Neues aus Stade

  • Soeben habe ich die Nachricht erhalten, dass die Maßnahmen im Gewerbegebiet Ottenbeck heute umgesetzt werden sollen. Beim Blick aus dem Bürofenster konnte ich bereits 3 Stellen sehen, an denen ein [Zeichen 240] ersatzlos entfernt wurde. Die Gehwege sind hier nun endlich offiziell nur noch für Fußgänger da. Hoffen wir mal, dass die [Zeichen 239][Zusatzzeichen 1022-10] im Lager bleiben.

    Ich werde mir das morgen Abend alles in Ruhe anschauen.

  • Soweit ich es sehen konnte, ist tatsächlich im gesamten Gewerbegebiet Stade-Süd die Gehwegbenutzungspflicht für Radfahrer aufgehoben worden:

    Ottenbecker Damm, Kuhweidenweg, Heidbecker Damm, Rudolf-Diesel-Straße. Überall die [Zeichen 240] weg und gut, so einfach kann es sein. In der Gottlieb-Daimler-Straße, der Carl-Benz-Straße und dem Klarenstrecker Damm gab es auch vorher keine blauen Schilder. An der Carl-Benz-Straße wurde auch das fehlerhafte [Zusazzeichen 1000-32] unter dem [Zeichen 267] entfernt.

    https://www.google.de/maps/@53.57848…m/data=!3m1!1e3

    Trotzdem war ich heute Morgen der einzige Radfahrer auf der Fahrbahn. Mal sehen, wie lange es dauert, bis es sich herumgesprochen hat und wie hoch die Quote der Gehwegradler bleiben wird.

  • Gratuliere!

    Trotzdem war ich heute Morgen der einzige Radfahrer auf der Fahrbahn. Mal sehen, wie lange es dauert, bis es sich herumgesprochen hat und wie hoch die Quote der Gehwegradler bleiben wird.

    Vermutlich wird bald in der Lokalpresse ein Artikel über empörte Wut-Radler erscheinen, die es für verantwortungslos halten, dass Radfahrer hier nun "auf der gefährlichen Straße" fahren müssen! 8o

  • Meinetwegen... Ich überlege schon, wie man den Empörten zuvor kommen kann.

    Durch eine kluge Informationskampagne. Die ist jedoch von denen, die dafür naturgemäß in Frage kämen häufig nicht gewollt, weil die Tageszeitungen nun mal an der Autoreklame verdienen. Und der Autofahrer wiederum reklamiert ja die Straße für sich. Trotzdem: Steter Tropfen höhlt den Stein.

    Gibt es denn an den betroffenen Stellen keine Möglichkeit, Fahrradstreifen auf der Fahrbahn anzubringen?

    Beispiel aus Hannover, Goethestraße, Blickrichtung Goetheplatz

  • In der Hauptstraße des Gewerbegebietes gibt und gab es gar keinen Radweg, sondern nur in den weniger befahrenen Nebenstraßen.

    Hier braucht man keinen Radfahrstreifen und erst Recht keine Gehweg-Benutzungspflicht für Radfahrer.

    Mal ehrlich: Die Straße heißt "Kuhweidenweg" und nicht "Industrie-Chaussee". Der Trampelpfad, der auf das [Zeichen 240] zuführt, war übrigens die vorgesehene Infrastruktur, über den direkt im Kreuzungsbereich der rettende linksseitige Gehweg erreicht werden sollte.

    So sieht es in der Hauptstraße des Gewerbegebietes aus:

    Die Bushaltestelle erreicht man nur mit dem Bus oder mit Gummistiefeln :)

    Das Pflaster beidseits der Fahrbahn, war schon immer ein Gehweg, allerdings ohne klarstellendes [Zeichen 239]

  • Das Pflaster beidseits der Fahrbahn, war schon immer ein Gehweg, allerdings ohne klarstellendes [Zeichen 239]

    Bei dem letzten Bild sieht es aber doch so aus, als sei da Platz zumindest für Schutzstreifen, zumal da nicht geparkt wird, also keine Gefahr durch Doring-Zone. So umstritten Schutzstreifen auch sein mögen. In dem Fall auf dem Foto sieht es so aus, als würden sie dazu beitragen können, dass Radfahrer statt den rotgepflasterten Bürgersteig die Fahrbahn benutzen würden.

  • Schreib doch einen Leserbrief. :)

    Drüben in der Gemeinde Schenefeld bei Hamburg schreibt regelmäßig(!) ein alter Fahrschullehrer das Ende der Zivilisation herbei, weil Radwege keine Radwege mehr sind und Radfahrer auf der total gefährlichen Straße (sic!) fahren müssen. Der Herr hat einen Vorteil: er sitzt als CDU-Politiker in diversen Gemeindeausschüssen und bekommt so bereits Planungen mit, während der Normalbürger erst bei der Umsetzung davon Wind bekommt.

    Und in Schenefeld eben eine Umsetzung mit entsprechender Empörungswelle.

    Daher: sauberen Leserbrief schreiben und die Umsetzung der Verwaltungsvorschriften und der StVO loben, hervorheben, dass Fußgänger nun sicherer unterwegs sind, Radfahrer an Einmündungen nicht mehr umgefahren werden und auch Autofahrer durch die klare Aufteilung des Verkehrsraums in "Fahrzeuge" und "Fußgänger" einen Gewinn in punkto Sicherheit und Komfort genießen können.

    Weiterhin schreibst du, dass du die Prüfung der Beschilderung auch im übrigen Gemeindebereich begrüßt.

  • Bei dem letzten Bild sieht es aber doch so aus, als sei da Platz zumindest für Schutzstreifen, zumal da nicht geparkt wird, also keine Gefahr durch Doring-Zone. So umstritten Schutzstreifen auch sein mögen. In dem Fall auf dem Foto sieht es so aus, als würden sie dazu beitragen können, dass Radfahrer statt den rotgepflasterten Bürgersteig die Fahrbahn benutzen würden.

    Ja, das hatte ich in der Tat für diese Straße vorgeschlagen. Aus meiner Sicht braucht man sie dort zwar nicht, aber es wäre eine gute Möglichkeit, wo man Schutzstreifen einführen könnte, damit die Leute das kennenlernen und damit die Leute auch ermutigt werden, mit dem Fahrrad auf der Fahrbahn zu fahren.

    Dafür spricht, dass die Fahrbahn schmal genug ist, dass Radfahrer bei Gegenverkehr nicht überholt werden können.

  • Schreib doch einen Leserbrief. :)

    Drüben in der Gemeinde Schenefeld bei Hamburg schreibt regelmäßig(!) ein alter Fahrschullehrer das Ende der Zivilisation herbei, weil Radwege keine Radwege mehr sind und Radfahrer auf der total gefährlichen Straße (sic!) fahren müssen. Der Herr hat einen Vorteil: er sitzt als CDU-Politiker in diversen Gemeindeausschüssen und bekommt so bereits Planungen mit, während der Normalbürger erst bei der Umsetzung davon Wind bekommt.

    Und in Schenefeld eben eine Umsetzung mit entsprechender Empörungswelle.

    Daher: sauberen Leserbrief schreiben und die Umsetzung der Verwaltungsvorschriften und der StVO loben, hervorheben, dass Fußgänger nun sicherer unterwegs sind, Radfahrer an Einmündungen nicht mehr umgefahren werden und auch Autofahrer durch die klare Aufteilung des Verkehrsraums in "Fahrzeuge" und "Fußgänger" einen Gewinn in punkto Sicherheit und Komfort genießen können.

    Weiterhin schreibst du, dass du die Prüfung der Beschilderung auch im übrigen Gemeindebereich begrüßt.

    Das hört sich jetzt aber so an, als würde dieser Leserbriefschreiber auch einen Untergang der Zivilisation befürchten, wenn innerorts ein generelles Tempolimit von 30 km/h angeordnet würde.

    Schutzstreifen können, besonders wenn sie zusätzlich rot markiert sind, und andere bekannte Gefahren ausgeschlossen sind, dazu beitragen, den Radverkehr auf die Straße zu locken. Und ich bin mir sicher, dass ein Radler, der sich durch Schutzstreifen dazu ermuntert fühlt, den Bürgersteig zu verlassen, auch in Straßen ohne Schutzstreifen selbstbewusster fahren wird.

  • Schutzstreifen können, besonders wenn sie zusätzlich rot markiert sind, und andere bekannte Gefahren ausgeschlossen sind, dazu beitragen, den Radverkehr auf die Straße zu locken.

    Schutzstreifen "locken" keinen vernünftigen Radfahrer auf die Fahrbahn, weil es nur 50m bis zum ersten engen Überholmanöver dauert.

    Und gerade diese bekannte Gefahr ist eben nicht durch Rotfärbung oder Wegordnen von Parallelparkplätzen zu beheben.

  • In der Nachbarstadt Buxtehude hat man in einer werktags recht stark befahrenen Straße Schutzstreifen aufgebracht. Dort fahren nun Leute auf der Fahrbahn, die es vorher nie ausprobiert hätten.

    Auch dort ist die Fahrbahn so schmal, dass Überholen ohnehin nur möglich ist, wenn kein Gegenverkehr kommt. Dass dabei Überholabstände unterschritten werden, sehe ich nicht ursächlich in der Existenz der Schutzstreifen. Das passiert mir auch an anderen Stellen und ich habe bisher noch keinen Zusammenhang feststellen können.

    Dass systematisch an Schutzstreifen zu eng überholt wird, kommt wohl eher da zustande, wo neben dem Schutzstreifen gerade "genug" ( = zu wenig) Platz zum Überholen trotz Gegenverkehr bleibt.

  • Dass systematisch an Schutzstreifen zu eng überholt wird, kommt wohl eher da zustande, wo neben dem Schutzstreifen gerade "genug" ( = zu wenig) Platz zum Überholen trotz Gegenverkehr bleibt.

    Genau das ist es aber, was ich an diesen "Schutzstreifen" so irrsinnig finde! Denn die fordern es ja vom Kraftfahrer geradezu heraus, sich da "durchzuquetschen", obwohl es eigentlich von den Abständen her nicht mehr reicht. Das schreit förmlich danach, dass das so gewollt und vorgesehen ist. "Meine Spur, seine Spur - passt scho!". Da diese Streifen ja aber grade auf Fahrbahnpho-Biker ;) abzielen und auch noch in feinstem StVO-Neusprech als "Schutzstreifen" bezeichnet werden, wird man jene SO definitiv nicht heilen. Im Gegenteil...

    Wäre die Fahrbahn so breit, dass man auch ohne den Streifen mit ausreichendem Abstand trotz Gegenverkehr vorbeikommt, bräuchte es auch keine Streifen mehr...

  • Das sage ich ja: Entweder ist die Fahrspur so schmal, dass man nur überholen kann, wenn kein Gegenverkehr kommt, braucht man keine Streifen. Und wenn die Fahrbahn breit genug ist, dass man trotz Gegenverkehr mit ausreichendem Abstand überholen kann, braucht man sie auch nicht.

    Von daher braucht man sie eigentlich nie, aber sie zeigen einerseits dem Autoverkehr, dass Radfahrer dort fahren sollen (dürfen) und auch Radfahrer sehen, dass sie dort fahren sollen.

    Da man Schutzstreifen im Prinzip nie braucht, kann man sie auch ausreichend breit anlegen: Bei schmalen Fahrbahnen eigentlich gleich über die Mitte der Fahrspur hinaus und bei ausreichend breiten Fahrbahnen kann man sie auch breit genug machen, dass der Überholabstand auch dann eingehalten wird, wenn der Autoverkehr direkt neben der Linie überholt.

    Mindestmaß-Schutzstreifen in der Dooring-Zone sind natürlich völliger Humbug und kontraproduktiv.

  • "Sharrows" auf die Fahrbahn malen. Die zeigen auch: Fahrrad gehört auf Fahrbahn.

    vielleicht kann KAcyc mal ein paar Fotos von den Sharrows machen, die in Karlsruhe in grün im Bereich .. äh.. na ..da hinten, wo man von der einen Straße durch so einen Torbogen in die andere Straße fährt.. X/

    da jedenfalls gibts grüne Sinnbilder "Fahrrad" auf der Fahrbahn. die schaden keinem und nutzen auch nichts - stellen aber auch keine Aufteilung der Fahrbahn in "mein" und "dein" dar, die so nicht existiert.

  • "Sharrows" auf die Fahrbahn malen. Die zeigen auch: Fahrrad gehört auf Fahrbahn.

    vielleicht kann KAcyc mal ein paar Fotos von den Sharrows machen, die in Karlsruhe in grün im Bereich .. äh.. na ..da hinten, wo man von der einen Straße durch so einen Torbogen in die andere Straße fährt.. X/

    da jedenfalls gibts grüne Sinnbilder "Fahrrad" auf der Fahrbahn. die schaden keinem und nutzen auch nichts - stellen aber auch keine Aufteilung der Fahrbahn in "mein" und "dein" dar, die so nicht existiert.

    Ich bin nicht sicher, ob die Markierungen in Karlsruhe Sharrows sein sollen. Sie sind auf einer Ost-West-Verbindung durch die Innenstadt aufgebracht und könnten vielleicht auch eine Radroute markieren.

    In der Regel ist der Abstand zum Fahrbahnrand deutlich großzügiger, als wenn da ein Schutzstreifen wäre. Dafür beschränken sich die Markierungen nicht auf Fahrbahnen (hier überall Tempo 30, woran sich keiner hält), sondern führen in einer freigegebenen Einbahnstraße auch mal ein Stück über den Gehweg, und später sogar durch eine (echte) Fahrradstraße...

    So sehen die Dinger jedenfalls aus:

  • oh - ich hatte die echt als Umgehung der StVO interpretiert. getreu dem Motto:

    nur Piktogramme sind nicht zugelassen, also malen wir Piktogramme in nicht-weiß auf, weil die dann eben anders sind und wir uns damit rauswieseln. :D

  • Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Ich bin nicht sicher, seit wann die Piktogramme da sind, aber seit zehn Jahren mindestens. Und es gibt sie auch an anderen Stellen, an denen nach Jahrzehnten ein separater Radweg aufgehoben wurde. Und hin und wieder auch mal nicht in grün...