Hamburg: Todesfalle an der Kieler Straße

  • Es konnte aber doch bei der Planung im Frühling/Sommer auch noch keiner mit Laub (und Schnee) rechnen!


    Ich hab auch erst ein wenig gebraucht, wieso dort Linksverkehr angeordnet wurde und halte es immer noch für genauso unsinnig wie Linksverkehr auf einer deutschen Fahrbahn anzuordnen nur weil man da irgendwann am Ende eine Kreuzung spart.

  • Ich bin da vorhin noch mal mit der Kamera entlanggefahren. Weil es aber prinzipiell das gleiche ist wie immer und ich mit ein paar Leuten gequatscht habe, die ich jetzt nicht mühsam aus dem Video herausschneiden möchte, zeige ich „nur“ ein paar Fotos daraus.


    Es geht mal wieder Richtung Norden. Hier kümmert sich der abbiegende Kraftverkehr vom Sportplatzring mal wieder nicht so richtig um die Farbe seiner Ampel und fährt bei rotem Licht noch in die Kreuzung ein, um dort mit dem querenden Radverkehr aneinander zu geraten:



    Diese Zufahrt zum ehemaligen MediMax hat sich zu einer absolut brandgefährlichen Stelle entwickelt. Ich hatte leider zu selten eine Kamera dabei, aber diese Zufahrt ist momentan echt mein Tipp für den nächsten schweren Unfall in dieser Baumaßnahme. Abbiegende Kraftfahrer achten zwar auf den entgegenkommenden Radverkehr und lassen den im Regelfall auch ohne Erziehungsmaßnahmen durch, haben aber gar kein Auge für den Rad- und Fußverkehr in der „richtigen“ Fahrtrichtung. Da ist vor ein paar Tagen echt beinahe jemand über die Motorhaube geflogen.



    Showdown an der Zufahrt zur Autobahn Richtung Norden. Für den Gegenverkehr ist das Abbiegen in diese Zufahrt untersagt; wenn man aus Eidelstedt Richtung Norden auf die Autobahn möchte, muss man entweder über den Volkspark oder über das Dreieck Nordwest fahren — bei den Navigationsgeräten und auch bei Google ist das natürlich nicht angekommen und weil man heutzutage häufig „nach Navi“ und nicht nach der Beschilderung fährt, biegen hier teilweise mehrere Fahrzeuge pro Ampelumlauf rechts ab.


    Aus der Ferne betrachtet sieht das dann so aus — es geht um die Zufahrt im Hintergrund:



    Grünes Licht, es geht los. Der Wagen ganz vorne macht Anstalten nach rechts abzubiegen:



    Oh, Radfahrer im Gegenverkehr? Huch? Und auch noch einer in der richtigen Richtung? Huch? Im Video kann man hören, dass das nicht so ganz geräuschlos von statten ging, aber man kennt das ja, immer diese pöbelnden Radfahrer, nä?



    Darfs noch eine Gefahrensituation sein? Bitteschön, hier ist der Baumarkt.



    Der Typ da vorne fährt auf dem falschen Streifen und gibt dort noch ordentlich Gas. Das ist an der Stelle natürlich mehr als lebensgefährlich, denn natürlich rechnen ausfahrende Kraftfahrer trotz der popeligen Beschilderung nicht mit Radverkehr aus der falschen Richtung (ob sie mit Radverkehr in der richtigen Richtung rechnen, sei mal dahingestellt, whatever).



    Und dann sind das eben diese Sekunden, in denen man sich entscheiden muss: Links vorbei, rechts vorbei? Wird der Kraftfahrer noch nach rechts schauen und bremsen? Oder nicht? Oder doch? Der Radfahrer vorne entscheidet sich für diese in jenem Fall lebensbejahende Variante und zieht ruckartig nach links rüber:



    Der Kraftfahrer bremst zwar ab, aber das geht irgendwie noch gut.



    Nächster Versuch. Nun legt sich die Dame vor mir mit dem Typen an. Sie will vor ihm langfahren, aber er ist schon wieder mit irgendwas anderem beschäftigt und fährt weiter:



    Na — ich will doch einen Fahrradlenker fressen, wenn das helle Rechteck neben dem Lenkrad nicht ein Smartphone war. Gelten ab heute nicht verteuerte Tarife für die Handynutzung am Lenkrad? Das ist doch auch mal wieder so ein Beispiel, warum man sich mit der aufmerksamkeitsheischenden Technik nicht am Lenkrad ablenken lassen sollte.


    Naja, hier dann das übliche: Wenn man den Leuten beibringt, auf der linken Straßenseite zu fahren, dann… guess what, fahren sie halt auf der linken Straßenseite weiter:


  • Ich war gestern noch an der Kieler, mir diesen Schwachsinn mal aus der Nähe angucken. Man kann dort fahren, zum Glück hatte ich keinen Gegenverkehr. Auf dem Rückweg (Fahrbahn...) kam mir dann auch ein anderer Radfahrer entgegen, auch auf der Fahrbahn. Wie gut, dass ich fast nie in der Richtung dort unterwegs bin.
    Für den Radverkehr ne halbe Spur, für's KFZ teilweise bis zu 9 oder so. Da sieht man die Prioritäten.


    Nördlich von der Güterumgehungsbahn gab's dann auf der Autobahn noch eine Spurverengung auf eine Spur. Und davor hatten sich 3 LKW so dämlich mitten auf die Fahrbahn gestellt, dass die Autobahn erstmal komplett dicht war. Kein Unfall oder so, standen da einfach. Einer ist dann rechts ran, die zwei anderen nach rangiermanövern weiter. Polizei kam auch noch. K.a. warum.
    Jedenfalls kurz vor Mitternacht noch ein toller Stau auf der A7 :-)

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Hauptsache der Verkehr kann fließen!
    Achne, tut er ja auch nicht. Aber es wäre alles noch viel schlimmer, würde man 2 Spuren für Rad+Bus reservieren. Dann bräche im Hamburger Westen ja alles zusammen!

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • Das Abendblatt fragt heute ja, ob an Straßenbaustellen auch am Wochenende gebaut werden soll...
    Ich habe mit ja abgestimmt, finde aber, dass das Stauproblem nur gelöst wird, wenn auch ALLE anderen auch am Wochenende arbeiten (also jeder hat 2 andere freie Tage) und wenn mehr "Tele"arbeit genutzt wird.

  • Wenn schon dann konsequent: Auch nachts bauen und arbeiten. Wenn man die Verkehrslast gleichmäßig über den gesamten Tag verteilt, gibt es keine Staus mehr und man findet auch immer einen Parkplatz vor der Haustür, weil viele Nachbarn zur Arbeit sind.

    Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.

  • An der Kreuzung mit dem Kronsaalweg gibt’s mittlerweile auch in beide Richtungen gültige Signalgeber für den Radverkehr:



    Für den Radverkehr angepasste Räumzeiten gibt’s dann natürlich nicht, ist ja schließlich alles nur vorübergehend und provisorisch, aber immerhin weiß man jetzt wieder ungefähr, welche Ampel man angucken kann:


  • Weiter Richtung Süden. Es steht halt auch echt immer irgendwas auf diesem Radweg herum. Toll, dass hier zwei Streifen markiert worden sind, von denen im Endeffekt maximal einer überhaupt nutzbar ist.


    Klar, wer das Ding hier übersieht, der gehört weder ans Lenkrad noch an den Fahrradlenker, aber im Endeffekt ist man hier direkt vor der Kreuzung, wo die Aufmerksamkeit eigentlich zum Großteil dem leider unaufmerksam abbiegenden Kraftverkehr zuteil werden sollte, zusätzlich zum radfahrenden Gegenverkehr noch mit dem Herumkurven um das Stativ beschäftigt.



    Das hier wiederum ist so ein Ding, das will mir einfach nicht in den Kopf. Selbst ohne die ganzen Baumaßnahmen drumherum fände ich es recht unschön, dass man als Fußgänger hier fünf Meter zur Seite laufen soll, um den doofen Bettelknopf zu drücken.


    Dass man nun für die halbjährige Baumaßnahme den Aufwand scheut, den Bettelknopf näher am Radweg anzubringen, beispielsweise am provisorischen Lichtmast links im Bild — na gut. Aber warum um alles in der Welt ist es nun notwendig, den Weg zu diesem Taster auch noch mit den Verkehrsschildern zuzustellen? Warum können beide Schilder nicht einfach einen Meter weiter links im Bild platziert werden?



    Der Kram wandert dann auch immer ein bisschen auseinander, bis irgendjemand die Schilder wieder an die richtige Position stellt:



    Ich lasse die Finger davon, ich halte mich raus, ich will damit nichts zu tun haben, wenn der Müll irgendwie bei Sturm auf den Radweg oder schlimmer noch auf die Autobahn kippt.

  • Weiter zum nächsten Kreuzungsbauwerk. Das hier wird alles ein bisschen komplizierter und dauert ein paar Beiträge länger.


    Erst einmal gibt es nämlich immer noch keine Signalgeber für den Radverkehr. Mir ist unklar, nach welchem Verfahren die Signalgeber für den Radverkehr ertüchtigt werden; erst passierte das drüben auf der anderen Seite der Autobahn, dann ein paar Wochen später hinten am Kronsaalweg, hier aber immer noch nicht. Vielleicht hat man das einfach nicht auf dem Radar, vielleicht nicht genügend Streuscheiben auf Lager.


    Im Prinzip ist das sowieso egal. Da man nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern nach dem Drücken des Bettelknopfes teilweise minutenlange Wartezeiten zumutet, fahren und laufen die meisten auch bei rotem Licht weiter. Das wird sich auch nicht ändern, wenn die Lichtzeichen für den Radverkehr gültig wären:



    Es wäre natürlich total witzig, wenn man hier mit dem Rad auf dieser ultraschmalen „Verkehrsinsel“ ind der Mitte strandete.



    Eine Woche später: Nichts neues.


  • Showdown an der Zufahrt zur Autobahn Richtung Norden. Für den Gegenverkehr ist das Abbiegen in diese Zufahrt untersagt; wenn man aus Eidelstedt Richtung Norden auf die Autobahn möchte, muss man entweder über den Volkspark oder über das Dreieck Nordwest fahren — bei den Navigationsgeräten und auch bei Google ist das natürlich nicht angekommen und weil man heutzutage häufig „nach Navi“ und nicht nach der Beschilderung fährt, biegen hier teilweise mehrere Fahrzeuge pro Ampelumlauf rechts ab.


    Das sieht aus besagter Gegenrichtung übrigens so aus:



    In der Praxis läuft es so, dass hier bei jedem Umlauf mindestens einer nach rechts abbiegt — und sobald das einer vormacht, ziehen in der Regel noch ein paar Kraftfahrer nach. Das scheint mir auch so eine Art Herdentrieb zu sein: Eigentlich wollen recht viele Verkehrsteilnehmer hier abbiegen, trauen es sich aber normalerweise nicht.



    Dem hier nehme ich das mit dem Baustellenfahrzeug zwar noch ab, aber die Sache bleibt natürlich brandgefährlich: Wenn man mit dem Rad dort im Weg steht, hat man echt schlechte Karten, denn jegliche Sichtbeziehungen werden ja durch die großzügig aufgestellten Absperrgitter unterbunden:


  • Meistens ist das mit dem Rechtsabbiegen an dieser Stelle aber egal, weil die Kreuzung ohnehin zugestellt wird. Da hat der Kraftverkehr auch nichts zu lachen, denn dank der vielen Kraftfahrzeuge im Kreuzungsbereich, die zur Autobahn herunterfahren wollen, kann meistens nur ein einziges Kraftfahrzeug von der Autobahn nach links abbiegen:



    Radfahrer und Fußgänger sollten am besten den Hubschrauber wählen, um diese Furt zu überqueren. Hier fährt der Wagen, der in zweiter Reihe noch schnell links abbiegt, beinahe den Fußgänger an, Pardon, hier rennt der Fußgänger beinahe in das abbiegende Kraftfahrzeug. Der war aber auch ganz schön schnell, der Fußgänger:



    Ja, herzlichen Dank auch. Jetzt drunter durch oder rechts durch den Gegenverkehr vorbei?



    Der Fahrer des dunklen Wagens ist so damit beschäftigt, irgendwie aus dem quengelnden Querverkehr herauszufahren, dass er beinahe den Radfahrer mitgenommen hat:



    Nächster Umlauf, nächster Versuch. Ich führe um Gottes Willen nicht dort durch, das muss an der Stelle beinahe zwangsläufig irgendwann einen schweren Unfall geben:



    Schluss für heute Abend:


  • Was auch immer dieses Schild dort soll:



    So, Klassiker. Okay, ja, immerhin hat jemand das Laub vom Radweg gefegt. Ist ja erstmal super, das gab’s vor ein paar Jahren auch noch nicht, beziehungsweise gibt es abseits der Hauptverkehrsstraßen immer noch nicht, aber genug gejammert: Es hat jemand das Laub vom Radweg gefegt.


    Dummerweise liegt es jetzt auf dem Radweg. Und nun wird irgendjemand vollkommen zu recht einwenden, dass man dort ja drumherumfahren könne, aber dann nähert man sich der Grundstücksausfahrt eben in einem extrem ungünstigen Sichtdreieck:



    Und da kommt dann halt auch manchmal jemand raus:



    Sichtkontakt ist an dieser Stelle aber beinahe unmöglich — sobald man den Radweg nach links einsehen kann, steht man auch schon mit der Motorhaube drauf:



    Vielleicht hätte man den Haufen lieber auf den Gehweg nebenan legen sollen. Dort müssten dann zwar die Fußgänger auf den Radweg ausweichen, was auch irgendwie blöd ist, aber im Gesamtkontext dieser Baumaßnahme auch schon fast egal, aber man hätte eben deutlich bessere Sichtverhältnisse.


    Natürlich kann man sich auch im Fall des Falles hinstellen und mit § 1 StVO herumwedeln, Radfahrer müssten eben auch mal absteigen und schieben, aber dennoch frage ich mich, ob so etwas nicht besser geht. Immerhin soll das hier ein Zweirichtungsradweg an einer Hauptverkehrsstraße sein.


    Beim nächsten Haufen hat man’s ja auch geschafft, keinen der beiden Radwege zu blockieren:



  • Es geht mal wieder Richtung Norden. Hier kümmert sich der abbiegende Kraftverkehr vom Sportplatzring mal wieder nicht so richtig um die Farbe seiner Ampel und fährt bei rotem Licht noch in die Kreuzung ein, um dort mit dem querenden Radverkehr aneinander zu geraten:



    Jedes Mal. Wirklich: Jedes Mal. Und da sollen noch Radfahrer und Fußgänger durch. Wie erklärt man das eigentlich Kindern? Ja, ihr habt grünes Licht, aber ihr müsst nicht nur nach links und rechts gucken, sondern auch damit rechnen, dass zwischendurch noch mal jemand von rechts angeschossen kommt?



    Ist halt echt immer so:



    Und natürlich auch im Querverkehr:


  • Immerhin darf man nun aber auch weiter auf der rechten Straßenseite Richtung Norden fahren, jemand hat das Absperrgitter beiseite geschoben:



    Hier versteckt sich der Zweirichtungsradweg ganz verschämt hinter dem normalen Zeichen 237. Der Radweg ist eigentlich auch noch für Mofas freigegeben, aber das Schild ist wohl irgendwie abhanden gekommen bei dem ganzen hin und her:



    Nur um das noch mal in Relation zu setzen: Für die Verkehrslenkung des Kraftverkehrs stehen nicht nur entlang der Kieler Straße Dutzende dieser Schilder herum, nein, es wird auch im gesamten Hamburger Westen frühzeitig darauf hingewiesen, dass hier mit Stau zu rechnen ist.


    Und dann beachte man bitte noch wieviel Platz auf dem Radweg verbleibt, damit die Hinweisschilder für den Kraftverkehr aufgestellt werden können. Wenn hier Schwerlastverkehr vorbeirauscht, sollte man sich nicht gerade neben der Bake aufhalten: