Beiträge von Th(oma)s

    Wer die einschlägigen Verwaltungsvorschriften so auffasst, dass nur Fahrstreifen oder ganze Fahrbahnen mit Verkehrszeichen 254, Verbot für Radverkehr [Zeichen 254], ausgeschildert werden dürfen, der würde nicht auf die Idee kommen, einen Fußweg damit auszuschildern. Der würde allerdings auch das Schild am Fahrbahnrand aufstellen und nicht an der Hauswand weitab vom Fahrbahnrand. Warum die Verkehrsverwaltung in Hannover es in bestimmten Fällen für richtig hält, mit dem Verkehrszeichen 254, Verbot für Radverkehr[Zeichen 254], einen Fußweg auszuschildern, erkläre ich mir in dem Beispiel Wülfeler Straße so:

    Man darf nicht den Fehler machen, aus dem Vorhandensei von irregulären Beschilderungen den Trugschluss zu zu ziehen, sei seien gar nicht irregulär.

    Ohne getrennte Signalisierung schon immer eine depperte Idee gewesen, an der das herumdoktorn mit "abbiegen in Schrittgeschwindigkeit" halt wenig ändert.

    Wie hier schon mehrfach dargestellt, hat sich die Zahl der tödlichen Rechtsabbiegeunfälle seit Einführung der Schrittgeschwindigkeit halbiert. Wenn es nicht die StVO war, dann können es nur noch die quasi gleichzeitig eingeführten "Angles Morts"-Aufkleber sein, die sich seither alle LKW-Kutscher tagtäglich Dutzende Male an eigenen und fremden Fahrzeugen angucken müssen.

    da gibts kein Furt. die Unfallstelle liegt zwischen zwei signalisierten Knoten.

    Die Unfallstelle liegt quasi einen "Anhalteweg" hinter der markierten Furt, die sich in Fahrtrichtung hinter der Querstraße Hammer Steindamm befindet.

    Es war aber wohl doch ein ganz trivialer "Rechtsabbieger":

    Zitat

    "Ersten Erkenntnissen zufolge fuhr der Lkw eines Entsorgungsunternehmens den Hammer Steindamm entlang in Richtung Hammer Landstraße und wollte nach rechts in die Sievekingsallee einbiegen. Dabei erfasste der 40-jährige Fahrer mit seinem Lkw die auf dem Radstreifen in gleiche Richtung fahrende 52-Jährige."

    Hamburg: Radfahrerin stirbt bei LKW Unfall in Hamm - Polizei sperrt Sievekingsallee
    Am Donnerstagmorgen ist eine Fahrradfahrerin im Hamburger Stadtteil Hamm bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei…
    www.ndr.de

    Es könnte also u.U ein Abbiegunfall mit "weiterschleifen" sein.

    Es gibt keine Schleifspuren und das Pedelec wurde offenbar am Hinterbau überrollt; beides eher untypisch für einen Abbiegeunfall. Da der LKW fast fahrbahnmittig weit von der rechten Bordsteinkante weg steht und dabei schräg nach rechts ausgerichtet ist, scheidet IMO auch ein von-hinten-Erfassen (z.B. nach Abkommen vom Hochbord) aus. Ich würde momentan von einer 90°-Kollision im Zuge einer Fahrbahnquerung über die Furt auf der Sievekingsallee ausgehen, wobei der LKW-Fahrer noch versucht hat, auszuweichen.

    JFTR: auf der Straße liegt ein Helm.

    Wenn ich gegen einen Laternenpfahl laufe, über eine hochstehende Gehwegplatte stolper oder mich in einer zu engen Umlaufsperre verhedder, ist das kein Verkehrsunfall?!?

    Ja. Genau diese statistische Laune ist letztlich der Grund, warum man über Fußgängerhelme gar nicht erst nachdenkt.

    Dem Text nach müsste es in 3.1.2 (ff) doch eher "geschädigte" statt "beteiligte" heißen, oder?

    Der Einwand ist berechtigt, „Verunglückte“ wäre der perfekte Fachausdruck. „Beteiligt“ ist der Oberbegriff und umfasst auch unverletzte Personen.

    Aber dann sind es doch gar keine Fahrrad-Fußverkehr-Unfälle. Sondern Tierunfälle, und die dürften dann unter Sonstige fallen, oder?

    Tierunfälle fallen zwar in der Unfalltypen-Kategorisierung als Typ 753 unter "sonstige" (Unfälle), von Fußgängern geführte Tiere gelten verkehrsrechtlich aber quasi bloß wie Gepäck als mitgeführte Gegenstände. Oder würdest du dich mit Hund als "sonstiges" Fahrzeug fühlen und auf der Fahrbahn mit in die Reihe der wartenden Autos stellen?

    Angenommen der ist die erlaubten 70 km/h gefahren und hat laut Standard-Fahrschul-Formel gebremst, also nicht die Gefahrenbremsung. Bremsweg sind 49m, Reaktionsweg sind 21m/s, also (230-49)/21=8.6 Sekunden.

    Gerade genug Zeit, um den ersten Schock zu überwinden und doch abzubremsen.

    Es macht nun wirklich keinen Sinn, dass wir hier spekulieren. Sachverständige werden einigermaßen eingrenzen, wie schnell tatsächlich gefahren wurde, ob die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt war, usw.

    Das Abendblatt (leider Paywall) berichtet, dass die Untersuchungen abgeschlossen seien.

    Geesthacht: Radfahrerin (40) stirbt auf B5 – Ermittlungen abgeschlossen
    Beim Überqueren der B5 wird die zweifache Mutter am Nikolaustag 2024 von einem Auto erfasst. Welche Schuld trifft den Fahrer?
    www.abendblatt.de

    Weiß jemand, was heraus kam?

    Das sind ja Entfernungen und Höhen, bei denen man auf Tempo 150+ tippt ...

    So auch sinngemäß der Produzent von "Alarm für Cobra 11" nach dem Auto-Einschlag ins Dach der Kirche in Limbach-Oberfrohna 2009..

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    aaah, der ADFC bekommt Unterstützung beim Ruf nach "Raaaadwegen"...

    Selbsterfüllende Prophezeihung. Wieder einmal wurde der fahrradfeindliche Framing-Pflock "Radfahren auf der Fahrtbahn ist halt gefährlich, also brauchen Autofahrer auch keine Rücksicht zu nehmen." in Stückchen tiefer ins Hirn der rad- und autofahrenden Verkehrsteilnehmer gerammt.

    Nichts Neues, sondern bloße Paraphrase der verzerrenden Destatis-Meldung zu den Verkehrsopfern 2024, die wiederum von der Senioren-Union aufgegriffen wurde. Wie üblich beim Thema Fahrrad in Deutschland haben alle die defätistische „Buhuu, alles immer schlümmer“-Brille auf der Nase.

    Der wachsende Anteil der (Pedelec-)Senioren trübt ja auch in NL zunehmend die Bilanz, dazu sagt die Verkehrswende-Agitation aber dann: "Seht her, in NL ist die Infrastruktur so inklusiv, da radeln sogar die Alten!". Das selbe Phänomen in Deutschland: "Mimimi, wir kriegen mal wieder nix auf die Kette! Zu wenig Radwege! Staatsversagen!!"

    Man könnte ja durchaus auch mal erwähnen, dass die Zahlen für Radfahrer unter 65 bzw. für konventionelle Räder extrem abgenommen haben. Bedeutet für alle, die sonst so gerne ohne auf die Fahrleistungen zu schauen steigende Risiken aus wachsenden Absolutzahlen ablesen: „Radfahren für Schüler, Studenten und Berufspendler so sicher wie nie!“.

    Warum erinnert mich das an den Spot mit dem Mainzelmännchen im Schlafanzug, das problemlos durch die dunkle Wohnung tappt und dann gegen die brennende Stehlampe läuft?

    POL-WOB: Schwerer Verkehrsunfall: Radfahrer tödlich verletzt
    Helmstedt (ots) - Grasleben, L651 08.07.2025, 23:10 Uhr Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am späten Dienstagabend auf der L651 zwischen Mariental und…
    www.presseportal.de

    Radweg Marke "Hollandträumchen", sogar beleuchtet.

    Der Satz heißt: "Häufig muss man sich die Fahrbahn mit dem schnelleren Autoverkehr teilen..."

    Eigentlich bedeutet der Satz: „Häufig müssen sich KFZ die Fahrbahn mit radelnden Bodenlurchen teilen. KFZ müssten dann eigentlich ihre Geschwindigkeit anpassen. Das ist absolut unzumutbar, und die durch Radverkehr unvermeidlich provozierten riskanten Kurzschlusshandlungen haben daher unser vollstes Verständnis.“

    "Der Fahrer soll sich danach erst mal um sein Auto gekümmert haben." Ein Satz, der eigentlich nur die ganz besonders schwere Schuld des Unfallverursachers unterstreichen soll, verrät, welche Hemmschwelle tatsächlich unser wirksamstes Mittel dagegen ist, dass sich solche Tragödien täglich zu Dutzenden abspielen. Die Sorge vor dem eigenen Blechschaden ist bei aller (im übrigen IMO auch noch fälschlich) unterstellten Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal seiner Mitmenschen unser zuverlässigster Lebensretter.

    Da die Berichterstattung über den Prozess um den spektakulären Unfall in Berlin das übliche Gezeter über Autos, Senioren, Tempo 30, SUV und "alles immer schlümmer" anfachen wird, schon mal die gebotene Relativierung vorab.

    Und zu der Frage aggressiver, denke nein. Viele fahren heute langsamer als früher.

    Ich glaube schon, dass heute aggressiver gefahren wird. Die Hemm- und Schamschwelle für automobile Erziehungsversuche gegen Radfahrer ist deutlich gesunken. Das hat aber weniger damit zu tun, dass die Autos heute anders gestylt sind als vielmehr damit, dass man sich in den Sozialen Medien so wunderbar radikalisieren lassen kann. Ein Tag Facebook und Twitter zu Verkehrsthemen mitgelesen, und aus dem freundlichen Biedermann wird eine zähnefletschende Bulldogge, die es "denen" mal so richtig heimzahlen will.

    Details sind Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen und dazu will der Fahrrad-Kollege nichts sagen, was vermutlich rechtliche Gründe hat.

    Seit wann gibt es in Deutschland gesetzliches Mundverbot für Zeugen?

    Weil der Verkehr immer aggressiver wird, bzw. als immer aggressiver erlebt wird. Nicht zuletzt deshalb, weil der Autoverkehr in immer größeren, schweren und schnelleren Autos stattfindet.

    Ach, wenn wir doch erst die rücksichtsvollen Autofahrer mit ihren kleinen, leichten und langsamen Autos aus den 70er Jahren wieder hätten!:evil:

    Der ADFC framt sich gerade wieder einen "Ohne Radweg dürft ihr euch nicht aufs Fahrrad wagen, aber die real existierenden Radwege sind auch viel zu gefährlich für euch, also lasst es lieber gleich bleiben!"-Wolf. Und die für ihre autofahrenden Zielgruppen schreibenden Medienplattformen springen nur allzu bereitwillig übers hingehaltene Stöckchen.

    Radfahrer geben Berlin schlechte Noten
    Radfahren in Berlin ist ein Thema, das schnell polarisiert. Die Unzufriedenheit ist groß, wie eine neue ADFC-Umfrage zeigt. In vielen Städten in Brandenburg…
    www.n-tv.de
    NRW
    NRW schneidet auch in der aktuellen Ausgabe des Fahrradklimatests mäßig ab. Erneut gab es von den Radfahrern ein Ausreichend.
    www1.wdr.de
    ADFC-Fahrradklimatest in Oberberg: Noch keine einzige Stadt im Ranking
    Im Oberbergischen Kreis hat bisher keine der 13 Städte die Mindestteilnehmerzahl von 50 erreicht. Der Fokus der aktuellen Umfrage liegt auf dem Miteinander im…
    rp-online.de

    etc. pp.