Hamburg: Todesfalle an der Kieler Straße

  • Und ganz oben, wo ich mich vor zwei Wochen vorsichtig gemault habe, wurden jetzt auch Umleitungsschilder zur Veloroute 2 aufgestellt.


    Ehrlich: Das finde ich super! Das ist endlich diese Umleitung über den Wördemannsweg, von der ich schon ganz am Anfang geschwärmt habe. Nur, ja, warum nur, verbockt man das dann gleich wieder vierfach?


    • Warum stehen die Schilder erst hier oben und nicht direkt unten an der Kreuzung am Sportplatzring, wo man die Leute noch vom Befahren des linksseitigen Zweirichtungsradweges entlang der Kieler Straße abhalten könnte?
    • Welcher normale Radfahrer weiß mit dem Begriff „Veloroute 2“ etwas anzufangen? Ich weiß nicht — ich hätte da einfach knallhart „Eidelstedt“ draufgeschrieben. Hier geht’s nach Eidelstedt und nicht da hinten über diese komische Verkehrsführung, über die ich mich hier in hunderten Fotos auslasse.
    • Warum sorgt man nicht dafür, dass die Schilder wenigstens in die richtige Richtung und nicht irgendwo quer durchs Land führen?
    • Ein Verkehrsberuhigter Bereich innerhalb der Umleitung ist natürlich recht unglücklich, gerade wenn er mehrere hundert Meter misst und sich dann auch erst am Ende zu erkennen gibt. Andererseits kommt man zwischen Kieler Straße und Wördemannsweg um Verkehrsberuhigte Bereiche kaum herum, irgendwas ist da immer. Vielleicht hätte man direkt unten am Dörpsweg angreifen können, um den Verkehrsberuhigten Bereich zum umgehen.

  • Ich meine es ernst: Es steht immer irgendwas auf diesem Zweirichtungsradweg herum. Immer. Jeden Tag. Immer etwas anders. Ich weiß aber nicht, warum der nun nicht nebenan auf dem Seitenstreifen parken konnte. Beziehungsweise ich weiß es doch: Da stehen Baken und Verkehrszeichen herum, die man dann nicht mehr sehen beziehungsweise neu aufstellen müsste. Also parkt man halt so. Und wenn dann nach der Vesper die Tür aufgeht, dann fliegt im schlimmsten Fall ein Radling auf die Schnauze.



    Hier ist dann irgendwas anderes mal umgefahren. Auch total super: Der Kraftverkehr von der Autobahn herunter nimmt die Kurve einigermaßen großzügig und segelt beinahe in die umgekippte Fußplatte:



    … uuuuuuuuund Zack!



    Ich habe dann die Fahrbahn mit meinem Rad abgesperrt und die Bake wieder aufgestellt. Dafür gab’s dann ausnahmsweise keine Hupe, sondern mehrere Daumen hoch auf einmal von den wartenden Kraftfahrern.


    So viel Zuspruch ist ja mal ganz was neues hier in Hamburg:


  • Nun ist ja hier der Weg nach Norden auf der richtigen Straßenseite geöffnet…



    … aber dummerweise auch einigermaßen offen in der Gegenrichtung. Da gibt’s aber gar keine Signalgeber für den Radverkehr, fiel mir vorhin mal so auf. Und wenn man diesen Weg hier öffnet, wer fährt denn eigentlich noch links um die Kurve, um dort irgendwie vollkommen abstrus über die Kreuzung zu zuckeln?



    Vor allem steht auch hier wieder etwas im Weg herum, was man im Zweifelsfall zu spät sieht. Und wenn dann beim Ausweichmanöver just in diesem Moment jemand aus der anderen Richtung um die Ecke kommt, dann gibt’s aber prächtige Beulen:



    Naja. Die obligatorischen vier Kraftfahrer, die noch schnell bei rotem Licht über die Kreuzung huschen. Ich glaube wirklich, dass man mit einem elektrisch unterstützten Fahrrad schnell genug vom Fleck kommt, um hier in Kalamitäten zu geraten:



    Und das hier ist übrigens der Dörpsweg aus der anderen Richtung. Hier sollen Radfahrer in beiden Richtungen queren und ein [Zeichen 138-10] wurde hier leider eingespart. Macht ja nichts, eigentlich ist ja eh [Zeichen 267] . Nun hält sich da aber nicht jeder dran, denn mit dieser Abkürzung lässt sich im Extremfall zu den üblichen Stoßzeiten bestimmt eine Viertelstunde Wartezeit im Stau einsparen. Dazu gesellen sich dann leider absolut schlechte Sichtverhältnisse dank der parkenden Kraftfahrzeuge und renitente Kraftfahrer, die den Falschfahrer nicht hineinlassen wollen:


  • Ich nehme alles zurück: Es steht nicht immer etwas auf dem Radweg herum, manchmal steht es auch einfach daneben:



    Hier will ich jetzt aber nicht groß meckern, denn die Polizei kontrolliert gerade Kraftfahrer, die sich auf dem Bussonderfahrstreifen nach vorne drängeln:



    Wenn nämlich dieser Bussonderfahrstreifen von immerhin knapp dreihundert Metern Länge auch im Stau freigehalten würde, dürfte das die einzelnen Busse bestimmt um fünf bis acht Minuten beschleunigen. Es bliebt allerdings bei freundlichen Ermahnungen, denn so ganz eindeutig ist es dank der regelmäßigen Umgestaltung der Verkehrsführung tatsächlich nicht, ab wann der rechte Fahrstreifen zum Rechtsabbiegen genutzt werden darf.


    Ich trieb mich da eine Weile herum und schaute es mir an und bin doch mittelschwer entsetzt, mit welch einer Ignoranz die Beamten es dort zu tun haben. Die werden dort glatt über den Haufen gefahren oder wenigstens mit der Stoßstange beiseite gedrückt. Der Respekt vor der Polizei scheint einem Teil der Kraftfahrer gänzlich abhanden gekommen zu sein — wurde Dennis Thering bereits in Kenntnis gesetzt?


    Witzigerweise war der Bussonderfahrstreifen anschließend ratzfatz leer, so dass wir ins Gespräch kamen und die beiden Beamten ihr Unverständnis über die Verkehrsführung für den Radverkehr kundtaten. Ein Zweirichtungsradweg durch diese brandgefährlichen Kreuzungen, direkt an der Bushaltestelle vorbei, das wäre doch der Wahnsinn! Und warum überhaupt der Linksverkehr, da wären doch schwere Unfälle nur eine Frage der Zeit!


    Die beiden versprachen, noch mal bei VD 51 nachzufragen, ob es da nicht eine bessere Lösung gäbe. Ich glaube zwar nicht, dass sich da was tut, aber es beruhigt mich, dass die Polizeibeamten, sobald sie diese Verkehrsführung nicht nur durch die Windschutzscheibe wahrnehmen, ihr Entsetzen auch gegenüber dem normalen Bürger kundtun müssen.


    Ich habe dann empfohlen, doch bitte auch einmal die ordnungswidrig rechtsabbiegenden Kraftfahrer zwei Kreuzungen weiter ins Visier zu nehmen:


  • Ich nehme alles zurück: Es steht nicht immer etwas auf dem Radweg herum, manchmal steht es auch einfach daneben:



    Ich nehme alles zurück: Am nächsten Morgen stand man im Rahmen der Hamburger Straßenverkehrs-Ordnung wieder auf dem Radweg.



    Immerhin hat man es geschafft, sich nicht inmitten der Bushaltestelle zu positionieren. Dafür hat man sich aber relativ genau die engste Stelle in diesem Bereich ausgesucht und sogar noch die Verengung mit dem Laternenmasten abgepasst.


    Da kann man echt nur eines: Absteigen und schieben. Die Beamten sitzen da gerade zu dritt im Fahrzeug, so dass ja eine gewisse Chance besteht, gleich in eine plötzlich geöffnete Autotür zu stürzen.


    Und ich finde das so unglaublich albern. Da wird dieser Zweirichtungsradweg eingerichtet, weil man den Radverkehr im Jahr 2017 doch endlich mal berücksichtigt, aber „mehr“ nicht möglich ist, weil der Verkehr bekanntlich fließen muss. Und während man dafür sorgt, dass ebenjener Verkehr entlang der Kieler Straße fließt, wird nebenan der Zweirichtungsradweg komplett zugestellt.


    Mir ist natürlich klar, dass die Beamten schlecht auf dem Bussonderfahrstreifen parken können, den sie an dieser Stelle freihalten sollen, und mir ist auch klar, dass man das Einsatzfahrzeug nicht vierhundert Meter entfernt auf dem Parkplatz des Baumarktes abstellt, denn wenn dann doch mal das Funkgerät krächzt, muss es halt schnell gehen.


    Dennoch: Muss es ausgerechnet dort sein? Geht es nicht vielleicht doch in einem Umkreis von hundert Metern an einer Stelle, die nicht ganz so blöd ist?

  • Irgendwie klingeln mir beim Anblick der Bilder noch die Worte des Stader Polizeibeamten in den Ohren, bei dem ich es gewagt hatte, eine solche Frage zu stellen:
    "DANN MUSS MAN ALS RADFAHRER HALT MAL ABSTEIGEN UND SCHIEBEN!!! WO IST DAS PROBLEM???"


    Ich habe die Diskussion nicht weiter geführt, dass das Problem genau in seiner Denkweise begründet liegt. ;)

  • Die Beamten sitzen da gerade zu dritt im Fahrzeug, so dass ja eine gewisse Chance besteht, gleich in eine plötzlich geöffnete Autotür zu stürzen.

    Wie groß wäre die Chance, dass die Tür des Polizeiautos geöffnet wird, wenn Du vor Erreichen dieses Fahrzeuges anhältst, absteigst, die Busspur überquerst und Dich auf der Fahrbahn einsortierst, weil der Radweg ja unbenutzbar ist und Du nicht über den Gehweg radeln darfst?

  • Vollkommen noooormaaaaal: Der Kraftverkehr blockiert kreuz und quer den Hamburger Westen. Hier soll man dann mit dem Rad durch, wohlgemerkt in beide Richtungen.


    Hier will aber erstmal ein Laster einer Fahrschule (?) abbiegen. Ich habe darauf verzichtet, als Radfahrer auf meine Vorfahrt zu pochen. Der Wagen fuhr dann zwar langsam um die Ecke, aber ich war mir nicht sicher, ob er mich gesehen hatte oder nicht:




    Und wieder die obligatorische Polizeikontrolle. Seit heute werden die Verstöße gegen das Befahren des Bussonderfahrstreifens auch mit Video aufgenommen und entsprechend sanktioniert.


    Ich habe dann noch einmal den ungünstig im Hintergrund parkenden Einsatzwagen bemängelt, aber zusätzlich zu den Argumenten, die ich mir schon selbst denken konnte, lernte ich noch: Die Autofahrer müssen den Wagen sehen, damit sie sich an die Regeln halten.



    Okay. Autofahrer halten sich in diesem Fall also nur an die Regeln, wenn sie die Polizeikontrolle tatsächlich wahrnehmen. Nun nehmen Radfahrer die Polizeikontrolle fraglos auch wahr, aber warum müssen sich Radfahrer nicht an die Regeln halten?


    Ich fragte noch einmal freundlich nach: Wenn ein Auto auf dem Radweg parkt, darf man selbstverständlich daran vorbeifahren. Na denn!



    Tja, wenn der Wagen einfach mal zehn Meter weiter hinten oder vorne stehen könnte, anstatt wirklich die mit Abstand engste Stelle noch weiter zu verengen, dann wäre alles schon ein bisschen ungefährlicher.


    Übrigens: Während ich dort mit den Beamten quatschte, düsten ungelogen, naja, ich überschlag’s mal grob, sagen wir mal, dreißig Radfahrer an mir vorbei. Hier ist also mächtig was los.


    Und all diese Radfahrer müssen hier durch:



    Hier guckt noch ein Volkswagen hinter dem blauen Sprinter hervor. Tja, so läuft das halt beim zweistreifen Abbiegen, wenn man die Gegenfahrbahn blockiert und sich der wütende Kraftverkehr mit der Hupe seinen Weg bahnt. Das wäre beinahe schiefgegangen:



    Same here:



    Hoppla, ein bisschen verwackelt. Da sind aber auch echt viele Schlaglöcher auf dem Radweg:


  • Ich hatte auf dem Rad durchaus schon ein paar brenzlige Situation und ungefähr einmal pro Jahr auch einen Unfall. In der Regel denkt man im letzten Moment: „Shit, das geht schief.“


    Heute dachte ich im letzten Moment: „Scheiße, das war’s jetzt echt.“


    So.


    Das war die übliche Situation hier unten am Sportplatzring:



    Die Farbe wird grün, es geht los:



    (Disclaimer: Ich habe die Haltlinie bei grüner Fahrradampel überschritten, allerdings davon kein brauchbares Frame aus dem Film ausschneiden können…)


    Dort drüben queren die obligatorischen Kirschgelbflitzer, die noch mal kräftig aufs Gaspedal drücken. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass hier jemand mit kräftigem Antritt oder einen S-Pedelec in ordentliche Kalamitäten geraten könnte.



    Und dann kommt er hier. Auf dem Video hört man es ganz kräftig röhren…



    … ich bremse schon lieber ab, weil das echt ein biiiiischen zu knapp wird. Ich hänge schließlich ein bisschen an meinem Leben, auch wenn ich mit dem Rad zur Arbeit fahre…



    Und dann fährt der Typ erstmal fünf Meter direkt frontal auf mich zu — und zwar mit einer Geschwindigkeit, bei der ich echt dachte: „Scheiße, das war’s, das überlebe ich nicht.“ Ich ging wirklich davon aus, dass der mich jetzt und hier über den Haufen fährt:



    Es stellt sich aber heraus, dass der Typ wenden möchte. Von hinten nähert sich ein Antagonist auf dem Rad:



    Rückwärtsgang rein, direkt auf Kollisionskurs mit dem Radling. Ich brülle wie verrückt erst den Kraftfahrer an, dann den Radfahrer, denn keiner der beiden peilt hier auch nur irgendwas. Wahnsinn.



    Immerhin: Gerade noch mal gutgegangen. § 1 StVO und so, nä?


  • Und dann kommt halt noch so ein Bagger rübergerollt:



    Zwischendurch passiert dann das, was passiert, wenn man Radfahrern das Radeln auf der falschen Seite angewöhnt: Sie fahren weiter auf der falschen Seite. Seit der Einrichtung dieser Maßnahme kommen mir bis oben zum Eidelstedter Platz deutlich mehr Radfahrer auf der falschen Straßenseite entgegen als vorher. Früher fuhren eigentlich nur die Bediensteten der Deutschen Bundespost mit ihren Rädern auf der falschen Seite, heute kommen mir da auf einer Strecke von zwei Kilometern knapp zwanzig Radfahrer entgegen.


    Ich finde, da kann man schon mal applaudieren.



    So. Aussteigen, Motor ausschalten, das Ding parkt jetzt hier.


    Ich war echt kurz davor zu fragen, ob man nicht eine blödere Stelle zum Parken suchen möchte, schließlich wäre… eigentlich überall ein besserer Platz als der Radweg hier im Kreuzungsbereich, aber das Schicksal hat sich wohl vorgenommen, die Bedingungen für den Radverkehr möglichst stark zu erschweren.


  • So. Das ist nun leider ein bisschen liegengeblieben, aber seit zwei Wochen gibt’s auch in der „falschen“ Fahrtrichtung Signalgeber für den Radverkehr.



    Es hat ja nur acht Wochen gedauert, die Streuscheiben auszutauschen. Klar, das mag eine Kleinigkeit sein und tatsächlich waren die fehlerhaften Streuscheiben im Gesamtkontext betrachtet schon fast egal, aber trotzdem: Wenn man eine einigermaßen sichere Führung des Radverkehrs gewährleisten möchte, dann gehören nunmal Signalgeber mit gültigen Streuscheiben dazu.



  • Ich habe mittlerweile aufgehört zu fotografieren — bei fast jeder Grünphase biegen ein oder zwei Kraftfahrer ab und es ist eigentlich nur ein Glücksspiel beziehungsweise der Bremsbereitschaft des nebenan fahrenden Radverkehrs geschuldet, dass es hier (meines Wissens) noch keinen schweren Unfall gab. Obwohl man historisch gesehen noch nie nach rechts auf die Autobahn Richtung Norden auffahren konnte, schlagen offenbar alle gängigen Navigationsgeräte diesen Weg jetzt vor — und sobald sich das einer traut, machen’s alle anderen nach. Dabei wird in der Regel mit einem Tempo um die Ecke gefahren, dass sämtliche Reaktionen unmöglich macht.


    Aber auch für dieses Problem gibt es ja glücklicherweise eine Lösung:


  • Auch eigentlich echt traurig. Der Bussonderfahrstreifen wird tatsächlich nur respektiert, wenn die Polizei hinten steht und abkassiert. Sobald die Beamten fort sind, müssen sich die Busse wieder im Stau einreihen — und sacken sich gleich mal mindestens weitere fünf Minuten Verspätung auf:


  • Und dann kommt halt noch so ein Bagger rübergerollt:



    Hier passt auch mal wieder alles. Es ist einfach so… unglaublich, wie hier mal wieder alles koordiniert wird. Rufen wir uns doch bitte noch mal ins Gedächtnis, dass hier Radfahrer in zwei Fahrtrichtungen aufeinandertreffen.


    Die einen müssen irgendwie hier vorbei und wollen geradeaus weiter. Durch die Lücke zwischen den Baken und dem Ampelmast passt man mit Taschen am Rad kaum durch, die Fußplatten, obschon sie in die richtige Richtung zeigen, tun ihr übriges, also bleibt nur das Vorbeifahren rechts des Mastes. Da kann man aber wiederum mit dem abbiegenden Kraftverkehr oder mit den Linienbussen in Kalamitäten geraten. Das ist insgesamt supertoll, man kann eigentlich nur absteigen und… nein, absteigen und schieben geht auch nicht, weil dafür der Platz nicht ausreicht. Man muss entweder den Ritt durch diese hohle Gasse dort wagen oder auf dem Fahrstreifen zum Rechtsabbiegen fahren.


    Guckt sich das denn keiner an, bevor so etwas angeordnet wird???



    Noch spaßiger wird’s, wenn man in die Gegenrichtung fährt. Da muss man sich irgendwie aufstellen, um an der Bettelampel zu warten. Es ist aber so eng, dass man noch nicht einmal an den Bettelknopf rankommt, und ganz egal wie man das nun mit absteigen und betteln regelt, man steht auf jedem Fall allen anderen Radfahrern und Fußgängern im Weg. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn wenn man als Radfahrer in der „richtigen“ Richtung nicht die Muße hat, jetzt einfach mal drei Minuten zu warten, bis der bettelampelwartende Radfahrer aus der Gegenrichtung endlich die Engstelle freigibt, legt man sich zwangsläufig mit dem abbiegenden Kraftverkehr an.


    GUCKT SICH DAS DENN KEINER AN, BEVOR SO ETWAS ANGEORDNET WIRD???



    Mein ganz heißer Tipp wäre ja, einfach den Fahrstreifen zum Rechtsabbiegen zu sperren und in einen Fußgänger- und Radfahrer-Notweg umzuwandeln. Denn, es tut mir leid, so etwas geht einfach nicht klar. Hier prallen offenbar wieder zwei Zuständigkeitsbereiche aneinander, VD51 ist für den Zweirichtungsradweg verantwortlich, PK27 für die kleine, lustige Arbeitsstelle, und es interessiert einfach niemanden, was dabei rauskommt und mit welcher Gefährdung für Radfahrer so etwas einhergeht.


    Da muss wohl erst wieder jemand sterben.

  • Oh, es ist ein bisschen windig:



    Aber mir wurde von den Beamten, die da hinten den Bussonderfahrstreifen bewachen, gesagt, ich solle das nicht aufheben, das ginge mich nichts an.


    Schließlich wäre ich nicht sachkundig und wenn das Ding dann wieder umfiele und einen Passanten oder gar ein Kraftfahrzeug beschädigt, dann säße ich halt in der Klemme. Die Begründung hätte ich nachvollziehen können, allerdings lautete die Begründung der Beamten in Wirklichkeit anders: Ich wüsste ja nicht, ob die Straßenverkehrsbehörde das so angeordnet hätte — denn es wäre ja Usus, Verkehrszeichen kurzfristig „aus dem Verkehr zu ziehen“, indem man einen Müllbeutel drüberzieht oder sie auf den Boden legt.


    Ich hätte ja am liebsten gefragt, ob dem Beamten noch etwas blöderes einfällt.


    Insofern ist wohl mit der angeordneten Geisterradelei erst einmal Schluss, die zuständige Straßenverkehrsbehörde hat den Verwaltungsakt außer Kraft gesetzt:



    Und nur mal so zur Erinnerung: Dieser Schildermast steht andauernd im Weg herum, mal einen halben Meter weiter vorne, mal einen halben Meter weiter hinten. Man muss also absteigen, fünf Meter zum Bettelknopf laufen, drücken, fünf Meter zurücklaufen, und noch eine Zeitstrafe von mindestens 30 Sekunden abwarten, um weiterfahren zu können. Das geht aber auch nur unter der Voraussetzung, dass man aus der Ferne registriert, dass es sich hier um eine Bettelampel handelt. Nach meiner Beobachtung bekommen das viele Radfahrer und Fußgänger gar nicht mit und ignorieren schließlich genervt das rote Licht.


    Die Umleitung nach Eidelstedt wurde ebenfalls aufgehoben:



    Und hier wurde ebenfalls ein Teil der Umleitung außer Betrieb gesetzt. Ich hätte das Schild ja eher in die andere Richtung gekippt oder sogar komplett von der Verkehrsfläche geräumt, aber die Straßenverkehrsbehörde wird schon wissen, wie sie das anordnet.



    Für mich sieht das ja beinahe so aus, als wären aufgrund des Sturmes einige Beschilderungen abgängig, aber ich mag auch nicht die Straßenverkehrsbehörde nerven. PK27 ist schließlich nicht dafür zuständig und VD51 bestimmt sehr beschäftigt.


    Vor allem habe ich keine Lust, noch einmal mit Fotos von umgefallenen Verkehrsschildern zu PK27 zu marschieren und mir dann unten auf der Wache von einem Beamten, der noch nicht einmal die Fotos in Augenschein nehmen möchte, mit väterlichem Tonfall anzuhören, das wäre alles so in Ordnung, ich bräuchte mir keine Sorgen machen. Wenn das alles so seine Ordnung hat, prima, dann warten wir halt darauf, dass sich hier jemand den Hals bricht. Anders scheint man bei den hanseatischen Straßenverkehrsbehörden nicht zu lernen, dass Verkehrssicherung auch gerade im Bereich jener Verkehrsflächen sinnvoll ist, die von relativ ungeschützten Radfahrern und Fußgängern genutzt werden.

  • Sooo. Ich hatte ein paar Beiträge weiter oben schon die Problematik angesprochen, die sich immer dann ergibt, wenn die Zuständigkeitsbereiche von zwei Straßenverkehrsbehörden aneinanderstoßen.


    Seit ein paar Tagen führt dass dazu, dass Radfahrer endlich in falscher Richtung auf einem Radfahrstreifen fahren müssen! Geil!


    Jo, was geht! Das hier ist unten an der Ecke Sportplatzring und Koppelstraße, hier geht’s eigentlich geradeaus zur Kieler Straße, also auf dem rechtsseitigen Radweg direkt zur Allee der umgefallenen Verkehrsschilder aus dem obigen Beitrag.



    Hier geht es eigentlich mit einem benutzungspflichtigen Radweg geradeaus, aber da hinten droht halt Ungemach:



    Oh je:



    Naja, mal gucken, was die Schilder von uns wollen:



    „Fußgänger und Radfahrer andere Straßenseite benutzen“.



    „Fußgänger (und Radfahrer) bitte andere Straßenseite benutzen“.


    Das mit der anderen Straßenseite klappt auch ganz prima, jeder Radfahrer, den ich dort gesehen habe, fährt artig auf der falschen Seite weiter:



    Ist aber eigentlich verboten — drüben gibt es kein blaues Schild, was das Radfahren erlauben, beziehungsweise vorschriebe:



    Stattdessen gibt es hier vor allem eines: Einen Radfahrstreifen! Auf dem man nun in der falschen Richtung fahren soll.



    Oh, Pardon, ich meinte natürlich: Einen Parkplatz!



    Owi ist raus, weiter geht’s. Das hier ist sowieso die ultimative Geilheit, weil’s einerseits eine Buckelpiste sondergleichen ist und ich noch nie auf kurzer Strecke so viele plötzlich aufgerissene Beifahrertüren gesehen habe wie hier:



    Während ich mich noch irgendwie damit arrangieren könnte, auf dem Radfahrstreifen von eben ein paar Meter auf der falschen Seite zu fahren, eine entsprechende Beschilderung natürlich vorausgesetzt, darf man sich nun dem totalen Nervenkitzel widmen: Entweder klingelt man die Fahrgäste an der Bushaltestelle beiseite oder man legt sich mit dem Linienbus an. Und überhaupt stellt sich hier die Frage: Wer weicht denn bei Gegenverkehr überhaupt wohin aus?



    Besonders toll ist bestimmt auch dieser freilaufende Rechtsabbiegestreifen, bei dem man dem beschleunigenden Rechtsabbiegern quasi vor die Stoßstange rollt:



    Und die andere Seite des Debakels — hier ist das mit der anderen Straßenseite wenigstens im Einklang mit den Verkehrsregeln:



    Ich habe leider keine Fotos von Radfahrern, die tatsächlich den Radfahrstreifen an der Bushaltestelle in der falschen Richtung befahren, allerdings habe ich schon zwei Mal aus dem Bus solche wagemutigen Kampfradler beobachtet, der Schnellbus 39 hat sich hier auch schon mal verbal mit einem Geisterradler angelegt.


    Tja. Das passiert halt, wenn man „einfach so“ solche Späße wie „Radfahrer andere Straßenseite verwenden“ aufstellt: Die lieben Radfahrer fahren dann eben — Überraschung! — auf der anderen Straßenseite! Das passiert übrigens alles in Sichtweite zum PK27 — ob ich die Beamten noch mal darauf ansprechen soll? Obwohl… nee, das hat die Straßenverkehrsbehörde sicherlich alles wohl durchdacht so angeordnet!