Jetzt kann man natürlich ganz schlau fragen „was ist so schlimm daran, wenn man als Lobbyverband die Leute bisschen behumst, wenn man am Ende schönere Radwege dabei kriegt?“. Das Problem daran ist, dass die Gefühlte Sicherheit (GS) ein zartes Pflänzchen ist. Gerade ein Verein, der nicht müde wird, die Rolle der Radwege für die GS und damit für den zugunsten der propagierten Verkehrswende erwünschten Zuwachs des Radverkehrs herauszustreichen, legt im Eifer des Gefechts um Steuermittel für den Radwegebau die GS in Schutt und Asche und treibt damit die Zielgruppe der „Interested but Concerned“ wieder nachhaltig zurück ins Auto. Knieschuss.
Ein Lobbyverband, der die Leute "behumst".
Das ist der Stoff, mit dem man Empörungs-Journalismus betreibt. Und wenn es dazu noch angeblich auf den ADFC zutrifft, dann gibt es dafür ein dankbares Publikum, dem es gefällt, dass einer von denen endlich mal sein Fett abbekommt, der immer so tut als wär' er er sonst wie umweltfreundlich und menschenfreundlich.
Die Fakten jedoch sprechen deutlich gegen die These, dass der ADFC nur aus Eigenzweck und mit dem Ziel der Selbstbeweihräucherung den Ausbau von Radverkehrsinfrastruktur fordere.
Und im vorliegenden Fall ist es kein billiger Statistik-Trick, bei dem die absolute Zahl der unternommenen Fahrrad-Fahrten unberücksichtigt blieb. Es wird ja ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Fahrrad-Nutzung angestiegen ist:
"Dass der zunehmende Radverkehr aber mit einer steigenden Zahl von verunglückten Radfahrenden einhergeht, beunruhigt den ADFC als ihre Interessensvertretung natürlich sehr."
Also was soll diese Masche, dem ADFC finstere Machenschaften vorzuwerfen?