Beiträge von Kampfradler

    Da ich seit längerem JEDE, aber wirklich JEDE Möglichkeit nutze, mich legal auf der Fahrbahn zu wechseln (ich rede hier ausschließlich von vierspurigen Hauptstraßen), kann ich inzwischen Folgendes feststellen: Die Huperei hat seit ein, zwei Jahren deutlich abgenommen, die meisten Autofahrer überholen in einem relativ sicheren Abstand ohne zu murren. Was dabei in ihren Köpfen vorgeht und wohin sie mich am liebsten beförden würden, wenn sie könnten, weiß ich natürlich nicht, es ist auch nicht relevant. Mich fragt auch niemand, was ich von den endlosen Kolonnen von Umweltvernichtungsmaschinen halte, die unsere Luft verpesten und die Straßen verstopfen.

    Es gibt aber noch immer einige Autofahrer, die ich als aggressive Dumpfbacken bezeichne. Sie hupen, ziehen extrem knapp an mir vorbei, mitunter mit begleitendem Pöbeln durch's geöffnete Beifahrerfenster. Auf meine Reaktion warten sie erst gar nicht, sicherlich deshalb, weil sie genau wissen, dass sie im Unrecht sind. Die sog. "Gefahren der Straße" sind nichts weiter, als einige gefährliche Autler! Keine Straße ist per se gefährlich.

    Das Fahrbahnradeln an sich ist wesentlich sicherer, als jenes auf einem "klassischen" Hochbordradweg, weil die Hauptunfallursachen nicht existieren. Nur einige wenige Autofahrer sorgen durch ihr aggressives Verhalten dafür, dass das von "Frankfurterin" beschriebene gute Gefühl beim Radfahren (auf der Fahrbahn) nicht aufkommt. Ich bin davon überzeugt, dass auch diese Aggressoren zähneknirschend kleinbei geben werden, sobald die Zahl der Fahrbahnradler sich deutlich erhöht. Das Dumme ist nur, dass die unverändert stark autoorientierten Behörden noch immer krampfhaft verhindern, dass Radfahrer überall dort auf der Fahrbahn fahren, wo viele stärkerer Autoverkehr herrscht. "Herrscht" ist dabei wörtlich zu nehmen.

    Die sind ja niedlich... :)

    Das Verwaltungsgericht Düsseldorf zu kaum erkennbaren Schildern (Urteil vom 23.04.2010 - 14 K 8083/09):
    "Verkehrszeichen müssen so aufgestellt sein, dass ein durchschnittlicher Kraftfahrer sie bei Einhaltung der nach § 1 StVO erforderlichen Sorgfalt schon mit einem raschen und beiläufigen Blick erfassen kann. Unklarheiten gehen nicht zu Lasten des Verkehrsteilnehmers."

    Dummerweise sind Radfahrer keine "Kraftfahrer", selbst Bodybuilder nicht... ;)

    Da tust Du gut dran! Man hätte hier natürlich ein Z240 aufstellen können und 100 Meter weiter ein Z237, aber aus Kostengründen wird auf so etwas gern verzichtet (O-Ton PK).


    SIE KENNEN DIE STELLE ALSO und lassen sie, wie sie ist?!?!?! =O
    Komisch..., die neuen, besonders großen VZ 237 rund um den Siemersplatz waren dann wohl nicht so teuer...

    Wie sieht es mit der "Applaus-Rate" der Kfz Fahrenden auf der Julius-Vosseler-Straße aus? Wird Dir mit Schallzeichen gehuldigt?


    Mal so, mal so..., meistens aber überdurchschnittlich oft.

    Da ich da aber immer links abbiege, bevorzuge ich die Fahrbahn und wechsle nach der Kreuzung auf den Radweg.


    Ich bleibe auch auf der Fahrbahn, wenn ich nach rechts abbiege. Der Grund:

    Da der Radweg wenige Meter weiter "verschwindet", ich also nicht weiter fahren darf, wechsle (bleibe) ich rechtzeitig auf die Fahrbahn, also bereits beim Abbiegen.

    Will ja kein zweiter Knöllchen-Horst werden, denn Radwegblockierer gibt es hier trotzdem genug.


    Nun gibt es ja auch reichlich Luft zwischen dem Anzeigen von Radwegblockierern und "Knöllchen-Horst". Schon aus Prinzip sollte man den Radwegblockierern zeigen, dass ihre Ignoranz gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern kein Kavaliersdelikt ist. Letztlich wird ihnen doch seit Jahren demonstriert, dass es offenbar nicht so wild ist, auf einem Radweg zu parken, eben weil dies nie geahndet wird.

    Andererseits ist natürlich jeder versperrte Radweg eine Gelegenheit, legal auf die Fahrbahn zu wechseln... ;)

    Ich habe eine "CamOne infinity", würde mir aber heute eine "GoPro" kaufen. Als Cam für's Rad reicht die "CamOne" aber allemal aus. Habe sie allerdings nicht bei jeder Fahrt montiert - was mich schon mehrmals im Nachhinein geärgert hat...

    Eine Cam auf dem Helm macht immer Sinn! Spätestens wenn Du geärgert, geschnitten, angepöbelt, behindert, gefährdet usw. wirst, kann es nicht schaden, dies dokumentiert zu haben.

    Das mit den "Dinge auf Radwegen" schicken würde mich auch interessieren.

    Statt bestehende Radwege zu renovieren, wäre es besser, diese zurückzubauen und die Fahrbahn für ein richtige Radspur zu verbreitern.


    Was aber exrem aufwändig und kaum bezahlbar wäre... Besser ist es, bei vierstreifigen Straßen die rechte Fahrspur ausschließlich dem Radverkehr zu widmen. Kostet nur ein paar Schilder und etwas Farbe. Ja ja..., ich weiß..., das wäre "politisch nicht durchsetzbar"... :S

    Der ordentliche und verständige Mensch benutzt den Fußweg, weil dies nach allgemeinem Verkehrsbewusstsein erforderlich und zumutbar ist.


    ...aber nunmal eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Demnach gehöre ich nicht zu den "verständigen Menschen". Was ist denn ein "Verkehrsbewusstsein"?

    Langfristig gewiß, kurz- und mittelfristig will ich die Separierung als Übergangslösung nicht ausschließen.


    Das Eine muss das Andere nicht ausschließen. Ein separater Radweg muss dann aber mehrere Bedingungen erfüllen, was ein klassischer Hochbordradweg prinzipiell nicht kann. In der Stadt scheitert dies bereits am verfügbaren Platz.

    Hier wurde an anderer Stelle ja schon gesagt, dass es ohne Frage einen Unterschied macht, ob man auf dem Rad mit 12-15 Km/h unterwegs ist oder mit >25 Km/h. Im ersten Fall verringern sich die üblichen Gefahren (Auto aus Ausfahrt, Fußgänger, die plötzlich auf den Radweg treten, Einmündungen, dooring(!) - und natürlich rechtsabbiegende Pkw/Lkw) eines Hochbordradwegs, wenn man wachsam und bremsbereit ist. So betrachtet mag "Vorstadt Strizzi" Recht haben.

    Bei Tempo 25 bis 30 sieht das ganz anders aus. Plötzlich auftretende Hindernisse und Abbieger werden zur erheblichen, zuweilen tödlichen, Gefahr! Radfahrer mit solchen Geschwindigkeiten gehören ganz klar auf die Fahrbahn. Komischerweise wird diese nicht plötzlich und ohne sich umzuschauen von Fußgängern betreten, auch das Abbieger- und Ausfahrtproblem existiert so nicht, weil, im Gegensatz zu Radwegen, Autos (genauer: Autofahrende) nicht ohne zu gucken einfach auf die Fahrbahn einbiegen.

    Eines müsste Strizzi aber mal erklären: Was tut ein überzeugter Radweg-Radler wenn der Radweg durch parkende Autos, Bewuchs, Mülltonnen, Taxis, DHL, nicht beschilderte Baustellen, Schnee und Eis, Glasscherben, flanierende Fußgänger, "Gelbe Engel" usw. usw. varsperrt, also unbenutzbar ist? Dies ist in Hamburg alle paar Meter der Normalfall! Nun bin ich mal gespannt...

    @ Peter Viehrig: So sehe ich das auch.

    "Vorstadt Strizzi" bastelt sich seine "Argumente" zurecht, damit sie passen. Wenn über 90 Prozent der Radler trotz nicht vorhandener RWBP auf dem Radweg bzw. dem Gehweg fahren, heißt das nicht automatisch, dass sie dies aus (gefühlten) Sicherheitsgründen tun. Ich wette, dass die meisten sich in keiner Weise mit den Regeln der RWBP auskennen.

    Bezeichnend ist Strizzis Feststellung: "Die Geschwindigkeit, das sich Durchkämpfen durch den motorisierten Verkehr, das ständige und doch überraschende Dichtüberholtwerden, das Gehupe, das Schneiden, die Nötigungen, kurz: der ständige Kampf machen das Fahrbahnradeln anscheinend zu einer der in neuerer Zeit beliebten Risiko- oder Extremsportarten, inklusive der angestrebten Adrenalindusche". Damit liegt er sogar prinzipiell richtig. Das ausgeblendete Problem dabei: Es sind nicht etwa "die Autos" oder "die Lkw", welche Radfahrer drangsalieren, sondern deren Fahrer!

    Die Drangsalierer gehören durchweg zu einer Spezies, die es nicht ertragen kann, dass die Fahrbahn nicht (mehr) nur jenen Menschen "gehört", die sich eines Kraftfahrzeugs zur Fortbewegung bedienen, sondern (§ 2 Abs. 1 StVO) "Fahrzeugen", zu denen bekanntlich auch Fahrräder gehören. Diese hohlen Dumpfbacken meinen, mangels Denkvermögen, dass sie "ihre" Fahrbahn verteidigen müssen, damit alles so bleibt/wird, wie es früher mal war. "Freie Fahrt für freie Bürger". Dabei übersehen sie allerdings, dass Auto fahren in der Stadt schon wegen der schieren Zahl der Stehzeuge ohnehin vorwiegend aus Stop and Go besteht und das Auto schon deshalb ein Auslaufmodell ist. Sie aber suchen den Feind lieber bei den Radfahrern.

    Langer Rede kurzer Sinn: Das Radeln auf der Fahrbahn ist die richtige Lösung zur Förderung des Radverkehrs. Wie Strizzi schon richtig bemerkt hat, wird der Widerstand der Autofahrer wegbrechen, wenn eine "kritische Masse" von Radfahrern dauerhaft auf der Fahrbahn unterwegs ist. Weiterhin auf Radwege zu setzen, bedeutet sich dem Autowahn geschlagen zu geben und nichts wird sich verkehrspolitisch zum Besseren wenden. Der Hebel muss bei den zuständigen Behörden angesetzt werden, die sich weigern, dem Auto Platz abzutrotzen!

    Ansonsten sehe ich es wie UliB:

    Wenn mir in einem Thread die stichhaltigen Argumente ausgehen, mach ich einfach einen neuen auf und fange von vorne an. Ist schon klar.

    Es ist bereits alles mehrfach durchgekaut. Ich weiß gar nicht, warum ich schon wieder so viel schreibe... ;(

    Nun ja..., wer will ernsthaft behaupten, (Fernseh-)Journalisten seien unabhängig und neutral?

    Sehr lesenswert dazu:

    Auch wenn das Thema Radverkehr verglichen mit der "großen Politik" eher eine Nebenrolle spielt, gelten auch dafür ganz sicher dieselben Regeln von "Political Correctness"...

    Hab's mir grad mal angesehen... Die gute Frau redet, mit Verlaub, Quatsch! Beispiel bei ca. 19'00": "Auf der Fahrbahn kann (...) immer mal wieder ein Autofahrer die Tür aufmachen, guckt nicht und ein Fahrradfahrer fährt rein".

    Ah ja..., auf Radwegen gibt es also kein "dooring"!?!?

    und weiter: "Die Gefahren auf der Straße sind einfach viel Größer als auf dem Gehweg, weil Autos ja nun mal viel schneller unterwegs sind und auch das Sichtfeld anders ist".

    Verstehe..., Autos (nicht etwa deren Fahrer!) sind nun mal viel schneller unterwegs. Das ist also ein Naturgesetz, wie etwa die Gravitation, dagegen kann niemand etwas tun... ;(

    Man bekommt das Gefühl, als wurde diese Dame nicht ganz zufällig für das Interview ausgesucht...