Schade, dass die Berichterstattung immer noch stark in Richtung, die armen Autofahrer*innen geht. In dem Text heißt es zum Beispiel:
"Dann kamen Florian G. und Dirk L. Sie machen seit einigen Wochen Fotos von Gehwegparkern und melden sie über die Internetseite „weg.li“ an. Das Petz-Portal verfasst damit Anzeigen. Die Meldungen landen am Ende beim Polizeiverwaltungsamt in Straubing – das die Knöllchen verschickt."
Richtig müsste es heißen:
Falschparker in dem Stadtviertel versuchen Nachbarn anzuschwärzen, indem sie ihnen unterstellen, sie würden Parkverstöße aus niederen Beweggründen" anzeigen und dazu ein "Petzportal" benutzen. Mit "weg-li" kann man allerdings keine Anzeigen machen, sondern lediglich die Verkehrsbehörde auf einen Missstand hinweisen, zum Beispiel ein zugeparkter oder teilweise zugeparkter Bürgersteig. Ob die Mitarbeiter*innen der zuständigen Behörde diesen Hinweis nutzen, um mit Hilfe von Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen Abhilfe zu schaffen, ist alleine deren Entscheidung.
Immerhin heißt es am Ende des Artikels:
"Auf Anfrage macht ihnen die Sprecherin des Mobilitätsreferats wenig Hoffnung. „Die Anordnung von Parken auf dem Gehweg“ werde „restriktiv geprüft“. Man wolle eher den Raum für Fußgänger vergrößern. „Der Gehweg ist der für den Fußverkehr originär vorgesehene Mobilitäts- und Schutzraum und darf gerade in engen Straßenverhältnissen nicht unangemessen durch abgestellte Kfz einschränkt werden“, sagt die Sprecherin. „Durch die Beparkung ist häufig die Nutzung der Gehwege gar nicht mehr möglich, so dass Kinder, ältere Menschen und Personen, die Gehhilfen, Rollstühle oder auch Kinderwagen mit sich führen, auf die Fahrbahn ausweichen müssen.“"
Was der Spruch dann allerdings soll?:
"Klingt nicht nach einem schnellen Ende der Park-Panik..."
Da hätte man ja auch schreiben können: "Fußgängerinnen und insbesondere Menschen, die auf eine Gehhilfe oder einen Rolli angewiesen sind, sowie Eltern mit Kinderwägen dürfen darauf hoffen, dass das ordnungswidrige Zuparken der Gehwege bald ein Ende haben wird."
Wird spannend. Das wäre in D das erste autonom fahrende Auto in echten Verkehrsgeschehen. Bis jetzt ist so etwas ja nur in "gesichertem" Gelände unterwegs, also ohne andere Autos, Fahrradfahrer etc.
Der NDR-Zeitzeichen-Sendung zur Folge war das erste selbstfahrende Auto Leonie immer mit einem Fahrer auf dem Fahrersitz unterwegs, der gegebenenfalls eingreifen konnte.
Hier ist ein Bericht der TU Braunschweig von 2020: Rückblick: 10 Jahre "Leonie"
2010 nahm erstmals weltweit ein Fahrzeug selbstständig am Stadtverkehr teil - in Braunschweig!
www.tu-braunschweig.de
Und auch der autonom fahrende Linienbus, der noch diesen Monat in Burgdorf an den Start geht, ist mit einem Fahrer unterwegs, der ggf. eingreift.
Vermutlich ist es einfacher und sicherer einen solchen Betrieb mit einem autonomen Fahrzeug zu bewerkstelligen, wenn das Fahrzeug wie ein Linienbus, immer wieder dieselbe Strecke fährt, so dass Problemstellen und der Umgang damit vom Steuersystem "erlernt" werden können.
In dem NDR-Bericht heißt es: "Zunächst sollen sogenannte Messfahrten durchgeführt werden, damit der Bus die zukünftige Strecke und ihre Umgebung genauestens erfassen und ausmessen kann. Bei diesen Touren werde zur Beobachtung auch Personal mitfahren."
Die Üstra schreibt: Albus hat "Deutschlandweit die erste Level-4-Erprobungsgenehmigung für einen großen Bus"
Und laut t3n bedeutet autonomes Fahren auf Level 4:
So sind Level-4-Fahrzeuge nur auf festen Strecken und zuvor genehmigten Betriebsbereichen gestattet. Zudem verpflichtet das Gesetz zu einer durchgehenden technischen Aufsicht durch einen Menschen, also etwa ein Robotaxi-Mitarbeiter in einem Überwachungsraum. Sie muss im Fall der Fälle eingreifen und das Fahrzeug anhalten oder freigeben können. Außerdem soll die Person bei Klärung der Fehlerursache helfen und somit auch dabei, die Haftung zu klären.
Gut möglich, dass das "selbstgebastelte" Verkehrsschild "Achtung Kinder", mit dem Radio ffn Publik-Relation-Werbung betreibt, mehr schadet als nützt. Denn so brav dargestellte Kinder könnten zu der Fehleinschätzung führen, dass bei Kindern nicht mit unerwartetem Verkehrsverhalten gerechnet werden müsse.
Bei diesem Elektrofahrrad habe ich dann einfach mal nach dem Namen, "Hanevear", gegoogelt:
Ein Ergebnis: "Das Hanevear Y20-Plus E-Bike überzeugt im Test mit starkem 250 Watt, 65 Nm Motor, großer Reichweite und vielseitiger Ausstattung. Der Aufbau ist unkompliziert, die Leistung beeindruckend. Besonders hervorzuheben sind die kraftvollen Bremsen und die einfache Faltbarkeit, was es ideal für den Transport im Wohnmobil macht. Es gibt jedoch einige Punkte, die es zu beachten gilt, wie der schwache Frontscheinwerfer und die optionale nicht StVZO-konforme Ausstattung mit Gashebel und Geschwindigkeitsentsperrung." (Hervorhebung von mir.)
In diesem NDR-Artikel über den bevorstehenden Betrieb des automatischen Linienbusses in Burgdorf ist eine Zeitzeichensendung vom 8. Oktober 2015 eingebaut, die an den 8. Oktober 2010 erinnert: "Das erste automatische Fahrzeug bewegt sich allein im Verkehr in Deutschland" (15 Min):
Noch in diesem Jahr soll in Burgdorf (Region Hannover) testweise ein voll automatisierter Linienbus fahren. Ein Pilotprojekt sieht vor, dass der Bus autonom im…
Die Begeisterung dafür, mit dem Fahrrad auf einer Auto-Hauptverkehrsachse mit Tempo 30 auf der Fahrbahn zu fahren, beschränkt sich vermutlich auf einen sehr kleinen und exklusiven Kreis von Fahrradfahrenden. Frage ich Besucher aus anderen Städten, die in Hannover mit dem Fahrrad unterwegs sind, dann wird sehr häufig genannt, dass es sehr angenehm sei, in Hannover mit dem Fahrrad zu fahren, weil es so viele Fahrradwege gäbe.
Problematisch wird die Diskussion über den Sinn und Unsinn von Fahrradwegen häufig dann, wenn es darum geht zu klären, für welche Straßen es Sinn macht, einen Fahrradweg zur Verfügung zu haben. Da gibt es dann die Hardcore-Autofahrer, die fordern, dass der Fahrradverkehr auf den Hauptverkehrsachsen am besten ganz verboten wird. Das wäre ja auch schließlich im Sinne der Fahrradfahrer, weil dort ja auch die Luftqualität nicht so toll sei. Und für den Radverkehr gäbe es schließlich genug kleine Nebenstraßen, wo nicht so viel Autoverkehr stattfände.
Und es gibt diejenigen, die ohne weiter darüber nachzudenken einfach davon ausgehen, dass es überall Fahrradwege geben solle, damit viel mehr Leute Fahrrad fahren. Sehe ich persönlich ja auch so, sage ich dann immer. Aber wenn das so ist, wozu dann extra Radwege bauen, dann können wir doch auch einfach den Autoverkehr ganz einstellen und dann haben wir genug Radwege.
"Nach einem tödlichen Autorennen im Saale-Orla-Kreis in Thüringen ist ein 25-jähriger Mann vom Landgericht Gera zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das teilte ein Sprecher des Gerichts am Montag mit. Die Richter sprachen den Angeklagten unter anderem des Mordes, des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig."
Er lieferte sich ein Autorennen auf der Landstraße und tötete dabei eine 21-Jährige: Jetzt ist das Urteil gegen einen jungen Raser gefallen – ganz anders, als…
Hier war mal eine Baustelle, bei der der Fußweg, links im Bild gesperrt war. Da hatte man dann die Einfahrt in die sehr breite Fahrradstraße in der Adolfstraße zusätzlich verengt. Die Baustelle ist weg, das Schild steht immer noch:
Ist das jetzt nur ein subjektiver Eindruck von mir, oder nehmen tatsächlich immer mehr manipulierte E-Bikes, bzw. für den Straßenverkehr in Deutschland nicht zugelassene E-Bikes am Straßenverkehr teil?
Kürzlich wartete ich an der Bushaltestelle, als sich zwei Personen (eine auf dem Sattel, die andere Person auf dem Gepäckträger) auf einem Fahrrad näherten, an der Bushaltestelle vorbeifuhren und dann in der Ferne verschwanden. Siehe Foto.
Das "Fahrrad" hatte kein Nummernschild. Und trotzdem die Strecke kein Gefälle hat und es windstill war, fuhren die beiden, ohne zu treten, mit einem Tempo von geschätzt 20 bis 30 km/h an mir vorbei.
Ich hatte bis dahin schon häufiger beobachtet, dass E-Bikes mit recht kleinen Rädern, aber dafür sehr dicken Reifen in einem ungewöhnlich hohen Tempo von ca. 20 bis 30 km/h unterwegs sind. Und zwar gesteuert von Fahrer*innen, die ungewöhnlich tiefenentspannt wirkten und geradezu wie in Zeitlupe pedalierten. Besonders häufig waren das "Fahrräder" von Menu-Bringdiensten mit riesigen Thermokästen auf dem Gepäckträger.
Täusche ich mich oder sind derzeit im größeren Umfang manipulierte oder für den Straßenverkehr in Deutschland nicht zugelassene E-Bikes unterwegs?
Auf BZ habe ich diesen Artikel vom 30.4.25 gefunden, der über die Situation in Berlin unterrichtet: Lieferfahrer auf fetten E-Bikes – die neuen Todesfallen
"Beinahe täglich stelle ich fest, was Lieferfahrer auf ihren Rädern für gefährliche Geschosse sind. Dann, wenn der klassische 9-to-5-Job endet, überschwemmen sie die Straßen, Rad- und Gehwege auf ihren fetten E-Bikes. Dicke Reifen, breite Lenker, quadratische Taschen in bunten Farben hinten drauf. Man erkennt sie aus vielen Metern Entfernung – und die sollte man auch aus Sicherheitsgründen immer zwingend als Abstand einhalten."
Der BZ-Artikel ist insgesamt sehr reißerisch aufgemacht, aber andererseits sind diese möglicherweise manipulierten E-Bikes nicht zu übersehen. Auch in Hannover sind sie häufig zu sehen. Und Verkehrsregeln werden häufig missachtet. Sind das eigentlich Fahrzeuge der Lieferfirma, oder sind es Fahrzeuge, die die Fahrer selbst mitbringen müssen, um den Job ausüben zu können?
Nicht ganz so reißerisch ist dieser Artikel aus CHIP vom 17.5.2025 aufgemacht, in dem davor gewarnt wird, Pedelecs oder andere E-Bikes zu manipulieren. Und auch in dem Artikel wird auf Berlin hingewiesen: "Immer wieder berichtet die Polizei von Fällen, bei denen E-Bike-Fahrer*innen deutlich zu schnell unterwegs sind. In Berlin etwa schnappte eine Radarfalle bei einem E-Biker zu, der mit 70 km/h durch die 50er-Zone fuhr."
"Ein anderer Fall war ein DDR-Klapprad mit geschweißtem Rahmen und 1-kW-Motor in der Frontnabe – viele Leute sind da meiner Meinung nach zu naiv, man sollte Eigenbauten grundsätzlich bei einem zugelassenen Fahrradhändler checken lassen."
Heißt es in dem Text.
Als Fahrradhändler würde ich keine Eigenbauten "checken".
Vor einigen Tagen fuhren zwei Mädchen von ca. 15 Jahren auf einem E-Bike an mir vorbei, eine auf dem Sattel, die andere auf dem Gepäckträger, als ich an einer Bushaltestelle wartete. Das Fahrrad hatte kein Nummernschild, die fuhren beide ziemlich schnell (geschätzt ca. 20 bis 25 km/h und das über ca. 300 m, die ich sie beobachten konnte) und das Mädchen auf dem Sattel hatte kein bisschen in die Pedale getreten. (Die auf dem Gepäckträger auch nicht.)
Ist das komplett illegal oder ist das so gut wie komplett illegal, weil die einen "Boosterknopf" benutzt haben könnten, der in dem Text erwähnt wird, der aber nicht unbedingt in Deutschland erlaubt ist.
In der Region Hannover, in der Stadt Burgdorf startet noch in diesem Jahr der Testbetrieb mit einem autonom fahrenden Linienbus (albus) der Üstra.
In diesem HAZ-Artikel vom 13.5.25 heißt es:
Kann jeder mit dem automatisierten Elektrobus fahren? Nein. An dem Testbetrieb dürfen nur volljährige Personen teilnehmen, auch Tiere sind nicht gestattet. Um mitzufahren, ist eine Anmeldung erforderlich. Diese muss online über die Website mit einem personalisierten QR-Code oder analog auf Papier getätigt werden. Nach den Testfahrten werden mitfahrenden Personen gebeten, an einer Onlineumfrage teilzunehmen. Eine weitere Umfrage zum Projekt steht ab sofort unter uestra.de/albus zur Verfügung.
Das ist die Adresse der Üstra-Seite mit der Umfrage zur Akzeptanz eines autonom fahrenden Linienbusses:
Auf Busplaner.de vom 6.1.25 wird folgendes berichtet:
Start in Michigan
Der autonome e-Atak von Karsan hat weltweit Neuland betreten, als er anderthalb Jahre lang Fahrgäste auf einer 5 km langen Strecke auf dem Campus der Michigan State University in den USA befördert hat. Im norwegischen Stavanger befördert er seit 2022 Fahrgäste mit Fahrschein – hier wurde die bestehende Route durch eine Strecke mit Tunnel erweitert. Nach den USA, Norwegen, Frankreich, Rumänien, Finnland, den Niederlanden, der Schweiz und der Türkei wird Karsan nun auch in Schweden mit seinen autonomen e-Atak präsent sein.
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In diesem Video fährt ein Fahrradfahrer auf einer Bergabstrecke an dem Bus vorbei, der gerade an einer Haltestelle steht. Der Link führt genau zu der Stelle:
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"Ein flächendeckendes und bezahlbares Angebot im öffentlichen Nahverkehr sei zukünftig nur mit dem Einsatz fahrerloser Fahrzeuge möglich, teilte die Region Hannover in einer Beschlussvorlage mit."
Quelle: NDR vom 26.3.22: "Einmaliges Projekt: Region Hannover testet autonomen Bus"
"Die Region Hannover geht mit dem albus-Projekt neue Wege. Damit ein solcher Bus im realen Betrieb auf den Straßen fahren darf, bedarf es einer besonderen Genehmigung (Erprobungsgenehmigung) des Kraftfahrtbundesamtes (KBA). Diese Genehmigung hat der Bus auf Level-4-Ebene erhalten. Im dritten Quartal 2025 wird auch die Anmeldung zum Mitfahren und Testen möglich sein. Aktuell hast du die Möglichkeit an unserer Umfrage teilzunehmen."
Wenn es so kommt wie es beschrieben wird, dann kann man noch dieses Jahr in einem großen autonom fahrenden Linienbus mitfahren! Oder mit dem Fahrrad ausprobieren, wie der Bus auf Fahrradverkehr reagiert.
Und wer genauer wissen will, was auf ihn zukommt, der kann an dieser Umfrage teilnehmen, die oben im Text erwähnt wird:
Und nun - Ermittlungen nach §129a? Funkzellenüberwachung? Hausdurchsuchungen? Ich wette die können noch nicht mal ne Wildkamera daneben an den Baum binden...
Diese Frage habe ich mir auch gestellt, ob es nicht möglich ist, den Blitzer per Kamera zu überwachen, zumindest spätestens nach der ersten Tätlichkeit gegen das Gerät. Aber ich befürchte ebenfalls, dass ein cleverer ADAC-naher Anwalt dagegen gerichtlich vorginge.
Einige Beiträge früher hatte ich in diesem Thread schon einmal auf diesen krumm gefahrenen Blitzer hingewiesen, der im Landkreis Schaumburg die Autofahrer zum Einhalten der Ortsgeschwindigkeit anhalten soll.
(...)
Nicht nur im Landkreis Schaumburg werden Tempomessgeräte zerstört.
Diese Fotos entstanden in der Eiffel. Die Farbspuren vom letzten Anschlag sind noch gut zu sehen.
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Dier Link führt zu der Stelle an der Günter Brode, ein ehemaliger Verkehrsplaner aus Halle zu Wort kommt, und erläutert, dass Walther Ulbricht ein Straßenbahnfeind war, weil er mit seiner Staatskarosse an den Straßenbahnhaltestellen warten musste, bis die ein- und aussteigenden Fahrgäste die Fahrbahn frei gaben.*) Den ÖPNV bezeichnet Broder als hocheffektives Mobilitätssystem, das großen Mengen von Menschen, die in Hochhäusern wohnen, Mobilität ermöglicht.
Was schade ist: Weder bei den weiter oben verlinkten Filmen noch bei dem hier verlinkten Film wird das Fahrrad als hocheffizientes und nachhaltiges Verkehrsmittel gewürdigt, das es zweifellos darstellt.
*) Das ist wiederum interessant in Zusammenhang mit dem Unfall am Olgaeck in Stuttgart. Früher war es üblich, dass die Straßenbahn in der Fahrbahnmitte gehalten hat. Der nachfolgende Autoverkehr musste dann warten, bis der Ein- und Ausstieg abgeschlossen war. Erst dann ging es weiter. Ungeduldige Autofahrer verursachten immer wieder schwere Unfälle, denen Fahrgäste zum Opfer fielen.
Die Hochbahnsteiglösung der Stuttgarter Stadtbahn am Olgaeck gewährleistet nur scheinbar mehr Sicherheit wie unter anderem der schwere Unfall am 2.5.25 gezeigt hatte, bei der ein Auto das Geländer am Fußgängerüberweg umgefahren und eine Fußgängerin getötet und mehrere schwer verletzt hat. Interessant auch dieser Bericht: Anstatt umgehend den Fußgängerüberweg wiederherzurichten und wieder zu öffnen wurde er einfach gesperrt, so dass erhebliche Umwege für die Fußgänger*innen entstehen.
"Eine sichere Nutzung von Weg und Treppe zum Bahnsteig sei nach dem Unfall nicht mehr möglich gewesen, teilte die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) mit. Nun wurde der Überweg provisorisch wieder hergerichtet. An dieser Stelle befanden sich zuvor Metallgeländer, um die Fußgänger zwischen der Straße und den Stadtbahngleisen zu schützen und den Fußgängerverkehr zu lenken. (...) Das war vielen Fußgängerinnen und Fußgängern offenbar zu weit. Immer wieder konnte man Menschen dabei beobachten, wie sie direkt auf die Kreuzung liefen und damit die Absperrungen an der Unfallstelle umgingen oder sogar überkletterten, um die B27 an dieser Stelle zu überqueren."
Und wieder dieses Fußgänger-Bashing. "Der unberechenbare Fußgänger der einfach mal eben so Absperrungen ignoriert."
Auch bei wirklich schweren Autounfällen wird in der Regel sehr schnell daran gearbeitet, die Fahrbahn möglichst bald, meistens innerhalb einer Stunde oder höchstens weniger Stunden wieder frei zu geben. Aber Fußgänger*innen kann man anscheinend ja auch mal ein paar Tage warten lassen.
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Im Anschluss berichtet der Historiker Werner Durth (Jahrgang 1945) von seinen Gesprächen mit den Stadtplanern der Hitlerzeit von denen viele übergangslos in der jungen Bundesrepublik Karriere machten. Sie gaben unter anderem das Erlebnis der Hamburger Feuerwalze an, ein Großbrand in Folge eines Luftangriffs, das sie dazu getrieben habe, breite Schneisen zum Brandschutz durch die Städte zu schlagen.
Minute 12:00 ff
Ab Minute 32:40 wird davon berichtet, dass in Hannover ein historistisch gestaltetes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert für die Anlage eines freien Rechtsabbiegers für den Autoverkehr abgerissen wurde. Es gibt eine Bürgerinitiative, die die Flusswassserkunst wiederauferstehen lassen will. Da bin ich dann allerdings hin- und hergerissen. Der historische Wert ist futsch durch den Abriss. Es in alter Form mit modernen Baumaterialien und Baumethoden wieder aufbauen zu wollen, halte ich für "Disneyworld-Kultur".
Immerhin es gibt auch Lichtblicke in dem Film: Bei Minute 31:20 ist im Hintergrund die Alte Synagoge (Neue Synagoge) Essen zu sehen. Sie wurde 1913 fertig gestellt, hat die Bomben des 2. Weltkriegs überstanden, und steht bis heute.
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Interessant wird es in dem ersten Teil des Filmes bei Minute 43:15. Plötzlich wird Hillebrecht in höchsten Tönen gelobt für seine Abrisspolitik. Die einseitig auf den Autoverkehr ausgerichtete Straßenbaupolitik wird plötzlich nicht mehr kritisiert, sondern in höchsten Tonen gelobt mit Begriffen wie "weite geschwungene Straßen, frei stehende Häuser".
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Dazu werden Bilder vom Ihmezentrum gezeigt, unter anderem von genau der Fußgänger- und Fahrrad-Durchwegung über die ich an anderer Stelle berichtet habe: RE: Licht am Ende des Tunnels? Dieser >link führt zu einem Beitrag mit einer Aufnahme vom flussseitigen Eingang zur Durchwegung, die auch im Film gezeigt wird.
Das ist unbefriedigend. Und es ist ganz klar, dass solche gewaltigen Wohn-, Büro- und Geschäftskomplexe, die hoch verdichtet sind, wie das Ihmezentrum nicht unbedingt Teil des Problems sein müssen, aber das Potenzial haben Teil einer Lösung zu werden.
Allerdings: Auch im Ihmezentrum existiert eine riesige Tiefgarage mit mehr als tausend Stellplätzen. Die meisten davon heute ungenutzt aber nutzbar. Solange jedoch kostenlos im umstehenden Straßenraum geparkt werden darf, sehen es nur wenige Autobesitzer*innen ein, für ihr Fahrzeug Parkgebühren zu entrichten.
"Komfortabel und sicher parken im Ihmezentrum Hannover
ca. 1300 Parkplätze – Keine endlose Parkplatzsuche: Hier finden Sie zuverlässig einen Stellplatz.
Ein Dauermietplatz kostet 70 Euro im Monat
Kurzzeitparker: je angefangene Stunde 2,00 EUR, maximal 12,00 EUR pro Tag Parkgebühr. Nach Zahlung haben die Nutzer 15 Minuten Zeit, um das Parkhaus zu verlassen."
Das ist eine der vielen Zusammenhänge, die verschwiegen werden. Verdichtetes Bauen mit Wohnungen, Büro und Geschäftsräumen verbessert die Bedingungen für autofrei Mobilität.
Und: Es müssen keine Parkplätze im öffentlichen Straßenraum ausgewiesen werden, denn es sind ausreichend ungenutzte Stellplätze in Tiefgaragen und Parkhäusern vorhanden. Und erst recht nicht muss das Eckenparken, Falschparken auf Gehwegen und Blockieren des ÖPNV hingenommen werden.
Vielen Dank Fahrbahnradler für den Link zu dem nach wie vor und immer wieder aktuellen Thema, wer denn bloß unsere Städte so verwüstet hat. Und dass das nicht alleine Bomber-Harris "Verdienst" gewesen ist.
Diesem Absatz möchte ich noch etwas hinzufügen: "Seltsam mutet an, dass damals der Brandschutz als Argument – oder Vorwand – für den Stadtumbau herhalten musste. In den Bombennächten hatten die dichten Innenstädte mit ihrem vielen verbauten Holz wie Brandbeschleuniger gewirkt. Das wollte man durch breite Autoschneisen und viel Leerfläche zwischen den Wohn- und Büroriegeln künftig verhindern. Der Krieg war so stark in der nationalen Seele verankert, dass man für einen neuen schon mal vorsorgte." So steht es im taz-Artikel.
Es war keineswegs "seltsam", dass mit dem Brandschutz argumentiert worden ist. Vermutlich nicht in der Öffentlichkeit, denn die sollte nicht beunruhigt werden. "Nach dem Krieg ist vor dem Krieg" war jedoch damals durchaus in den Köpfen der Planer präsent und ein Grund, eine Stadt mit breiten Schneisen zu bauen, die letztlich eine Stadt werden sollte, die sich aus vielen kleinen, stark voneinander abgegrenzte Mini-Städtchen zusammensetzt. Die Befürchtung war ein bald zu erwarteter erneuter Krieg, diesmal Ost gegen West. Und dafür sollten die Städte widerstandsfähig gemacht werden, um nicht zu leicht von Stalin oder seinen Nachfolgern zerbombt werden zu können. Ein Stadtteil, der getroffen werden würde, sollte nicht andere Stadtteile in Brand setzen können. Deshalb die Schneisen. Gerne als breite Grünflächen mit Baumbestand, denn die Bäume konnten im Bedarfsfall schnell gefällt werden und Brennholz war schon im letzten Krieg stark nachgefragt. Erst nach und nach kam der Stadtautobahngedanke oben drauf, als nämlich die Massenmotorisierung mit immer mehr Autos einsetzte.