Sed…218!4d9.3606122

    Noch ein Positiv-Beispiel das zeigt, dass ein Hochbordradweg nicht zwangsläufig unterbrochen werden muss, wenn er an einer Bushaltestelle vorbeiführt:

    Bild: Bemeroder Rathausplatz in Hannover

    Für den Fahrzeugverkehr auf der Fahrbahn gilt: Warten bis der Bus abgefahren ist.

    Nachteilig ist auch hier die unklare Situation auf dem Hochbordradweg. Sind Fahrradfahrer*innen in jedem Fall verpflichtet zu warten, wenn Fahrgäste aussteigen? Oder ist es okay, wenn sich aussteigende Fahrgäste und Fahrradfahrende so arrangieren, dass sie sich nicht in die Quere kommen? Im Zweifel sollte der Radverkehr stoppen!

    Besonders kritisch in der gezeigten Bushaltestellen-Gestaltung: Die Plakatwand des ansonsten gläsernen Wartehäuschens verdeckt für Fahrradfahrende den Blick auf Fahrgäste, die plötzlich hinter dem Wartehäuschen hervorkommen.

    Hmm, ich glaube der Impfpflicht-Zug ist bei Corona schon lange abgefahren. Zum einen hat sich auch ohne diese ein fester Kern von 5-10% gebildet, die sich auch mit Pflicht nicht impfen lassen werden. Und wie soll

    man mit den Leuten umgehen?

    Zum anderen, bis die wirklich kommt, sind die anderen schon alle geimpft und ist das Virus hoffentlich endemisch.

    Es ist nicht auszuschließen, dass die Impfpflichtdiskussion eine Schimäre ist, die die Menschen zu den Impfangeboten treiben soll, aber die dann wenn es "Spitz auf Knopf steht", schnell beigelegt wird nach dem Schema "War da was?". Das wäre allerdings mit unwägbaren Risiken verbunden für den Fall, dass Omikron nicht ein "letztes Aufbäumen" des Virus darstellt, wie jetzt manche hoffen.

    Wahrscheinlich wird man sich in dem Fall einer Rücknahme des Impfpflicht-Vorhabens darauf berufen, dass es Medikamente gäbe, die wirkungsvoll eine Covid19-Erkrankung heilen können.

    Ich halte jedoch nichts von solchen Überlegungen. Bereits die verfrühte Rücknahme der epidemische Lage von nationaler Tragweite Ende November hat unnötig Verwirrung gestiftet, die Menschen sorglos werden lassen und es um so schwerer gemacht, die im Verlauf des Dezember beschlossenen Schutzmaßnahmen auch umzusetzen. Auch die erwartbaren Verschärfungen durch den Bund-Länder-Gipfel am Freitag werden schwer durchzusetzen sein, nachdem man gerade erst vor rund zwei Monaten das Ende der Pandemielage festgestellt hat.

    Jetzt außerdem noch das Impfpflicht-Vorhaben zu canceln, kann ganz schön nach hinten los gehen. Zumal bereits zu Beginn der Impfkampagne vor rund einem Jahr noch davon gesprochen wurde, dass eine Impfquote von 70 % ausreichend sei: "WHO: Bis zu 70 Prozent Corona-Impfrate für Herdenimmunität nötig"

    in Ärztezeitung vom 29.11.2020, https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/WH…tig-415123.html

    Diese Zahl musste seitdem so weit nach oben korrigiert werden, dass jetzt die Impfpflicht im Raum steht, deren Kritiker aber berufen sich weiterhin auf die einmal verkündeten 70 %.

    Ich erlebe das hin und her nicht zuletzt beim Benutzen des Omnibus'. Im April 2020 wurden die vorderen Sitzreihen abgesperrt und mit Plastikfolie abgedichtet. Bis Herbst 2021 wurden Scheiben an der Fahrerkabine eingebaut und dann die vorderen Türen wieder freigegeben. Auch Bezahlen beim Fahrer war wieder möglich. Jetzt sind wieder die vorderen Sitzreihen abgesperrt, Vorneeinstieg unmöglich und der Fahrkartenkauf beim Fahrer/bei der Fahrerin ist wieder eingestellt. :(

    Ich halte es auch für falsch, die Impfpflicht-Diskussion darauf zu fokussieren, wie mit den Impf-Unwilligen umgegangen werden soll. Dafür werden Regelungen gefunden werden, die voraussichtlich auf ein Ordnungsgeld hinauslaufen. Darüber hinaus besteht ja jetzt schon die Corona-Impfpflicht in den Einrichtungen des Gesundheitswesens (Stichtag ist Mitte März 2022) bei der Bundeswehr gilt bereits jetzt: Jede*r muss geimpft sein. Im Falle einer Impfpflicht ist damit zu rechnen, dass grundsätzlich für alle Betriebe gilt, dass die Mitarbeiter*innen geimpft sein müssen.

    Viel wichtiger ist jedoch das unmissverständliche Signal, das von der Impfpflicht ausgeht und zwar nicht nur an die Bevölkerung sondern vor allem an die staatlichen Institutionen alles zu tun, um alle Menschen die Impfung zu ermöglichen. Damit würde Politikern der Wind aus den Segeln genommen, die frech behaupten, es sei gar nicht möglich, eine Impfpflicht einzuführen, weil gar nicht genug Impfstoff zur Verfügung stünde.

    Ich habe mir beides angesehen, die Straßenbahn in Straßburg (Bild 1) und die Metro in Lille (Bild 2), die in dem von Malte verlinkten Artikel auf der Seite 2 erwähnt wird.

    Viele Straßenbahnabschnitte in Straßburg sind vom Autoverkehr befreit!

    Wo sie nicht unterirdisch fährt, wird die Metro in Lille oberirdisch in einer Betonrinne auf Stelzen geführt.

    Auch in Straßburg gibt es immer noch viel zu viel Autoverkehr, aber man hat sich dort getraut, dem Autoverkehr Verkehrsflächen abzuringen und es hat sich bezahlt gemacht!

    Ein weiteres Beispiel wie verbohrt nicht nur CDU und FDP sich verhalten, wenn es darum geht die Verkehrswende voranzubringen ist die Auseinandersetzung um den Schnellwege-Ausbau. Als ich die Bundestagsabgeordnete Yasmin Fahimi am Wahlkampfstand darum gebeten hatte, die notwendigen Erneuerung der Südschnellweg-Brücke durch die Leinemasch nicht zum Vorwand zu nehmen, die Strecke autobahnmäßig auszubauen und dafür hunderte von Bäumen zu fällen, fragte sie mich, ob ich denn auf den Bäumen leben wollte.

    E-Tretroller = böse X( , weil die Leute damit Spaß haben. 8)

    Autos = gut :/ , weil alle Menschen dringend darauf angewiesen sind, um zur Arbeit und zum Einkaufen zu fahren. ?( :?:

    Ich hege allerdings den Verdacht, dass beim Autofahren wie beim Elektro-Tretrollerfahren der Spaßfaktor an erster Stelle steht. Die Autofahrerei wird allerdings - leider häufig erfolgreich - mit angeblichen unabdingbar notwendigen Sachzwängen gerechtfertigt, was beim Elektro-Tretrollerfahren nicht so richtig gelingt.

    Neue Osnabrücker Zeitung vom 3.1.2022:

    "Corona: Zentralrat der Muslime plädiert für Impfpflicht in Deutschland

    Osnabrück (ots)

    (...) Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) dringt im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek, "ich spreche mich für eine solche Verpflichtung in Deutschland aus".

    Mazyek wies darauf hin, dass die Impfquote unter muslimischen Bürgern leicht über dem allgemeinen Durchschnitt liege. In manchen Gemeinden seien es nach eigenen Erhebungen 90 Prozent und mehr."

    Corona: Zentralrat der Muslime plädiert für Impfpflicht in Deutschland
    Osnabrück (ots) - Corona: Zentralrat der Muslime plädiert für Impfpflicht in Deutschland Mazyek: Impfquote unter muslimischen Bürgern leicht über dem…
    www.presseportal.de

    Keiner zwingt die Omma, 1,5 km zum nächsten Zebrastreifen zu laufen.

    Ach nein?

    Bildbeschreibung: Heute ein ampelgesteuerter Fußgängerüberweg. Früher (bevor hier ein Fußgänger tot gefahren wurde) gab es nur einen Fußgängertunnel mit langen und steilen Treppen.

    Dann lies dir bitte mal den Unfallbericht durch, der vor rund 12 Jahren erschien und sich mit einem totgefahrenen Fußgänger auf dem Friedrichswall in Hannover beschäftigt:

    HAZ vom 11.8.2021: Todesfahrt in Hannover: Motorrad hatte 100 auf Tacho

    Todesfahrt in Hannover: Motorrad hatte 100 auf Tacho
    Todesfahrt auf dem Friedrichswall in Hannover: Das Motorrad hatte mindestens Tempo 100 auf dem Tacho. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig: Trifft den…
    www.haz.de

    Ein Fußgänger verzichtete darauf, die "sichere" Fußgängerunterführung mit Treppenabgang und Treppenaufgang zu benutzen, um auf die gegenüberliegenden Seite des Friedrichswall zu gelangen. Er verlor dabei sein Leben.

    Entfernung zu den nächsten Fußgängerampeln jeweils ca. 200m nach beiden Seiten der Unterführung. Einen Umweg musste der Fußgänger also auf jeden Fall nehmen, um auf die andere Seite zu kommen. Entweder treppab, treppauf oder rund 1/2 km über die Ampeln.

    Beim direkten oberirdischen Überqueren der Straße wird er von einem Motorradfahrer (der hatte sich mit einem weiteren Motorradfahrer ein Wettrennen "erlaubt") mit 100 bis 120 km/h totgefahren, obwohl auf dem Friedrichswall nur 50 km/h erlaubt sind.

    Und in der Zeitung wird dann spekuliert, ob der Fußgänger nicht selbst dran Schuld war, dass er totgefahren wurde. Denn er hätte ja auch den "sicheren" Fußgängertunnel nehmen können.

    Zitat aus dem HAZ-Artikel: "Trifft den getöteten Fußgänger juristisch eine Mitschuld?" <X

    Inzwischen ist der Tunnel nicht mehr zugänglich und es gibt stattdessen eine Fußgängerampel.

    Drei weitere Fußgängertunnel in der Nähe sind jedoch noch in Betrieb und dort gibt es ebenfalls keine Fußgängerampeln. Und immer noch fahren Autofahrer in Hannover rum, die finden, dass durch die eingerichtete Fußgängerampel der Verkehrsfluss gestört werde und auf keinen Fall auch noch dort, wo die anderen Tunnel sind, oberirdisch ampelgesteuerte Fußgängerüberwege eingerichtet werden dürfen.

    Und es gibt politische Parteien, die diese Leute auch noch zusätzlich aufhetzen, auf ihr "grenzenloses Autofahrer-Vorrangsrecht" zu pochen.

    Die Teilnehmer an der Studie mussten sich übrigens selber aktiv um die Teilnahme bzw. die damit geförderten Räder bewerben. Das ist keine gute Stichprobe, die stellvertretend das wahre Umsteige-Potential der Autofahrerschaft abbildet.

    Ich habe mir auf der von Th(oma)s verlinkten Website mal die Sponsoren der Studie angeschaut:

    - Rema Tip Top

    kennt man von den klassischen hellgrünen Flicken-Kästchen:

    https://m.media-amazon.com/images/I/71GrVS0RGnL._AC_SL1500_.jpg

    Die stellen aber auch Autozubehör her.

    - Fahrrad.de

    ein Fahrrad-Onlineshop, der auch teure E-Bikes verkauft

    - topeak und SKS

    Ein Hersteller von Fahrradwerkzeug und -Zubehör.

    Zu den "Projektpartnern zählt sowohl der ADAC als auch der ADFC.

    Mein Eindruck ist, dass es bei dem ganzen Projekt vor allem darum geht, für möglichst hochpreisige Elektrofahrräder geschickt Werbung zu machen.

    Am Anfang des von Malte verlinkten RP-online-Artikel heißt es:

    "Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, sagte unserer Redaktion, nach der Euphorie der ersten Jahre müsse jetzt dringend nachgesteuert werden. „Wo E-Tretroller wegen ihrer hohen Anzahl zu einem Ärgernis und zur Gefahr werden, wollen die Städte einschreiten können. Dafür muss die Straßenverkehrsordnung geändert werden.“

    Ich stell mir diese Aussage gerade mal übertragen auf Autos vor:

    „Wo Autos wegen ihrer hohen Anzahl zu einem Ärgernis und zur Gefahr werden, wollen die Städte einschreiten können. Dafür muss die Straßenverkehrsordnung geändert werden.“

    In vielen Städten sind die Autos bereits seit vielen Jahren wegen Ihrer hohen Zahl ein Ärgernis und eine Gefahr. Da hat man es ganz eindeutig versäumt, nach der "Euphorie der ersten Jahre" nachzusteuern. Bzw. es wurde jahrzehntelang in die falsche Richtung gesteuert und immer mehr die gesamte städtische Infrastruktur völlig einseitig dem Verkehrsmittel Auto untergeordnet.

    Im vorletzten Absatz des von Malte verlinkten RP-online-Artikel heißt es:

    "Technisch sei es zudem längst möglich, sensible Stadtbereiche, etwa Fußgängerzonen und Parks, über die Elektronik der Fahrzeuge automatisch vor gefährlich schnellen Scootern zu schützen. Hierauf müsse der Bund endlich reagieren. Inzwischen gebe es aber auch verschiedene Vereinbarungen zwischen den Anbietern und den Städten, so Dedy, die für etwas mehr Sicherheit, Akzeptanz und kooperatives Miteinander sorgte. „So regeln mancherorts Absprachen die Bergung von E-Rollern aus Seen, Flüssen und Kanälen.“"

    Ich rufe gerade einmal die schreckliche Amokfahrt in Trier in Erinnerung, wo der Fahrer eines Landrover-SUV's vor rund einem Jahr mit seiner ungebremste Amokfahrt Menschen tötete: "Fünf Menschen wurden bei der Amokfahrt getötet; 24 wurden zum Teil schwer verletzt. Eine weitere Person starb knapp ein Jahr später an den Folgen."

    Amokfahrt in Trier – Wikipedia

    Der Täter fuhr mit über 80 km/h eine 650 m lange Strecke durch die Fußgängerzone. Das berichtete die SZ vom 4.12.2020 : "Amokfahrer von Trier fuhr mit 81 km/h durch die Fußgängerzone"

    Amokfahrer von Trier fuhr mit 81 km/h durch die Fußgängerzone
    Das ergibt eine Auswertung der Polizei, die weitere Details zu Tat und Festnahme veröffentlicht. Die Zahl der Verletzten erhöht sich auf 24.
    www.sueddeutsche.de

    Es ist ja nun keineswegs so, dass es nicht möglich wäre, auch in Autos die weiter oben vom Städtetag für Elektrotretroller geforderte Elektronik einzubauen, die automatisch die Geschwindigkeit drosselt, wenn nötig bis auf Schrittgeschwindigkeit (Stichwort ISA) oder sogar auf Null, wenn das Fahrzeug in eine Fußgängerzone fährt. Was ist das für ein scheinheiliger Verein, dieser Deutsche Städtetag, der für die Elektrotretroller mit einem deutlich niedrigeren Gefährdungspotenzial die technische Sicherheitsausstattung fordert, die längst schon für all die vielen in der Regel weit über eine Tonne schweren und mit mehr als 100 PS ausgestatteten PKW verwirklicht sein könnte, die Tag für Tag unsere Städte unsicher machen und jeden Tag deutschlandweit rund 10 Todesopfer verursachen?

    Und was die Anzahl angeht: Es mag zwar mehrere tausend Elektro-Tretroller in Hannover geben, die auf verschiedenen Verkehrsflächen (meist Fußwegen) geparkt sind. Aber es stehen mehrere Zehntausend Autos auf öffentlichen Verkehrsflächen herum. Und nicht wenige davon ordnungswidrig auf Gehwegen, oder gar offiziell auf Gehwegen geduldet (Stichwort halbseitiges Gehwegparken).

    Unerlaubtes aber geduldetes Gehwegparken in Hannover-Limmer:

    Angeordnetes Querparken führt zu extrem schmalen Fußwegen und Fußweg-Blockaden in Hannover-Linden:

    Wäre es da nicht der richtigere Ansatz einige hundert Autostellplätze umzuwandeln in Stellplätze für mehrere Tausend Elektrotretroller?

    Und dann noch einige Tausend Autostellplätze umwandeln für mehrere Zehntausend Fahrräder bitte!

    Die weitaus überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger verzichtet wegen und nicht trotz der andauernden Pandemie auf größere Zusammenkünfte, Herr Polizeirat. Sie sollten mal überdenken, für welches Volk Sie tätig sind, bevor Sie es einer Generalblödheit bezichtigen. :)

    Das "trotz" steht da, wegen der 2 Jahre, die die Pandemie schon andauert, Und es ist erfreulich, dass trotzdem wegen der Pandemie die Bürger*innen überwiegend vernünftig genug sind, auf größere Zusammenkünfte bei denen viele Menschen zusammenkommen, zu verzichten.

    Aber vielen Dank für den Hinweis Herr Schulmeister. :)

    Mal schauen ob sich das noch klarer formulieren lässt.