"Norwegen hat ein Tempo-30-Limit als Standard für Ortsdurchfahrten eingeführt. Wenn eine Straße bewertet werde, solle eine Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde künftig der Ausgangspunkt sein, heißt es in einem Dokument der norwegischen Verkehrsbehörde Statens vegvesen. Man solle sich künftig »an den Bedürfnissen von Fußgängern und Radfahrenden orientieren«. Die Regel gilt seit vergangener Woche."
Zwar gilt weiterhin Tempo 50 als Höchstgeschwindigkeit innerorts. Aber: "Experten rechnen jedoch mit einer »Flut« neuer Geschwindigkeitsbegrenzungen, schreibt die Stadtplanerin Anine Hartmann auf der Plattform Bluesky. Dies sei »ein bedeutender Sieg für die Verkehrssicherheit«.
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Norwegen gehört bereits heute zu den Ländern mit den weltweit sichersten Straßen. Im Jahr 2024 gab es 16 Verkehrstote pro einer Million Einwohner. In Deutschland waren es 33. In der Hauptstadt Oslo gilt bereits in vielen Vierteln vollständig Tempo 30, ein Großteil des Innenstadtbereichs ist autoarme Zone."
Das sind erfreuliche Nachrichten aus Norwegen. Aber auch hier fehlt der Hinweis darauf, dass besonders stark vom Autoverkehr belastete Straßen, auf denen die Autos häufig Staus bilden, durch die Tempo-30-Maßnahme eine höhere Fahrzeugkapazität bewältigen können als bisher.
Tempo 30 verbessert deshalb nicht unbedingt die Umweltqualität und den Klimaschutz. Tempo 30 sorgt für einen verbesserten Verkehrsfluss und erhöht so die Kapazität der vorhandenen Autoverkehrsinfrastruktur. Deshalb ist es so wichtig, dort, wo Tempo 30 angeordnet wird, zusätzliche Maßnahmen zur Fahrzeugreduktion durchzuführen.