Off-Topic: Straßenbahngleise in Hamburg

  • Ich find’s ja immer wieder interessant, wo in Hamburg noch Reste der Straßenbahn zu finden sind. Alte Straßenbahndepots gibt es quasi in jedem Stadtteil, manche beherbergen heute Bau- oder Supermärkte oder Fahrradläden, in der Innenstadt findet man an vielen Hauswänden noch alte Rosetten der Oberleitung, hier und da blitzen dann auch ein paar Gleisreste hervor, etwa in der Straßburger Straße oder am Am Hochrad.


    Für meine Begriffe ganz erstaunliches wurde nun am Hamburg-Wasser-Platz zu Tage gefördert. Heute morgen sah es dort noch so aus:



    Im Laufe des Tages grub man etwas tiefer und stieß auf das obligatorische Kopfsteinpflaster, was in vielen Straßen Hamburgs unterhalb der Fahrbahn schlummert. Dazwischen: Alte Straßenbahnschienen!



    Leider hat mich unser Freund und Helfer nicht näher an die Baugrube herangelassen. Mal sehen, ob morgen noch was von den Schienen übrig ist, einen Teil hat man ja offenbar schon aus dem Boden gerissen und nebenan abgelegt.

  • Und schon sind die Schienen wieder weg: Ich bin heute morgen gerade pünktlich zum, äh, „Herausreißen“ vorbeigekommen.



    Abends war der meiste Kram schon weg. Offenbar entfernt man dieses Mal auch das Kopfsteinpflaster — besonders gut scheinen die Steine ja nicht befestigt gewesen zu sein, erstaunlich, dass man da eine so dicke Fahrbahn draufpacken kann.


  • War das damals erlaubt, einen Zebrastreifen über Straßenbahngleise zu legen? :huh:

    Legal, illegal... kann ich nie so recht einschätzen. Hier mein persönliches Schmankerl zur Straßenbahn/Fußgängerführung:



    Zum etwas herumscrollen: die Bahnhofsstraße fahren mehrere Straßenbahnlinien (ich habe den Überblick verloren... viele, aber die Wegführung ändert sich hier alle 10 Jahre). Dort gibt es zwei Fußgänger/Rad-Inseln. Die sind etwas blöd verampelt, so dass man auf der Mitte (also den beiden Inseln) immer stehen muss. Sonst wäre ein Auto gestört, und das wollen wir ja alle nicht. Und zwischen den Inseln fährt die Straßenbahn durch. Deswegen dort das Schild. Da sehe ich jeden Freitag spannende Situationen. Weil die Touristen, die vom Busbahnhof zum Hauptbahnhof wollen das nicht sofort erkennen. Oder die Einheimischen es wieder vergessen haben. Und die Straßenbahn aus der einen Richtung vielleicht klingelt, die aus der anderen aber nicht.


    Das da nicht mehr passiert ist auch erstaunlich...

  • War das damals erlaubt, einen Zebrastreifen über Straßenbahngleise zu legen? :huh:

    Früher hatten diese Zebrastreifen ja auch eine andere Funktion, die gab’s ja auch ständig im Bereich von Kreuzungen. Insofern werden die Vorschriften damals andere gewesen zu sein.


    Ich gehe ebenfalls davon aus, dass diese Markierungen schon uralt sind, mittlerweile führt der Fußgängerüberweg ja direkt in den Fahrradständer und den dahinterliegenden Zaun.

  • Wie hält man denn hier

    mit Fahrrad plus Anhänger auf der Insel?
    Oder sind die Nürnberger Autofahrer so tolerant, dass sie nie hupen, wenn man mit einem Gespann auf der Fahrbahn fährt?

    Genau so wie hier:


    Am besten gar nicht. So was gab es damals noch nicht - also Kinderanhänger, Lastenräder, Tandems... alles neumodischer Kram!


    Aber mal im Ernste ... ich fahr dann halt entweder an solchen Stellen extrem schräg, dann geht es. Sonst hält die Straßenbahn (unwillig, und klingelt erst mal aus Mißmut, aber nicht allzu lange) - oder halt auf der Fahrbahn. Da hupt auch sehr selten einer, wenn man es ohne Gespann tut. Ich bin jetzt bei 5 mal in meinem Leben angehupt worden...

  • Zum ersten Teil: vom Hauptbahnhof aus kommend nach Osten auf dem verpflichtenden hervorragdenden Radweg entlang des Postgebäudes (in dieser Richtung: ), um dann über die "Verkehrsinsel des Todes!!zwölf!" nach Norden abzubiegen und in Richtung Fluss zu fahren.


    Zum zweiten Teil: Auf dem verpflichtenden Zweirichtungsradweg. Brrr. Der geht an der Klinik vorbei, an der überhaupt nie gestresste Patientenbesucher zum Haupteingang fahren. Die schauen da immer, weil sie sich mehr um Radler auf dem durch Gestrüpp abgetrennten Radweg sorgen, als um die eigene Familie, die im Krankenhaus liegt (/s, falls nötig). Da gibt es auf der anderen Seite auch gar nichts befahrbares (Beispielbild: ).


    Im zweiten Fall bietet sich die verbotene, aber hervorragend ausgebaute und wenig befahrene Fahrbahn als Alternative an. Da fahr ich gerne und ruhig.


    Im ersten Fall ist es tatsächlich etwas blöd.. da am Hauptbahnhof ist diese bescheuerte Doppelinsel vielfach die sicherere Wahl. Der ganze Vorplatz wird aber umgebaut und soll vorwiegend Fußgänger und Radlerfreundlicher werden. Ich warte das mal mit vorsichtigem Optimismus ab. Schlechter geht ja wirklich kaum. Ich glaube Spkr war weniger zuversichtlich als ich..

  • Wie kann es denn da eine gemeinsam signalisierte Furt geben, wenn vorher (und nachher) getrennte Wege vorhanden sind? In meinen Augen ist die große Dreiecksinsel eine reine Fußgängerfläche. Aber ja, die Ecke ist Schrott, ich musste dort 2 Jahre lang regelmäßig lang, zum Glück zu Fuß.
    Eine Ecke weiter, beim Busbahnhof, gibts auch so eine seltsame Radführung, die ich erst nach langem Studieren geblickt habe. Naja, Off-Topic.

  • Völlig OT geraten, aber an der Stelle lohnt es sich in diesem Jahr nicht mehr herumzumosern... da wird eh bald alles anders.


    Um zum Thema zurück zu kommen:



    Dorten hätte ich noch ein Stück mit ehemaliger Straßenbahn. So wie der Bildausschnitt gewählt ist zeigt die Position ganz gut, warum ich das furchtbar finde. Zwei der vier Schienen sind ziemlich genau da, wo ich außerhalb der Dooring-Zone fahren möchte. Geht schon immer noch - dann halt zwischen den Schienen. Das Ende sieht dann so aus:



    Das ist so eine Stelle, wo ich mir mehr Geld für die Stadt wünschte. Haben halt keines, schon klar, aber so ists damals wirklich großer Mist geworden...

  • Da hat die Stilllegung der Straßenbahnstrecke für mehr Stehzeugplätze gesorgt - Straßenbahnaufgabe und U-Bahnbau für mehr Autoverkehr oder wie?