Beiträge von Ullie

    §56 StZVO ist m.E. so zu interpretieren: Auf Spiegel ( oder Kamera) kann dann verzichtet werden, wenn der Bereich durch direkte Sicht einsehbar ist. Beim Stadtbus könnte ich mir gut vorstellen das ein Frontspiegel wegen großer, tiefgezogener Frontscheiben unnötig werden kann, der Rampenspiegel durch Fenster in den Fahrgasttüren. Reisebusse haben aber schlechtere Sichtverhältnisse

    Bei diesem MAN-Bus habe ich den Eindruck, ist das so, dass er keinen Front- und keinen Rampenspiegel hat, so wie du es beschreibst:

    Die Taube, die vor dem Bus stolziert, kann vom Fahrer nicht gesehen werden. Ein kleines, stehendes Kind dagegen schon, vermute ich.

    So sieht der Bus von hinten aus. Ich vermute rechts neben einem großen Hauptspiegel ist ein kleinerer Weitwinkelspiegel angebracht:

    Die halbrunden "Knollen" sind Kameras, die vermutlich auf die Türbereiche des Gelenkbusses ausgerichtet sind. Ob die wohl auch während der Fahrt zum Einsatz kommen?

    Über der Liniennummer-Anzeige am Heck ist noch eine Kamera die nach hinten auf den nachfolgenden Verkehr ausgerichtet ist und/oder beim Rückwärtsfahren benutzt wird.

    IMMER DIESE RADFAHRER (und dann sind's auch noch Mitglied hier im Forum :D)

    Der letzte Satz in dem verlinkten Artikel hört sich so an, als ginge es den Anwohnern nur darum, keine Auto-Parkplätze zu verlieren:

    "Nach einer Sanierung im vergangenen Jahr wurde in der Gegenrichtung, also von Bruck nach Emmering, ein Radlstreifen auf der Straße angelegt. Seitdem gibt es dort ein Parkverbot – was etliche Anlieger ärgert."

    „Dennoch könnte die Aktion rechtliche Folgen haben, etwa wegen Amtsanmaßung“

    Amtsanmaßung? Wenn ich eine graue Röhre auf meinem Privatgrundstück aufstelle, die noch nicht mal blitzen kann?

    Ich frage mich, ob es möglich ist, hier im Sinne eines "bürgerlichen Ungehorsams" eine Protestform daraus zu entwickeln, Attrappen aufzustellen, die echten Tempo-Messgeräten täuschend ähnlich sehen.

    Jemanden zu kriminalisieren, der sich gegen den Autoverkehr stellt, kennt man ja aus dem Vorgehen der Behörden gegen die sogenannten "Klimakleber", also Menschen, die dafür protestieren, dass Umwelt und Klima nicht weiter durch hemmungslosen und komplett sinnfreien Autoverkehr zugrunde gerichtet werden.

    Besonders in Bayern wurde sehr scharf gegen Menschen vorgegegangen, die für den Erhalt der Schöpfung protestierten:

    "Bayerns Justizminister Georg Eisenreich warnt vor Straftaten im Namen des Klimaschutzes: "Der Kampf gegen den Klimawandel ist ein existenzielles Thema für die Menschheit. Es gibt viele Möglichkeiten, sich legal für den Klimaschutz einzusetzen und für seine Ziele zu demonstrieren. (...) Straftaten im Namen des Klimaschutzes nehmen wir nicht hin." https://www.justiz.bayern.de/presse-und-med…hiv/2023/48.php

    Die Rede des bayrischen Justizmministers stelle ich mir jetzt gerade mal so angewendet auf Einfamilienhausbesitzer mit großem Garten vor, die Pappröhren an ihren Gartenzaun aufstellen, der an einer Hauptverkehrsstraße grenzt, auf der zu schnell gefahren wird. 8)

    Beispiele für eine Tempo-Blitzer-Attrappe:

    Blitzer-Attrappe selber bauen: Erlaubt? | Radarfalle 2026
    Blitzer selber bauen: Hier finden Sie u. a. Infos, ob Sie eine Blitzer-Attrappe selber bauen dürfen und was Sie beim Aufstellen beachten müssen.
    www.bussgeldkatalog.de

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    Die Gefahr besteht natürlich, dass kein Autofahrer mehr sich vom Rasen abschrecken lässt, weil irgendwann kein einziger Tempoblitzer mehr ernst genommen wird, auch ein echter nicht. Aber es wäre ohnehin von Vorteil, wenn Autofahrer mehr auf die Beschilderung und auf die eingebaute Tempokontrolle achteten als auf "Blitzer". Der intelligente Geschwindigkeitsassisten ISA (Intelligent Speed Asssistant) ist seit 2022 (für neue Fahrzeugtypen), seit 2024 für alle Neufahrzeuge in der EU vorgeschrieben. Nur müsste ISA deutlich verbindlicher werden!

    "Neu für Omnibusse von Daimler Buses sind optional ein 360-Grad-Kamerasystem für Solobusse im Reise-, Überland sowie Stadtlinienverkehr von Mercedes-Benz und Setra ..." In der Beschreibung heißt es außerdem: "Die Frontkamera ist je nach Modell unterhalb bzw. oberhalb der Windschutzscheibe montiert, die beiden Seitenkameras oberhalb der Seitenscheiben. Die Heckkamera befindet sich analog zur heutigen Rückfahrkamera im Bereich der Heckscheibe. Durch dieses System können Passanten, Radfahrer sowie auch Hindernisse auch in Bereichen wahrgenommen werden, die sonst vom Fahrer nicht einsehbar sind."

    Jetzt haben Busfahrer beste Aussichten: Kamerablick aus der Vogelperspektive für Omnibusse von Mercedes-Benz und Setra
    Auf Schiffen kraxelte einst ein Ausguck hoch in den Mastkorb. Omnibusse von Mercedes-Benz und Setra erhalten jetzt auf Wunsch ein 360-Grad- oder…
    www.daimlertruck.com

    Es wäre schon interessant, mehr darüber zu erfahren, wie verbreitet diese Kamerasysteme sind und ob die Fahrzeuge der örtlichen Nahverkehrsunternehmen darüber verfügen.

    Eine seriöse Unfall-Berichterstattung in der vom "toten Winkel" die Rede ist, wird noch weniger als bisher möglich sein. Interessant ist auch ein Detail, auf das in der Beschreibung nicht hingewiesen wird. Werden die Kamera-Aufnahmen gespeichert? Wie lange? Und wer hat unter welchen Bedingungen Zugriff darauf?

    Der Spiegel funktioniert halt erst mal normal. Du kannst ihn aber auch zum Display machen, dann siehst Du den normalen Inhalt nicht mehr, sondern das Kamerabild. In manchen Situationen, z.B. in der Stadt im Dunkeln ist das eine Verbesserung, bei wenig oder gar keinem Restlicht aber auch massiv schlechter, v.A. wenn dann nur eine punktuelle Lichtquelle (Scheinwerfer) kommt. Dann gibt es eine Mischung aus Pixelbrei und Überstrahlungen. Beim Bus dürfte der Spiegel so weit vom Auge sein, dass das Fokusproblem nicht, oder nur in sehr geringem Ausmaß entsteht.

    Ist das der Rückspiegel in einem PKW, der oben mittig angebracht ist und mit dem man durch die Heckscheibe sehen kann?

    Und der ist so gebaut, dass er wie ein normaler Spiegel arbeitet, aber außerdem auch als Bidschirm arbeiten kann und dann das Kamerabild von der Kamera am Heck projiziert?

    Linienbusse haben ja auch oft eine Heckkamera. Ich weiß gar nicht, wo deren Bild dem Fahrer gezeigt wird.

    Schaut doch einfach mal die rechten Spiegel von einem Citaro oder Lions an, die haben alle oben einen Rampenspiegel.

    Ein guter Tipp, du hast mich neugierig gemacht! Das sind ja gewaltig große Apparate, die an so einem Linienbus auf der Einstiegsseite angebracht sind. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass bei einem Linienbus dort nur ein Hauptspiegel und ein Weitwinkelspiegel eingebaut sind, und habe wie mkossmann vermutet, dass die/der Busfahrer*in durch die tiefen Fenster in den Seitentüren und die tiefgezogene Frontscheibe alles direkt sehen kann.

    Bei diesem Solarisbus ist die Frontscheibe zur Einstiegsseite hin sogar noch tiefer gezogen. Ist das nur ein Design-Element oder wird dadurch auch der Blick nach draußen verbessert? Sind die Frontscheiben an anderen Bussen weniger tief? Und was steckt alles an Spiegeln in der gewaltigen Kunststoffummantelung, die auf der Einstiegsseite so weit nach vorne und außen ragt, und die hoch gewachsenen Fahrgästen, die zu dicht an der Haltestellenkante stehen zum Verhängnis werden kann?

    Die "Außenspiegel-Gefahr" für wartende Fahrgäste kann man sehr gut in diesem Video sehen, mit dem die Stadt Hamm Fahrgäste für die richtige Benutzung des Linienbusses sensibilisiert. Der Link ist auf die entsprechende Stelle im Film bei Minute 0:30 gesetzt. Ich finde jedoch den ganzen Film sehr sehenswert und originell gemacht!

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    Das ist so eine Art Victim-Blaming, was der ADAC da vetreibt.

    Zum Beispiel steht in dem Artikel:
    "Besonders Grundschüler hätten Probleme, Entfernungen einzuschätzen und Gefahren zu erkennen."

    Ja und? Das ist doch ganz normal, dass Grundschüler damit Probleme haben Entfernungen einzuschätzen. Das sind Grundschüler und keine Baggerführer.

    Es wird in dem Artikel aber zwischen den Zeilen der Eindruck vermittelt, die Kinder seien ungenügend vorbereitet worden auf den Verkehr und müssten am besten weggeschlossen werden.X(

    Kein Wort davon, dass die Anwesenheit von Kindern im Straßenverkehr vor allem eines bedeutet: Fahrzeug-Lenker*innen müssen ganz besonders defensiv fahren. Und ein generelles Tempolimit, deutlich unter den bestehenden Grenzen muss eingeführt werden!

    Simson ist ja ursprünglich der Name einer jüdischen Heldengestalt (ein bisschen vergleichbar mit dem Kraftprotz Herkules aus den griechischen Sagen). Simson ist aber auch der Name des Firmengründers der Firma Simson. Die Familie wurde von den Nazis 1936 enteignet, die Firma von den Nazis weiter zur Rüstungsproduktion genutzt. In der DDR wurden dann unter dem Namen Simson unter anderem Leichtkrafträder und Motorräder gebaut.
    "Simson darf nicht zum Symbol der AfD werden, sagen Nachfahren der jüdischen Gründerfamilie. Thüringens AfD will Mopeds wie die Schwalbe zum Kulturgut erklären und Björn Höcke hat mit ihnen Wahlkampf gemacht."

    MDR FERNSEHEN, Di 17.02.2026 https://www.mdr.de/nachrichten/de…hoecke-100.html

    Das kann ich mir gut vorstellen, dass Simson-Mopeds bei AfD-Jungmännern gut ankommen. Die Umwelt mit giftigen Abgasen verpesten und schneller fahren als es eigentlich mit einem Kraftrad dieser Klasse erlaubt ist.

    …bei weniger als einem Viertel der Radfahrleistung. Aber an Motorradfahrern stört sich das autofahrende Establishment nicht, weswegen da auch keine Sau für mehr und schönere Ghettos kampaignen will.

    Das ist ähnlich bei den Abgasen:

    "Giftige Zweitakter: Motorroller und Mopeds sind beliebte Stadtflitzer – mit einer Schattenseite: Sie stoßen weitaus mehr gesundheitsschädliche Schadstoffe aus als Autos oder LKW, wie ein internationales Forscherteam jetzt festgestellt hat. Obwohl sie nur einen Bruchteil des Verkehrsaufkommens ausmachen, stammt der Löwenanteil der Schadstoffe von ihnen, so die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“. Erschreckend hoch ist dabei der Ausstoß von giftigem Benzol."

    https://www.scinexx.de/news/technik/motorroller-als-dreckschleudern-entlarvt/

    Wenn es nicht allzu viele davon gibt, dann dürfen diese Giftschleudern die Luft verpesten. Dabei ist es doch ist es doch ganz einfach, auf einen Motorroller mit E-Antrieb umzusteigen.

    Linienbusse haben in der Regel keine Rampenspiegel und Front-Spiegel. In dem bereits weiter oben verlinkten Film wird ein so genanntes "CornerEy" gezeigt, dass anscheinend die Funktion von Rampenspiegel und Frontspiegel vereint und optional zusätzlich an einem Linienbus angebaut werden kann. Da wird dann auch ein Radfahrer in dem Film gezeigt, der in dem "CornerEy" zu sehen ist:

    Bei Minute 0:59 von 1:59:

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    In diesem englischsprachigen Video kann man an dieser Stelle gut die Position der Monitore der elektronischen Rückspiegel bei normalem Tageslicht sehen: Minute 1:12 von 1:59:

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    An einer anderen Stelle kann man bei einer Fahrt durch einen Tunnel sehen, wo die Monitore für die Linienbusfahrerin angebracht sind:

    Der Link führt direkt zu der Stelle bei Minute 0:29 von 1:59

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    An dieser Stelle, ziemlich am Anfang, wird mit einer zusätzlichen Einblendung in dem Film auf den "BLIND SPOT REMOVAL" hingewiesen. Minute 0:15 von 1:59

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    In einem konventionellen Spiegelsystem gibt es dafür den Weitwinkelspiegel. Trotzdem wird bei der Unfallberichterstattung häufig von einem "toten Winkel" gesprochen, den der Fahrer angeblich nicht einsehen kann. Diese Art der Berichterstattung dürfte sich dann ja wohl spätestens mit der zunehmenden Verbreitung der elektronischen Außenspiegel erübrigen.

    Das Umfokussieren scheint mir bei der im Film gezeigten Position der Spiegel kein Problem zu sein.

    Ach, wenn es doch bloß eine Interessenvertretung der Radfahrer gäbe, die die Zahlen vernünftig einordnet und den ganzen abschreckenden und entmächtigenden Schwachsinn richtig stellt.

    ;)Na ich dachte, du bist "der Herr der Zahlen" und klärst hierzu auf.;)

    "41 % der Deutschen zwischen 14 und 69 Jahren nutzen das Fahrrad bzw. Pedelec regelmäßig, d.h. täglich oder mehrmals pro Woche - als Verkehrsmittel und/oder in der Freizeit.
    • Der Anteil regelmäßiger Nutzerinnen und Nutzer ist gegenüber den Vorjahren leicht gestiegen (2023: 39 %, 2021: 38 %)."

    Das ist ein Zitat aus dem "Fahrrad-Monitor 2025 Kurzbericht".

    https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/StV/fahrrad-monitor-deutschland-2025-kurzfassung-deutsch.pdf?__blob=publicationFile

    In dem von DMHH verlinkten Zeit-Artikel heißt es: "2025 ist die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Fahrradfahrer auf 462 gestiegen. Das waren 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte."

    Verkehrssicherheit: Jeder sechste Verkehrstote war mit dem Rad unterwegs
    Die Zahl der Radlerinnen und Radler unter den Verkehrstoten hat 2025 erneut zugenommen. Besonders betroffen sind E-Bike-Fahrer und ältere Menschen.
    www.zeit.de

    Beide Zahlen, die der Fahrradnutzer*innen, als auch die der tödlich verunfallten steigen geringfügig. Ist jetzt nicht so sonderlich verwunderlich. Aber es ist auch nicht so schwer, es herauszufinden.

    Schwieriger wird ein Zahlenvergleich, der die gestiegene E-Bike-Nutzung mit berücksichtigt. Und unklar bleibt bei dem Zeit-Artikel, was genau mit "E-Bike" gemeint ist. Mein Eindruck ist: E-Bike wird gerne benutzt um negativ zu emotionalisieren.

    Richtiger hätte es "Pedelec" statt "E-Bike" heißen müssen. Vermutlich sind die Mehrzahl der in dem Artikel als E-Bike bezeichneten Fahrzeuge tatsächlich Pedelecs.

    hui, gleich der nächste Aufreger

    https://www.zeit.de/zeit-magazin/l…hen-datenschutz

    Auf der hannover.de-Seite gibt es ein Onlineformular, das sich "Parkverstoßanzeige" nennt.

    In dem Vorwort dazu heißt es:

    "Die Feststellung und Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten ist grundsätzlich Aufgabe von Polizei und Ordnungsbehörden. Halt- und Parkverstöße können jedoch auch durch Privatpersonen bei uns zur Anzeige gebracht werden. Eine entsprechende Anzeige stellt eine Anregung an uns als Verfolgungsbehörde dar, den Sachverhalt nach dem allgemeinen Untersuchungsgrundsatz zu ermitteln; über eine Verfolgung des Verstoßes entscheiden wir nach pflichtgemäßem Ermessen."

    Anzeigen von Parkverstößen | Stadt Hannover

    In dem von DMHH verlinkten Zeitartikel heißt es:

    "In einem feinen Münchner Viertel zeigt ein Vater Gehwegparker an. 700 in sechs Monaten."

    Vermutlich gelten diesbezüglich in München dieselben Regeln wie in Hannover.

    Und das wiederum bedeutet, dass der Vater in keinem einzigen Fall einen Gehwegparker angezeigt hat.

    Er hat lediglich Hinweise auf Gehwegparker gegeben.

    Auf der hannover.de-Seite heißt es an der angegebenen Stelle zu der Frage, ob die Ordnungsbehörde aufgrund des Hinweises Anzeige gegenden Falschparker erstattet: "... über eine Verfolgung des Verstoßes entscheiden wir nach pflichtgemäßem Ermessen." (ebenda)

    Leider ist nicht der ganze Zeit-Artikel lesbar in dem Link von DMHH. Die reißerische Überschrift ist jedenfalls kein guter Journalismus.

    Woher die Zahl 700 stammt ist unklar. Wenn es in München so geregelt ist, wie in Hannover kann eigentlich niemand die Zahl der Anzeigen bei irgendjemandem abfragen, denn in dem Text auf hannover.de heißt es:

    "Sie erhalten als Anzeigeerstatter*in grundsätzlich keine Rückmeldung zum Ausgang oder Bearbeitungsstand des Verfahrens." Der in dem Artikel erwähnte Vater kann gar nicht wissen, wieviele Anzeigen es gegen die Gehwegparker gegeben hat, auf die er hingewiesen hat.

    Wie die Zahl angebliche Zahl 700 Anzeigen zustande kommt ist unklar! Möglicherweise hat der Münchner Vater die Hinweise auf die Parkverstöße mit der app weg.li an die Stadtverwaltung gemeldet und die Zahl der Hinweise dem Journalisten genannt. Die Zahl der Anzeigen die daraufhin von der Stadtverwaltung erstellt wurden, muss jedoch nicht der Zahl der Hinweise entsprechen, die der Vater an die Stadtverwaltung gesendet hat.

    Kommen bald auch in Hannover Scan-Cars zum Einsatz?

    Scan-Autos sollen hier jetzt Falschparker überwachen: Erfassung von bis zu 1000 Autos pro Stunde
    Mit sogenannten Scan-Autos können Falschparker auch digital erfasst werden. In Hannover würde die Stadt solche Autos auch gerne einsetzen. Noch fehle…
    www.ndr.de

    In dem NDR-Beitrag heißt es:

    "Rechtlich müsse noch einiges geklärt werden, um Kennzeichen im öffentlichen Raum automatisiert erfassen und Daten verarbeiten zu können. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) will sich für einen Testbetrieb von Scan-Autos in der Stadt einsetzen, teilte ein Sprecher der Stadt dem NDR Niedersachsen mit. Zuerst hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet. Man habe die Entwicklung in anderen europäischen Ländern mit großem Interesse verfolgt, heißt es von der Stadt. Durch einen Pilotbetrieb in Hannover könnten Erkenntnisse gewonnen werden, die dann auch anderen Kommunen in Niedersachsen helfen könnten. Onay will sich nun beim Niedersächsichen Innenministerium dafür einsetzen, eine entsprechende Rechtsgrundlage dafür zu schaffen."

    Gestern wurde Onay in einer Mitgliederversammlung des Stadtverbandes mit 98,6 Prozent zum OB-Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September 2026 gewählt. Die SPD hatte in der laufenden Legislaturperiode das rot-grüne Rathausbündnis gekündigt und hat in einer Deutschland-Koalition mit CDU und FDP zahlreiche Beschlüsse gefasst, um die Verkehrswende in Hannover zu sabotieren.

    Die Begründung dafür war stets, man dürfe "den Bürger" nicht über die Maßen belasten durch Maßnahmen von denen sich Autofahrer gestört fühlen könnten. Dass viele Bürger*innen selbst gar kein Auto besitzen und massiv gestört werden durch das oft grob unverschämte Verhalten mancher Autofahrenden kommt im Weltbild der SPD nicht vor. Auch regeltreue Autofahrer sind oft genervt davon, wenn andere Autofahrer sich mit Drängeln und Rasen und Falschparken über bestehende Regeln hinwegsetzen.

    Die klare Positionierung unseres Oberbürgermeisters gegen Auto-Parkrowdys finde ich gut!

    Nirgendwo, das war blanker Sarkasmus in Analogie zum real publizierten Unsinn über die vermeintlich zunehmenden Gefahren für deutsche Radler.

    Im Prinzip mag ich es ja, wenn gängige Betrachtungsweisen radikal hinterfragt werden. Bisweilen trägt das zu interessantem Erkenntnisgewinn bei. Aber wenn man dieses Hinterfragen gängiger Betrachtungsweisen mit zu viel Sarkasmus würzt, dann wird es schnell missverständlich.

    Und wenn man den Erkenntnisgewinn als übertrieben gesichert annimmt, dann kann man damit natürlich trotzdem falsch liegen.

    Ich mach mal ein Beispiel, bei dem ich allerdings noch nicht in jeder Hinsicht zu einem gesicherten Erkenntnisgewinn gekommen bin:

    Wenn ich mit Bekannten zusammen unterwegs bin und wir schicken uns an, eine Treppe zu benutzen, dann mache ich gerne darauf aufmerksam, dass es günstiger sei zur Vermeidung schwerer Unfälle den Aufzug zu benutzen. Das wird jedoch meist abgelehnt.

    Begründungen sind: "Es sei ja gar kein Aufzug vorhanden."

    "Der Aufzug sei zu weit weg und mit einem Umweg verbunden."

    "Die Benutzung des Aufzugs sei mit Wartezeiten verbunden."

    "Ich habe Angst, im Aufzug stecken zu bleiben."

    "Es ist zu energieaufwendig, einen Aufzug zu bauen und zu betreiben."

    "Die Aufzüge sind für gehbehinderte und andere Menschen frei zu halten, die in besonderer Weise darauf angewiesen sind."

    "Treppen sind ein Fitnessgerät für den Alltag und fördern die Bewegung."

    "Ich solle nicht zu faul sein, und mich mal ein bisschen aktiv bewegen."

    Auf diese Einwände finde ich in der Regel Antworten, die bisweilen zu interessanten weiterführenden Überlegungen führen.

    Natürlich kommt es auch vor, dass man irgendwann zu spitzen Bemerkungen übergeht. Die letzten beiden Sätze, die im Grunde dasselbe aussagen zeigen, wie man unterschiedlich dosiert etwas aussagen kann. Das kann dann schnell in Richtung persönlicher Angriff gehen.

    Ich sehe gerade, du hattest deine Aussage mit dem Teufelchen-Smilie als Ironie markiert. Ich bin trotzdem nicht drauf gekommen, dass da absolut nichts dran ist.

    Deutsche Qualitätsmedien so: "Warum Radfahren für Frauen in den Niederlanden am gefährlichsten ist!".:evil:

    Wo wurde denn darüber berichtet, dass Fahrradfahren für Frauen in den Niederlanden am gefährlichsten ist?

    Und hängt das möglicherweise damit zusammen, dass in den Niederlanden der Anteil der fahrradfahrenden Frauen höher ist als in Deutschland?

    Oder hängt es damit zusammen, dass in Deutschland möglicherweise der Anteil der risikofreudig fahrenden Männer höher ist als in den Niederlanden? Also nur das Verhältnis zwischen beim Fahrradfahren gestorbenen Frauen und Männern anders ist?

    Oder ist es tatsächlich so, dass in den Niederlanden für Frauen ein höheres Risiko besteht, mit dem Fahrrad tödlich zu verunglücken als in Deutschland? Und sind das dann Unfälle, bei denen Autos Fahrradfahrerinnen totfahren?

    Bei einem Besuch in Marburg in diesem Frühjahr habe ich erstmals Linienbusse mit elektronischen Außenspiegel gesehen und zwar an einem E-Citaro Solobus:

    Der elektronische Außenspiegel, das sieht man sofort, ist im Gegensatz zu dem herkömmlichen Rückspiegel auf der rechten Seite keine Gefahr mehr für dicht an der Haltestelle wartende Fahrgäste, denn der elektronische Außenspiegel ist kleiner und höher angebracht.

    Aber verbessern die elektronischen Außenspiegel auch die Sicherheit für den Rad- und Fußverkehr, insbesondere durch Verhütung von Abbiegeunfällen?

    "Ergänzend hierzu ist in den Monitoren die Anzeige für den Sideguard Assist 2 verbaut, der hilft „Tote Winkel“ zu vermeiden ..." steht in einer Beschreibung für elektronische Außenspiegel auf der Mercedes Internetseite. Dieser zusätzlich verbaute Sideguard Assist arbeitet Radarsensoren.

    5 Vorteile der MirrorCam. | Mercedes-Benz Buses Deutschland

    Sollte die Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr durch die elektronischen Außenspiegel verbessert werden, dann ist das ganz sicher auch eine Stärkung des Umweltverbundes von ÖPNV und Fahrradverkehr und Fußverkehr.

    In Marburg gibt es diese beachtliche Ansammlung von Schildern an einer Ecke der Alten Universität:

    Hier der streetview-link:

    Street View-Ansicht von „Alte Universität“ · Google Maps
    Lahntor 3, 35037 Marburg
    www.google.com

    Interessant fand ich dieses Schild, das dazu auffordert eine drei Meter-"Bannmeile" rund um das Schild und der daneben installierten Metallstange eines Blitzableiters einzuhalten:

    Interessant deshalb, weil es mich an eine Szene aus Jules Vernes Roman "Mathias Sandorf" erinnerte, in dem der Freiheitskämpfer und seine Mitkämpfer aus einem Gefängnis auf die Weise entflohen waren, dass sie während eines starken Gewitters an einem Blitzableiter hinabkletterten. Und Verne beschreibt die Sache so, dass ihnen keine Gefahr durch Blitze drohe, wenn der Blitzableiter vollständig funktioniere:

    "Man begreift, welche Gefahr damit verknüpft war, sich an dieser Leitung festzuhalten, durch die unaufhörlich der elektrische Strom zu den Gewässern im Buco herniederfloß. Wenn der Apparat sich in gutem Zustande befand, so brauchte man nicht sehr besorgt zu sein, getroffen zu werden, denn die außerordentliche Leitungsfähigkeit des Metalles, welche derjenigen des menschlichen Körpers weit überlegen ist, mußte den kühnen Kletterer am Kabel schützen." Kapitel 7 (VI. Der Wartthurm von Pisino) in der angegebenen Quelle, etwa im letzten Drittel.

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    Wie gefährlich ist der Aufenthalt rund um den Blitzableitern tatsächlich? Man kann wohl nur darauf hoffen, dass dort bei Gewitter kein Mensch vorbeigeht, denn in dem Moment, in dem er das Schild lesen kann, befindet er sich bereits im Gefahrenbereich. Vielleicht hat aber auch Jules Verne recht, und die Gefahr besteht tatsächlich gar nicht.

    Kleiner "Beifang": Erst zuhause war mir dieser Aufkleber mit "Conni-Motiv" aufgefallen. Scheint gerade sehr in zu sein, alle möglichen politischen und sonstigen Botschaften mit Conni-Bildern zu verbreiten. Dazu dieser WDR-Beitrag vom 12.7.25: Carlsen-Verlag wehrt sich gegen kritische "Conni-Memes"

    Der Carlsen-Verlag prüft rechtlich Schritte gegen KI-generierte Memes seiner Kinderfigur Conni
    Unzählige Memes der Kinderfigur Conni kursieren in den sozialen Medien. Der Verlag wehrt sich gegen fragwürdige Darstellungen.
    www1.wdr.de