Beiträge von Th(oma)s

    weil mehr Radwege gebaut werden.:whistling:

    Wenn Korrelation Kausalität bedeutet, dann hat dieser Radwegebau vor allem Alleinstürze begünstigt. Der Rückgang bei PKW-Gegnern beruht auf der Abnahme von Typ 2- (Abbiegen) und Typ 3-Unfällen (Kreuzen), beim einzig Radwege-relevanten Typ 6 (Längsverkehr, incl. Frontalkollisionen und Auffahrunfällen mit Fahrrad auf stehende PKW) hat sich hingegen kaum was getan.

    Das ist jetzt aber schon sehr aus der Perspektive eines schnellen Fahrradfahrers betrachtet.

    Du betrachtest das Radfahren wie alle Radwegefans (auch wenn sie vorgeben, selber Radfahrer zu sein) sehr einseitig aus der Perspektive des schnellen Autofahrers.

    Edit: Aktuelles Beispiel für diese Sichtweise:

    Radgesetz in Bayern: Warum die Niederbayern trotzdem Auto fahren
    Radlland Bayern? Drei Jahre gilt nun das Radgesetz, trotzdem meiden viele aus Angst das Rad. Und in Niederbayern steigt die Auto-Dichte. Warum eine Pendlerin…
    www.br.de

    Angst, Angst, Angst, Radwege, Angst, keine Radwege, Angst. Die vermeintlich stetig wachsende Gefahr kommt dabei nur von hinten, es gibt weder Alleinunfälle noch Vorfahrtfehler.

    Das verheerendste an solch plumper Pro-Radweg-Agitation: Autofahrer lesen mit und lernen nur zu gerne „tja, wir sind halt so, und deshalb brauche ich mich auch nicht dafür zu schämen, wenn ich wie alle anderen den doofen Bodenlurchen trotz aller nett gemeinten Verkehrsregeln auf die Pelle rücke. Sollnse halt Radwege bauen.“

    Da es um Bayern geht, die reale Entwicklung dazu: Unfälle mit KFZ sind entgegen der Meinungsmache im stetigen Sinkflug:

    Wer wettet jetzt?

    „Vorfahrt gewähren“ aus Gewohnheit mit Full Speed überfahren?

    Wie kommst du auf "Full Speed"? Der Unfall war am Ende der Abfahrt der Kraftfahrstraße, für "Full Speed" hätte der Autofahrer gleich geradeaus wieder auf die Auffahrt wollen gemusst. Nicht ganz unmöglich, aber jedenfalls extrem unplausibel. Nach rechts ist für KFZ gesperrt. Die einzige logische Fortsetzung der Fahrt wäre das Linksabbiegen gewesen, was man wiederum aus physikalischen Gründen nicht mit >30 schafft.

    Das ganze ohne etwas, das man „Radweg“ zu nennen übereinkam, aber genau das die Ursache ist.

    Die Fortsetzung des von links an die Abfahrt führenden Bürgersteiges ist heute mit einer rot eingefärbten Furt dekoriert, obwohl der Hochbordweg bis runter nach Unterkochen weder freigegeben noch benutzungspflichtig ist. K.A:, ob diese Pinselei eine Reaktion auf den Unfall ist, oder ob sie schon damals präsent war, und den Radfahrer erst in die Falle gelockt hat.

    „nahm bei Dunkelheit und Nebel einem Radfahrer die Vorfahrt“ lautet es im ersten Teil der zweiteiligen Serie.

    Das mit dem Nebel kann man heute schwer nachvollziehen, dunkel war es zumindest am genannten Tag und Uhrzeit auf jeden Fall noch.

    Übel irreführend ist die Schlagzeile der Schwäbischen Post. Der Unfall war keineswegs "auf der B19", die als Kraftfahrstraße ausgewiesen ist.

    Th(oma)s hat mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass auch auf Radwegen, weitab von jedem Autoverkehr tödliche Fahrradunfälle passieren. Na und? Das bedeutet noch lange nicht, dass Fahrradwege überflüssig oder grundsätzlich gefährlich sind.

    Es ist außerdem meines Erachtens fast komplett aussichtslos, Menschen dafür zu gewinnen, die Fahrbahn zu benutzen anstatt einen vorhandenen Fahrradweg, indem du auf mögliche Gefahrenquellen von Radwegen aufmerksam machst.

    Mein Anliegen ist zunächst die Botschaft, dass das Radfahren eine immanent sichere Tätigkeit ist. Radwege kommen darin nur insoweit vor, als ich dieses ständige irreführende und bangemachende "Aaaaah! Radfahren wegen Exposition gegenüber bösen Autos leeebensgefäääährlich!! Wir brauchen dringend mehr Radwege!"-Geheule der Verkehrswendeagitation für einen im Hinblick auf die angeblich damit beabsichtigte Vermehrung der Radfahrerzahlen grandiosen Knieschuss erachte.

    Denn im Fußverkehr gibt es laut Statistik keinen einzigen tödlichen Alleinunfall in 2025.

    Fußgänger-Alleinunfälle sind per gesetzlicher Definition keine "Verkehrsunfälle". Sie tauchen in der amtlichen Todesursachenstatistik gemeinsam und undifferenziert mit anderen Stürzen (zu Hause, im Garten, bei der Arbeit) mit auf. Wie viele davon im Verkehr auf der Straße passiert sind, weiß wahrscheinlich nur die Fritz-Wunderlich-Stiftung. :evil:

    Ernsthaft: aufgrund der enormen Anzahl der Todesursache "Stürze" (ICD-10 W00-W19) darf man plausibel annehmen, dass der Anteil davon, der auf öffentlichen Verkehrsflächen geschieht, die "Fußgänger"-Werte aus der Verkehrsunfallstatistik (ICD-10 V01-V09) um ein Mehrfaches übersteigen dürfte. Für diese Annahme spricht u.a., dass die gelistete Ursache "Treppensturz" (ICD-10 W10) nur 1/10 der tödlichen Stürze umfasst - zumal diese durchaus auch nicht nur im häuslichen Umfeld, sondern auch auf öffentlichen Verkehrsflächen passieren werden.

    - Radwege sind sicherer (was innerorts bei fahrbahnbegleitenden RVA überwiegend falsch ist)

    - Auf der Fahrbahn bist Du unsicher, es ist gefährlich, das KFz kann gar nicht anders als Dich gefährden (was überwiegend genauso falsch ist)

    Ganz vornedran gehört Irrtum Nr. Null: „Fahrradunfall gleich Kollision mit Autos“. Im vergangenen Jahr war der Alleinsturz mit 44% die alles dominierende Todesursache von Radfahrern innerorts (123 von 280). Weit abgeschlagen PKW mit nur 31% (87 von 280) darunter durch Auffahren/Überholen innerorts: einer (0,3%).

    Nein, du erklärst nicht alle Fahrradfahrer*innen für zu doof, sondern "nur" diejenigen, die Fahrradwege benutzen und das nicht nur notgedrungen, weil sie der Anordnung einer Benutzungspflicht folgen, sondern gerne, weil sie sich darauf wohlfühlen.

    Wieder falsch. Auch auf Radwegen haben ja die allermeisten nie einen ernsten Unfall.

    Es ist ein lohnenswertes und schönes Ziel, mehr Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern. Aber du erreichst das nicht daurch, dass du sie für "zu doof" erklärst!

    Die Betonung der Rolle der Radfahrer-Schuld erklärt eben nicht pauschal alle Radfahrer für zu doof, sondern nur die konkret verunfallte Kohorte. Subjekte der Gefährdung sind damit gerade nicht mehr ausnahmslos alle Radfahrer gleichermaßen. Das klassische Radwege-Kampaigning arbeitet genau anders herum, indem es einseitig und fälschlich die vom KFZ-Verkehr (speziell in dessen Erscheinungsform als von hinten auflaufender Überholer) ausgehenden Gefahren maßlos dramatisiert und damit alle Radfahrer zum hilf-/schutz-/machtlosen potentiellen Opfer erklärt. Persönliche Fehler auf Seiten der Radfahrer kommen in dieser irreführenden Perspektive allenfalls als etwas vor, für dessen Beseitigung der fürsorgliche Staat durch Finanzierung einer "fehlerverzeihenden Infrastruktur" Sorge zu tragen habe. Willkommen in der verkehrspädagogischen Hängematte!

    Paradoxerweise bewirkt diese Art des einseitigen Kampaignings gleichzeitig auch noch eine kontraproduktive Erosion der Sitten bei den Autofahrern: wenn ich ständig erzählt bekomme, dass meinesgleichen rücksichtslos und egoistisch wäre, dann sinkt auch meine im Alltag das soziale Wohlverhalten bestimmende persönliche Hemm- und Schamschwelle fürs Vordrängeln und Mobben auf Dauer deutlich.

    Die haben absolut zu Recht den Wunsch nach einer für sie sicheren Umgebung.

    Sie haben zunächst nur ein Recht auf eine *objektiv* sichere Umgebung. Leider führt aber die mit dem Radwege-Kampaigning untrennbar verbundene Dämonisierung des überholenden Automobils dazu, dass sich arglose Laien grundlos auf der Fahrbahn fürchten und unbedingt auf Radwege flüchten wollen, wo sie die ihnen dort begegnenden spezifischen Fallen entweder gar nicht erst mitkriegen oder (und da sind wir schon wieder bei der je nach gefühltem persönlichen Zutun stark variierenden Risikowahrnehmung) wähnen, dass sie diese jedenfalls durch ihre überragenden Geistesgaben rechtzeitig antizipieren und ausgleichen könnten. Zum tödlichen Rechtsabbiegerunfall gehören zB selbstgerechte Drunterkommentare à la "ich wäre ja nie so dumm und würde mich neben einen LKW stellen" unweigerlich dazu wie der Daumen zur Fahrradklingel.

    ja, das eine ist in harten Worten formuliert: Doofheit. Da ist eine Sicherungseinrichtung, deren technische Funktionsfähigkeit feststeht. Und die Entscheidung war: ich setze mich darüber hinweg. Der Verlust auf Grund einer solchen Entscheidung ist für mich etwas völlig anderes als ein Verlust auf Grund einer tödlichen Krankheit.

    Alkohol, Übergewicht, Rauchen sind die Killer Nr. 1. Sie töten langsam - ist aber auch alles eher "doof" und eigene Entscheidung, oder?

    Auf die Fragen, ob ein Verkehrstod durch eigenes Verschulden tragischer ist als durch fremdes Zutun, und ob es außerdem darauf ankommt, ob die Person geradelt ist oder zu Fuß/mit eigenem PKW unterwegs war, bist du leider nicht eingegangen.

    Edit:

    Ein weiterer Aspekt: die Bahn hatte eindeutig Vorfahrt. Gleichwohl war sie zu schnell, um bremsen zu können. Bei einem schnellen (aber im Rahmen des erlaubten befindlichen) KFZ würden jetzt alle nach Tempolimit und Entschleunigung schreien, von wegen Visionzero und so. Die Schuldfrage darf gar nicht erst gestellt werden, weil das ja Victimblaming wäre. Bei einer Eisenbahn ist es auf einmal unstreitig doch nur die pure Doofheit des Toten. Seltsam, oder?

    Ich persönlich halte die Betonung, dass Fahrradunfälle (auch mit KFZ oder als Alleinsturz) weitestgehend eigene Doofheit sind, für einen Faktor, der durchaus würdig ist, breiter kommuniziert zu werden. Die meisten Menschen halten sich selber für unfehlbare Superhelden. Wenn man ihnen vermittelt, dass sie dem Straßenverkehr gar nicht machtlos ausgeliefert sind, dann könnte das dazubeitragen, dass mehr Menschen öfter Rad fahren, und das ist doch unser aller Ziel hier, oder?

    T50-Zone gesehen in BaWü. Die Rechtsprechung dazu ist wohl noch nicht im Süden angekommen.

    Ich hatte ca. 2010 mal die neue Anordnung einer T70-Zone im hiesigen Industriegebiet bei der StVB gerügt. Sie haben mir als Antwort geschrieben, dass die sachlich unzuständige Baubehörde die Schilder eigenmächtig bestellt und errichtet hätte (die Schilder gibt es offiziell auch gar nicht, sie sind aber als Scherzartikel im Versandhandel als originelles (hüstel) Geschenk für "runde" Geburtstage verfügbar). Binnen Tagen waren die Schilder tatsächlich wieder weg. Mit gleicher Mail hatte ich angefragt, wie ich mit den Zweirichtungs-Z.240 umgehen solle, die zeitgleich am schon länger bestehenden, je zur Hälfte rot und grau gepflasterten einseitigen Bürgersteig aufgetaucht waren. Insbesondere wollte ich wissen, ob ich auf dem in Fahrtrichtung rechts gelegenen Weg auf dem roten/linken vermeintlichen Radweg-Teil oder wegen Rechtsfahrgebot und Z.240 nur auf dem grauen/rechten Teil des Bürgersteiges fahren dürfte. Ferner hatte ich gefragt, falls nur der rote Teil zum Radfahren freigegeben sei, wer bei Gegenverkehr auf dem schließlich nur grade mal 1 Fahrrad schmalen Bereich Vorrang hätte. Hierzu schrieb die StVB nur als Antwort, dass sie dazu erst noch mit der Baubehörde Rücksprache nehmen wolle (will sagen: "die Blauschilder sind auch nicht von uns") und sich dann wieder bei mir melden wollte. Auf die Rückmeldung warte ich noch heute. :evil:

    Das sehe ich aber auch schon bei „Sicherer Radweg“, oder meinetwegen „Sichere Infrastruktur“. Insofern muß „fehlerverzeihend“ ja eine Steigerung sein. Einfach nur Ersatz, Neu gegen Alt, dürfte es nicht sein, weil das Attribut Sicher nun auch noch nicht so lange in Gebrauch ist. Oder.

    Der „sichere Radweg“ war seinerzeit die PR-Antithese zur angeblich „gefährlichen Fahrbahn“, so wie die „gute Butter“ die Überlegenheit des Michfetts gegenüber der (schlechten) Margarine herausstreichen sollte. Nachdem sich die Fahrradsegregation verkehrsplanerisch als unumstrittener Standard in ausnahmslos allen Köpfen etabliert hat, geht es aber jetzt darum, den Menschen irgendwie zu verklickern, warum es trotz (wegen) der schönen Wegelchen überall immer noch so oft so schwer kracht. Hauptquelle dieser verbalen Degenfechterei ist das Marketing der angeblichen holländischen Wunder-Schutzinselchen-Kreuzungen durch den „Darmstadt-fährt-Rad“-Architekten Timm Schwendy.

    „fehlerverzeihende Infrastruktur“, aha, so so. „Sichere Infrastruktur“ reicht nicht mehr.

    Das mit dem „fehlerverzeihend“ ist doch das ideale Schlupfloch für alle Infrastrukturfreunde. Radwegeunfälle passieren dann nicht mehr wegen der prinzipiellen Schwächen von Infra, sondern weil die vorhandene Infra eben mal wieder nicht „fehlerverzeihend“ genug war. Die Illusion, es gäbe überhaupt sowas, resultiert aus dem kompletten Ignorieren der Tatsache, dass Alleinstürze in NL häufiger vorkommen und tödlicher verlaufen als in D.

    Nachtrag:

    Habs überflogen und in der Zusammenfassung ist da durchaus eine deutliche Andeutung darauf:

    „is significantly associated“ = es existiert eine Korrelation, keine Kausalität. Wahrscheinlich ist es ja kausal eher anders herum gelaufen: „they came and then they built it“. Beschauliche, „weiße“ Verwaltungs- und Universitätsstädte haben eher fahrradfreundliche Bedingungen, und ebenso haben sie eher eine Wählerschaft, die Infrastruktur-freundliche Verwaltungen ins Amt hievt, als industriell geprägte Arbeiterstädte mit vorwiegend farbigen Habenichtsen.

    Rennradfahrer rammt fahrbahnquerende Fußgängerin.

    POL-BN: Bonn-Beuel: Verkehrsunfall zwischen Rennradfahrer und Fußgängerin - 79-Jährige lebensgefährlich verletzt - Zeugen gesucht
    Bonn (ots) - Ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Donnerstagabend (13.08.2026), gegen 20:45 Uhr, auf der Friedrich-Breuer-Straße in Bonn-Beuel.…
    www.presseportal.de

    „Zur Rekonstruktion des genauen Unfallgeschehens wurde ein spezialisiertes Verkehrsunfallaufnahmeteam aus Köln hinzugezogen. Zudem wurde die GPS-Uhr des Radfahrers zur Datenauswertung sichergestellt.“

    Da will ich mal was nachsehen und erwische gleich ein Prachtexemplar. Bin ich blind oder steckt der automatische Schuldzuweiser drin? Wer findet ihn als erster…

    Wer auch immer die Schuld hat, der langjährige Trend für Rad vs. PKW bzw. LKW ist gut fallend.

    Besonders krass ist der Rückgang bei Todesfällen, wo es 2025 einen neuen Fahrrad-Bestwert mit 5 Toten gab (4 mit KFZ, 1 Alleinsturz), und nach knapp 2/3 vom laufenden Jahr 2026 erst 2 Opfer (1 Rad vs Rad, 1 LKW-Radweg-Rechtsabbieger).