• Das sind aber alle, oder?

    In Amsterdam werden ja nicht jedes Jahr 20-25 Radler derbazelt. Berlin warens nur Radler 2024 glaube ich 11.

    Auf der Suche nach Zahlen bin ich auf diesen Artikel aus der Welt vom 7.5.25 gestoßen:

    Radfahren in Amsterdam  - WELT
    Amsterdam gilt als Vorzeigestadt des Radverkehrs mit bester Infrastruktur. Doch die Kehrseite sind volle Wege, steigende Unfallzahlen und neue…
    www.welt.de

    Darin heißt es unter anderem zu der relativ hohen Zahl verunglückter Fahrradfahrenden (leider wird keine konkrete Zahl für Amsterdam genannt):

    "Die Gründe sind vielfältig: Mehr ältere Radfahrer, eine zunehmende Zahl schneller E-Bikes, kaum Helmnutzung und – speziell in Amsterdam – immer mehr manipulierte Fatbikes mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit."

    Da hilft dann natürlich auch kein Tempo-30-Gebot, wenn auf den Radwegen mit manipulierten Pedelecs deutlich zu schnell gefahren wird.

  • Der Artikel deckt sich mit meinen wenigen Amsterdam Erfahrungen. Wenn man von den Außenbezirken in die Innenstadt fährt an den größeren Einfallsstraßen, dann stellt sich ein ähnlich wohliges Gefühl ein, wie in München. Zwar ist der Radweg breiter, dafür tummelt sich noch mehr Volk auf dem Wegen, und zwar auch der Gattung Roller und Mofafahrer. Da sind die Fatbikes wahrscheinlich eher weniger Problem.
    Und der Ton kann durchaus unfreundlich werden, wenns auf eine Ampel zugeht und sich einer traut, bei rot/gelb schon zu bremsen.

  • "Die Gründe sind vielfältig: Mehr ältere Radfahrer, eine zunehmende Zahl schneller E-Bikes, kaum Helmnutzung und – speziell in Amsterdam – immer mehr manipulierte Fatbikes mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit."

    Die aufgezählten Faktoren sind plausibel klingende Gemeinplätze ohne empirische Belege für die behauptete Risikoerhöhung. Risiko ist ein Bruch, und die isolierte Betrachtung des Nenners allein ist blanker Unsinn. Aber selbst dann, wenn man den Nenner tatsächlich kennen würde, wäre eine dann möglicherweise gefundene Korrelation immer noch kein Beweis für eine kausale Verknüpfung.

    "Schockierend!! E-Scooter-Unfälle seit den 1970er Jahren dramatisch angestiegen!":evil:

  • Der Artikel deckt sich mit meinen wenigen Amsterdam Erfahrungen. Wenn man von den Außenbezirken in die Innenstadt fährt an den größeren Einfallsstraßen, dann stellt sich ein ähnlich wohliges Gefühl ein, wie in München. Zwar ist der Radweg breiter, dafür tummelt sich noch mehr Volk auf dem Wegen, und zwar auch der Gattung Roller und Mofafahrer. Da sind die Fatbikes wahrscheinlich eher weniger Problem.
    Und der Ton kann durchaus unfreundlich werden, wenns auf eine Ampel zugeht und sich einer traut, bei rot/gelb schon zu bremsen.

    "wohliges Gefühl" meinst du wohl so: ";)wohliges Gefühl;)" mit Anführungszeichen, also ironisch gemeint?

    Wie ist das mit dem Handzeichen geben, wenn man als Radfahrer stoppt, z.B. weil die Ampel auf Gelb, bzw. Rot springt? Ist das in den Niederlanden üblich die Hand nach oben zu strecken, wenn man anhalten will, oder ist das eher in Dänemark verbreitet?

  • Die aufgezählten Faktoren sind plausibel klingende Gemeinplätze ohne empirische Belege für die behauptete Risikoerhöhung. Risiko ist ein Bruch, und die isolierte Betrachtung des Nenners allein ist blanker Unsinn. Aber selbst dann, wenn man den Nenner tatsächlich kennen würde, wäre eine dann möglicherweise gefundene Korrelation immer noch kein Beweis für eine kausale Verknüpfung.

    "Schockierend!! E-Scooter-Unfälle seit den 1970er Jahren dramatisch angestiegen!":evil:

    Bis hierher gehe ich mit: "Die aufgezählten Faktoren sind plausibel klingende Gemeinplätze ohne empirische Belege.;)

    Auch wenn die aufgezählten Faktoren ohne empirische Belege sind, so ist das Gegenteil noch lange nicht richtig.

    "...immer mehr manipulierte Fatbikes mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit", sind meines Erachtens ein plausibler Grund dafür, dass die Bewegungsfreude für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen beeinträchtigt wird und vermutlich auch für steigende Unfallzahlen mit gravierenderen Folgen.

    Und es gibt indirekte Folgen: Weil es durch ein zunehmendes Tempo auf den Radwegen für langsam fahrende Radfahrer*innen unattraktiv ist, das Fahrrad zu benutzen, verzichten die auf das Radfahren auf besonders betroffenen Fahrradwegen und fehlen dann als Fahrradfahrende, die ein angenehm niedriges Fahrtempo begünstigen.

    So lange keine empirische Belege das Gegenteil dokumentieren, gehe ich davon aus, dass das so ist.

  • "...immer mehr manipulierte Fatbikes mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit", sind meines Erachtens ein plausibler Grund dafür, dass die Bewegungsfreude für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen beeinträchtigt wird und vermutlich auch für steigende Unfallzahlen mit gravierenderen Folgen.

    Dass schnelle KFZ in NL auf dem Fietspad verkehren, ist ja nun nichts Neues. Oder umgekehrt, die Fatbikes verdanken ihre NL-spezifische steile Karriere ja erst dem Umstand, dass das langgewohnte Nebeneinander von Fiets, Snorfiets und Bromfiets auf den Radwegen in der jüngeren Vergangenheit durch Helmpflichten und Radwegeverbote für die Verbrenner-Motorzweiräder zunehmend eingeschränkt wurde. Da wurde also bestenfalls ein Risikofaktor gegen einen anderen ausgetauscht.

    Die offizielle "wissenschaftliche" Tempo-30-Auswertung gibt es übrigens hier:

    Onderzoeksrapport 30 km/u in de stad
    Effecten van de verlaging van de maximumsnelheid naar 30 km/uur,<br />In december 2023 is de maatregel 30 km/u in de stad ingevoerd. Op een groot aantal…
    openresearch.amsterdam

    Ergebnisse:

    • es wurden nur die neuen T30-Straßen für 1 Jahr vorher/nachher analysiert, einen Quervergleich zum übrigen Netz und zu außerhalb AMS gab es nicht, so dass insbesondere Witterungseinflüsse und andere global wirksame Faktoren nicht herausgekürzt werden
    • in die Unfallanalyse wurden nur Vorfälle mit Beteiligung von "Motorfahrzeugen" einbezogen und die Unfalldaten stammen aus der hinsichtlich Fahrradunfällen massiv untererfassenden Polizei-Datenbank "BRON". Etwaige %-Änderungen betreffen somit im Hinblick auf das Unfallrisiko der Aussassen auch nicht die Änderung des Gesamtrisikos, sondern lediglich den Teil des Unfallgeschehens, der sich im Hellfeld der Polizei abspielt.
    • den stärksten Rückgang gab es überraschenderweise bei reinen Sachschäden
    • Verletzte nahmen nur im einstelligen %-Bereich ab
    • die Anzahl der Todesfälle auf den neuen Tempo-30-Straßen blieb hingegen gleich
    • die Schadstoffbelastung der Luft blieb gleich
    • das KFZ-Aufkommen blieb gleich
    • der Lärmpegel sank um unhörbare Beträge