Beiträge von Ullie

    Um den Unfalltyp "Frontalcrash" zu reduzieren, helfen eigentlich nur Tempolimits und Überholverbote. Dabei gilt dort laut GoogleMaps (wegen der Bäume) Tempo 70, was selbst Ullie außerorts okay findet. Vielleicht hat es den Überholenden gestört, dass sich die anderen daran gehalten haben? Wer weiß.

    Gib mir doch bitte einen Hinweis darauf, dass ich Tempo 70 außerorts okay fände.

    Ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass ich mehrfach geschrieben habe, dass ich als Tempolimit außerorts 60 km/h okay fände, aber nicht Tempo 70.

    Die 60 km/h deshalb, weil dass das Tempolimit für Omnibusse außerorts ist. (Wenn Fahrgäste Stehplätze einnehmen.)

    Ein wirtschaftlich betriebener ÖPNV ist auf Stehplätze in den Verkehrssspitzen angewiesen. Es kann nicht im Sinne einer echten Verkehrswende sein, dass der Omnibusverkehr dadurch gegenüber dem MIV ausgebremst wird, dass Autos grundsätzlich schneller fahren dürfen als Omnibusse.

    "schuldig gemacht" ??? In welchem Sinne? Religiös, zivilrechtlich, strafrechtlich???

    Abschreckender "Defätismus" gegenüber was? Der "Motorisierte Individualverkehr" ist verantwortlich für zahlreiche Unfalltote und Verletzte, die meisten davon - und darauf hinzuweisen ist wohl Defätismus in einer autozentrierten Gesellschaft - sind: PKW-Insassen.

    Getötete bei Verkehrsunfällen nach Art der Verkehrsbeteiligung
    Diese Tabelle enthält: Getötete bei Verkehrsunfällen nach Art der Verkehrsbeteiligung für die Jahre 2022 bis 2025.
    www.destatis.de

    Und wer sind diese "arglosen Interessenten"? Wo sind diese Millionen Interessierte, die da in ihren Stuben (und Autos) hocken, sehnsüchtig darauf wartend, dass ihnen jeglicher Lebens- und Umwelterfahrung widersprechend, verbindlich erklärt wird, dass das Fahrradfahren auf mehrspurigen Hauptverkehrsstraßen am besten dann funktioniere , wenn dort keinerlei Radverkehrsinfrastruktur vorhanden sei?

    Ja, das Signal kann einerseits durch T30 kommen - was dann aber den ÖPNV ausbremst und weniger attraktiv macht.

    Der ÖPNV wird nicht durch Tempo 30 ausgebremst, im Gegenteil, es wird dadurch der Tempo-Vorteil des MIV ein Stück weit aufgehoben.

    Bei einem fllächendeckenden Tempo 30 innerorts, hat der Busverkehr größere Vorteile gegenüber dem MIV als bei Tempo 50 km/h, weil die Phasen negativer Beschleunigung und positiver Beschleunigung beim Anfahren an die Haltestelle und beim Abfahren von der Haltestelle, deutlich kürzer sind und deshalb weniger stark ins Gewicht fallen, als bei Tempo 50.

    Ein weitere Verbesserung des ÖPNV ist der Verzicht auf Haltebuchten für den Omnibus, die von der Autolobby durchgesetzt wurden und leider immer noch werden, damit der MIV am haltenden Bus vorbeirauschen kann. Bushaltestelle sind so zu bauen, dass der Bus auf der Fahrbahn an einem Kap hält und ein Vorbeifahren an dem haltenden Bus nicht möglich ist. Immerhin gibt es auch die Kap-Bauform an zunehmend mehr Haltestellen.

    Dieser Trickfilm zeigt die Vorteile der Kap-Haltestelle:

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    Um den Unfalltyp "Frontalcrash" zu reduzieren, helfen eigentlich nur Tempolimits und Überholverbote. Dabei gilt dort laut GoogleMaps (wegen der Bäume) Tempo 70, was selbst Ullie außerorts okay findet. Vielleicht hat es den Überholenden gestört, dass sich die anderen daran gehalten haben? Wer weiß.

    Willst du damit sagen, dass der Überholer nur deshalb überholt hat, weil es ihn gestört hat, dass andere sich an Tempolimits halten?

    Der Unfall ist halt nur passiert, weil es keine Mopedwege gibt.

    Und Motorradwege (für die schnelleren)

    Mopedfahren und Motorradfahren ist so eine Art Hochrisiko-Fortbewegungs-Option.

    Noch insicherer als Autofahren.

    Fahrradfahren dagegen mit einem niedrigen Tempo (mit einem hohen Tempo ist das ohnehin für viele Menschen nicht möglich, es sei denn bergab oder mit viel Rückenwind) ist vergleichbar mit Fußverkehr. Und deutlich nachhaltiger als KFZ-Verkehr.

    Gibt es sowas auch für den Kraftverkehr?

    In Frankreich schon: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/p…r-11665685.html

    Die Kampagne stellt heraus, dass Frauen deutlich sicherer Auto fahren als Männer. Zum Beispiel wird auf Plakaten herausgestellt: "Der Rat auf sämtlichen Plakaten lautet am Schluss: „Wie eine Frau zu fahren bedeutet nur eines, am Leben zu bleiben.“"

    Die Kampagne propagiert über den Weg Frauen als Autofahrervorbild sichere Verhaltensweisen bei der Autonutzung. Ruhiges Fahren, Einhalten von Tempolimits, Verzicht auf riskante Fahrman(n)över usw.

    https://www.focus.de/panorama/welt/…71a742fa32.html

    Angenommen, es wären vier Radfahrer gewesen. Was wäre dann in Presse und Drunterkommentaren los?

    Verkehrssicherheit ist unseparierbar.

    In der Wahrnehmung vieler Menschen sind Mopeds eher geduldet als erwünscht. Fahrradfahrer*innen mögen oft auch keine Mopeds, wegen des Lärms, dem oft zur Schau getragenen Imponiergehabe und weil Fahrradfahrer*innen auf sich selbst stolz sind, sich mit eigener Körperkraft fortzubewegen, anstatt am Gasgriff zu drehen. Mag sein, dass in der Presse mehr los gewesen wäre, wenn vier Fahrradfahrer*innen bei dem Unfall gestorben wären. Ich vermute das Mitleid für Mopedfahrer*innen ist weniger ausgeprägt als für Fahrradfahrer*innen.

    Vermutlich wäre auch der Ruf nach Fahrradwegen gekommen. Außerorts dürfen Mofas bis 25 km/h (bauartbedingtes Höchsttempo) den Radweg benutzen. ich vermute auch wenn die Mopeds aus dem Artikel den Radweg hätten benutzen können, wenn es einen gegeben hätte, würde das nicht dazu beitragen, dass jetzt Radwege gefordert werden an der Unfallstrecke.

    Warum meinst du im Zusammenhang mit dem Unfall, Verkehrssicherheit sei "unseperierbar"? Es ist doch schon auffällig, dass der Autofahrer, (wenn auch schwer verletzt) überlebte, drei der vier Mopedfahrer*innen aber bei dem Unfall getötet wurden.

    Unfall in Brandenburg: Auto kracht beim Überholen in Mopeds - vier Tote

    Ein Autofahrer will mehrere Fahrzeuge überholen. Im Gegenverkehr kommen ihm mehrere Mopeds entgegen - drei Fahrer und eine Sozia der Kleinkrafträder überleben das Überholmanöver nicht.

    Tagesspiegel, 8.10.2026 https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/p…e=outbrain_free

    Ich vermute, auch solche Unfallberichte tragen dazu bei, dass viele Fahrradfahrer*innen sich einen eigenen Radweg wünschen. Obwohl hier gar nicht von Fahrrädern berichtet wird.

    "Mit dem Auto rund um die Oper cruisen? Das soll bald Vergangenheit sein. Das Mobilitätskonzept für Hannovers Innenstadt kommt ohne Auto-Durchgangsverkehr auf Ständehaus- und Georgstraße aus." Darüber berichtet die HAZ am 19.9.2023.

    Hier ein Blick in die Ständehausstraße:

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    Und hier ein Blick in die Georgstraße, rechts ist die Bushaltestelle:

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    "Das gesamte Operndreieck würde ab Kreuzung Baringstraße prioritär dem Rad-, Fuß- und Busverkehr vorbehalten. Die Stadt will die Georgstraße dafür schick umbauen. Alle Straßenrandparkplätze (außer für Behinderte und Lieferverkehr) fallen weg. Onay sagt, es gebe genug Parkgelegenheiten etwa im Parkhaus Windmühlenstraße."

    Zitate aus: https://www.haz.de/lokales/hannov…XPFF75UUWU.html (Leider Pay-Wall)

    Ich finde das gut. Der Autoverkehr, der da lang geht, ist so was von unsinnig und das "Poser-Verhalten" mancher Autofahrenden so nervig, dass auch von vielen Autofahrenden großes Verständnis für diese Maßnahme zu erwarten ist. Zumal die vernünftigeren unter den Autofahrenden ohnehin nicht mit dem Auto in die Innenstadt fahren.

    Vermutlich ist nur sehr schwer in kurzer Zeit zu erheben, wieviel eine solche Maßnahme bringt, um den Radverkehrsanteil zu steigern.

    Andererseits sind die Erfolge für den Radverkehr an der neuen Flächenverteilung der Verkehrsteilnehmer sehr präzise abzulesen. Ich werte das bereits als ein Erfolg, auch wenn der sich erst langfristig voll auswirken sollte in der Form, dass die Autonutzung zurückgeht und der Umweltverbund gestärkt wird.

    Wiederum andererseits sind zusätzlich geschaffene Autoverkehrsflächen zu berücksichtigen, die dazu beigetragen haben, dass dem Projekt Radfahrstreifen zugestimmt wurde. "Die Straße soll insgesamt Radfahrer- und Fußgänger-freundlicher werden. Möglich macht das die Bahnhofshinterfahrung, die die Innenstadt deutlich vom Verkehr entlasten soll." Radio Hagen https://www.radiohagen.de/artikel/mehr-r…adfahrer-391035

    Dann muss nicht nur berücksichtigt werden, ob die Radfahrstreifen dazu geführt haben, dass dort mehr Radverkehr langgeht, sondern auch, ob es dazu geführt hat, dass Radverkehr, der dort unerlaubterweise auf dem Fußweg erfolgte, jetzt auf dem Radfahrstreifen stattfindet. Da spricht einiges für. Zahlen dazu wurden aber vermutlich nicht erhoben.

    Am eindeutigsten scheint mir der langfristige Erfolg zu sein, der darin besteht, dass die Straßenraumgestaltung eindeutig signalisiert: Hier ist viel Radverkehr und Fußverkehr erwünscht. Noch schöner wäre es natürlich, wenn der Autoverkehr ganz ausgesperrt würde!

    Für den ÖPNV übrigens gibt es schon länger eigene Spuren.

    War auf diesen "Autofahrspuren" das Radfahren verboten?

    Die älteren streetview-Bilder lassen das Problem erahnen. Staus vor den Ampeln, Fahrradfahrer*innen, die im Autostau stehen, der beide Autofahrspuren blockiert hat. Zum Beispiel an dieser Stelle:

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
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    Ein weiteres Problem: Langsam fahrende Fahrradfahrer*innen fahren nur etwa ein Drittel bis ein Viertel des Tempos von Autofahrer*innen auf Straßen innerorts, auf denen Tempo 50 gilt, was nach meiner Beobachtung vor Ort dort zutrifft. Und die Anzahl solcher Radfahrenden ist trotz Pedelec-Verbreitung immer noch sehr hoch. Besonders bei hohem Verkehrsaufkommen ist das Fahrrad-Fahren auf einer zweispurigen Hauptverkehrsstraße lästig bis unangenehm. Bei sehr niedrigem Verkehrsaufkommen dagegen, ermuntern solche breiten Hauptverkehrsstraßen mit zwei Fahrspuren je Richtung viele Autofahrer*innen zum Rasen.

    Und besonders für die vielen potenziellen Fahrradfahrer*innen mit wenig Fahrroutine, die es für das Fahrradfahren zu gewinnen gilt, ist der breite Radfahrstreifen eine Einladung!

    und dann noch ein ... doch ungewöhnlicher Unfall:

    https://www.spiegel.de/panorama/a66-i…b7-0ddcbc5dd2f6

    gemessen an den von Radfahrern auf Autobahnen zurückgelegten Kilometern ist das Unfallrisiko doch durchaus hoch, oder? :/:rolleyes:

    Haben moderne LKW's nicht einen Notbremsassistenten?

    Hatte dieser LKW einen? Und war der eingeschaltet?

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    Wenn ich es nicht überlesen habe, wird in dem Artikel nichts darüber berichtet.

    Hier ein Video über LKW-Notbremssysteme:

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    Kürzlich führte mich einer meiner Wege ins Märkische Sauerland.

    Auf dem Weg dorthin nutzte ich die Umsteige-Pause, um einen Blick auf den Bahnhofsvorplatz von Hagen zu werfen.

    Siehe da, es tut sich was in Sachen Verbesserung der Radverkehrs-Infrastruktur: Der Graf-von-Galen-Ring hatte einmal zwei Autofahrspuren je Richtung.

    Auf den älteren streetview-Bildern kann man das noch sehen:

    Street View · Google Maps
    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
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    (Aufnahme abgerufen am 7.10.2026)

    Dieselbe Stelle als neuere Satelliten-Aufnahme zeigt: Je eine Autofahrspur wurde umgewandelt in einen breiten Radfahrstreifen:

    Google Maps
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    (Aufnahme abgerufen am 7.10.2026)

    glaubt man den vielen Artikeln der Zeitungen quer durch Deutschland, ist mittlerweile jede Stadt irgendwie zu einem halben Campingplatz verkommen. Überall stehen Wohnmobile und Wohnwagen und nehmen den Anwohnern die Parkplätze weg... :whistling:

    Die Artikel, die du gelesen hast, sind zutreffend.

    Warum stört sich nur (fast) niemand dran?

    Spreche ich Leute drauf an, bekomme ich als erstes zu hören: "Die wollen nur einpacken, um in den Urlaub zu fahren."

    Macht man drauf aufmerksam, dass so ein Wohnwagen oder Wohnmobil ganzjährig im Wohngebiet steht, dann heißt es:

    "Naja ist nicht schön, aber ist ja erlaubt."

    Bei einem Wohnwagen ist das nicht unbegrenzt der Fall, da gilt die 14-Tage-Frist. Aber viele finden das nicht weiter schlimm, wenn wer dauerhaft seinen Wohnwagen am Fahrbahnrand abstellt.

    Sollen aber Bäume gepflanzt werden, und dafür Parkplätze zurückgebaut werden, dann hagelt es Proteste.

    Autoarmes Quartier - und der "Nahversorger" jammert, dass er keine 6 Kundenparkplätze vor der Tür hat.

    Keine Ahnung, warum das Quartier als "Autoarm" bezeichnet wird. Es ist so reich an Parkplätzen, dass dort sogar Wohnwagen-Anhänger dauerhaft abgestellt werden, anscheinend ohne dass die Anwohner daran irgendwie Anstoß nehmen:

    Dieser Wohnwagen-Anhänger steht nur 100 m entfernt von dem Supermarkt, der angeblich so dringend auf zusätzliche Auto-Parkplätze angewiesen ist.

    Und nochmal rund 100 m weiter stehen diese beiden Wohnmobile und ein weiterer Wohnwagen-Anhänger:

    Mein Eindruck: Es handelt sich nicht um ein autoarmes Wohngebiet sondern einen Campingplatz!8)

    bin gerade beruflich wieder mal in Erlangen unterwegs, die Stadt hat eine Statistik zur Sicherheit im Radverkehr rausgebracht:

    https://erlangen.de/uwao-api/faila…-4_b_2026_7.pdf

    Entsprechend der Grafik in Abbildung 3 auf Seite 7 könnte man auf die Idee kommen, es sei sicherer ein herkömmliches Fahrrad zu fahren, anstatt ein Pedelec zu benutzen. Denn die Kurve für die Unfallzahlen sinkt bei herkömmlichen Fahrrädern nach unten und steigt bei den Pedelecs.

    Aber es ist keine "Korrektur" in dem Sinne eingebaut, dass die Anzahl der Fahrten auf herkömmlichen Fahrrädern versus Pedelec-Fahrten berücksichtigt. Und es ist auch kein direkter Hinweis darauf zu finden, dass bei Pedelec-Fahrten in der Regel im selben Zeitraum größere Strecken zurückgelegt werden als mit dem "Bio-bike", so dass mit dem Pedelec mehr potenzielle Unfallpunkte abgefahren werden.

    Eigentlich war das Thema ja so angelegt, dass höhere Fahrradgeschwindigkeiten das Fahrradfahren verändern. Aktuell breiten sich zunehmend Pedelecs aus, die tatsächlich das Fahrradfahren beschleunigen. Zumindest für diejenigen, die ein Pedelec als Fahrrad benutzen. Und damit ihr bisher gefahrenes Tempo auf einem "Biobike" deutlich steigern.

    Was war als das Fahrradfahren noch ein sehr verbreitetes Verkehrsmittel war und vorwiegend auf der Fahrbahn stattfand? Ein Foto aus dem Digitalen Museum zeigt eine solche Szene in Hannover: https://nat.museum-digital.de/singleimage?im…493.20/323.41/0

    In der Beschreibung zu dem Foto heißt es:

    "Noch zu Beginn der 1950er Jahre war das Fahrrad, wie hier auf der Georgstraße, für die meisten Menschen das alltägliche Verkehrsmittel. Mit der „Massenmotorisierung“ wurden Radfahrer jedoch zunehmend als störende Hindernisse aufgefasst. Wer Fahrrad fuhr, hatte entweder [noch] keinen Führerschein oder konnte sich kein motorisiertes Fahrzeug leisten." [von mir eingefügt]

    Frage: Wenn es damals das höhere Tempo der KFZ war, dass die Fahrradfahrer*innen von der Fahrbahn an den Rand gedrängt hat, wohin werden dann die Fahrradfahrer*innen auf einem "Biobike" heute abgedrängt? Und zwar abgedrängt von den immer schneller werdenden "KFZ-Fahrädern", die offiziell Pedelec heißen und bei denen bei 25 km/h maximal die Tretunterstützung aussetzt oder von den Elektro-Tretrollern, die bis max. 20 km/h beschleunigen? (Viele Elektro-Tretroller fahren allerdings unerlaubt schneller, weil getunt, ebenso bei Pedelecs. Bei den Pedelecs vielleicht (noch?) nicht ganz so viele, wie maradler berichtete.)


    PS vor einigen Wochen hatte ich einmal eine ältere, eher unsportlich wirkende Dame bei Gegenwind vor mir gehabt, die über mehrer km locker ihr Tempo knapp unter 25 km/h durchhalten konnte und ich auf einem Fahrrad kämpfen musste, diese dann doch zu überholen.

    Hattest du Gelegenheit, mit der Seniorin ins Gespräch zu kommen? Hatte sie einen besonderen Grund so schnell zu fahren? Für meine Radfahrgewohnheiten ist das schnell. Bei stärkerem Gegenwind komme ich nicht über 10 km/h hinaus. Ansonsten so um die 15 km/h. Keinesfalls könnte ich mit einem Pedelec an der Unterstützungsgrenze mithalten. (Außer vielleicht bergab mit Rückenwind.;)) Warum auch? Die meisten von mir gefahrenen Alltags-Strecken sind nicht so lang. Und notfalls kann ich ja etwas früher starten. Und wenn ich einen Ausflug mache, dann fahre ich halt das, was ich in einer bestimmten Zeit schaffe. Und wähle eher einen kurzen Trip, notfalls mit Bahnunterstützung. Da habe ich keinen Ehrgeiz möglichst viele km zu "schrubben".

    Haben die nichts gelernt aus ihrer Berichterstattung? Diese Frage drängt sich auf, wenn erneut, diesmal bei der Wahlberichterstattung über die Berlin-Wahl und die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern, von "Wahlgewinnern" gesprochen, wird.

    Die AfD ist nicht die "Wahlgewinnerin", sondern die Partei, die in Mecklenburg Vorpommern ein gerade mal 2,7 Prozentpunkte höheres Stimmenergebnis erzielt hat als die SPD.

    Der Begriff "Wahlgewinner" ist selbst dann unangebracht, wenn eine Partei die absolute Mehrheit erzielt. Denn es ist ja nicht so in einer Demokratie, dass die Opposition völlig bedeutungslos und entmachtet wäre.

    „Opposition ist Mist. Lasst das die anderen machen – wir wollen regieren.“ Dieses Zitat des SPD-Politikers Franz Müntefering ist natürlich in einer bestimmten Situation ausgesprochen eine aufmunternde oder anspornende Redewendung. Fakt ist aber auch, dass gute Oppositionsarbeit in einer Demokratie wichtig ist. Und selbst außerparlamentarische Opposition kann Erfolge erzielen. Die Partei Bündnis 90 / Die Grünen hat eine ihrer Wurzeln in der sogenannten "APO" der 1960er-Jahre.

    Leider gibt es Grund zur Befürchtung, dass die AfD im Falle eines Wahlergebnisses, dass ihr die absolute Mehrheit der Parlamentssitze ermöglichen würde, mit dem demokratischen Prinzip, Oppositionsarbeit zuzulassen, brechen würde. Und leider geben die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Anlass für diese Befürchtung.

    Das Gerede vom "Wahlgewinner" assoziiert, dass die "Gewinner" jetzt alleine das Sagen hätten und die anderen jetzt "Staub fressen" müssten. Und das Gerede vom "Wahlgewinner" kann zu Irritationen führen bei Menschen, die Betrug wittern, wenn der "Wahlgewinner" zwar die "Wahl gewonnen" hat, aber trotzdem nicht regiert, wie es sich jetzt in Mecklenburg-Vorpommern abzeichnet. Es ist absehbar, dass die AfD jetzt kolportieren wird, sie, "die eigentlichen Wahlgewinner" würden jetzt um die Früchte ihrer Arbeit betrogen. Und die Menschen, die die AfD gewählt hatten, würden um die für die AfD abgegebenen Stimmen betrogen. Es wäre für die Demokratie hilfreich, ein wenig sparsamer mit dem Begriff "Wahlgewinner" umzugehen.