Woche 44 vom 26. Oktober bis 1. November 2026

  • „Arbeite wie eine Frau!“ 😈

    In der Tabelle fehlt eine Aufgliederung nach Branchen, um beurteilen zu können, ob der Appell, wie eine Frau zu arbeiten, weil diese umsichtiger und weniger risikobereit arbeiten und deshalb seltener tödlich verunglücken, Sinn macht.

    Im Baugewerbe und der Forstwirtschaft beispielsweise arbeiten überwiegend Männer. Zugleich sind es Branchen, bei denen die Gefahr tödlicher Unfälle größer ist als in vielen anderen Branchen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ein rein weiblich besetztes Arbeitsteam in der Forstwirtschaft umsichtiger und weniger risikobereit ans Werk geht als ein rein männlich besetztes Arbeitsteam.

  • In dem Artikel steht, dass der Unfall von einem Autofahrer verursacht wurde, der einen Bus (Linienbus?) überholt hat. Auf der Strecke gibt es Linienbusverkehr! Grundsätzlich sollte auf Landstraßen ein Tempolimit von 60 km/h gelten. Das ist die Höchstgeschwindigkleit für Linienbusse, wenn darin Passagiere auf Stehplätzen transportiert werden. Tempo 60 ist auch das Tempolimit für schwere LKW auf Landstraßen.

    Überholvorgänge bergen stets ein gewisses Unfallrisiko, dass vermindert werden kann, wenn es keinen Anreiz gibt, einen Überholvorgang zu starten!

    (Wo wir gerade parallel die Kampagne "Fahr wie eine Frau" diskutieren. Laut dem von Autogenix verlinkten Artikel war es ein Autofahrer [männlich], der den riskanten Überholvorgang mit tödlichem Ausgang machte.)?(

    5 Mal editiert, zuletzt von Ullie (3. November 2026 um 09:24) aus folgendem Grund: Rechtschreibung Ergänzung Autofahrer, männlich

  • Aber Dänemark, das ist doch immer der Europa-König bei den Verkehrstoten, und außerdem fahren in Kopenhagen sowieso alle nur Fahrrad und so. Das hat doch sicher das Geschlechterverhältnis angeglichen, oder? ODER??

    Muss Dänemark wohl nachholen und ähnlich wie in Frankreich eine Kampagne starten:

    "CONDUISEZ COMME UNE FEMME"

    "FAHR WIE EINE FRAU"

    "KØR SOM EN KVINDE"

    Weder in Frankreich noch in Deutschland oder Dänemark wird jedoch eine solche Kampagne umgehend einen durchschlagenden Erfolg erzielen. Aber wie heißt es so schön: "Steter Tropfen höhlt den Stein."

  • In der Tabelle fehlt eine Aufgliederung nach Branchen, um beurteilen zu können, ob der Appell, wie eine Frau zu arbeiten, weil diese umsichtiger und weniger risikobereit arbeiten und deshalb seltener tödlich verunglücken, Sinn macht.

    Beim Straßenverkehr hat auch keiner Skrupel, von einer Gleichverteilung der Exposition für beide Geschlechter auszugehen.

    Weder in Frankreich noch in Deutschland oder Dänemark wird jedoch eine solche Kampagne umgehend einen durchschlagenden Erfolg erzielen. Aber wie heißt es so schön: "Steter Tropfen höhlt den Stein."

    Die Geschlechter-Schere wird sich nie schließen. Hase und Igel. "Ik bin al do!" wird die Frau rufen. Egal, wie brav der Mann bei mehr Kontrolldruck und mehr Erziehung wird, die Frauen werden sich mühelos mitbessern.

  • Beim Straßenverkehr hat auch keiner Skrupel, von einer Gleichverteilung der Exposition für beide Geschlechter auszugehen.

    Wie meinst du das? Vielleicht so: "Die Männer können ja nichts dafür?"

    Männer sind beim Autofahren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an gefährlichen und tödlichen Unfällen beteiligt als Frauen. Warum?

    Bei der Kampagne "Fahr wie eine Frau" geht es darum, darauf aufmerksam zu machen, dass Männer mit einer gefährlich hohen Risikobereitschaft Auto fahren, so dass es häufiger zu tödlichen Unfällen kommt.

    Das fängt doch schon mit der Wahl des Autos an. "Vier von fünf Pkws in der motorstärksten und umweltschädlichsten Klasse ab 2.000 Kubikzentimeter Hubraum sind dem Flensburger Kraftfahrtbundesamt zufolge auf männliche Besitzer zugelassen. Bei Verkehrsunfällen mit dramatischen Folgen steigt die Beteiligung von Männern überproportional. Gibt es schwerverletzte Opfer, sind Männer zu 65 Prozent hauptverantwortlich. Werden Menschen getötet, wächst ihr Anteil unter den Verursachern auf 78 Prozent. Zu ähnlich klaren Ergebnissen kommen auch Autoversicherer." aus: Aggressive Männer im Straßenverkehr - Männer sind ein Risiko, taz vom 28.10.2025 https://taz.de/Autowahnsinn-in-Deutschland/%216122413/

  • wenn mehr Männer unterwegs sind (absolut) und das über mehr Kilometer (also auch Zeit), dann ist einfach die Wahrscheinlichkeit, von einem "aggressiven Mann" mit-verunfallt zu werden, als Mann höher als für eine Frau. :/

  • Wie meinst du das? Vielleicht so: "Die Männer können ja nichts dafür?"

    Exakt. Mann zu sein ist für das Unfallrisiko so wie permanent mit 0,2 Promille Alkohol unterwegs zu sein. Du kannst dir zwar den Umstand, dass du gerade einen sitzen hast, bewusst machen und versuchen, dich zusammenzureißen, aber die Promille-Kohorte wird dennoch statistisch (!) nie so gut abschneiden können, wie eine Kohorte nüchterner Probanden.

    Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch zahllose weitere Risikofaktoren, worunter allerdings auch wieder einige fallen, die Folge einer biologisch unterschiedlichen Risikowahrnehmung und Risikobereitschaft sind. Wenn Frauen sich gegen den Beruf des Lastwagenfahrers entscheiden, liegt das ganz sicher nicht daran, dass ihnen in ihrer Kindheit irgendjemand beigebracht hätte, dass sich sowas für ein Mädchen nicht geziemen würde. Die Folge ist, dass Frauen, was LKW-Unfälle anbetrifft, eine quasi weiße Weste aufweisen.

    Bei der Kampagne "Fahr wie eine Frau" geht es darum, darauf aufmerksam zu machen, dass Männer mit einer gefährlich hohen Risikobereitschaft Auto fahren, so dass es häufiger zu tödlichen Unfällen kommt. [weiterer Unsinn zum Thema "Männer morden mit Motoren" weggeschnitten]

    Die Genderschere hat *nichts* mit typisch männlicher "PS-Protzerei" zu tun. Beweis: die heftige Genderschere existiert auch beim unmotorisierten Verkehrsmittel Fahrrad. Sie ist unabhängig von möglichen geschlechterabhängigen Confoundern wie Ortslage, Radwegenutzung, Sport/Alltag, Unfallschuld oder Unfallhergang*.

    *) die einzigen starken Abweichungen vom ansonsten gegebenen 3:1-Verhältnis finden sich bei Alleinstürzen (zu 85-90% Männer) und beim LKW-Rechtsabbieger-Konflikt (leicht über 50% Frauen).