Dass sich die Leute unwohl fühlen, wenn ihnen ein Kfz zu nahe kommt, ist auch nachvollziehbar. Aber dann sollte man das auch so sagen, dass der feste Mindestabstand vor allem dem Wohlbefinden und nicht der Sicherheit dient.
Die Frage ist, warum sie sich unwohler fühlen, wenn ihnen ein KFZ auf die Pelle rückt als wenn das ein anderer Radfahrer tut. Die Antwort lautet IMO "Weil ich das KFZ stärker behindere als einen Radfahrer, wenn ich darauf bestehe, dass es hinter mir bleibt." Es geht da also nicht um Unfallgefahren sondern um soziale Kooperation und um die Furcht vor dem Unwillen der Hinterherfahrer.
Gefährlich wird es, wenn während des Überholens der Abstand geringer wird und zu einem "Nullabstand" zu werden droht. Da hilft es, wenn der Abstand von vornherein größer ist, weil man dann mehr Zeit zum Reagieren hat. Mir ist das mal passiert, dass ich von einem LKW überholt wurde und der dann vor einer Verkehrsinsel nach rechts gezogen ist, obwohl ich noch neben ihm war. Durch scharfes Bremsen konnte ich hinter den LKW kommen. Wäre der von vornherein dichter dran gewesen, hätte es sehr brenzlig werden können.
Wenn der LKW von vorneherein weiter rechts gewesen wäre, dann hätte er vor der Engstelle nicht so scharf nach rechts ziehen müssen. Es wäre folglich in der Engstelle beim selben Abstand geblieben.
Im Prinzip ist es mit dem Seitenabstand doch ähnlich wie mit dem Längsabstand. Auch da könnte man argumentieren, dass der Abstand egal ist, solange er nicht negativ wird.
Ja, und das ist gänzlich unabhängig vom Antriebsprinzip, solange man nicht das Kurbelantrieb-bedingte Schwanken berücksichtigt. Von Seiten der Abstands-Neurotiker wird zB gerne angeführt, dass zu Fahrrädern mit Anhängern (Kinder!!!) ein besonders großer Abstand zu halten sei. Das ist vollkommen irrationaler Quatsch, weil Anhänger die etwaigen Kurbelei-Schwankungen der Zugmaschine gar nicht mitmachen, sondern eisern die Spur halten. Bei Rädern mit Anhänger tun es also erst recht die (vermeintlich geringeren) "ausreichenden" Abstände...
Aber das Risiko eines Auffahrunfalls erhöht sich, je geringer der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ist. So sehe ich es auch beim seitlichen Abstand. In bestimmten Situationen schafft Abstand mehr Zeit zum Reagieren und sorgt für mehr Fehlertoleranz.
Da sind wir wieder bei der Frage: "Und was hat das jetzt mit Pedalkurbelantrieb zu tun?": nichts.