Hamburg soll Informationsschilder bekommen, wenn RWBP aufgehoben wird!


  • Es wird total der Hit. An der einen Straße stellt man dieses Schild auf, dreihundert Meter später erfolgt eine Aufleitung des Radverkehrs auf den nicht benutzungspflichtigen Radweg und kein Kraftfahrer versteht, warum sich diese Radfahrer niemals an die Regeln halten und den Radweg nicht benutzen.


    Ich denke auch dass die zweitbeste Lösung ein Schild/Plakat wäre das folgendes kommuniziert:

    Zitat

    Nur mit [Zeichen 237][Zeichen 240][Zeichen 241-30] gekennzeichnete Rad"wege" sind für Radfahrende benutzungspflichtig.
    Bei Hindernissen ist auch dort auf die Fahrbahn auszuweichen.



    Die beste Lösung wären regelmäßige und umfangreiche Nachschulungen und Prüfungen für alle Verkehrsteilnehmer.
    Zum Beispiel Berufsfahrer (Bus-/Taxi-/(Rad-)kurier-/Lieferdienst-/LKW-/...-Fahrer) alle 5 Jahre, andere Fahrzeuge mit Führerscheinpflicht alle 10 Jahre und alle anderen Bürger alle 15 Jahre.
    Aber das würde ja Arbeitsplätze generieren, und wer will das schon?

  • In Bamberg hängen so Schilder seit Herbst auch rum (PM der Stadt dazu). Nun ja, das Gelbe vom Ei wären natürlich vollkommen aufgeklärte Verkehrsteilnehmer (aller Mobilitätsklassen), die derartige Hinweise überflüssig werden ließen. Das klappt aber allein schon wg. Sturgeon's Law nicht [=> 90% sind eh Deppen]. Nichtsdestotrotz können solche Schilder, die begleitenden Presseberichte und ggfls. auch Diskussionen dafür sorgen, dass vielleicht ein paar Fahrzeuglenker und Radfahrer [von mir aus auch -nde ;) ] auf die entsprechenden Möglichkeiten hingewiesen werden und sich evtl. bei nächster Gelegenheit sogar daran erinnern. Eine Revolution ist nicht zu erwarten, mit Evolution klappt's vielleicht. Auch wenn's irgendwie arm ist, in vermutlich ineffektiven Maßnahmen einen Hoffnungsschimmer zu sehen... Wenn man auch sonst nix hat...


    Ob durch die Schilder in BA schon eine Verhaltensänderung eingetreten ist, kann ich leider nicht beurteilen, da ich auf den entsprechenden Strecken zu selten unterwegs bin und Konflikte mit Überholwilligen nicht zu meinen größten Problemen zählen. (Entweder flott unterwegs oder Anhänger dran. Das nötigt die meisten dann doch zur Einsicht, dass nicht jeder Überholvorgang jetzt und sofort sein muss.)

  • Ich hatte mich mal mit einem Mitarbeiter des Frankfurter Fahrradbüros über die Frage unterhalten, ob es nicht sinnvoll wäre auf Straßen nach Aufhebung der RWBP Radler-Piktogramme zu pinseln. Hintergrund war, dass es eine bestimmte Straße in Frankfurt gibt, in der ich nahezu regelmäßig angehupt, eng überholt und geschnitten werde, trotzdem es dort seit mindestens zwei Jahren keine RWBP mehr gibt.
    Der Radbüro-Mensch meinte daraufhin, dass er das nicht gut finden würde, weil dann Autler auf die Idee kommen könnten, Radler dürften nur Straßen mit diesen Piktogrammen nutzen. Ich finde das Argument nachvollziehbar und befürchte einen ähnlichen Effekt, würden jetzt auf einmal solche Schilder aufgehängt.


    Dagegen finde ich die Idee mit der Nachschulung sehr sympathisch. Zumindest aber wünsche ich mir umfangreiche Aufklärungs- und Pressearbeiten dazu - an der auch gern die hiesige Rennleitung teilnehmen und lernen kann.

    Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. - Albert Einstein

  • Der Radbüro-Mensch meinte daraufhin, dass er das nicht gut finden würde, weil dann Autler auf die Idee kommen könnten, Radler dürften nur Straßen mit diesen Piktogrammen nutzen. Ich finde das Argument nachvollziehbar und befürchte einen ähnlichen Effekt, würden jetzt auf einmal solche Schilder aufgehängt.


    Einen ähnlichen Effekt habe ich, natürlich nur sehr subjektiv gefärbt, bei der Einrichtung von Schutzstreifen festgestellt. Dort fröhnt zwar niemand mehr der Gehwegradelei, während ich in den angrenzenden Straßen plötzlich der einizge bin, der auf der Fahrbahn radelt. Die übrigen Radfahrer kampfradeln seitdem lieber auf dem Gehweg herum.

  • Die beste Lösung wären regelmäßige und umfangreiche Nachschulungen und Prüfungen für alle Verkehrsteilnehmer.
    Zum Beispiel Berufsfahrer (Bus-/Taxi-/(Rad-)kurier-/Lieferdienst-/LKW-/...-Fahrer) alle 5 Jahre, andere Fahrzeuge mit Führerscheinpflicht alle 10 Jahre und alle anderen Bürger alle 15 Jahre.
    Aber das würde ja Arbeitsplätze generieren, und wer will das schon?


    *Das* Argument kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Ich habe eher das Gefühl das es unser (D, EU) Beamtenapparat darauf auslegt möglichst alle anderen auch mit so vielen Zertifizierungs- und Verwaltungsaufgaben zu belegen das Arbeiten nicht mehr möglich ist. Dazu gibt es dann externe Zertifizierer (der TÜV müsste gefühlt inzwischen nach den Autoherstellern der größte Arbeitgeber sein) die Rechnungen stellen und der "Erfolg" des Unternehmens misst sich an der Zahl der Zertifikate die die Wände pflastern.


    Ansonsten gehe ich eigentlich voll d'accord, bis auf das ich mir gut vorstellen kann das *alle* KFZ-Führer (also alle die gefährliche Maschinen bedienen) alle 5 Jahre eine Wiederholungsprüfung machen müssen. Gerne wirklich eine Prüfung, keine Schulung, d.h. wer durchfällt darf nicht mehr führen. Nachdm ja alle fahren können dürfen kann das Ganze ja wirklich auf eine theoretische und eine praktische Prüfung reduziert werden, das darf dann nicht mehr als 150 Euro kosten - alle 5 Jahre, also eine bei den Betriebskosten eines KFZ vernachlässigbare Summe.
    Vorteil: durch die Prüfung müssen die Leute wirklich büffeln, d.h. selbst bei dem größten Sträuber bleibt unweigerlich was hängen, insbesondere wenn man beim theoretischen Teil den Schwerpunkt auf die letzten Änderungen legt.

  • Zitat

    Ich hatte mich mal mit einem Mitarbeiter des Frankfurter Fahrradbüros über die Frage unterhalten, ob es nicht sinnvoll wäre auf Straßen nach Aufhebung der RWBP Radler-Piktogramme zu pinseln. Hintergrund war, dass es eine bestimmte Straße in Frankfurt gibt, in der ich nahezu regelmäßig angehupt, eng überholt und geschnitten werde, trotzdem es dort seit mindestens zwei Jahren keine RWBP mehr gibt.
    Der Radbüro-Mensch meinte daraufhin, dass er das nicht gut finden würde, weil dann Autler auf die Idee kommen könnten, Radler dürften nur Straßen mit diesen Piktogrammen nutzen. Ich finde das Argument nachvollziehbar und befürchte einen ähnlichen Effekt, würden jetzt auf einmal solche Schilder aufgehängt.


    Offensichtlich hat man sich am Ende anders entschieden, denn in Bockenheim sind ja jetzt Piktogramme auf dem Radweg und auf der Fahrbahn aufgebracht worden. Finde ich gar nicht mal schlecht. Ob jetzt wirklich der Umkehrschluss gezogen wird? Ich glaube eher nicht, dass viele Leute so weit denken. Aber da weiß man natürlich nichts Genaues.


    Wo ist das denn, wo Du angehupt wurdest?

  • [...] Wo ist das denn, wo Du angehupt wurdest?


    Es war und ist die Rödelheimer Landstraße zwischen Kreuzung Ludwig-Landmann-Straße und der Überführung am Musikübungszentrum/Schönhof. Da bekommt man als Radler oft das volle Programm an hupen, engem Überholen, Schneiden und hektischen Gesten, die einen auf den Radweg verweisen sollen.

    Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. - Albert Einstein


  • *Das* Argument kann ich jetzt nicht nachvollziehen.


    Könnte am von mir "versteckten" Sarkasmus liegen.


    [...]das ich mir gut vorstellen kann das *alle* KFZ-Führer (also alle die gefährliche Maschinen bedienen) alle 5 Jahre eine Wiederholungsprüfung machen müssen. Gerne wirklich eine Prüfung, keine Schulung, d.h. wer durchfällt darf nicht mehr führen. Nachdm ja alle fahren können dürfen kann das Ganze ja wirklich auf eine theoretische und eine praktische Prüfung reduziert werden, das darf dann nicht mehr als 150 Euro kosten - alle 5 Jahre, also eine bei den Betriebskosten eines KFZ vernachlässigbare Summe.


    Die von mir vorgeschlagenen 10 Jahre für Kfz-Führer waren Lobbyarbeit meinerseits, da ich zwar schon 12 Jahre kein Auto mehr geführt habe, ich aber trotzdem nicht alle 5 Jahre eine Prüfung machen möchte um die Gültigkeit meines Führerscheins zu erhalten, damit ich im Notfall (was auch immer das sein könnte) ein Kfz führen kann darf.
    Ich dachte ja eigentlich ausschließlich an eine schriftliche Prüfung, aber du hast Recht, so Dinge wie Schulterblick/Blinken/Überholverhalten wird man wohl nur in der Praxis überprüfen können.

  • Es war und ist die Rödelheimer Landstraße zwischen Kreuzung Ludwig-Landmann-Straße und der Überführung am Musikübungszentrum/Schönhof. Da bekommt man als Radler oft das volle Programm an hupen, engem Überholen, Schneiden und hektischen Gesten, die einen auf den Radweg verweisen sollen.


    Darüber haben wir neulich in der Verkehrs-AG des ADFC auch gesprochen. Vielleicht wäre es eine sinnvolle Idee, demnächst die Polizei und das Verkehrsdezernat anzusprechen, ob sie in ihrer traditionellen Frühjahrsaktion sich nicht mal auf dieses Thema konzentrieren wollen statt wieder die Pappkameraden aufzustellen (oder von mir aus auch beides). Ich habe neulich mal einen Artikel gelesen, den ich leider nicht mehr wiederfinde, in dem beschrieben wurde, wie Polizisten in zivil mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn neben einem nicht benutzungspflichtigen Radweg unterwegs waren und anschließend Bußgelder an die Nahüberholer verteilt haben. Zusammen mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit könnte das vielleicht etwas bewirken. Außerdem sollte man überlegen, ob man in der Rödelheimer Landstraße nicht auch solche Piktogramme aufbringt wie in der Adalbertstraße.

  • Ich habe neulich mal einen Artikel gelesen, den ich leider nicht mehr wiederfinde, in dem beschrieben wurde, wie Polizisten in zivil mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn neben einem nicht benutzungspflichtigen Radweg unterwegs waren und anschließend Bußgelder an die Nahüberholer verteilt haben.


    evtl der hier?
    ok, Hamburg... aber hey, Nabel der Welt und so ;)

  • ... beschrieben wurde, wie Polizisten in zivil mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn neben einem nicht benutzungspflichtigen Radweg unterwegs waren und anschließend Bußgelder an die Nahüberholer verteilt haben.


    Charmante Idee, dass die Polizei einfach mal die Perspektive wechselt. Wäre interessant, ob die Beamten sich freiwillig für den Einsatz gemeldet haben. Ich würde damit rechnen, dass relativ schnell eine Gewerkschaft auf der Matte steht und aus Sorge um das leibliche Wohl der Beamten solche Aktionen rundheraus ablehnt.

  • Abgesehen davon, dass ich meinen launischen Kommentar wohl besser noch mit Disclaimer-Smiley entschärft hätte...



    Aufgabe der Gewerkschaft ist es für diesen Fall entsprechende Schutzausrüstung (wie auf dem Bild im Artikel zu sehen: Helm) zu fordern.


    ... schließlich ist ja bekannt, welche ausgezeichnete Schutzwirkung der Fahrradhelm gegenüber Nahüberholern hat. ;)

  • Ich dachte ja eigentlich ausschließlich an eine schriftliche Prüfung, aber du hast Recht, so Dinge wie Schulterblick/Blinken/Überholverhalten wird man wohl nur in der Praxis überprüfen können.


    Wobei ich mir da auch nicht im Klaren bin über den Aussagewert einer schriftlichen Prüfung. Das läuft dann doch so wie bei mir momentan in der Klausurphase: Schädeldecke auf, Wissen reinstopfen, Prüfung bestehen, Wissen wieder rausschmeißen. Man müsste viel mehr sicherstellen, dass der Kraftfahrer tatsächlich eine wie auch immer geartete Form von Bewusstsein hat, in welcher Rolle er sich im Straßenverkehr bewegt und sich der Verantwortung, die mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges einhergeht, auch tatsächlich bewusst ist.

  • ...Schädeldecke auf, Wissen reinstopfen, Prüfung bestehen, Wissen wieder rausschmeißen.

    Ah ja! Das klassische Bulimielernen. Jedoch kommen deine Prüfung ja wahrscheinlich nie wieder. Wenn aber eine Prüfung regelmäßig stattfindet, ist die Wahrscheinlichkeit dass man hinterher nicht gleich alles wieder vergessen will dann hoffentlich doch etwas höher.