Fahrradmitnahme im BTE AutoReiseZug

  • Der BahnTouristikExpress fährt an einigen ausgewählten Verkehrstagen als Autoreisezug zwischen Hamburg-Altona und Lörrach: https://bahntouristikexpress.de/autoreisezug-de.html


    Die Fahrradmitnahme auf den Autotransportwagen ist mir schon mehrfach aufgefallen, nun habe ich endlich mal ein Foto davon schießen können:




    Ich weiß nicht — mein Fall wär’s nicht, weil ich befürchtete, dass mein Bike trotz der Niederzurrung im Laufe der Fahrt umkippt, aber andererseits ist es dort wenigstens vor dem Zugriff ungeschickter Fahrgäste geschützt. Dass jemand während der Fahrt bei einem kurzen Stop vor dem roten Signal das Fahrrad klaut halte ich für unwahrscheinlich.


    Allerdings kennen die BTE-Beförderungsbedingungen den Begriff Fahrrad nur im Zusammenhang mit Heck- oder Dachfahrradträgern, will sagen, die Verladung von Fahrrädern geschieht wohl irgendwie unter dem Radar. Wenn’s schief geht und das Rad während der Fahrt umkippt oder gar den Transportwagen verlässt, wird man wohl erstmal auf dem Schaden sitzen bleiben. Eine Haftung ist in Punkt 13 nur für Kraftfahrzeuge vorgesehen.

  • Umkippen geht nicht, da getrennte Schlingen von links und rechts am Rad fest sind. Bestenfalls müssten die Räder nach einer Seite wegrutschen, was wegen der Reibpartner und dem Niederzurren unwahrscheinlich ist.

    Und die Haftung kann die Bahn kaum wirksam ausschließen, wenn man deren Mitarbeiter das Rad vor Fahrtantritt übergibt und nach Fahrtende von denen wieder entgegennimmt. Im Zweifelsfall fragt man an offizieller Stelle nach.

  • Um Missverständnisse zu vermeiden: Zwar darf dieser Zug auch von Nicht-Auto/Motorradfahrern benutzt werden (siehe Flixtrain Hamburg-Freiburg/Lörrach), aber die Fahrräder dürfen - wie einst auf den Autozügen der DB - nur von Autofahren mitgebracht werden. Da sie nicht auf dem Dach bleiben können und auch nicht auf irgendwelchen Paulchen-Trägern, müssen sie woanders hin. Wenn sie nicht ins Auto passen (gab's auch schon: alle Insassen raus aus dem Kombi, rein mit dem Rad), dann werden sie verzurrt. Zu DB-Zeiten wurden sie dazu flach auf den Boden gelegt, BTE macht es anders.


    Es ist schon vorgekommen, dass bei einem Stopp des Zuges in einem Bahnhof jemand auf die Ladefläche geklettert ist. Aber erstens betraf das eine Harley, zweitens war es eine Spanierin, drittens war sie danach um 25 Euro ärmer und viertens hatte sie für das Geld auch einen kurzen Vortrag über 15.000 Volt und Faraday'sche Käfige bekommen.

  • Zwar darf dieser Zug auch von Nicht-Auto/Motorradfahrern benutzt werden (siehe Flixtrain Hamburg-Freiburg/Lörrach), aber die Fahrräder dürfen - wie einst auf den Autozügen der DB - nur von Autofahren mitgebracht werden. Da sie nicht auf dem Dach bleiben können und auch nicht auf irgendwelchen Paulchen-Trägern, müssen sie woanders hin.

    Ein Bediensteter an der Verladerampe meinte, man könne auch so sein Fahrrad mitnehmen :/ Aber gut, ob der nun über die Modalitäten beim BTE bescheid weiß, beziehungsweise ob er meine Frage tatsächlich so verstanden hat wie ich sie gemeint habe, ist ja wiederum die andere Frage. Auf die Idee, dass das Räder sind, die nicht auf dem Autodach transportiert werden können, bin ich allerdings noch gar nicht gekommen.

  • So locker werden die da nur hingestellt, wenn die Fahrzeugtransportwagen nicht sehr voll sind. Dann stehen da auch schon mal 20 Motorräder in einer Reihe hintereinander statt - wie sonst - immer zwei auf gleicher Höhe.

    In den Wagen für die Fahrgäste können die Fahrräder aus zwei Gründen nicht untergebracht werden:

    1) Es gibt dort keine Laderäume für Fahrräder oder anderes Sperrgepäck (DAS wäre Platzverschwendung in einem Schlaf- und Liegewagenzug, in den viele nur ein Kosmetikköfferchen und eine Tasche ins Abteil mitnehmen).

    2) Altona ist die große Ausnahme unter den Verladestationen insofern, als hier die Autos am Personenbahnsteig eingeladen werden und es sehr einfach ist, Dinge zwischen Auto und Abteil hin- und herzuschieben. Anderswo ist bzw. war die Verladung räumlich getrennt: in Avignon und Narbonne wurden Shuttlebusse eingesetzt, weil Autoverladung und Personenbahnhof teilweise mehrere Kilometer auseinanderlagen. Auch in München oder Hildesheim wäre es nicht möglich gewesen, sein Fahrrad in den Liegewagen zu packen, bevor man das Auto verlädt.

  • Bei der CityNightLine gab’s das aber, oder? Hattest du nicht mal ein Foto aus dem Fahrradwagen gezeigt?

    Ja, das waren »Halbgepäckliegewagen« in normalen Nachtzügen.

    Zu unterscheiden sind:

    a) Autoreisezüge, die ausschließlich Leute mit Auto oder Motorrad mitnehmen

    b) Autoreisezüge, bei denen ein paar Abteile auch für »Fußgänger« freigegeben sind (jetzt: BTE, früher: einzelne Verbindungen bei DB-Autozügen, z. B. Altona - Avignon - Narbonne)

    c) Nachtzüge mit Autobeförderung (bei den ÖBB recht häufig, z. B. Wien-Vorarlberg, aber auch Wien-Hamburg)

    d) Nachtzüge ohne Autobeförderung (der Normalfall und derzeit z. B. Hamburg-Zürich)

    e) ICEs und ICs, die nachts fahren und von der DB in einem Anfall von ... [sag' ich lieber nicht] als »Nachtzüge« bezeichnet werden


    Fahrradmitnahme für »Fußgänger« möglich?

    a) und b) definitiv nein

    c), d) und e) je nach Verfügbarkeit - z. B. hat der Zug Hamburg/Berlin-Zürich, der ab Hildesheim gemeinsam nach Süden fährt, im Hamburger Teil ein paar Fahrradstellplätze, nicht jedoch im Berliner Teil. Berliner Radler fahren daher mit dem IRE nach Hamburg oder mit einem IC nach Hannover und steigen dort um.

  • Ja, das waren »Halbgepäckliegewagen« in normalen Nachtzügen.

    Wenn ich das richtig sehe, werden diese Autozüge ja an den Endbahnhöfen „auseinandergenommen“, also auch in Altona halten die Personenwagen an einem anderen Bahnsteig als die Autotransportwagen. Da man dann ja nicht darauf angewiesen ist, dass der Zug als ganzes an den Bahnsteig passt, könnte man doch in der Theorie auch noch sowas wie Bpmmdz285 anhängen?:/

    e) ICEs und ICs, die nachts fahren und von der DB in einem Anfall von ... [sag' ich lieber nicht] als »Nachtzüge« bezeichnet werden

    Dazu muss ich bei Gelegenheit auch mal einen Thread aufmachen. Was die Bahn da als Nachtzug bezeichnet ist eigentlich eine Frechheit, weil der Begriff irgendwas bequemes zum Dösen suggeriert. Stattdessen trifft der Fahrgast dort auf das allerletzte Rollmaterial und kann versuchen, in der Ecke mit Dutzenden weiteren Fahrgästen im unklimatisierten IRE-Bimdz-Rumpelwagen Schlaf zu finden.

  • Wenn ich das richtig sehe, werden diese Autozüge ja an den Endbahnhöfen „auseinandergenommen“, also auch in Altona halten die Personenwagen an einem anderen Bahnsteig als die Autotransportwagen. Da man dann ja nicht darauf angewiesen ist, dass der Zug als ganzes an den Bahnsteig passt, könnte man doch in der Theorie auch noch sowas wie Bpmmdz285 anhängen?:/

    Im Normalfall hängen die Fahrzeugtransportwagen hinter den Schlaf- und Liegewagen. Das ermöglicht, wie in Altona zu sehen, am Abgangsbahnhof das bequeme Rauffahren auf die Fahrzeugtransportwagen, während weiter vorne die Mitreisenden es sich schon im Bett oder dem Restaurant gemütlich machen können. Wenn man dann aber am Endbahnhof vorwärts wieder herunterfahren will, muss man den Zug teilen und die Fahrzeugtransportwagen ans Nebengleis rangieren. Dann können die Gäste im Idealfall einmal quer über den Bahnsteig die sechs Meter zum Auto laufen.

    Die Züge haben aber eine Maximallänge auch für unterwegs, denn wenn sie mal an einem Bahnhof zum Halten kommen, dann soll der letzte Wagen nicht auf einer Weiche stehen und den Rest des Bahnhofs blockieren. Züge mit Überlänge sind immer eine Herausforderung.

  • Malte

    Hat den Titel des Themas von „Fahrradmitnahme im BTW AutoReiseZug“ zu „Fahrradmitnahme im BTE AutoReiseZug“ geändert.