Krumme Verkehrszeichenträger

  • Das übergroße Engagement der Polizei, wenn es darum geht, krumm gefahrene Straßenschilder oder Poller so zu sichern, dass sie keine Gefahrenquelle mehr für den Fußverkehr darstellen, ist wahrlich bewundernswert. ;)

    Mögen unseren Freund*innen und Helfer*innen niemals nie ihre Rolle rot-weißes Plastikband mit "Polizei-Aufdruck" ausgehen!

  • Ein Hinweis auf die Kosten für krumm gefahrene Verkehrszeichenträger gibt dieser HAZ-Artikel vom 18.7.19: https://www.haz.de/Hannover/Au…rden-regelmaessig-gerammt

    "Die Kosten für die Reparatur der Radfahrerampel betragen zwischen 2500 und 3000 Euro, je nach Schwere des Schadens“, teilte die Stadt auf Anfrage mit. (...) Die Kosten für die Instandsetzung des Verkehrszeichens betragen nach Angaben der Stadt „wenige 100 Euro, je nachdem, ob das Schild nur gerichtet oder ganz ersetzt werden muss“, heißt es von der Verwaltung."

    Kostenpunkt mehrere 100 Euro!


    Kostenpunkt 2500 bis 3000 Euro!


    Der HAZ-Artikel berichtet nichts darüber, dass diese Kosten von den Verursachern beglichen werden. Dafür kommt wohl der Steuerzahler auf.

    Aber das sind natürlich so Sachen, um die sich der Steuerzahlerbund nicht kümmert. Denn die vom Steuerzahlerbund tragen eine Autofahrerbrille.


    Hinweis: Meine Fotos sind nicht vom Lister Platz, da komme ich nur selten vorbei, sondern aus der Calenberger Neustadt und Linden-Nord.


  • Zitat

    Der HAZ-Artikel berichtet nichts darüber, dass diese Kosten von den Verursachern beglichen werden. Dafür kommt wohl der Steuerzahler auf.

    Das ist zwar teilweise richtig, aber nicht der Normalfall. Für beschädigte Verkehrszeichen kommt der Verursacher (bzw dessen Versicherung) auf, wenn er ermittelt wird. Dies ist ein typischer Fall von Unfallflucht, wird regelmäßig angezeigt und verfolgt (weil der Schaden eben recht hoch ist). Es kann eben nur sein, dass kein Verursacher ermittelt wird. Typisch insbesondere dann, wenn der Mast nachts um 3 von einem besoffenen Fahrer umgebügelt wurde. Der flüchtet und es hat keiner mehr gesehen als das Kennzeichen.


    Da jetzt die Allgemeinheit grundsätzlich als Ansprechpartner hinzustellen ist einfach Propaganda. Kann man machen, muss nicht sein. Alle Leitplanken und Verkehrszeichen die ich bisher umgefahren habe musste ich auch bezahlen.


    Weil es so viel Spaß macht ein wenig zu pöbeln: Vielleicht ist das in Preußen ja anders.

  • Das ist zwar teilweise richtig, aber nicht der Normalfall. Für beschädigte Verkehrszeichen kommt der Verursacher (bzw dessen Versicherung) auf, wenn er ermittelt wird. Dies ist ein typischer Fall von Unfallflucht, wird regelmäßig angezeigt und verfolgt (weil der Schaden eben recht hoch ist). Es kann eben nur sein, dass kein Verursacher ermittelt wird. Typisch insbesondere dann, wenn der Mast nachts um 3 von einem besoffenen Fahrer umgebügelt wurde. Der flüchtet und es hat keiner mehr gesehen als das Kennzeichen.


    Da jetzt die Allgemeinheit grundsätzlich als Ansprechpartner hinzustellen ist einfach Propaganda. Kann man machen, muss nicht sein. Alle Leitplanken und Verkehrszeichen die ich bisher umgefahren habe musste ich auch bezahlen.


    Weil es so viel Spaß macht ein wenig zu pöbeln: Vielleicht ist das in Preußen ja anders.

    Schön wäre es ja, wenn deine Einschätzung zuträfe, dass die meisten krumm gefahrenen Poller, Verkehrszeichenträger, Ampeln usw. von den Verursachern bezahlt werden, oder deren Versicherungen. Hast du denn konkrete Hinweise darauf?

  • Ich gebe hier keine Kontoauszug ab. Gehts noch?


    Wer ein Verkehrszeichen umfährt hat normalweise auch einen kleinen Schaden am Auto/Bus/Wasimmer. Da lohnt es sich, für die Versicherung eine Beschreibung des Unfalls zu haben. Bei Mietwagen ist die Polizei notwendig, bei Leasingfahrzeugen (und damit vielen Firmenwagen) ist das absolut sinnvoll. Woher kommt denn deine ANsicht, dass jede Nacht wildgewordene Autofahrer durch die Stadt rasen, alles niedermähen was nicht wegrennen kann und danach in der eigenen Garage den Schaden ausbeulen, den Lack fachgerecht reparieren und so tun als wäre nichts gewesen?

  • was interessiert meine Haftpflichtversicherung der Schaden an meinem Auto?

    Wenn ich zurücksetze und dabei einen Verkehrszeichenträger anfahre, den schief hinstelle, hab ich 2 Möglichkeiten:

    - meiner KFZ-Haftpflicht den Schaden melden

    - wegfahren


    Der Schaden an meinem KFZ interessiert doch fast nie. Denn entweder hab ich keine Kasko-Versicherung oder ich hab eine Eigenbeteiligung und werde am Ende auch noch hochgestuft, so dass ich die Schäden an der eigenen Karre direkt selbst bezahlen kann.

    Fährt halt nicht jeder einen Neuwagen.


    Ich behaupte, dass es keine verlässlichen Zahlen zu Unfallfluchten bei Verkehrszeichen(-trägern) gibt. Denn instandgesetzt wird, was

    a) was von einem Unfallgegner gemeldet wird

    b) so kaputt ist, dass mans nicht übersehen kann

    was ist mit Verkehrszeichen, die mehrfach angefahren, aber nie gemeldet / repariert werden?


    Im Übrigen gibts auch KFZ mit >3,5t. Wenn du damit zurücksetzt und hinten am Unterfahrschutz einen Fahrradbügel etc mitnimmst - da bleibt nicht viel Schaden am KFZ. ;)

  • Woher kommt denn deine ANsicht, dass jede Nacht wildgewordene Autofahrer durch die Stadt rasen, alles niedermähen was nicht wegrennen kann und danach in der eigenen Garage den Schaden ausbeulen, den Lack fachgerecht reparieren und so tun als wäre nichts gewesen?

    Ich glaube nicht, dass das nur bei Nacht passiert. Auch wenn am hellichten Tag ein Autofahrer einen Poller oder Fahrradbügel krumm fährt, hat er vermutlich gute Chancen, ohne weiter behelligt zu werden, einfach so davon zu kommen. Insbesondere bei Fahrradbügeln und Pollern ist die Anzahl des längst zu Klump gefahrenen Straßeninventars so hoch, dass sich ein Autofahrer leicht darauf rausreden kann, der sei ja schon krumm gewesen, bevor er dagegen gefahren sei. Falls überhaupt irgend ein Passant das genau beobachten konnte und sich die Mühe gemacht hat, Anzeige zu erstatten.


    Ich habe mehrmals krumm gefahrene Verkehrsschilder bei der Polizei gemeldet, wenn sie in gefährlicher Weise in den Verkehrsraum ragten. Als ich einmal etwas Zeit hatte, wartete ich darauf, dass sich die Polizei den Schaden ansah. Dann habe ich danach gefragt, ob denn schon andere wegen des krumm gefahrenen Verkehrsschildes angerufen hätte und wie hoch sie die Quote der gemeldeten Verkehrsschilder- und Poller-Karambolagen einschätzen. Genaue Zahlen konnten sie mir nicht nennen, aber sie vermuten eine hohe Anzahl von den Verursachern nicht gemeldeter Karambolagen. Die Polizei sicherte die Verkehrssituation äußerst notdürftig dann mit einem Stück rot-weißen Flatterband. Da längst nicht alle in gefährlicher und verkehrbehindender Weise krumm gefahrenen Verkehrszeichenträger mit rotweißem Flatterband gesichert sind, kann man wohl davon ausgehen, dass sie vielfach nicht gemeldet werden.


    Ich kann mir ferner nicht vorstellen, dass eine Werkstatt, die den Auftrag erhält, ein beschädigtes Auto zu reparieren, das bei einer Poller-Karambolage etwas abgekriegt hat, danach fragt, ob der an dem Poller angerichtete Schaden bei den Ordnungsbehörden angezeigt wurde.


    Und dann gibt es da noch die nicht zu unterschätzende Fraktion derjenigen Autofahrer, die jeden Poller für einen Poller zu viel halten, die Verkehrsschilder für Gängelei halten und die Fahrradständer als Affront betrachten. Siehe zum Beispiel diesen Bericht aus Düsseldorf:

    https://rp-online.de/nrw/staed…-duesseldorf_aid-33287805

    Darin heißt es unter anderem: "Hans-Burkhard Harbort wohnt an der Cranachstraße in Flingern. Es ist ihm ein Dorn im Auge, dass vor seiner Haustür trotz großer Parknot die „neumodische Fahrradabstellanlage“ ausgerechnet in die Parkbucht gesetzt wurde."

    Dabei wurde die Fahrradabstellanlage ja gerade wegen der Parknot dort hingesetzt. Wegen der Fahrradparknot. Aber es wird an mehreren Stellen im Artikel so getan, als gäbe es "Parknot" nur für Autofahrer. Überhaupt kann man sich über den Begriff "Parknot" streiten. Ein Fahrzeug, das beim Parken rund zehnmal mehr Verkehrsfläche in Anspuch nimmt als ein Fahrrad, ist doch wohl eher der Verursacher von "Parknot" als das Opfer!


    Ich will jetzt keinesfalls unterstellen, dass Herr Harbort reihenweise Fahrradbügel platt walzt. Aber ich befürchte, dass Autofahrer auf dem Hintergrund einer solchen Berichterstattung ihr Unrechtsbewusstsein still gelegt sehen könnten, wenn sie versehentlich eine Fahrradbügel touchieren.


    Bereits der Titel des Artikels ist darauf ausgerichtet, Autofahrer zu umgarnen:

    "Ärger über neue Fahrradständer in Düsseldorf"

    Der angebliche Ärger über die neuen Fahrradständer ist vielleicht bei einigen Autofahrern vorhanden, dafür freuen sich aber auch sehr viele Fahrradfahrer über die "neumodische Fahrradabstellanlage".

    Übrigens auch das ein Hinweis, wie der Artikelschreiber Meinung macht: Er schreibt nicht einfach von einer "Fahrradabstellanlage" sondern fügt das Attribut "neumodisch" ein, als handele es sich dabei um etwas Unausgegorenes, völlig Überddrehtes und Überflüssiges, um eine Art Mode-Firlefanz, der verzichtbar ist und nur zum Leidwesen der Autofahrer errichtet wurde.


    Ein Bild aus dem Artikel ist besonders sehenswert, deshalb habe ich es hier noch mal extra verlinkt: https://rp-online.de/nrw/staed…-duesseldorf_aid-33287805

    Es zeigt, wieviele Fahrräder dort Platz finden, wo ein einziges KFZ eine große Verkehrsfläche in Anspruch nimmt.

    Um die Notwendigkeit einer Verkehrswende deutlich zu machen, müsste der Titel eigentlich heißen:

    "Autofahrer verweigern Verkehrswende"


    Vermutlich müssen die Befürworter einer echten Verkehrswende noch viel deutlicher darauf hinweisen: DAS AUTO MUSS WEG!

    Einmal editiert, zuletzt von Ullie () aus folgendem Grund: "mit rotweißem Flatterband gesichert sind" korrigiert

  • Ich kanns echt nicht mehr höflich.


    NIcht so schlimm, ich versuche es. Wir weden nie zusammen kommen. Ihre Ansichten über die Verkehrsgestaltung sind für einen winzigen, eingeschränkten Teil der Bevölkerung in Großstädten möglich - für alle Dörfer, Kleinstädte und den gesamten Überlandverkehr ein unglaubliches Rückschritt. "Tempo 60, keine Autos, alles wird von Fahrrad und Omnibus erledigt" - das sind "interessante" Vorschläge, die in keiner Weise vielen Fragen des notwendigen Verkehrts begegnen. Gepäck? Lieferverkehr? Langestrecke von kleinem Ort zu kleinem Ort? Europäischer Verkehr? Ich lasse mir von Ihnen und Ihren "interessanten" Vorschlägen nicht 100% Zuschlag auf meine Reisezeiten verordnen.


    Um das obige Beispiel anzusprechen - wegen welchem es mich so ärgert: Ein Autofahrer, der sich über Fahrradständer aufregt ist in keiner Weise ein Hinweis auf das Verhalten der restlichen paar zehn Millionen Führerscheinbesitzer. Das ist - mit Verlaub - ein beschissenes Argument. Irgend ein Irrer lässt sich für jedes Argument finden.


    "Das Auto muss weg!" ist eine Wahlkampfforderung. Damit lässt sich absolut nichts erreichen. Nichts! Wenn nicht vorher Alternativen gefunden werden.


    Dennoch: Herzlichen Glückwunsch. So, wie über Ihre Beiträge ärgere ich mich selten.

  • "Das Auto muss weg!" ist eine Wahlkampfforderung. Damit lässt sich absolut nichts erreichen. Nichts! Wenn nicht vorher Alternativen gefunden werden.


    Dennoch: Herzlichen Glückwunsch. So, wie über Ihre Beiträge ärgere ich mich selten.

    Vielen Dank für Ihre Glückwünsche, aber seien Sie versichert, es liegt nicht in meiner Absicht, Sie zu ärgern.

    Die Forderung "Das Auto muss weg!" ist auch keine Wahlkampfaufforderung. Ich glaube nicht, dass es eine Partei gibt, die damit Wahlkampf macht.

    "Das Auto muss weg!", ist eine Forderung, die zunächst mal aus dem Bereich der außerparlamentarischen Opposition kommen muss. Es verhält sich möglicherweise ähnlich wie mit der Atomkraftnutzung. Auch da hieß es lange Zeit:

    Mit der Forderung nach Abschaffung der Atomkraft, "Damit lässt sich absolut nichts erreichen. Nichts! Wenn nicht vorher Alternativen gefunden werden."

    Dabei waren die Alternativen längst da und die Angst-Propaganda der Atomkraftbefürworter, "Atomkraftgegner überwintern bei Kerzenlicht mit kaltem Hintern.", hat letztlich nicht gefruchtet.

    Allerdings stimme ich Ihnen zu, dass die Alternativen aufzuzeigen sind und auch sukzessive umzusetzen sind, gleichzeitig mit einem Rückbau der MIV-Infrastruktur.


    1966 forderte der damalige Bundesverkehrsminister Georg Leber, „Kein Deutscher soll mehr als 20 Kilometer von einer Autobahnauffahrt entfernt leben.“

    Dieses Ziel, das der sozialdemokratische Verkehrsminister Georg Leber im Jahr 1966 ausgab, ist schon fast erreicht. Die FAZ, aus der ich zitiert habe, nennt 2013 die Zahl, 94% der Bevölkerung leben nicht weiter als 30 Minuten vom nächsten Autobahnanschluss. https://www.faz.net/aktuell/wi…dArticle=true#pageIndex_0

    Es hat aber nicht zu einer nachhaligen Mobilitätsentwicklung beigetragen, dass so viele Menschen so dicht an Autobahnen wohnen, sondern im Gegenteil, zahlreiche Probleme erst verursacht.

    Unter anderem deshalb, weil gleichzeitig das Schienen-Netz massiv zurückgebaut wurde, sowohl für den Güterverkehr als auch für den Personenverkehr.


    Missverstehen Sie die Forderung das "Das Auto muss weg" nicht als eine einseitige nur auf "Ausmerzen" bedachte Forderung. Sondern als eine Aufforderung in andere Bahnen zu denken als "Autobahnen", dann hoffe ich sehr, können auch Sie sich der Forderung anschließen.


    Tempo 60 für Landstraßen wird nicht dazu führen, dass sich ihre Reisezeit verdoppelt. Das würde ja bedeuten, dass sie derzeit Tempo 120 auf Landstraßen fahren, obwohl dort von Ausnahmen abgesehen ein generelles Tempolimit von Tempo 100 gilt. Und es ist auf vielen Landstraßen so, dass an gefährlichen Stellen immer wieder kürzere und längere Abschnitte mit max. Tempo 70 ausgeschildert sind. Das ist gar nicht so weit weg von Tempo 100!


    Wenn Sie ferner die positiven Auswirkungen auf den Verkehrsfluss berücksichtigen, wird sich ihre Reisezeit nur unwesentlich verlängern.


    Und es geht mit dabei auch gar nicht nur um die bereits gebauten Landstraßen und Bundesstraßen, sondern vor allem auch um die noch nicht gebauten, für die bereits die Pläne in der Schublade liegen durch Brückenbauwerke und Abbiegespuren an Kreuzungen, sowie durch Begradigungen langsame Landstraßen zu Tempo 100-gängige Landstraßen auszubauen oder ganz neue Straßen von vornherein Tempo-100-gängig zu bauen. Und Sie werden mir sicher zustimmen, dass eine Reduktion des Landstraßentempos erhebliche Einsparungen mit sich bringt, Geld das sinnvoll in den Ausbau des Schienennetzes investiert werden kann. Es bestehen große Kosten-Unterschiede bei Herstellung und Erhaltung von Straßen abhängig von dem Tempo, das darauf gefahren werden soll.


    Die Alternativen können übrigens nicht "vorher" gefunden werden. Es ist nicht möglich, erst das Schienenetz auszubauen und erst dann, wenn eine perfekte Doppelstruktur geschaffen wurde, mal zu sehen, für was sich die Leute so entscheiden. Es muss eine klare nachhaltige und zukunftsfähige Linie verfolgt werden. Und die kann nicht heißen, noch mehr Autobahnen bauen, bis jeder Bundesbürger den Autobahnanschluss direkt vor seiner Haustür hat, sondern vielmehr: "Das Auto muss weg!"


    Frankreich hat übrigens vor einigen Monaten eine Reduktion des Landstraßen-Tempos von generell max. 90 auf max. 80 beschlossen! Trotz erheblicher Proteste von Seiten der Autolobby. Geht doch!