Mein Alltagsrad ist jetzt 18 Jahre alt, hat damals 1.100,- EUR gekostet. Damit komme ich auf einen Wertverlust von 61,- EUR / Jahr, wenn ich das Fahrrad als komplett abgeschrieben ansehe.
Seitdem ich durch das regelmäßige Fahren etwas kräftiger in die Pedale trete, ist ca. alle zwei Jahre für 150,- EUR ein neuer Antriebsstrang fällig, vor zwei Jahren wurden zum ersten Mal komplett die Bowdenzüge erneuert. Einmal im Jahr gibt es einen Satz neuer Bremsbeläge (35,- EUR) und die Reifen fahre ich schon länger als 5 Jahre, aber die könnten demnächst mal ersetzt werden. Vor drei Jahren habe ich mir für den Winter Spikereifen gekauft, die ich sicherlich auch noch im kommenden Winter fahren kann, bevor ich runtergefahrene Spikes austausche oder die Reifen komplett erneuere.
Von der Erneuerung der Verschleißteile abgesehen, waren bei diesem Rad noch nie Reparaturen fällig, da hatte ich sicherlich auch Glück. Selbst wenn ich alle 5 Jahre die Anschaffung von Zubehör wie einer Lenkertasche oder Satteltaschen mit einrechne und annehme, dass morgen das Licht ersetzt werden müsste, komme ich tatsächlich nur auf 5,3 Ct/km bei 4000km, die ich mit diesem Rad normalerweise im Jahr fahre.
Jetzt könnte man vielleicht noch einrechnen, dass ich mehr esse oder dass sich die Hosen schneller durchscheuern oder T-Shirts häufiger gewaschen werden müssen...
Das Rennrad sehe ich als Hobby und nicht als Verkehrsmittel, so dass sich der Kostenvergleich mit dem Auto eigentlich nicht stellt. In den letzten beiden Monaten bin ich damit ca. 2000km gefahren (wegen Corona-bedingter fehlender Alternativen so viel wie sonst im ganzen Jahr), im Winter fahre ich damit eher gar nicht. Die einzigen Wartungskosten sind bislang für Kettenöl, Flickzeug und neue Schläuche angefallen, insgesamt keine 100,- EUR seit der Anschaffung vor drei Jahren.
Unter Annahme eines Wertverlustes von 500,- EUR in den letzten drei Jahren und wenn ich davon ausgehe, dass ich auch bei diesem Rad im kommenden Jahr den Antriebsstrang erneuere (was sich wegen sorgsamerer Pflege und der Tatsache, dass das Rad vor allem bei schönem Wetter gefahren wird, derzeit eher nicht abzeichnet), wenn ich mir noch in diesem Jahr neue Reifen kaufe und jährlich Pflegemittel für 25,- EUR verbrauche, komme ich auf 11,5 Ct./km bei 2500 km/Jahr, wovon der größte Anteil auf den recht hoch angesetzten Wertverlust zurück zu führen ist. Ich gehe auch davon aus, dass dieses Rad nicht so lange halten wird wie mein Alltagsrad.
Das Brompton ist auf die gefahrenen Kilometer gerechnet sicherlich mein teuerstes Fahrrad. Außer der Anschaffung und etwas Kettenöl hat das aber bislang keine Kosten verursacht, sondern eher Geld und Nerven gespart, ein großes Fahrrad in der Bahn mitzunehmen.
Und dann ist da noch der Fahrradanhänger, der auch nur vergleichsweise wenige Kilometer fährt, weil er vor allem für Einkäufe beim nahen Supermarkt oder Getränkemarkt oder für die Fahrt zur Deponie eingesetzt wird. Da muss sich auch noch zeigen, wie lange der hält und wie häufig mal was kaputt geht. Auf der anderen Seite werde ich demnächst mein Auto abschaffen, das ich auch wegen dieses Anhängers nicht mehr brauche.