Beiträge von Ullie

    Jetzt kann man natürlich ganz schlau fragen „was ist so schlimm daran, wenn man als Lobbyverband die Leute bisschen behumst, wenn man am Ende schönere Radwege dabei kriegt?“. Das Problem daran ist, dass die Gefühlte Sicherheit (GS) ein zartes Pflänzchen ist. Gerade ein Verein, der nicht müde wird, die Rolle der Radwege für die GS und damit für den zugunsten der propagierten Verkehrswende erwünschten Zuwachs des Radverkehrs herauszustreichen, legt im Eifer des Gefechts um Steuermittel für den Radwegebau die GS in Schutt und Asche und treibt damit die Zielgruppe der „Interested but Concerned“ wieder nachhaltig zurück ins Auto. Knieschuss.

    Ein Lobbyverband, der die Leute "behumst".

    Das ist der Stoff, mit dem man Empörungs-Journalismus betreibt. Und wenn es dazu noch angeblich auf den ADFC zutrifft, dann gibt es dafür ein dankbares Publikum, dem es gefällt, dass einer von denen endlich mal sein Fett abbekommt, der immer so tut als wär' er er sonst wie umweltfreundlich und menschenfreundlich.

    Die Fakten jedoch sprechen deutlich gegen die These, dass der ADFC nur aus Eigenzweck und mit dem Ziel der Selbstbeweihräucherung den Ausbau von Radverkehrsinfrastruktur fordere.

    Und im vorliegenden Fall ist es kein billiger Statistik-Trick, bei dem die absolute Zahl der unternommenen Fahrrad-Fahrten unberücksichtigt blieb. Es wird ja ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Fahrrad-Nutzung angestiegen ist:

    "Dass der zunehmende Radverkehr aber mit einer steigenden Zahl von verunglückten Radfahrenden einhergeht, beunruhigt den ADFC als ihre Interessensvertretung natürlich sehr."

    Destatis: Zahl der getöteten Radfahrenden steigt / ADFC fordert sichere Radwege
    Fahrradunfälle 2014-2024: Destatis meldet heute, dass die Zahl der getöteten Radfahrenden gegen den Trend ansteigt. Der ADFC kommentiert.
    www.adfc.de

    Also was soll diese Masche, dem ADFC finstere Machenschaften vorzuwerfen?

    Die Meldung des Statistischen Bundesamtes wird natürlich auch vom ADFC dankbar aufgegriffen. Ein "Lobbyverband", der Ängste schürt und Fakten verdreht. Bin ich froh, dass ich da endlich ausgetreten bin!

    Wo genau liegt der ADFC in dem von dir eingestellten Artikel so sehr daneben, dass du froh bist, kein ADFC-Mitglied zu sein?

    "Im ersten Absatz geht es darum, dass die Zahl der im Verkehr tödliche Verunfallten insgesamt sinkt, aber die Zahl der getöteten Fahrradfahrer*innen ansteigt."

    Da ist nichts dran gelogen, das ist so.

    Im zweiten Absatz wird darauf hingewiesen, dass die Zahl der Fahrradfahrenden ansteigt. Und der ADFC macht darauf aufmerksam, dass an vielen Straßen die Radverkehrsinfrastruktur fehlt oder in keinem guten Zustand ist. Im Zusammenhang mit diesem Hinweis spricht der ADFC die Vermutung aus, dass bei weiter ansteigendem Radverkehrsanteil die Zahl der Fahrradunfälle weiter ansteigt.

    Das ist ein nachvollziehbarer Blick in die Zukunft. Ein Fakten verdrehen ist es jedenfalls nicht. Auch dass die Bundesregierung sich zu Vision Zero bekannt hat, ist kein Verdrehen von Fakten.

    Im nächsten Absatz folgen drei Forderungen zur Verkehrsinfrastruktur:

    1. sichere und baulich getrennte Radwege.

    2. Sichere Kreuzungen und Wegeführungen und eigene Ampelphasen für den Fahrradverkehr.

    3. Tempo 30 flächendeckend innerorts.

    Der Text endet mit einem Schlusssatz in Form eines Appells an die Bundesregierung.

    Wo sind die verdrehten Fakten? ?( Ich hab' sie nicht gefunden! :/ Ich halte auf jeden Fall den Vorwurf für überzogen. Selbst wenn jemand der einen oder anderen Aussage nicht voll zustimmen mag, der Vorwurf, dass der ADFC in diesem Beitrag Fakten verdreht, geht zu weit.

    Davon abgesehen lachen sich die Autofahrer*innen ins Fäustchen, wenn sie sehen, dass Fahrradfahrende mit einem solchen Kaliber wie "Fakten verdrehen" gegeneinander arbeiten.

    weil die Einheit "Zeit" vermutlich bei der Ermittlung von "Blitzeinschlägen" oder "von Meteorit getroffen" oder "Regen erlebt" sinnvoller ist. Aber bei Unfällen, die zum größeren Teil aus Vorfahrtfehlern (Kreuzung, Einmündung) bestehen: diese Zahl hängt von Strecke ab. :/

    Wenn es zutrifft, dass Unfälle besonders an Kreuzungen und Einmündungen stattfinden, dann sind Fahrradfahrende nicht deshalb besonders unfallgefährdet, weil sie ein Fahrrad als Verkehrsmittel benutzen, sondern, weil jemand, der ein Fahrrad als Verkehrsmittel benutzt, in deutlich dichteren Abständen Kreuzungen und Einmündungen passiert als jemand der mit dem Auto fährt.

    Hierzu habe ich diesen Artikel aus dem Jahr 2023 gefunden:

    Warum in den Niederlanden so viele Radfahrer im Verkehr sterben

    Darin wird Siegfried Brockmann von der UDV zitiert:

    Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass das nicht die Erklärung für die Unterschiede beim Unfallrisiko sein kann, aber hättest du auch dafür Zahlen, ob Unfälle im Längsverkehr in den NL häufiger sind als in Deutschland? Das müsste ja markant mehr sein, um das insgesamt 1,4-fach höhere streckenbezogene Risiko eines tödlichen Fahrradunfalls zu erklären.

    In dem Artikel heißt es: "Das niederländische Institut für Verkehrssicherheitsforschung SWOV errechnet: Gemessen am gefahrenen Kilometer liegt das Risiko eines tödlichen Unfalls für Radfahrer in den Niederlanden mehr als achtmal über dem von Autofahrern." Warum wird das Unfallrisiko an den gefahrenen Kilometern gemessen?

    Hätte ich einen Weg zum Arbeitsplatz von sagen wir 30 km, dann würde ich dafür nicht das Fahrrad benutzen, denn dann bräuchte ich dafür rund zwei Stunden. Bei einem halbstündigen Anfahrtsweg zur Arbeit käme ich auf ca. 7-8 km Strecke.

    Ein Autofahrer fährt in einer halben Stunde aber rund 30 km. Also die vierfache Strecke.

    Das heißt, selbst wenn das Unfallrisiko auf den Kilometer gerechnet beim Fahrradfahrten größer ist. Die Benutzung des Fahrrades ist trotzdem deutlich weniger risikoreich, als es die Kilometer-bezogene Betrachtung suggeriert.

    Radfahrer in Gera von Straßenbahn überfahren.

    https://www.mdr.de/nachrichten/th…er-tot-104.html

    edit:

    ok, in der Lokalzeitung wird der Unfallhergang genauer beschrieben. Radfahrer wurde wohl nach dem Sturz von entgegenkommender Straßenbahn erfasst.

    https://archive.ph/FcjPb

    Also wenn ich mir manche der pauschal gegen Fahrradfahrende gerichteten Hass-Postings durchlese, frage ich mich schon, warum die Zeitung nicht von ihrem Recht Gebrauch macht, zumindestens die wüstesten Beleidigungs-Orgien erst gar nicht zu veröffentlichen.

    interessant, trotz Rampenspiegel?

    Das ist ja das Absurde: Die Verkehrsbehörden gehen davon aus, dass diese Spiegel nicht benutzt werden vom LKW-Fahrer:

    Fotos von einer Übung der Verkehrswacht auf dem Rathausvorplatz in Hannover. Die Kinder sollten sich in das Fahrerhäuschen setzen und dann feststellen, dass es einen riesigen Toten Winkel gibt. Leider ist zu befürchten, dass viele Kinder nicht auf die Idee kommen, zuerst einmal den eingepackten Rampenspiegel und Weitwinkelspiegel auszupacken.

    Und wenn doch, dann sagt man den Kindern eben, dass der arme LKW-Fahrer im stressigen Berufsalltag halt keine Zeit habe, in den Rampenspiegel und den Weitwinkelspiegel zu schauen. Deshalb seien die zugehängt.

    In dem Artikel fordert die DUH: "„Je mehr Fläche in unseren Städten blockiert wird, desto weniger Platz bleibt für Stadtnatur, öffentliche Verkehrsmittel, Fußgänger und Radwege“, sagte der Umwelthilfe-Geschäftsführer und verlangte eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in allen Städten sowie ein Ende des kostenlosen Parkens im öffentlichen Raum."

    Ich bin nicht sicher ob, das gut geht. Die Gefahr besteht, dass sich Kommunen sagen: Mit einem Spielplatz verdiene ich kein Geld, mit einem Parkplatz dagegen schon. Dazu kommt: Die kommunalen Bezahl-Parkplätze treten in Konkurrenz zu privatwirtschaftlich betriebenen Parkplätzen zum Beispiel an Supermärkten.

    Konsequenter wäre es, Parken im öffentlichen Raum ganz zu verbieten. Dann müssten Supermärkte usw. eben Privatparkplätze anbieten. Aber da besteht eine andere Gefahr: Solche Privatparkplätze könnten Bestandsschutz erlangen. Ziel muss es aber sein, die Autofahrerei möglichst vollständig einzustellen, dann braucht es dann keine Parkplätze mehr. Aber dann müsste für die Flächennutzung schon bei der Inbetriebnahme als Parkplatz geklärt sein, dass diese Nutzungsform zeitlich begrenzt ist und zum Beispiel alle 10 Jahre neu beantragt werden muss. Und die Genehmigungsbehörde darf nicht umfänglich zur Verlängerung verpflichtet sein.

    Wer bereit war ein wenig Geld ( Je nach Fahrschule 300-600 €) und Zeit ( 1 Tag) zu investieren, konnte schon bisher diese 4,25 t Fahrzeuge fahren, in dem er den B96 Schein gemacht hat.Insofern erwarte ich nicht, das diese Änderung eine wesentliche Auswirkung auf die Anzahl der im Weg rumstehenden Wohnmobile hat

    Mein Eindruck ist, Wohnmobilbesitzer sind nur bereit in eine Richtung Geld auszugeben. Für ein großes Wohnmobil. Dagegen sind viele Wohnmobilbesitzer offensichtlich nicht bereit, auch noch für andere Dinge Geld auszugeben, zum Beispiel für einen Dauerstellplatz auf Privatgelände.

    Dazu steht in dem von Silence verlinkten RP-Artikel geschrieben: "Das Oberverwaltungsgericht Münster teilte vergangenen Freitag mit, dass es die Begründung der Düsseldorfer Richter „im Wesentlichen“ übernimmt. „Insbesondere vermochten beide Gerichte die von der Stadt zur Begründung behauptete Gefahr für Radfahrer bei Benutzung der beidseitig jahrzehntealten Radwege durch Baumwurzelwölbungen nicht nachzuvollziehen“, heißt es."

    Das (Autofahrer-)Imperium schlägt zurück. Wozu braucht eine Fahrradfahrerin einen breiten Radweg? "Das geht nicht. Das hatten wir noch nie. Da könnte ja jeder kommen." :cursing:

    "Nachdem es in Brüssel immer wieder Diskussionen gab, wird diese Gewichtsgrenze für Wohnmobile auf 4,25 Tonnen angehoben. Damit könnten alle, die nach 1999 ihren Führerschein gemacht haben, nach einer zusätzlichen Schulung oder Prüfung größere Campingfahrzeuge fahren. Bislang mussten sie den Führerschein C1 machen, der das Fahren von Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen erlaubt. Betroffen sind vor allem jüngere Autofahrende, die nach 1981 geboren wurden."

    promobil vom 2.4.2025: EU führt neue Führerschein-Regeln ein - B-Führerschein bald für Wohnmobile bis 4,25 t

    EU gibt Klasse-B-Führerschein für Wohnmobile bis 4,25 t frei
    Die neue EU-Führerscheinrichtlinie schafft auch Änderungen für Wohnmobile. Was das für Camperinnen und Camper bedeutet, lesen Sie hier.
    www.promobil.de

    Zwar hatte ich schon an anderer Stelle im Forum auf die Problematik hingewiesen, aber diese Neuerung bedeutet vermutlich noch einmal eine wesentliche Verschärfung der Gefahren, die von geparkten Wohnmobilen ausgehen. Für die älteren Führerscheinbesitzer, die ihren Führerschein schon sehr früh gemacht haben, war es ohnhin schon möglich, schwere Wohnmobile bis 7,5 t zul. Gesamtgewicht zu fahren.

    Man hätte darauf hoffen können, dass die Führerschein-Neuregelung (max. zul. Gesamtgewicht bis 3,5 t) dazu beiträgt, dass es nicht mehr so attraktiv ist, große und schwere Wohnmobile zu fahren. Aber da haben anscheinend die Lobbyisten ganze Arbeit geleistet. Und im Straßenbild wird es weiterhin zusätzlich zu den zahlreichen Privat-PKW immer mehr große und schwere Wohnmobile zu "bewundern" geben. Denn auch für alle die später ihren Führerschein gemacht haben und für die bislang die 3,5 t-Grenze gegolten hatte, wird diese jetzt fallen, bzw. angehoben auf 4,25 t (5t mit Anhänger).

    Und "weil es ja nicht verboten ist" (diesen Satz kriege ich immer wieder zu hören von Wohnmobil-Straßenrandparker*innen) werden viele dieser Wohnmobile einfach am Straßenrand abgestellt, wo sie dann die meiste Zeit des Jahre ungenutzt herumstehen. Während gleichzeitig Autofahrer, die häufig ihr Fahrzeug benutzen, um zur Arbeit zu fahren, jammern, dass es zu wenig Parkplätze gäbe. Und gefährlich sind diese Wohnmobile außerdem: Sie verdecken mitunter Verkehrsschilder und gefährden Fußgänger*innen, die beim Queren der Straße von den Fahrzeuglenker*innen erst im letzten Moment gesehen werden.

    Ich schlage vor hier hauptsächlich die Wohnmobil-Problematik zu diskutieren und Beispiele dazu beizusteuern. Selbstverständlich stellen auch große Lieferfahrzeuge, von denen auch immer mehr in Wohngebieten abgestellt werden, eine erhöhte Gefahr dar. Aber da spielen dann noch einmal andere Aspekte eine Rolle.

    "Tödlicher Unfall auf der viel befahrenen Kreuzung Berliner Allee/Marienstraße in Hannover: Nach Polizeiangaben hat ein Lkw-Fahrer am Mittwoch, 9. April, gegen 11 Uhr eine Radfahrerin erfasst. Durch die Kollision und den Sturz auf die Fahrbahn erlitt die 50-Jährige so schwere Verletzungen, dass sie wenig später starb. Der Bereich war wegen des Einsatzes mehrere Stunden gesperrt.
    Nach derzeitigem Erkenntnisstand bog der Fahrer (59) eines Mercedes-Lkw von der Berliner Allee nach rechts auf die Marienstraße Richtung Aegidientorplatz ab. Die Radfahrerin wollte am Überweg über die rot eingefärbte Fahrradspur geradeaus zur Sallstraße. Polizeisprecherin Anastasia Polonewicz: „Der Rettungsdienst brachte die Verletzte in ein Krankenhaus.“" HAZ vom 11.4.2025

    Hannover: Unfall zwischen Lkw und Fahrradfahrerin – Frau stirbt im Krankenhaus
    Ein Lkw hat am Mittwoch, 9. April, in Hannover auf der Kreuzung Berliner Allee/Marienstraße eine Radfahrerin erfasst. Die 50-Jährige wurde so schwer verletzt,…
    www.haz.de

    Es ist wirklich traurig, dass das immer und immer wieder passiert. Und ich befürchte, der ADFC-Sprecher, der in der HAZ-Printausgabe vom 11.4.25 zu Wort kommt, hat recht mit seiner Kritik, dass zu wenig kontrolliert wird, ob schwere LKW sich an den Kreuzungen korrekt verhalten und tatsächlich nur wie vorgeschrieben mit Schrittgeschwindigkeit abbiegen.

    "Die Polizei leitete den Verkehr deshalb bis etwa 14 Uhr um, es gab bis dahin lange Staus. Angesichts der viel befahrenen Kreuzung hoffen die Beamten auf Zeugen des Unfalls. Sie werden gebeten, sich unter der Rufnummer (0511) 1091888 beim Verkehrsunfalldienst zu melden." (ebenda)

    Kann eigentlich der vorgeschriebene Fahrtenschreiber in einem LKW darüber Auskunft geben, wie schnell der LKW gefahren ist in der Phase, in der er abbog?

    In der Print-Ausgabe wird auch berichtet, dass der LKW kein Abbiege-Assistenzsystem eingebaut hatte, weil es ein altes Modell ist, dass von dieser Vorschrift ausgenommen ist.

    Hier eine streetview Aufnahme von der Stelle, wo der Unfall passierte:

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    Ort in Google Maps noch intensiver erleben.
    www.google.com

    Der weiße PKW steht auf der Abbiegespur. Das schwarze Transportfahrrad mit der dunkel gekleideten Person steht etwa an der Stelle, an der abbiegende LKW vermutlich die Radfahrerin zu Fall brachte.

    Eine Protected Bike-Line führt nun von Hemmingen Westerfeld nach Arnum.

    "Zwischen Arnum und Hemmingen-Westerfeld wird ein geschützter Streifen für Radfahrende angelegt. Die Stadt sieht vom ursprünglich geplanten Neubau von zwei Radwegen entlang der alten B3 aus Kostengründen ab." Das schrieb die HAZ vom 11.11.24

    Und das am 18.3.25:

    "Für den Radverkehr zwischen Arnum und Hemmingen-Westerfeld legt die Stadt eine neue Regelung fest. Auf den beiden Streifen ist künftig nur noch eine Fahrtrichtung erlaubt."

    Das ist der neue Radweg von Arnum aus fotografiert:

    Auf beiden Fahrradwegen darf nur jeweils in Fahrtrichtung gefahren werden. Auf dem alten ehemaligen Zweirichtungs-Fahrradweg darf also nun nur noch in Fahrtrichtung Hemmingen Westerfeld gefahren werden.

    Wenn die Stadt die Zahlen tatsächlich liefert, weiß ich nur, was ich ohnehin schon ahne. Und dann verläuft das wieder im Sand.

    Ich halte mich an die Aussage der Innensenatorin: Bei Behinderungen auf Radwegen darf die 110 genutzt werden.

    Also mache ich halt das. Auch wenn ich ein schlechtes Gewissen habe, den Notruf mit so einem Quatsch zu belästigen.

    In Hannover ist es so, dass bei Parkverstößen sich die Polizei für nicht zuständig erklärt und an den Verkehrsaußendienst der Stadt Hannover verweist. Ist das in Berlin anders, weil Berlin ein Stadtstaat ist?

    Der Verkehrsaußendienst in Hannover hat keine "110-Nummer", es kommt häufig die Ansage, alle Anschlüsse seien belegt und es gibt keinen Rund um die Uhr Service.

    Berlin hat sich weitgehend heimlich (!) gegen Privatanzeigen im ruhenden Verkehr entschieden.

    Es gibt eigentlich eine Webseite mit einer Anleitung, wie man Falschparker per Mail anzeigen kann.

    Einige Jahre war auf dieser Webseite eine Statistik zur Bearbeitung einsehbar: 90% der Privatanzeigen wurden unbearbeitet gelöscht. Nachdem es öffentlich Unmut darüber gab, wurde es 1-2 Monate lang besser. Dann wurde es wieder schlechter und die öffentliche Statistik kurze Zeit später einfach entfernt.

    Ich kann die Beweggründe dazu auch nicht nachvollziehen. Denn bei Privatanzeigen ist schonmal nachgewiesen, dass es zumindest irgendeinen Bürger stört (anders als bei MA im Außendienst). Und vor dem Rechner kann ein MA sicherlich noch viel mehr Umsatz generieren als im Außendienst. Eigentlich müssten dazu sogar Mitarbeiter aus drm Außendienst abgezogen werden.

    Macht die Stadt aber leider nicht.

    Gibt es Zeitungsberichte oder ähnliches, aus denen hervorgeht, dass in Berlin von der Kommunalverwaltung gezielt und absichtlich auf Parkraumkontrolle verzichtet wird?

    Nichts spricht dagegen, dass das OA seine Mitarbeiter so effektiv und gewinnbringend wie möglich einsetzt. So wie heutzutage bewusst weggesehen wird bei 50€+ Vergehen, so wäre es problemlos möglich an den 10€ Einnahmen vorbeizugehen und sich auf die 55€-Einnahme daneben zu konzentrieren

    Effektiv und gewinnbringend wäre der Einsatz von Scan-Cars. Aber der gesetzliche Rahmen dafür ist bislang noch nicht geschaffen worden. Obwohl es das in anderen EU-Ländern bereits gibt.

    "Seit über zehn Jahren sind Scan-Fahrzeuge für Parkraumkontrollen im europäischen Ausland im Einsatz – mit deutlich positiven Effekten auf die Verfügbarkeit von Parkplätzen, die Regeltreue und die Sicherheit im Verkehr. Mit den Vorteilen digital unterstützten Parkraummanagements hat sich Agora Verkehrswende bereits 2021 in einem Politikpapier beschäftigt. Dort wurde auch mit einem Rechtsgutachten der Kanzlei Becker Büttner Held dargelegt, dass sich der Einsatz von ScanFahrzeugen mit dem deutschen Recht vereinbaren lässt.
    Seitdem wurde in Deutschland von verschiedenen Seiten der politische Wille bekundet, die notwendige Rechtsgrundlage für Scan-Fahrzeuge zu schaffen. Doch bislang ist kein Gesetzgebungsverfahren eingeleitet worden. In der Praxis lässt sich der Datenschutz beim digital unterstützten Parkraummanagement mit verschiedenen Mitteln gewährleisten. Dennoch halten
    sich grundsätzliche juristische Bedenken über die Vereinbarkeit mit der deutschen Rechtsprechung. Direkt einschlägige gerichtliche Entscheidungen dazu gibt es bislang nicht."

    aus: Agora Verkehrswende vom 10.6.24

    https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2024/Scan-Cars/Rechtliche_Voraussetzungen_Einsatz_Scan-Fahrzeugen_Deutschland_Argumentationspapier.pdf

    Wie sieht es mit Drittanzeigen aus? Da erledigen ja sogar Leute freiwillig gratis den aufwändigsten Teil der Artbeit und die Stadt müsste nur kassieren.

    Drittanzeigen, das würde bedeuten, dass Privatleute aktiv werden. Wollte man das effektiv machen, dann müsste man dazu einen Verein gründen, zum Beispiel einen Fußweg-Pflegeverein.

    Der könnte dann auf Fußweg-Schlaglöcher hinweisen, Müllsammelaktionen durchführen usw. und eben auch die Stadt auf Falschparker hinweisen. Mit gerichtsfesten Fotos, Zeitangaben, Zeugenangaben.

    Trotzdem wäre es Sache der Stadt, diese Hinweise für Ordnungswidrigkeitenanzeigen zu nutzen oder eben nicht. Auskunftspflichtig ist die Stadt nicht, ob sie den Hinweisen nachgeht.

    Durch eine koordinierte Vereinstätigkeit könnte man allerdings möglicherweise einen Überblick gewinnen, ob die Stadt den Hinweisen nachgeht oder nicht.

    Anzeigen von Parkverstößen | Stadt Hannover

    Das ist der Link zur Parkverstoß-Online-Anzeige der Stadt Hannover. Ein irreführender Begriff. Denn wer den Erläuterungstext liest, der weiß, dass das Formular nur dazu dient, einen Hinweis zu geben.

    Zitat: "Eine Anzeige, die Sie über dieses Formular einreichen, stellt eine Anregung dar. Anregung heißt, dass die Behörde den Sachverhalt nach dem allgemeinen Untersuchungsgrundsatz ermittelt und darüber entscheidet, ob und wie sie den gemeldeten Verstoß verfolgt."

    https://www.unser-bogenhausen.de/2025/04/gehweg…uer-autofahrer/


    Auch im CSU-Stadtteilblatt das große Geflenne...

    Das streetview-Bild aus der Pixisstraße zeigt anders als das Fahrbahnfoto in dem Zeitungsbericht, wie eng es auf dem Gehweg ist. Es zeigt aber auch: Es gibt ein Flächen-Potenzial zwischen Grundstückgrenze und Hauswand.

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    Wie wär's damit: Jeder Hauseigentümer, der behördliche Maßnahmen kritisiert, die zu freien Gehwegen führen, wird entschädigungslos enteignet, seine Grundstücksfläche wird zum neuen Gehweg gemacht und dann kann er den alten zuparken gegen eine drastische Parkgebühr, mit der die Umbauarbeiten finanziert werden und die Ersatzbepflanzungen durch die wegfallenden Vorgärten.

    Ach nein, wir leben ja in einer Demokratie. Bloß dass manche das dahingehend missverstehen, es sei erlaubt seinen stinkenden und lärmenden Blechhaufen anderen Leuten in den Weg zu stellen.

    Gibt es bald dieses Verkehrsschild?

    Mehr dazu bei den Bibern:

    Ullie
    8. April 2025 um 10:29

    ok, ein Denkmal deutet ja stark darauf hin, das der Biber in eurer Region bald wieder ausgestorben sein soll.

    Allerdings gibt es besorgte Bürger, die dem vorbeugen und dafür Sorge tragen, dass die Biber keine Verkehrsunfallopfer werden:

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    Alte Dorfstraße bei Wilkenburg, hier die Gegenrichtung:

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    Oder sollen die Schilder Autofahrer*innen darauf aufmerksam machen, dass mit umstürzenden Bäumen zu rechnen ist?:/

    Auf den verlinkten streetview-Aufnahmen gibt es die Schilder noch nicht.