Ausgangspunkt meiner Frage war dieses Zitat:
Welche Verbesserung der Infrastruktur (nicht Änderung der Verkehrsregeln) ist für "langsam fahrende Fahrradfahrer*innen" erforderlich? Das ist etwas anderes als die Frage, was man tun muss, damit man dort nicht schnell fahren kann.
Im Übrigen halte ich es für einen Fehlschluss, dass eine Förderung des Radverkehrs vor allem auf langsame Radfahrer abzielen muss. Wenn das Fahrrad im Alltagsverkehr mehr Autofahrten ersetzen soll, dann darf die Fahrradnutzung kein Zeitnachteil sein. Die Zielgruppe sind daher eher Leute, die auch auf dem Fahrrad zügig an ihr Ziel kommen wollen und keine Gelegenheits- Langsamradler.
Kann es sein, dass du "Langsamradler" gleichsetzt mit "Gelegenheitsradler"?
Auch wenn man langsam mit seinem Fahrrad fährt, kommt man zügig an sein Ziel. Und das jeden Tag beim Weg zur Arbeit und zum Einkaufen, beim Arztbesuch, Kneipenbesuch, Kinobesuch usw..
Und auch wenn man zu Fuß geht, gelingt das häufig. Beim Einkäufen frage ich mich häufiger: "Nehme ich jetzt das Fahrrad, oder gehe ich zu Fuß und nehme den "Hackeporsche" mit?" 
Es ist nicht die Verkehrsmittelwahl entscheidend, sondern die Siedlungsstruktur! Umgekehrt hat das Verkehrsmittel Auto und sein "Siegeszug" erst dazu beigetragen, dass Siedlungsstrukturen entstanden sind, die bei vielen Menschen den Eindruck erwecken, das Auto sei alternativlos. Was sagst du diesen Menschen? Trainiere ordentlich das Fahrradfahren, dann bist du auf dem Fahrrad bald schneller an den vielen Zielen, die du jetzt noch mit dem Auto ansteuerst?
Der ADFC ist breit aufgestellt. Der ADFC will nicht nur eine kleine "Radfahrer-Elite" vertreten, die für sich in Anspruch nimmt, grundsätzlich immer schneller am Ziel zu sein als ein Autofahrer, wenn man stattdessen das Fahrrad als Verkehrsmittel wählt. Und die deshalb dazu aufruft, grundsätzlich die Fahrbahn zu nutzen und keinesfalls Radwege zu bauen, weil damit die Verdrängung der Fahrradfahrenden von der Fahrbahn einhergeht. Der ADFC will das Fahrradfahren für alle Menschen attraktiv machen. Auch für diejenigen, die nicht den Ehrgeiz haben, mit dem Fahrrad schneller am Ziel zu sein, als wenn sie stattdessen das Auto benutzen.
Und viele Menschen, mich eingeschlossen, freuen sich über einen breiten Fahrradweg an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße, die für die Geschwindigkeit schnell fahrender Autos geplant und gebaut ist, wo mit 50 km/h gefahren wird und Verkehrsteilnehmer*innen, die mit 15-17 km/h dort lang fahren, entweder eine Fahrzeugschlange hinter sich herziehen, so dass sie häufiger am Fahrbahnrand halten müssten, um diese passieren zu lassen, oder häufig überholt werden, was auch dann, wenn es vollkommen regelgerecht und mit ausreichend großem Sicherheitsabstand geschieht, ganz sicher nicht den Eindruck verstärkt, dass das Fahrrad das schnellere Verkehrsmittel sei. Ein Gefühl, dass du als ausschlaggebend dafür betrachtest, dass Menschen das Fahrrad benutzen.