Neues aus Stade

  • Wär es agO, § 33 (1) Nr. 3 StVO. ;) Deswegen hatte ich letzten Monat mehrere StVBen angeschrieben, weil die Parteien während des Wahlkampfs auch außerorts wie die Bekloppten plakatiert haben. Aber alle Behörden haben es ignoriert.

    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht die Parteien direkt anzuschreiben. Allerdings bei innerstädtischen Verstoß gegen die Plakatierungsverordnung (Abstand zur Kreuzung - Sichtbehinderung). Leider hat dann nach dem wirklich zügigen entfernen recht schnell die nächste Partei über den freien Plakatplatz gefreut X(

  • Über die katastrophalen Beschilderungen an Baustellen habe ich ja an anderer Stelle berichtet Baustellen mal verkehrt ausgeschildert, mal gar nicht


    Nun schreibt mir der zuständige MA der Verkehrsbehörde, dass man meine Hinweise aufgenommen und "nachgebessert" habe. Das ist dabei herausgekommen:

    wenig später:

    in Gegenrichtung:


    Auch an der anderen Engstelle ist etwas Großartiges herausgekommen. Dort muss man jetzt auf beiden Seiten gleichzeitig fahren.


    Vor der Baustelle des Kreisverkehrs an der Glückstädter / Freiburger Straße wird noch einmal die Situation klargestellt, dass man auf der rechten Seite fahren muss und dann folglich nicht auf der linken Seite fahren darf.


    Fazit: Sie können es wirklich nicht, selbst wenn sie wollten.

  • Am vergangenen Sonntag fand die Stichwahl um das Bürgermeisteramt statt. Die Wahlbeteiligung lag bei gerade einmal 38,9%. Die bisherige Bürgermeisterin Nieber (SPD) wurde abgewählt und der bisher (ehrenamtliche) stellvertretende Bürgermeister Hartlef (CDU) zum neuen Bürgermeister gewählt.


    Nieber hat im Wahlkampf mit dem Slogan "Zukunft braucht Kompetenz" alleinig auf ihre bisherige Erfahrung als amtierende Bürgermeisterin gesetzt. Auf den Wahlplakaten wurde jedenfalls nichts thematisiert, wofür die bisherige Amtsinhaberin inhaltlich steht, außer einem fast Merkel-mäßigen "ich muss Bürgermeisterin bleiben, weil ich es schon bin" (weiter so).


    Ihr Herausforderer hat 3 Themen plakatiert: Stärkung des Ehrenamtes, bessere Verkehrsplanung (inklusive Verbesserungen für den Radverkehr), sowie mehr Bürgernähe. Die bisherige Bürgermeisterin hatte den Spitznamen Sivia Nie-da und Hartlef ist in seinem Wohnort Bützfleth, wo er bereits als Ortsbürgermeister tätig ist, sehr beliebt (der nette Herr von nebenan).


    Nun dürfen wir uns also künftig mit einem CDU-Bürgermeister herumschlagen und ich habe noch meine Zweifel, dass wir bezüglich "Besserer Radverkehr" auf einer Linie sind. Aber wer im Wahlkampf Versprechungen macht, muss sich hinterher auch daran messen lassen. In unseren Fragen an die Bürgermeisterkandidaten hat er jedenfalls ein paar bemerkenswerte Aussagen getroffen, an die ich ihn künftig gerne erinnern werde.

    Zitat

    Wir brauchen Radwege, die hinsichtlich der Breite die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Schilder und Hindernisse an bzw. auf Radwegen, die nicht diesen Vorgaben entsprechen, müssen endlich abgebaut werden.

    Für mich heißt das, dass hier demnächst in der ganzen Stadt die Benutzungspflicht aufgehoben wird, oder? :)


    Ich sehe hier aber auch noch einen großen Bremser an der Spitze der Verwaltung in Gestalt des Ersten Stadtrates. Es gibt auch die Befürchtung, dass sich der neue Bürgermeister schwer tun wird, sich gegen den Ersten Stadtrat durchzusetzen. Der Erste Stadtrat bildet zusammen mit dem Bürgermeister / Bürgermeisterin und dem Stadtbaurat den Verwaltungsvorstand im Rathaus.


    Derweil wurde bekannt, dass das neue Parkhaus an der Wallstraße nochmal ein paar Millionen teurer geworden ist als geplant. Was hätte man mit dem ganzen Geld alles erreichen können, anstatt ein leer stehendes Parkhaus zu bauen...

    https://www.ndr.de/nachrichten…lionen-mehr,stade856.html


    Die Bilder sind an einem Freitag Nachmittag gegen 15:30 Uhr aufgenommen worden. In der Innenstadt war ordentlich Betrieb und im gesamten neuen Parkhaus habe ich 53 Autos gezählt. Es ist zum Heulen...

  • Im Rahmen der Einwohnerbeteiligung zum geplanten Stadtumbau der Harschenflether Vorstadt haben wir unseren Senf dazu gegeben. Der Kommentar hat es immerhin -wenn auch in gekürzter Form- in den Rahmenplan geschafft.


    Rahmenplan: https://sessionnet.krz.de/stade/bi/getfi...534&type=do&;

    Auf S. 25

    Zitat
    Die Fahrrad-Initiative Stade weist darauf hin, dass das Klimaschutzkonzept der Hansestadt Stade aus dem Jahr 2013 einen „Masterplan fahrradfreundliches Stade“ enthält, der besagt, dass die Führung des Radverkehrs stärker berücksichtigt werden soll. Eine gemeinsame Nutzung der Fahrbahn durch Kfz und Fahrrad wird für sicherer als Radwege im Seitenraum befunden und damit empfohlen. Die genannten Aspekte werden, soweit dies hinsichtlich des zu erwartenden Verkehrsaufkommens faktisch und rechtlich möglich ist, insbesondere beim Neubau der Wischhafener Straße berücksichtigt.

    Diese Formulierung stößt mir schon wieder auf, denn sie erweckt den Eindruck, als müsse man erst prüfen, ob es rechtlich möglich sei, Radfahrer auf der Fahrbahn fahren zu lassen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Es muss begründet werden, ob ein Benutzungsverbot der Fahrbahn (Radwegbenutzungspflicht) angeordnet werden darf, während die Fahrbahnnutzung durch Radfahrer den Regelfall darstellt. Hier zeigt sich wieder einmal, dass das Rechtsverständnis der Stadtverwaltung diametral zur gängigen Rechtsprechung ist.


    Am Ende wird es vermutlich wieder auf 2,00m breite, gemeinsame Geh- und Radwege hinauslaufen, die an jeder Einmündung so von der Fahrbahn abgerückt sind, dass die Sichtbeziehungen zwischen Radfahrern und PKW-Fahrern irgendwo zwischen "schwierig" und "unmöglich" angesiedelt sind. Man wird es damit begründen, dass man das schon immer so gemacht hat und dass bislang keine Unfallschwerpunkte (>3 Unfälle an der selben Stelle/Jahr) bekannt sind. Das bisherige Vorgehen hat sich also bewährt.

  • Diese Kreuzung ist eine Gefahrenstelle auf einem stark frequentierten Schulweg vom Stadtteil Ottenbeck zu den Schulen an der Camper Höhe und zum Gymnasium Athenaeum in der Harsefelder Straße. https://goo.gl/maps/7vgo5tTgCfiZnLku7


    Wenn man in der schlecht einsehbaren Kurve links abbiegen will, stellt sich die Frage, wo man sich zum Abbiegen aufstellt. Fährt man nicht weit genug zur Fahrbahnmitte, sieht man die Fahrzeuge nicht, die von rechts kommen und der abknickenden Vorfahrt folgen. Bleibt man zu weit rechts, gerät man aus dem Blickfeld der von hinten kommenden Fahrzeuge. Erschwerend kommt hinzu, dass die von rechts entgegen kommenden Fahrzeuge, die der abknickenden Vorfahrt nach links folgen, oft die Kurve schneiden.


    Ich hatte daher schon vor einem Jahr die Aufbringung von Fahrbahnmarkierungen angeregt, durch die Platz zum Aufstellen in der Fahrbahnmitte schafft und das Schneiden der Kurve unterbindet.


    Den Vorschlag habe ich im Oktober 2018 vor Ort mit der Polizei und zwei Mitarbeitern der Verkehrsbehörde besprochen und auch meine Skizzen weitergegeben. Die Markierungen waren ein Thema auf der Radtour mit Vertretern des Stadtrates im April. Seitens der Verwaltung wurde signalisiert, dass man das für eine gute Idee hielt und umsetzen werde.


    Und das ist dabei herausgekommen! ;(


    Man hat wieder einmal genau das Gegenteil gemacht. Die Markierungen laden nun erst recht zum ungebremsten Abbiegen ein und als Radfahrer hat man weiterhin die Wahl, wen man nicht sehen möchte, bzw. von wem man nicht gesehen werden möchte: Fährt man nur so weit in die Kreuzung, dass man von hinten noch gesehen wird, sieht man die Fahrzeuge, die von rechts kommen, erst spät.


    Ich habe gestern die Presse und die Fraktionen im Stadtrat über diesen Mist informiert und inzwischen wurde bereits der Stadtbaurat eingeschaltet.

  • ...gerade per Mail erhalten

    Zitat

    ... und hier die Antwort aus dem Rathaus:


    ich hab das Thema soeben mit Herrn XXX besprochen. Ergebnis: Die Markierungsarbeiten sind tatsächlich anders ausgeführt worden als damals abgestimmt.


    Herr XXX wird deshalb die Anpassung der Markierung gem. Abstimmung mit Herrn Yeti kurzfristig vornehmen lassen und heute Nachmittag das Thema in der Fahrrad-AG, die heute tagt, darstellen.

    Herr XXX ist der zuständige Mitarbeiter der Verkehrsbehörde.

  • Das eigentlich Deprimierende ist, dass die korrekte Ausführung der Arbeiten offensichtlich nicht kontrolliert wird.


    Ist aber in Berlin nicht anders. Da gibt es oft Baustellen in der Leitungsabdeckung (=Radweg), die erbärmlich schlecht verschlossen werden. Und keinen interessiert's.

  • einen vermaßten Plan gabs wohl nicht?!

    Ich glaube, sie meinen mit "abgestimmt" = "meinem Vorschlag entsprechend". Die Frage ist, auf welcher Grundlage die ausführende Firma die Markierungen aufgebracht hat. Hatten die nur den Auftrag, dort irgendwelche Markierungen hinzumalen? Meine Power-Point Skizze wird man denen ja wohl nicht gegeben haben. Wer das verbockt hat, sollen sie mal schön intern im Rathaus klären.

    Da kannste ja nicht mal mit dem Auto vernünftig links abbiegen!

    Stimmt. Wer dort mit dem Auto links abbiegen will, hat das selbe Problem. Allerdings spielt der Weg, der nach links abbiegt für den Autoverkehr eine untergeordnete Rolle. Da geht es nur noch zu einem Hundeübungsplatz und danach geht es nur noch für Radfahrer und Fußgänger weiter. Für Fußgänger und Radfahrer stellt der Weg aber eine wichtige Verbindung dar, weil dahinter eine Querungsmöglichkeit der B73 besteht.

  • Auch lustig: Wegen Instandsetzungsarbeiten ist derzeit der bei Fußgängern und Radfahrern gleichermaßen beliebte Synold-Klein-Weg entlang der Schwinge gesperrt.

    https://goo.gl/maps/e4JiDNUVGX2zTG2Q7


    Und man hat sogar eine Umleitung für Fußgänger und Radfahrer ausgeschildert!


    Aber warum nicht geradeaus auf dem direkten Weg über die Brücke https://goo.gl/maps/ogB4AH4SgpEDCt5y7 , sondern nach links über das Gelände des Restaurants "Die Insel"? https://goo.gl/maps/2n94vWPnKNhdy6KX8


    Auch in Gegenrichtung soll man hier doch gar nicht Fahrrad fahren (nicht wegen des [Zusatzzeichen 1012-32] sondern vielmehr aus Rücksicht auf die Fußgänger).


    Ich hoffe, dass der Praktikant in der Verkehrsbehörde bald wieder regulär zur Schule geht.

  • Auch das hatte ich vorgeschlagen. Man wollte es aber erstmal mit der Markierung versuchen und ggf. später eine Insel anlegen. Nur passt das ja nicht im Geringsten zu der nun aufgebrachten Markierung.

    Heute wurde es korrigiert.



    Auch die oben bemängelte Umleitung über das Restaurantgelände wurde noch kurzfristig geändert, obwohl die gesperrte Strecke kurz danach ohnehin wieder freigegeben wurde. Der Synold-Klein-Weg hat nun auch auf dem vorderen Abschnitt eine neue Asphaltdecke bekommen.



    Erfreulich. :)

  • Nun ist er da, der Verkehrsplaner: https://www.kreiszeitung-woche…es-verkehrsplaner_a148265


    Er war vorher im Bezirksamt Harburg, unter anderem als Radverkehrsbeauftragter tätig. Kennt ihn von den Hamburgern / Harburgern jemand?


    Bezeichnend finde ich das Zitat der scheidenden Bürgermeisterin, die die Stadt ins Chaos stürzen sieht, wenn man den Autoverkehr vernachlässigen würde (wobei die Vernachlässigung des Autoverkehrs ja bekanntlich vor allem in deutschen Kleinstädten ein großes Problem ist).


    Herrje, was bin ich froh, wenn die Frau endlich weg ist. Schlimmer kann es selbst mit dem künftigen CDU-Bürgermeister nicht mehr werden. Der wiederum hat ja im Wahlkampf große Töne gespuckt und ich befürchte, dass wir in Sachen "besserer Radverkehr" nicht unbedingt einer Meinung sind. Aber wie auch immer: Die Ausrede, dass man erst auf den Verkehrsplaner warten müsse, bevor man hier irgendwas verändert, zieht nun nicht mehr.

  • Der Bezirk Harburg ist nun nicht gerade für progressive Radverkehrsförderung, für gute Lösungen, für konsequente Korrektur erkannter Problemstellen bekannt.


    Ob dies am (damaligen) Radverkehrsbeauftragen liegt, kann ich aber nicht beurteilen.

  • Es gab vorgestern auch einen Artikel im Stader Tageblatt, wo er damit zitiert wurde, dass er in Harburg die Funktion des Radverkehrsbeauftragten nur nebenbei ausüben konnte. Hoffen wir mal, dass er in Stade die Funktion des Verkehrsplaners nicht nur nebenbei ausüben kann, weil man ihn ständig für andere Aufgaben einsetzt.