Tolle Radwege in Niedersachsen

  • Dann kommt auch noch so ein Fahrrad-Alien daher und behauptet, das Fahrrad sei ein "Verkehrsmittel". Ein männlicher ADFC-ler hätte dir wahrscheinlich reflexartig eine runtergehauen :)

    Der Einzige, der mir auf der Fahrt eine runterhauen wollte, war ein Autofahrer, den ich gefragt habe, ob er seine Karre unbedingt so auf den "Radweg" stellen muss, dass man gar nicht mehr vorbei kommt. Er sagte, es sei ein Notfall, weil sein Kind gerade das Auto vollgekotzt hätte. Vielleicht hätte ich nicht antworten sollen, dass ich sein Kind verstehen kann bei solchen Eltern. Dann hat er sich aber trotzdem nicht getraut, zuzuhauen (ich heiße ja nicht Malte). Im ADFC war der wohl eher nicht. :)


  • Jetzt ist sie verwirrt, die Ärmste. Wo doch jeder weiß, dass die Echsenmenschen in den Regierungen sitzen und immer ein Presseteam dabei haben?


    Dann kommt auch noch so ein Fahrrad-Alien daher und behauptet, das Fahrrad sei ein "Verkehrsmittel". Ein männlicher ADFC-ler hätte dir wahrscheinlich reflexartig eine runtergehauen :)

    Auch männliche ADFC-ler hauen keinem eine runter.

    Foto von der Abschlusskundgebung der Fahrradsternfahrt am 2.9.20 auf dem Waterlooplatz.


    Pepschmier, Yeti Es ist eine Sache, sich als gefühlte Speerspitze der Fahrradfahrer-Avantgarde zu gefallen und eine andere im Alltags-Klein-Klein Fahrradfahrer*innen zu organisieren, die insbesondere im ländlichen Raum das Fahrradfahren vielfach als reines Freizeitvergnügen achten und ansonsten vor allem mit dem Auto mobil sind.

    Das merkt man schon sehr deutlich dann, wenn überregionale ADFC-Treffen stattfinden, und zwar an den oft sehr unterschiedlichen Positionen zwischen vielen Teilnehmenden aus dem ländlichen Raum im Gegensatz zu vielen aus der Stadt.

    Aber selbst in einem Stadtteil in dem das Verkehrsmittel Fahrrad sehr stark präsent ist, und in dem ein FDP-Plakat, das für den ungebremsten Autowahn wirbt, nicht unkommentiert bleibt, stehen viel zu viele Autos störend in der Gegend rum.

    Foto aus dem Stadtteil Linden:


    Und sogar bei Treffen von ausgesprochenen Fahrrad-Aktivist*innen ist man manchmal überrascht, wie handzahm der Protest gegen das Verkehrsmittel Auto ausfällt. Yeti, Sie hatten ja schon davon berichtet, dass Sie bei der Fahrradsternfahrt am vergangenen Freitag nach Hannover dabei waren, die auf dem Waterlooplatz endete. Vielleicht ist Ihnen ja auch dieses Transparent aufgefallen, das eine Aktivistin auf der Wiese ausgelegt hatte: Schweinefleisch, bzw. Fleisch allgemein streichen, Verkehrsmittel Flugzeug streichen, Autos streichen (aber nur für Strecken unter 2 km), Wegwerfbecher streichen.


    Demnach hat das Verkehrsmittel Auto also seine Existenzberechtigung schon für eine Strecke von 2,5 km?

    Und auch was das Flugzeug angeht wird auf einem anderen Plakat indirekt für die Weiternutzung dieses Verkehrsmittels geworben, nämlich für Langstreckenflüge (und Mittelstreckenflüge?). Ein sehr liebevoll gestaltetes Protestplakat, befestigt am Fahrrad einer anderen Teilnehmerin.


    (Ironie an);) Wäre ich jetzt FDP'ler, würde ich vielleicht sagen: "Oh alles okay hier. Das Verkehrsmittel Auto soll also die Kurzstreckenflüge ersetzen. Das wird unsere Kampagne zur Verhinderung eines allgemeinen Tempolimits auf Autobahnen stärken." ;) (Ironie aus)


    Um nicht missverstanden zu werden: Ich finde es toll, dass so viele bei der Fahrradsternfahrt mitgemacht haben. Und auch die hier gezeigten Plakate sind toll. Und es ist gut, dass solche Veranstaltungen stattfinden. Aber es ist auch wichtig, diesen Protest zu intensivieren und zu konkretisieren. Und dann ist die Gefahr groß, dass viele gute Anliegen sehr stark verwässert werden.


    Und wenn wer versuchen wollte, eine Fahrradsternfahrt zu organisieren, mit der der ersatzlose Rückbau aller Fahrradwege gefordert wird, weil das angeblich besser sei für den Fahrradverkehr, dann hätte er vermutlich nicht nur die ältere Dame aus Mellendorf mit Warnweste nicht mit dabei.

  • Und wenn wer versuchen wollte, eine Fahrradsternfahrt zu organisieren, mit der der ersatzlose Rückbau aller Fahrradwege gefordert wird, weil das angeblich besser sei für den Fahrradverkehr, dann hätte er vermutlich nicht nur die ältere Dame aus Mellendorf mit Warnweste nicht mit dabei.

    Und wenn Sie nicht nur schwarz-weiß denken würden, könnte man vielleicht sogar versuchen, mit Ihnen eine Diskussion zu führen.

  • Manchmal frage ich mich, wer hier mehr dem "Schwarz-Weiß-Denken" verhaftet ist. Jemand, der einer 70-jährigen Radfahrerin vorwirft, eine "Wahnweste" zu tragen zum Beispiel?

    Eine daneben stehende Dame (Anfang 70) mit Wahnweste vom örtlichen ADFC-Ortsverband widersprach mir eifrig und betonte, ...

  • Andere Richtung:



    Hebt das eigentlich die Radwegbenutzungspflicht auf?

    Vermutlich haben die FDP-Wahlkämpfer das Plakat nicht deshalb über das vermutliche Radwegschild gehängt, weil die FDP die Radweg-Benutzungspflicht aufheben will. Schließlich geht es der FDP in der Regel um die Freiheit für Autofahrende, und da sind Fahrradfahrende ;) ein Verkehrshindernis, das auf der Fahrbahn nicht geduldet wird.

  • Manchmal frage ich mich, wer hier mehr dem "Schwarz-Weiß-Denken" verhaftet ist. Jemand, der einer 70-jährigen Radfahrerin vorwirft, eine "Wahnweste" zu tragen zum Beispiel?

    Dass die Dame eine Weste getragen hat, ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsachenfeststellung. Die Weste war auch gelb und nicht schwarz-weiß.


    Was den absichtlichen Rechtschreibfehler angeht: Wenn Radfahrende sich selbst als Verkehrshindernis verkleiden, müssen sie sich aus meiner Sicht nicht darüber wundern, auch als solche behandelt zu werden.

    Schließlich geht es der FDP in der Regel um die Freiheit für Autofahrende, und da sind Fahrradfahrende ;) ein Verkehrshindernis, das auf der Fahrbahn nicht geduldet wird.

    Dass der ADFC in der Wedemark von der FDP unterwandert ist, möchte ich nicht unterstellen.

  • Es gibt in der Gegend durchaus sehr gut zu befahrende asphaltierte Feld- und Waldwege. Nur bilden die nicht immer ein zusammenhängendes Netz, enden irgendwo an der Gemeindegrenze oder Zwischenabschnitte sind durchaus als Sandkasten zu gebrauchen.

    Ich bin jetzt schon mehrmals von Hamburg nach Hannover gefahren und kann von ähnlichen Erfahrungen berichten.

    Ganz schlimme Abschnitte habe ich aber wenige gesehen.

  • Am Freitag habe ich mir das Fahrradland Niedersachsen auf dem Weg nach Hangover angeschaut. Hätte ich überall angehalten, um Fotos zu machen, wäre ich vermutlich immer noch nicht da.


    Zum Glück führte meine Route über die Straße, die links wegführt.

    Vielleicht habe ich ihre Kritik ja falsch verstanden. Was also bitte ist genau die Kritik an dem abgebildeten Radweg?


    Dass der Belag völlig ungeeignet ist und dazu noch in einem grottenschlechten Zustand, darüber sind wir uns vermutlich schnell einig.


    Wäre es besser, den Radweg beidseitig als separaten Zweirichtungsradweg anzulegen? Dazu müsst man Genaueres wissen über die Örtlichkeiten.


    Wäre es besser den Radweg ganz zu schließen und der Natur zurückzugeben? Das ist ganz sicher richtig, wenn - ja wenn dort nur wenig Autoverkehr auf der Landstraße stattfindet und ein Tempolimit deutlich unter Hundert gilt. Oder wenn es berechtigte Hinweise gibt, dass im Gegenzug einer Begrünung des Radweges die genannten Bedingungen mit einhergehen.


    Wäre es besser den vorhandenen Radweg deutlich zu verbreitern und mit einem gut befahrbaren Belag zu versehen? Dass hielte ich für sinnvoll wenn dort ein hohes Auto-Verkehrsaufkommen mit hohen Geschwindigkeiten stattfindet, an dem sich absehbar auch nichts ändern wird. Ob ein Ein- oder ein Zwei-Richtungsfahrweg gut ist, hängt letztlich auch davon ab, über welche Streckenabschnitt der sich erstreckt und ob zum Beispiel dauernd kleine Ortschaften passiert werden, wo dann jedes mal ein Seitenwechsel stattfindet.


    Auch die Kreuzungsgestaltungen spielen eine Rolle. Wenn Kreuzungen so gestaltet werden, dass für den Radverkehr eine sichere Geradeausfahrt möglich ist, ohne anhalten zu müssen und abbiegende oder auffahrende Autos wartepflichtig sind gegenüber dem Fahrrad-Geradeausverkehr, dann kann auch ein einseitiger separater Zweirichtungsradweg eine sichere Lösung sein.


    Aber das beste ist natürlich eine Fahrbahn mit wenig Autoverkehr und garantiert langsamen Autoverkehr, nicht schneller als 60 km/h.


    Das soll jetzt aber nicht heißen, dass der Radverkehr auf allen anderen Landstraßen verboten werden soll! Leider ist dieses Verbietenwollen des Radverkehrs auf der Fahrbahn oft der Hintergrund dafür, dass Radwege oder so was wie Radwege angelegt werden und trotz erbarmungswürdig schlechtem Zustand als benutzungspflichtig beschildert werden.

  • Was also bitte ist genau die Kritik an dem abgebildeten Radweg?

    Es ist die "Hauptstraße" Richtung Bargstedt. Ich bin nach links in die Straße Walkmühle abgebogen. Google Maps Wäre ich weiter geradeaus Richtung Bargstedt gefahren, wäre ich auf der Fahrbahn geblieben, aber eigentlich habe ich überhaupt keine Lust, in dieses Kaff zu fahren, in der man Radfahrern den ausgestreckten Mittelfinger zeigt.


    Solche Wege dienen nicht dem Radverkehr, sondern ausschließlich dem ungebremsten Autoverkehr, auf Kosten der Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern. Damit bringt man niemanden dazu, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Warum sollte man das tun, wenn man vorher mit dem Auto bequem und sicher auf der Fahrbahn fahren kann und mit dem Fahrrad an jeder Kreuzung und Einmündung dieser Buckelpiste damit rechnen muss, über den Haufen gefahren zu werden? Warum sollte man sich auf den schmalen Wegen mit den Fußgängern in die Quere kommen, über Bordsteinkanten rumpeln, wenn nebenan eine asphaltierte Fahrbahn liegt, auf der man diese ganzen Probleme nicht hat? Warum sollte man die Rolle tauschen vom Autofahrer, dem überall freie Bahn geschaffen wird zu einem Radfahrer, der sich überall unterordnen muss und als minderwertiger Verkehrsteilnehmer behandelt wird?


    Der Weg ist benutzungspflichtig, obwohl gleichzeitig vor seiner Benutzung gewarnt wird. Das passt nicht zusammen. Wenn jemand freiwillig darauf fahren möchte, soll sie/er das tun, aber ich möchte dazu nicht gezwungen sein. Der abgebildete Weg führt kurz danach linksseitig in die Ortschaft Bargstedt. Dort muss man sich dann als Radfahrer in der Mitte zerteilen, um auf beiden Straßenseiten gleichzeitig weiterzufahren. Mofas dürfen die Gehwege natürlich auch auf beiden Seiten benutzen, damit sie den Autoverkehr nicht stören Mapillary


    Reicht Ihnen das als Antwort, was meine Kritik an diesem Mist ist? Besser wäre es, den Weg komplett umzupflügen und dort einen Blühstreifen anzulegen.


    Hier gibt es zahlreiche Straßen mit ähnlich geringem Verkehrsaufkommen, an denen es zum Glück keinen "Radweg" gibt. Dort gibt es folglich auch keine Diskussionen, warum ich ihn nicht benutze.

  • Reicht Ihnen das als Antwort, was meine Kritik an diesem Mist ist? Besser wäre es, den Weg komplett umzupflügen und dort einen Blühstreifen anzulegen.


    Hier gibt es zahlreiche Straßen mit ähnlich geringem Verkehrsaufkommen, an denen es zum Glück keinen "Radweg" gibt. Dort gibt es folglich auch keine Diskussionen, warum ich ihn nicht benutze.

    Alternative zum "Umpflügen":

    Ich sehe mindestens zwei Probleme:

    Würde man den Weg umpflügen, dann stünde er auch nicht mehr dem Fußverkehr zur Verfügung.

    Und Sie haben noch nichts über die Geschwindigkeiten auf der Landstraße geschrieben. Dort gilt, wenn nicht anders angeordnet Tempo 100 max.

    Auf einer Fahrbahn mit Tempo 100 max. fahre ich sehr ungern mit dem Rad, und gehe auch nur sehr ungern dort zu Fuß.

    Selbst bei geringer Verkehrsbelastung.

    Ich halte es nicht für zielführend, den Autoverkehr dadurch auszubremsen, dass man den Rad- und Fußverkehr auf die Fahrbahnen der Landstraßen verlegt, indem man vorhandene Radverkehrs- und Fußgängerinfrastruktur einfach "umpflügt".

    Als Sofortmaßnahme ist es ja auch möglich, die Nutzungspflicht für den "Radweg" dadurch aufzuheben, dass Fußweg mit Radfahrer frei angeordnet wird. Hier ein Beispiel aus dem Landkreis Schaumburg.

    Wobei man dazu sagen muss, dass die oben auf den Fotos gezeigte Landstraße eigentlich eine Straße innerorts ist, wo eigentlich Tempo 50 gilt, was jedoch leider selten befolgt wird. Ein in der Nähe angebrachte Tempomessstation wurde mutwillig zerstört:

    Ich kam dort zufällig vorbei, als dort ein Bautrupp tätig war. Und ich hatte mit dem Bautrupp gesprochen, der darüber berichtete, dass das ihr Alltagsgeschäft sei, randalierte Tempomessstationen wieder in Gang zu bringen.

    Wie man den Autoverkehr zuverlässig dazu bringen kann, nicht schneller zu fahren als ein angeordnetes Tempolimit es vorgibt, hatte ich andernorts schon angedeutet. Immerhin wird ab 2022 in Neuwagen ein Intelligenter Geschwindigkeitsassistent verbaut sein. Leider in einer Form, die es den Autofahrenden zu leicht macht diese wertvolle Autofahr-Hilfe zu ignorieren.

    Und leider ist auch die Politik nicht bereit, Tempolimits anzuordnen, die zumindest als eine Zwischenetappe mit dem Ziel Verkehrswende erkennbar wären.


    Volle Zustimmung zu Ihrer Kritik an den gefährlichen und häufig zum Nachteil des Radverkehrs (und des Fußverkehrs) gestalteten Kreuzungen! :thumbup:

    Warum sollte man das tun, wenn man vorher mit dem Auto bequem und sicher auf der Fahrbahn fahren kann und mit dem Fahrrad an jeder Kreuzung und Einmündung dieser Buckelpiste damit rechnen muss, über den Haufen gefahren zu werden?

  • Das Problem ist doch viel tiefgreifender: In den Köpfen hat sich festgesetzt, dass der Autoverkehr der einzig wichtige und richtige Verkehr ist, dem sich alles andere unterzuordnen hat. Daraus erwächst die Erwartung, dass man mit dem Auto überall freie Fahrt hat und niemals für andere bremsen muss. Daraus erwächst auch die Erwartung, überall (mindestens) die zul. Höchstgeschwindigkeit ausnutzen zu können, auch wenn das Sichtfahrgebot und die Forderung, einer den Verkehrsverhältnissen angepassten Geschwindigkeit es in den meisten Fällen nicht zulässt, auf Landstraßen 100km/h schnell zu fahren.


    Nun gibt es viele Radfahrer, die lieber auf einem Kack-Radweg in völlig desolatem Zustand fahren als auf der Fahrbahn, weil sie zum großen Teil das Selbstverständnis des Autoverkehrs als einzig richtigen und wichtigen Verkehr selbst verinnerlicht haben und weil sie sich auch durch Autofahrer mit diesem Selbstverständnis gefährdet sehen.


    Leider werden Verstöße z.B. gegen das Sichtfahrgebot oder der Einhaltung einer angepassten Geschwindigkeit nicht geahndet, sondern haben allenfalls dann Konsequenzen, nachdem etwas passiert ist: Weil erst dann zweifelsfrei erwiesen ist, dass die Geschwindigkeit nicht angepasst war.


    [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] außerhalb geschlossener Ortschaften ist Blödsinn, weil dabei von Anfang an einkalkuliert ist, dass dort nicht mit Schrittgeschwindigkeit gefahren wird, was dort in der Regel auch nicht erforderlich sein wird. Es gibt andere Möglichkeiten, die Benutzung eines "Radweges" zu erlauben, ohne sie gleich vorzuschreiben. "Radwege", die sich in einem Zustand befinden, dass man darauf nicht Fahrradfahren kann, sollten in der Tat lieber umgepflügt werden. Damit könnte man wenigstens noch ein paar Bienen helfen.


    Und es gibt auch außerorts sehr viele Straßen, an denen man wirklich keinen "Radweg" braucht. Ich hatte ja ein weiteres Bild meiner Fahrt nach Hangover gezeigt:


    An der selben Straße gibt es 2km vorher keinen "Radweg", also warum braucht man auf einmal hier einen? Es handelt sich um die K134 zwischen der K139 und L130. Mittendrin liegt das Dorf Vierden, das hauptsächlich über die K134 erreichbar ist. OpenStreetMap

    Ob dort ein Tempolimit angeordnet wird oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle, weil das niemals jemand kontrollieren wird.


    Mir sind dort auf der gesamten Strecke von 4,4km zwei Kraftfahrzeuge begegnet. Zwischen der K139 (an der es übrigens auch keinen "Radweg" gibt) und Vierden fährt man auf der Fahrbahn und danach darf man nicht mehr auf dem glatten Asphalt fahren, sondern muss die baufällige Buckelpiste rechts im Bild benutzen, die außerdem so schmal ist, dass man darauf langsamere Radfahrer nicht sicher überholen kann und dass eine Begegnung mit entgegenkommenden Radfahrern gefährlich ist. Da muss nur einer von beiden ein paar Zentimeter von der Spur abweichen und dann kracht es. Warum fühlen sich Radfahrer auf so einem Schrott sicherer, als nebenan auf der leeren, glatt asphaltierten Fahrbahn?


    Hier wäre die Anlage eines Blühstreifens auf dem umgepflügten "Radweg" wirklich das Beste für alle, weil auch Fußgänger und Radfahrer durch das Insektensterben mehr gefährdet sind als durch die Benutzung der Fahrbahn. Solange es nicht einmal als normal empfunden wird, auf solchen Nebenstraßen mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn zu fahren, wird das nichts mit der Verkehrswende, durch die Radfahrer als gleichwertige Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden, oder sich selbst als gleichwertige Verkehrsteilnehmer betrachten.

  • wer mit 2bar, dafür aber mit 300W-Tretunterstützung lieber "entspannt" zu zweit nebeneinander fahren will, wird den "Weg" rechts auch noch dann nutzen, wenn der mit Schlachlöchern und Split übersäht ist.


    aus Angst vor "überfahren werden" oder Angst vor "Stress"

  • Ich finde das Bild in #133 besonders gelungen, weil der Zustand der Fahrbahn wirklich traumhaft für das Radl ist. So etwas fahre ich doch einfach nur gerne. Und wenn dort zwei Lastwagen im theoretischen Begegnungsverkehr aneinander vorbei passen, dann ist es auch (verdammt noch mal) möglich einen Radfahrer sicher zu überholen, wenn unbedingt nötig.

  • Es gibt die technische Möglichkeit Autos (nicht die Autofahrer, aber die können dann nicht anders) dazu zu bringen, das angeordnete Tempolimits nicht überschritten werden können. Leider bleiben diese Möglichkeiten weitgehend ungenutzt.


    Ferner: Ein so ausgeschilderter Weg [Zeichen 239] + [Zusatzzeichen 1022-10] ist kein Radweg sondern ein Fußweg, der für den Radverkehr freigegeben ist verbunden mit Auflagen, die für einen Radweg nicht gelten. Warum wollen Sie diese Fußwege umpflügen?

    In ihrem geschilderten Beispiel sind Ihnen zwei KFZ begegnet. Sie sind vermutlich ein gut trainierter Fahrradfahrer, einem Fußgänger, der die Fahrbahn benutzt hätte, anstatt den Fußweg, dem wären rein rechnerisch 8 Fahrzeuge begegnet.

    Sie schreiben auf dem gezeigten Radweg könnte man sowieso nicht nebeneinander mit dem Fahrrad fahren.

    Mag sein, aber man könnte nebeneinander zu Fuß gehen.


    Deshalb kritisiere ich Ihre Forderung solche Wege, wie die auf dem Foto, einfach umzupflügen. Man könnte ja vielleicht einen anderen Belag wählen, der sehr gut zum Gehen geeignet ist, aber nicht so glatt ist, dass er für Fahrradfahrer eine allzu große Verlockung darstellt. Trotzdem werden da vermutlich auch Fahrradfahrer lang fahren, auch dann, wenn da nur [Zeichen 239] ausgeschildert ist. Na und? Das ist doch kein Grund die Fußgängerinfrastruktur zu zerstören. Wollen Sie in den Ortschaften und Städten auch überall die Trottoirs "umpflügen"? Zum Teil wird das ja gemacht, aber dann wird auch ein deutliches Tempolimit angeordnet:

  • Wollen Sie in den Ortschaften und Städten auch überall die Trottoirs "umpflügen"?

    Hören Sie doch mal mit Ihren Unterstellungen auf! Ich bezweifele, dass man an der K134 bei Vierden zwingend einen Gehweg braucht. Vermutlich ist dort noch nie jemand zu Fuß gegangen. Wie kommen Sie darauf, dass ich deshalb auch in Städten sämtliche Gehwege umpflügen will? Was man an der K134 definitiv nicht braucht, ist ein "Radweg" und schon gar keinen mit Benutzungspflicht, also mit einem Verbot, auf der glatt asphaltierten und leeren Fahrbahn zu fahren. Wenn Sie lieber auf solchen "Radwegen" fahren, ist das Ihr Problem, aber machen Sie es bitte nicht zu meinem Problem.


    Ich möchte, dass Gehwege ausschließlich zum Gehen sind und nicht zum Radfahren. Daher hat an Gehwegen weder ein [Zusatzzeichen 1022-10] noch ein [Zeichen 240] etwas verloren. Und ich möchte, dass dieses dumme Gerede aufhört, dass man überhaupt erst dann anfangen kann, Fahrrad zu fahren, wenn überall "Radwege" gebaut wurden. Man kann auf solchen Straßen wie der K134 nämlich ganz prima auch ohne "Radweg" Fahrrad fahren. Dafür muss man weder besonders sportlich, noch besonders mutig sein.

  • Solange es nicht einmal als normal empfunden wird, auf solchen Nebenstraßen mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn zu fahren, wird das nichts mit der Verkehrswende, durch die Radfahrer als gleichwertige Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden, oder sich selbst als gleichwertige Verkehrsteilnehmer betrachten.

    Solange es abgestrebt wird, auch auf kleinen Nebenstraßen Tempo 100 durchzusetzen und die Straßen entsprechend baulich zu ertüchtigen, wird das nichts mit der Verkehrswende. Ist ihre Aussage denn so zu verstehen, dass sie damit zum Ausdruck bringen wollen, die Fahrradfahrer*innen seien ja selbst Schuld, dass es mit der Verkehrswende nicht klappt, weil die Fahrradfahrer*innen mehrheitlich nicht dazu bereit seien, auf der Fahrbahn zu fahren?


    Sie schreiben doch weiter oben selbst:

    In den Köpfen hat sich festgesetzt, dass der Autoverkehr der einzig wichtige und richtige Verkehr ist, dem sich alles andere unterzuordnen hat. Daraus erwächst die Erwartung, dass man mit dem Auto überall freie Fahrt hat und niemals für andere bremsen muss. Daraus erwächst auch die Erwartung, überall (mindestens) die zul. Höchstgeschwindigkeit ausnutzen zu können, auch wenn das Sichtfahrgebot und die Forderung, einer den Verkehrsverhältnissen angepassten Geschwindigkeit es in den meisten Fällen nicht zulässt, auf Landstraßen 100km/h schnell zu fahren.

    Warum verlangen Sie dann von den Radfahrenden, die von Ihnen selbst festgestellte gefährliche Verhaltensweise von Autofahrenden zu ignorieren und trotz der daraus resultierenden Gefahren auf der Fahrbahn zufahren? Ich stimme Ihnen ja zu in Ihrer Kritik an schlechten Radwegen, die darüber hinaus durch die Verkehrsführung an Kreuzungen und Einmündungen Radfahrende oft benachteiligen und gefährden.


    Es scheint mir so eine Art Wahl zwischen Pest und Cholera. Was ich nicht verstehe ist, dass Sie das gefährliche Autofahrerverhalten so stoisch hinnehmen:

    Leider werden Verstöße z.B. gegen das Sichtfahrgebot oder der Einhaltung einer angepassten Geschwindigkeit nicht geahndet, sondern haben allenfalls dann Konsequenzen, nachdem etwas passiert ist: Weil erst dann zweifelsfrei erwiesen ist, dass die Geschwindigkeit nicht angepasst war.

    Ich vermute übrigens, dass das Nicht-Einhalten einer angepassten Geschwindigkeit auch dann häufig keine Konsequenzen hat, wenn etwas passiert ist. Dabei könnten pflichtgemäß in allen KFZ verbaute Fahrtenschreiber durchaus Abhilfe schaffen. Und auch die viel zu hoch angesetzten Tempolimits könnten deutlich niedriger angeordnet werden, wenn man dafür die rechtlichen Voraussetzungen beschließt. Und die deutlich niedrigeren Tempolimits könnten technisch durchgesetzt werden.


    Leider habe ich bei Ihren Beiträgen manchmal den Eindruck, dass sie diese Begleitumstände komplett ignorieren und stattdessen sehr einseitig alleine auf das Fahrbahnradeln als "Allheilmittel" abzielen, bzw. der angeblichen "Unlust" vieler Radfahrenden, zu diesem angeblichen "Allheilmittel" für eine gelungene Verkehrswende zu greifen.


    Vermutlich würde sich durch einen garantierten deutlich langsameren KFZ-Verkehr auf vielen Fahrbahnen deutlich mehr Fahrradverkehr einstellen als jetzt. Das sehe ich durchaus als sinnvolle Zukunftsperspektive mit dem Ziel eine echte Verkehrswende herbeizuführen.

  • Zitat

    Vermutlich würde sich durch einen garantierten deutlich langsameren KFZ-Verkehr auf vielen Fahrbahnen deutlich mehr Fahrradverkehr einstellen als jetzt. Das sehe ich durchaus als sinnvolle Zukunftsperspektive mit dem Ziel eine echte Verkehrswende herbeizuführen.

    Was bringt Sie zu dieser Ansicht?


    Sie selbst fahren nicht gerne im Kfz-Verkehr der Stadt bei Tempo 50 km/h. Warum glauben Sie, dass Tempo 60 km/h außerhalb der Stadt angenehmer ist? Bitte einfache Anwort, nicht 12 Seiten abschweifen, wenn möglich.