Woche 22 vom 30. Mai bis zum 5. Juni 2022

  • Aber mit der Geschwindigkeitsdifferenz. Mit einem MoFa ist es nichts anderes. Andere langsame Fahrzeuge sind in der Regel deutlich größer als Radfahrer.


    Und es gibt einen weiteren Unterschied: Wer vor einer Kuppe oder Kurve einen Radfahrer überholt und dann plötzlich Gegenverkehr kommt, ist selbst wenig gefährdet, wenn er beim Wiedereinscheren den Radfahrer abräumt. Das ist bei einem schweren landwirtschaftlichen Fahrzeug anders. Aus dem selben Grund achten die meisten Autofahrer beim Einbiegen auf den Fahrzeugverkehr auf der Fahrbahn, aber nicht auf einen davor gequerten "Radweg".

  • Aus dem selben Grund achten die meisten Autofahrer beim Einbiegen auf den Fahrzeugverkehr auf der Fahrbahn, aber nicht auf einen davor gequerten "Radweg".

    glaubst du echt, dass das anders aussähe, wenn wir es statt "Radweg" einfach "landwirtschaftlichen Weg" nennen und Mähdrescher drauf fahren lassen?

    Die Bus- und Bahnunfälle zeigen in meiner Interpretation eher, dass dahin geschaut wird, wo man überhaupt Verkehr erwartet: Fahrbahn.

  • Aber mit der Geschwindigkeitsdifferenz. Mit einem MoFa ist es nichts anderes. Andere langsame Fahrzeuge sind in der Regel deutlich größer als Radfahrer.

    Deutlich größere Fahrzeuge sind dafür auch deutlich leichter zu treffen, wenn sie erstmal im Weg sind. :evil: Das gilt auch und gerade außerorts für Konflikte mit dem Gegenverkehr, die ihre Wurzel ja beim gleichen Fehlverhalten haben wie Überholkonflikte in gleicher Richtung. Und innerorts ist die Sache mit dem Übersehen mangels Tempo dann ohnehin komplett irrelevant, und trotzdem gibt es da reichlich benutzungspflichtige Radwege.


    Die Silhouette von Mofa- und Kleinkraftradfahrern ist zudem nicht wirklich signifikant auffälliger als die eines Fahrrades.

  • Die Bus- und Bahnunfälle zeigen in meiner Interpretation eher, dass dahin geschaut wird, wo man überhaupt Verkehr erwartet: Fahrbahn.

    Ich glaube, dass sorgfältiger geschaut wird, wenn Verkehr erwartet wird, der einem selbst wehtun kann. Wenn beim Kreuzen eines landwirtschaftlichen Weges nicht mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen gerechnet wird, ist es aber das Selbe.


    Unfälle an Bahnübergängen passieren, weil die Leute glauben, dass gerade kein Zug kommt, wenn sie den Übergang queren, oder weil sie glauben, dass sie noch vorher rüberkommen. Ich behaupte nicht, dass solche Annahmen immer rational sind und damit will ich auch keinesfalls sagen, dass alle Unfälle darin ihre Ursache haben.

    Die Silhouette von Mofa- und Kleinkraftradfahrern ist zudem nicht wirklich signifikant auffälliger als die eines Fahrrades.

    Daher sagte ich ja auch, dass das Problem das Selbe ist. Nur ist die Geschwindigkeitsdifferenz kleiner, je schneller das Kleinkraftrad fährt. Im Übrigen geht es hier nicht darum, dass ich benutzungspflichtige Radwege rechtfertigen möchte, sondern um deine Aussage, die VwV-StVO wäre zutiefst fahrradfeindlich.


    Ist sie nicht, sondern Menschen, die sie falsch auslegen, sind fahrradfeindlich. Ich schätze, 95% aller benutzungspflichtigen "Radwege" dürften nicht benutzungspflichtig sein, wenn sich die Behörden an die Vorgaben halten würden. Dann reden wir am Ende über 5% der "Radwege", auf denen eine Benutzungspflicht rechtlich zulässig wäre, weil alle (!) Voraussetzungen erfüllt sind und ich behaupte, dass auf diesen Wegen 99% der Radfahrer auch ohne Benutzungspflicht freiwillig fahren würden.

  • Daher sagte ich ja auch, dass das Problem das Selbe ist. Nur ist die Geschwindigkeitsdifferenz kleiner, je schneller das Kleinkraftrad fährt.

    Das Problem ist -rational bedacht- gleich groß, da die Gruppe der Radfahrer in sich so inhomogene Geschwindigkeiten fährt, dass dort für Mofa- und Kleinkraftradfahrer allemal Platz ist. Zum Thema "Längsverkehrsrisiko durch geringe Geschwindigkeitsdifferenzen" empfehle ich zudem das Studium einer der zahllosen Diskussionen im Netz über Sinn und Unsinn der 45er-Begrenzung. :evil:


    Irrational betrachtet (und da sind wir wieder bei Fahrradfeindlichkeit) ist das Problem mit Mofas und Kleinkrafträdern deswegen kleiner, weil sie viel seltener sind (und daher 1 einzelner Vertreter der Gruppe "wenige Mofafahrer" irrationalerweise nicht so nervt und zu gefährlichen Kurzschlusshandlungen provoziert wie 1 einzelner Vertreter der Gruppe "viele Radfahrer"). Seit wann aber hängt die Frage. ob Diskriminierung akzeptabel ist, davon ab, ob die diskriminierte Gruppe viele oder wenige Vertreter stellt?

  • Daher sagte ich ja auch, dass das Problem das Selbe ist.

    Das Problem ist -rational bedacht- gleich groß

    Worüber diskutieren wir hier eigentlich? :)

    Nur ist die Geschwindigkeitsdifferenz kleiner, je schneller das Kleinkraftrad fährt.

    Diese Aussage dürfte mathematisch nicht anfechtbar sein. Ich ergänze: Das gilt nicht nur für Kleinkrafträder, sondern die Geschwindigkeitsdifferenz zum Autoverkehr ist natürlich auch geringer, wenn ein Radfahrer schneller fährt. Ich unterstelle dennoch, dass Kleinkrafträder im Durchschnitt schneller sind als der Durchschnitt der Radfahrer. Bei schnellen Radfahrern wird dann vielleicht eher deren Geschwindigkeit und damit der Überholweg unterschätzt.


    Bei meiner Aussage bezog ich mich übrigens auch vor allem auf Situationen außerorts, wenn Autos mit 100 km/h oder schneller vor unübersichtlichen Stellen überholen. Bei den üblichen Geschwindigkeiten innerhalb geschlossener Ortschaften sehe ich das Problem nicht.