Beiträge von TheK

    Nah dran – "das war bestimmt ein irrer Raser, aber so einer bin ich ja nicht", verbunden mit dem Geschrei nach härteren Strafen (die dann eine vernachlässigbar kleine Minderheit treffen). Nur, der "irre Raser" sind wir alle. Denn jeder einzelne von uns – egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger – hält die Verkehrsregeln nur so weit ein, wie man es selbst für sicher hält. Und der hier war offenbar der Meinung, dass es sicher wäre, da viel schneller als erlaubt lang zu fahren – so, wie es auf mehrspurigen Straßen jede Nacht tausende Leute tun.

    Es gilt halt auch hier: Das Design setzt das Tempolimit, nicht die StVO. Und eine leere mehrspurige Straße ist da ein extremer Kontrast zwischen Regeln und Design.

    Mal von der rekordverdächtigen Radweg-Breite abgesehen, ist die Vorfahrt da aber "im Zweifel darf keiner"… Stoppschild rechts davor, links dahinter. Die beiden VZ 205 gucken nach irgendwo (gerade das am Schotterweg kann man kaum diesem zuordnen…)

    Da man auch das VZ 240 wiederholt, wird das ganze wohl als echte Straße angesehen – fehlen allerdings Furtmarkierungen und der [Zusazzeichen 1000-32]

    So sieht sowas übrigens hier aus (das ist eine Anliegerstraße!):

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    …aber das mehr an Radverkehr im Norden liegt bestimmt nur am flachen Land…

    Klassisches Zickzack aus Tespe nach Hittfeld – allerdings nicht ganz so schlimm, wie dargestellt:

    Von Tespe nach Bergedorf fährt teilweise alle halbe Stunde die 4400. Dann mit der X30 (Takt 20-30 min) weiter nach Harburg und von da die stündliche 4148. Rückwärts geht das mit letzter Abfahrt 20:31; jeweils mit einer Gesamt-Fahrzeit von rund 2h. Komischer Weise tun sich aber sowohl die HVV-Seite wie auch Google Maps sau schwer damit, das anzuzeigen, sondern bauen irgendwelche "Lösungen" mit 7 Mal umsteigen, die am Ende 2 Minuten sparen.

    Und wenn er morgens um 10 da sein will, klappt sogar mal das Umsteigen in die 4405 nach Winsen und dann RE3 bis Harburg – das ist dann etwas schneller: Ab 7:45 (Tespe Schule), an Hittfeld, Kirche 9:27. Allerdings gibt es in Tespe auch Haltestellen, die nur vom Schulbus 5405 bedient werden – wenn man natürlich unbedingt die nehmen will, wird's übel.

    Selbst das schnellste Ergebnis ist allerdings noch langsamer als mit dem Fahrrad – vor allem, weil das (gerade in der Elbmarsch mit ihren wenigen Straßen) quasi schnurgeradeaus fährt.

    Kreuzung umgebaut und danach gemerkt, dass für einen Radweg ja Bäume im Weg stehen? Aber selbst dann könnte man immer noch eine Fahrradweiche bis zu der Auffahrt machen…

    Immerhin steht in der URL neben der Einbeziehung einer neuen Fahrzeuggattung ("E-Bike") ja schon der Hauptgrund: "und schlechte Infrastruktur".

    Was aber auch stark missverständlich ist. Der Kern ist eher, dass der Radverkehr dank e-Bikes jetzt auch da Radverkehr stattfindet, wo man Fahrräder bisher nur als Kinderspielzeug und Touristen kannte und entsprechend weder irgendwelche Infrastruktur noch daran gewohnte Autofahrer hat. In den größeren Städten hat man dagegen zunehmend das Gegenteil: Die Autofahrer fragen sich nicht mehr "kommt da einer?" sondern "wann kommt eine Lücke?".

    "Höchster Wert seit mehr als 15 Jahren"? Was haben die für 2018-20 für Zahlen? Ich komme für alle drei Jahre auf Werte um oder über 500.

    Und dass die Zunahme seit 2020 wirklich NUR noch außerorts ist, während es innerorts deutlich weniger sind, kommt leider gar nicht durch – vor allem, weil man genau an der entscheidenden Stelle alle Unfälle und tödliche durcheinander wirft.

    Na, ob da viel mehr bei raus kommt als "Radfahren ist Suizid auf Raten"?

    Ob da drin steht, dass das "deutlich mehr" noch nichtmal den Rückgang des Vorjahres ausgleicht? Dass inzwischen mehr tödliche Unfälle außerorts als innerorts passieren? Und vor alle, dass all dem ein gigantisch ansteigender Radverkehrsanteil (eben auch außerorts) gegenüber steht?

    Oder detaillierter, dass Ü-Unfälle genau da passieren, wo alle glauben, sie wären alleine auf der Straße? Dass RA-Unfälle sich seit Einführung der Schrittgeschwindigkeit beim Rechtsabbiegen halbiert haben (und vermutlich noch viel mehr hätten, wenn die Polizei dies kontrollieren und nicht noch den Radfahrern die Schuld geben würde)?

    Im Prinzip geht [Zeichen 245] nur, wenn da massenweise (>20/h Peak) Busse im Stau stehen und den Platz niemand sonst gebrauchen kann. Es muss sogar erst geprüft werden, ob der Verkehr insgesamt flüssiger werden kann. Du kannst also nicht sagen "der Autoverkehr braucht die Spur nicht, also mach ich eine Busspur draus", sondern im Gegenteil: Die privaten Autofahrer haben dann ein Recht die Spur zu benutzen, weil sie ja dann auch schneller sind…

    Für einen [Zeichen 237] gilt dagegen dieses Gekasper nicht, denn einen Radfahrstreifen kann man ja bei 50 überall bauen und eben auch auf Kosten des Autoverkehrs – und der ist dann halt etwas breiter, damit die Busse ihn auch benutzen dürfen.

    Und der Radfahrstreifen ist ebenfalls ausgeschildert, kurioserweise mit [Zeichen 241-30], obwohl doch der Fußweg Hochbord ist und der Radfahrstreifen auf der Fahrbahn, also eigentlich ein eigenes Schild bräuchte[Zeichen 237].

    Das sieht irgendwie aus, als ob das früher mal Hochbord war (man beachte die Reste einer Tennlinie, die da noch sind); weiter rechts ist es ja sogar so. Und warum baut man einen ewig breiten Gehweg, aber kein Dooring-Puffer?

    Einfach nur eine Linie kann tatsächlich beides sein – durchgehende Rotfärbung wäre auch noch eine Idee, scheint aber in Kiel generell nicht üblich (man orientiert sich halt lieber an Kopenhagen als an so ziemlich allen anderen Städten im 500 km-Radius…)

    Es gibt wohl selbst auf Baumarktlevel heutzutage keine Fahrradbeleuchtung mehr, die andere Verkehrsteilnehmer übersehen könnten. Die Frage heute ist einzig: "wie grell will ich selber die Fahrbahn vor mir angestrahlt haben?".

    An "gesehen werden" hatte ich jetzt gar nicht mehr gedacht – aber stimmt; bei den Glühlampen-Funzeln früher war ja nichtmal das gewährleistet. Nur ein Scheinwerfer ist halt dafür da, dass man die Fahrbahn sehen kann und dafür müssen bei 25 km/h eben auch mehr als 2 Meter vor dem Rad ausgeleuchtet sein – trotzdem scheinen selbst Marken-Ebikes oft mit "das billigste muss reichen" ausgestattet.

    Vor allem sollte man eine Mindest-Helligkeit festschreiben – und nicht diese 35 Lux-Funzeln, die oft ab Werk dran sind. Standlicht hinten muss man dagegen wohl nicht vorschreiben; das klappt von alleine.

    Und bitte den seitlichen Reflektor als Felgenring als Normalfall (vor allem auch für Kinderräder, wo die Speichenreflektoren dauernd die Fliege machen). Im Grunde kann man die so sogar für Rennräder vorschreiben.