Aus den Planungsunterlagen geht hervor, dass das ein gemeinsamer Geh- und Radweg werden sollte. Halt so, wie man das zuletzt überall gemacht hat. Dann kam aber die Fahrrad-Nervensäge und hat interveniert und bereits vor dem Bau darauf hingewiesen, dass da wieder schlecht einsehbare Einmündungen mit sinnlosen und gefährlichen Verschwenkungen gebaut werden sollen, dass der Weg stadtauswärts auf halber Länger nicht die Mindestbreite aufweist und dass bei einer Verkehrsbelastung von 6500 Kfz/Tag doch sicherlich nicht jeweils ein Sechstel davon auf eine Stunde am Morgen und am späten Nachmittag verteilt sein dürfte und nach seiner Meinung dort keine besondere Gefahrenlage besteht.
Dann hat man alles so gebaut, wie es geplant war (inklusive der Radwegfurten, die ansonsten an vielen Kreuzungen in Stade fehlen), aber keine
aufgestellt. Und dann ist einem Anwohner aufgefallen, dass man dort auf dem geplanten "Radweg" gar nicht Fahrrad fahren darf. Weil die Stadt mit den Anwohnern der Schölischer Straße in der Vergangenheit bereits genug Streit hatte wegen der Straßenausbaubeiträge (das ging sogar überregional durch die Presse), hat man wohl lieber klein beigegeben, anstatt noch eine Regelung zu verteidigen, die die Stadt selbst ursprünglich gar nicht beabsichtigt hatte. Aufgrund der massiven Proteste in der Schölischer Straße wurden die Straßenausbaubeiträge in Stade gekippt. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was los gewesen wäre, wenn die Anwohner erfahren hätten, dass sie für einen Radweg gezahlt hätten, der am Ende gar kein Radweg ist.
Immerhin hat man zusätzlich zu ![Zeichen 239 [Zeichen 239]](https://radverkehrsforum.de/images/smilies/zeichen-239.png)
auch wieder die Piktogramme auf der Fahrbahn markiert, damit die Leute lernen, dass Radfahrer dort fahren dürfen. Ich bin mal gespannt, ob es auf den neuen Artikel im Wochenblatt Reaktionen gibt.
Hätte man dort weiterhin gar kein Schild hingestellt, hätte man meiner Meinung nach keinen Radfahrer dafür belangen können, auf diesem Weg ordnungswidrig zu fahren, solange er Rücksicht auf Fußgänger nimmt. Warum sollten schließlich an einem Gehweg Radwegfurten markiert werden? Und warum sollte der Gehweg am südlichen Ende, wo er deutlich schmaler ist und mit
explizit als Gehweg gekennzeichnet ist (und wo auch jetzt kein
hängt), grau gepflastert sein, während der restliche Weg rot gepflastert ist und damit genauso aussieht wie die benutzungspflichtigen gemeinsamen Geh- und Radwege? Warum sollte man an den schlecht einsehbaren Einmündungen die gefährlichen Verschwenkungen bauen, die man auch sonst von Stader Radwegen kennt, wenn man damit gar keine Radfahrer gefährden wollte?
Von der baulichen Gestaltung her wäre es jedenfalls erforderlich gewesen, mit einem
klarzustellen, dass Radfahrer dort nicht fahren dürfen, weil der durchschnittliche Radfahrer davon ausgehen musste, dass es sich um eine (auch) für den Radverkehr vorgesehene Verkehrsfläche handelt und damit um einen nicht benutzungspflichtigen kombinierten Geh- und Radweg.