Beiträge von Ullie

    Zu dem dritten Beispiel: Ist es nur nicht zu sehen oder fehlt die positive Beschilderung für den Radverkehr? Wenn man mit dem Rad da ankommt fährt man eigentlich erst mal über einen abgesenkten Bordstein in die Fahrbahn ein....

    Deine Frage hat mir keine Ruhe gelassen, drum habe ich mich vor Ort noch mal umgesehen:

    Wenn ein Radweg vorrangberechtigt gegenüber dem querenden Autoverkehr auf einem Radweg über eine Straße geführt wird, dann kriegt der Autoverkehr ein Stoppschild [Zeichen 206] und der Radverkehr ein Schild Vorrang an der nächsten Kreuzung [Zeichen 301].

    So zum Beispiel hier in Hannover Linden: Der Radfahrer auf dem rechten Bild fährt in die entgegegesetzte Fahrtrichtung wie der Radfahrer auf dem linken Bild.

           

    In Kleefeld hat zwar der Autoverkehr ein Stoppschild zu beachten. Aber für den Radfahrer ist kein Vorrang an der nächsten Kreuzung aufgestellt worden.
    Hier die Kreuzung in Kleefeld: Linkes Bild aus der Autofahrer-Perspektive. Rechtes Bild aus der Radfahrer-Perspektive.

           

    Was heißt das jetzt? Insbesondere im Falle eines (Un-)falles?

    Werden Autos jetzt von Autos abgelöst?

    Ging es bei der Diskussion um den kostenfreien ÖPNV noch darum, dass Autoverkehr durch ÖPNV-Verkehr ersetzt werden soll, um die Umnwelt zu schonen, so liefert Hannover gerade Hinweise darauf, dass Autoverkehr vomn Autoverkehr abglöst werden soll:

    "Moia plant 250 Sammeltaxis für Hannover

    Die VW-Tochter Moia will ihr Angebot in Hannover massiv ausbauen. 250 App-gesteuerte Taxen sollen ab Sommer durch die Stadt fahren. Die etablierten Taxifirmen fürchten einen unfairen Wettbewerb. Über den Antrag von Moia muss die Stadt jetzt entscheiden."

    http://www.haz.de/Nachrichten/Wi…usgebaut-werden

    Bislang sind es erst 30 dieser Fahrzeuge, die in Hannover unterwegs sind, bisweilen habe ich allerdings den Eindruck, diese Fahrzeuge seien bereits allgegenwärtig. Hier ein Foto:

    Ob das allerdings dazu beitragen wird, dass weniger Privat-PKW's unterwegs sein werden in der Stadt? Es ist zumindest ein anderer Ansatz als kostenlosen ÖPNV anbieten zu wollen. Die Preise sind bislang noch unschlagbar günstig. Aber der Preis von 6 Cent pro Kilometer gilt nur für die Probephase. Siehe auch hier: http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…axi-in-Hannover

    Langfristig ist ein Preisniveau das zwischen ÖPNV und Taxi liegen soll, einkalkuliert.

    Allerdings gilt für Moia ebenso wie für kostenlosen ÖPNV: Wenn es Politik und Verwaltung nicht schaffen, den Straßenraum für den MIV zu beschneiden, dann werden andere Autofahrer, die Lücken (falls sich denn überhaupt welche kurzfristig auftun sollten) zufahren.

    Bitte schaut noch mal nach, ob ihr die Fotos noch irgendwo herumliegen habt, anschließend versuche ich mich nach sorgfältiger Überprüfung der Backups an einem neuen Versuch.

    Habe die Fotos neu hochgeladen. Grüße Ullie,

    Jetzt isses amtlich, die nächste Groko kommt. Hat zufälig wer die live-Berichterstattung auf Phönix gesehen, als in der SPD-Parteizentrale das Ergebnis bekannt gegeben wurde? Zunächst wurde die Wahlbeteiligung genannt. Da wurde noch geklatscht. (Etwa bei Minute 3:40) Als dann 66,... Prozent für die Groko verkündet wurde, hat keiner geklatscht. Und als ein Reporter bei Scholz, der für Fragen zur Verfügung stand, nachfragte, warum keiner geklatscht hat, redete der über ganzwas anderes.

    Aber vielleicht hab' ich ja auch nicht alles richtig mitgekriegt? Hier der Phoenix-Bericht:

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    Der zeigt ganz deutlich, was ich oben beschrieben habe. Wenn bei dem Ergebnis "Pro Groko" keiner klatscht, was soll und das dann sagen?

    Bei Minute 6:20 fragt der Reporter, warum es keinen Beifall für die Groko gab. Aber Scholz antwortet auf diesen Teil der Frage nicht.

    Ich bin jetzt wirklich nicht der kernig-knackige Groko-Gegner, aber das mit dem Beifall-Klatschen (bzw. Nicht-Klatschen) finde ich dann doch sehr merkwürdig.

    In der Hannorad 3/2017 wird über den Winterdienst in Hannover mit dem Schwerpunkt Radwege berichtet. Unter anderem wird über ein neuartiges Verfahren berichtet bei dem eine Sole-Lösung aufgespritzt wird: "Sie soll die Radwege möglichst frei von Schnee und Glatteis halten. Der handelsübliche Salzeinsatz ist in der Stadtaufgrund der Umweltfolgen verpönt und teilweise verboten. Mit der Solelösung konnten auf den Testpisten in Hannover 67 Prozent Salz eingespart werden. Sie ist allerdings nur bis circa minus zehn Grad Bodentemperatur wirklich effektiv." https://www.hannorad.de/wp-content/upl…oRad_2017_3.pdf Seite 27 Vielleicht ist das ja auch einer der Gründe, dass auf vielen Radwegen immer noch Schlittern angesagt ist, denn die Temperaturen sinken ja zumindest nachts auf zweistellige Minusgrade. Und iam Boden bleibt es wohl auch tagsüber sehr kalt.

    Einen solchen Sole-Versprüher habe ich in Hannover bisher noch nicht gesehen oder zumindest nicht bewusst wahrgenommen. Hier ein Artikel über den Sole-Versprüher auf hannover.de Der entscheidende Unterschied besteht wohl darin, dass nicht geschoben sondern mit einer rotierenden Bürste gefegt wird. Siehe hier:

    https://www.hannover.de/Service/Presse…-gegen-Glatteis

    Kann an der Uhrzeit liegen, aber ich finde gerade keine Worte dafür, mit denen ich mich nicht strafbar machen würde:

    https://www.mopo.de/news/panorama/…uesste-29797020

    <X

    Um mal mit Worten auszuhelfen:

    "Ein Auto kann ein Mord-Werkzeug sein.", kann man leider immer noch nicht sagen, denn der Täter wurde ja nicht wegen Mordes verurteilt, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge.

    Das Gericht folgte übrigens nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Verurteilung wegen Totschlags forderte. Das Gericht ging nämlich davon aus, dass der Täter in seinem gut gedämmten Auto möglicherweise nicht bemerkt habe, dass er sein Opfer mitschleifte.

    Hannovers Radwege sind mal mehr und mal weniger gut gräumt. Die Fotos sind von Mittwoch (28.2.2017) früh:

    Habe deshalb lieber den ÖPNV in Anspruch genommen, wo allerdings auch nicht überall optimal geräumt wird. Siehe den Treppenabgang zur U-Bahn.

    Radweg am Schiffgraben:

    Zweirichtungsradweg am Friedrichswall (es handelt sich also nicht um einen "Geister-Radler"):

    Radfahrstreifen am Kantplatz, leider nicht wirklich gut befahrbar:

    Um die Ecke Scheidestraße mit geräumten Hochbordradweg:

    Polemik ist ein sehr dehnbarer Begriff. Und manches, dass einmal als Polemik bezeichnet wurde, wurde später Wirklichkeit. Leider hat sich dadurch nicht immer etwas zum Guten verändert. Wenn jedoch eine politische Idee mit guten Argumenten untermauert ist, dann sollte es nicht einfach als Polemik abgetan werden. Und die Forderung nach einer Verkehrswende weg vom Auto, hin zu mehr nachhaltiger, sanfter Mobilität, kann nicht einfach als Polemik abgetan werden, auch dann nicht wenn diese Forderung mit den Worten "Leute, verzichtet auf eure Autos!" oder "Ich sag' mal: Lasst uns alle uns von den Autos befreien!" formuliert wird.

    Die von Autos befreite Limmerstraße in Hannover-Linden. Zwar fährt hier die Straßenbahn, aber eben nur im 7,5 Minuten Takt. Und auch die besonders bei Schnee sehr glatten Schienen schrecken viele Radler nicht ab, wie man an den Spuren im Schnee sehen kann.

    Leute, verzichtet auf eure Autos!

    Ich sag' mal: Lasst uns alle uns von den Autos befreien! (Verzicht klingt immer so ... Andererseits, wir haben ja grad' Fastenzeit!)

    Wie dem auch sei: Besorgt euch einen Einkaufstrolley, wenn ihr problemlos einkaufen wollt. Und wem der Stauraum von rund 50 bis 60 Liter nicht genügt, der kann noch was oben drauf packen und mit einem Expander befestigen (z. B. das Paket Klopapier-Rollen) oder einen Rucksack dazu nehmen. Einen Zentner etwa hält so ein Einkaufs-Trolley aus.

    Und bei schlechtem Wetter, bei dem man sich vielleicht doch gegen das Rad und für den ÖPNV entscheidet, ist man mit dem Einkaufstrolley gut dran!

    < an der Haltestelle / in der Stadtbahn >      

    Mit 50 bis 60 Litern hat der Einkaufstrolley übrigens einen größeren Kofferraum als so manch "hipper" Sportwagen aus dem Ländle. Bei deutlich geringerer Stellfläche!

    Die Linksabbieger hat man bei dieser "Radinfrastruktur" ja auch mal wieder vergessen.

    Na ja, was heißt hier vergessen? Dass du die Frage nach den linksabbiegenden Radfahrern stellst unterscheidet dich vermutlich von 95% der Alltagsradler. Für 95% der Radfahrerinnen und Radfahrer stellt sich diese Frage gar nicht, bzw. sie kommen gar nicht erst auf die Idee, dass man für linksabbiegende Radfahrer was hätte tun können. Und für die 5%, die auf die Idee kommen, man hätte hier doch eigentlich was für linksabbiegende Radler machen müssen, halten sich die meisten für hinreichend avantgardistisch, dass sie den orange eingezeichenten Weg nehmen und dabei vermutlich sogar bewusst ignorieren, dass sie eigentlich den Radfahrstreifen gar nicht verlassen dürften. Unter diesen wiederum gibt es auch einige wenige, die sich auch nicht an die Vorgaben der Lichtsignalanlage gebunden fühlen.

    Die ganz Ängstlichen wiederum und vielleicht auch einige, die dort zum ersten mal lang fahren, benutzen den grün eingezeichneten Weg.

    Die allermeisten jedoch benutzen den blau eingezeichneten Weg unter Beachtung der Lichtzeichen für die Fußgänger, jedoch ohne abzusteigen. Auf der anderen Seite, also dort wo der blaue Pfeil hinzeigt, ist übrigens der Lindener Marktplatz und auf dem wird üblicherweise kreuz und quer Fahrrad gefahren, was in der Regel auch kein Problem ist, weil sich hier nicht so viele Fußgänger aufhalten. Außer dienstags und samstags, also an den Markttagen. Da entfällt dann die blau eingezeichnete Option zumindest für die, die nicht zum Markt wollen. Die meisten wollen aber zum Markt und stellen dann ihr Fahrrad in der Nähe der blauen Pfeilspitze ab.

    Aber das muss ja nicht für immer so bleiben, denn es ist durchaus vorstellbar, dass sich eine deutliche Stärkung des Radverkehrs auch dahingehend auswirkt, dass immer mehr Radler nach anspruchsvollen Radverkehrsführungen verlangen und sich hier ein deutlich gesteigertes Bewusstsein herausbildet.

    Vielen dank übrigens - auch an die anderen - für die Hinweise. Die interessieren mich besonders deshalb, weil in ein paar Jahren ein Hochbahnsteig für die Stadtbahn hier errichtet werden soll. Und ich finde es spannend jetzt schon mal zu sehen, wie die derzeitige Verkehrslage beurteilt wird.


    So ungefähr soll der 80cm hohe Hochbahnsteig für die Stadtbahn positioniert werden:

    So bringt man Radfahrer um.

    Da ist eine relativ unübersichtliche Kreuzungssituation, dann folgt eine Engstelle. Dahinter Dooring-Gefahr und diagonal liegende Gleise. Genau die Stelle, an der man eher nicht den Straßenteil wechseln sollte.

    Man wechselt ja nicht den Straßenteil, wenn man auf der Fahrbahn weiterfährt, denn vor der Kreuzung fährt der Radverkehr auf einem Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Der früher einmal bestehende Hochbordradweg wurde entfernt! Das heißt, vor der Kreuzung gibt es keinen Angebotsradweg. Den Straßenteil wechseln, das tut derjenige Radfahrer, der auf dem Angebotsradweg weiterfährt.

    Hier ein Bild von vor der Kreuzung:

    Habe gerade mal den Link zur Blöd-Zeitung gedrückt. Auf dem Foto in dem Artikel sieht es so aus, als sei am rechten Fahrbahnrand ein nichtbenutzungspflichtiger Hochbordradweg vorhanden. Ist das so? Und wird der da so bleiben, d. h. es gibt nur eine Umschilderung? Oder wird der eingeebnet und Querparken angeordnet, dann könnte man Kroll den Wind aus den Segeln nehmen wegen der zusätzlichen Parkplätze. (Obwohl ich das auch nicht wirklich gut fände.)

    Gute Liste. Ich möchte noch ergänzen, dass die Beschilderung (zur Orientierung und Routenfindung) für den Radverkehr meist schlechter oder nicht vorhanden ist.

    Was auch noch fehlt auf der Liste ist die manchmal wirlich nicht einfach zu treffende Entscheidung, ob ich einen ggf. vorhandenen nichtbenutzungspflichtigen Radweg benutze, oder ob ich auf der Fahrbahn gemeinsam mit dem KFZ-Verkehr fahre. Denn es ist ja durchaus nicht so wie bei Epaminaidos, dass Radfahrer grundsätzlich auf der Fahrbahn fahren. Und deswegen nur prüfen, ob der möglicherweise vorhandene Radweg benutzungspflichtig ist. An vielen Stellen fahren nach meiner Beobachtung die meisten Radler den Radweg auch dann, wenn er nicht benutzungspflichtig ist. Siehe zum Beispiel hier:

    Fahr ich jetzt auf der Fahrbahn weiter? Aber da parkt ja grade ein Auto aus. Außerdem sind da diese blöden Straßenbahnschienen. Aber auf dem Angebotsradweg auf dem Fußweg könnte es zu Konflikten mit den Fußgängern kommen. Naja, von denen sind ja grade nicht so viel unterwegs...:?::?::?:

    Dieser Denkprozess würde vermutlich noch zusätzlich stimuliert werden, wenn hier die eindeutig zweideutige Radverkehrsoption noch stärker betont würde durch eine entsprechende Markierung:

    Hallo Fahrbahnradler,

    ist diese Option aus Hannover eine Möglichkeit, die auch an der von dir gezeigten Stelle zum Einsatz kommen kann?

    Diese Schilder wandern durch Hannover und zwar immer hin zu solchen Stellen wie die folgende:

    Und wenn dann das große Schild ein paar Monate hängt, dann wird es wieder versetzt, um an anderen Stellen auf die Neuerung hinzuweisen, dass der Radverkehr die Möglichkeit hat, die Fahrbahn zu benutzen.

    Ich habe hier noch mal mit einfachen technischen Mitteln (Paint-Programm) eine Rotmarkierung in das Foto hineinmontiert:


    Das müsste dann aber auch in dem von dir gezeigten Fall ausreichen, um Autofahrer darauf aufmerksam zu machen, dass ein Radfahrer frei - Fußweg nicht für alle Radfahrer eine Option ist, die sie den Vorrang geben.

    Vielleicht kannst du ja mal auf deinen Fotos eine entsprechende Markierung hineinmontieren?

    Viele Grüße aus Hannover, Ullie

    Und Warentransport zum Wochenendeinkauf ist bereits heute einfach zu lösen. Gesetzt den Fall, man hat das eigene Fahrzeug abgeschafft, hat man das bisher hierfür verwendete Geld zur Verfügung. Man fährt mit dem ÖPNV zur Einkaufsmeile der Wahl, kauft ein, ruft ein Taxi mit entsprechend Laderaum und lässt sich heim bis vor die Tür fahren. Will man das öfter machen, kann man nach Rabatt fragen. Unterm Strich häufig günstiger als eigenes Fahrzeug. Wo vorhanden, kann man Carsharing nutzen. Und wenn man gar nicht so doll viel braucht, reicht auch der gezeigte Trolli. Bei barrierefreiem ÖPNV sollte der auch problemlos mitzuführen sein. Wirlich schwere und sperrige Dinge wie Wasser und sonstige Getränke kann man sich zur Not bringen lassen. Das bieten viele Märkte bereits an.

    Dass man sich besonders schwere Waren wie Wasserkisten ins Haus liefern lassen kann, darauf weise ich auch gerne hin. Gerade dagegen wird dann gegen gewettert, dass damit der Verkehr ja noch weiter zunehme. Und zwar sowohl von Autofahrern, als auch von nicht Autofahrern. Und beide haben sie natürlich irgendwie aus Sicht der jeweils persönlichen Perspektive Recht. Der Nichtautofahrer wittert die Gefahr, dass noch mehr Autos unterwegs sein werden. Und der Autofahrer sieht die Konkurrenz um den vorhandenen Straßenraum.

    Nachdem ja bereits das Hamburger Abendblatt mit einem sehr autokritischen Kommentar die Verkehrsproblematik beleuchtet hat, mit dem Beitrag von Jens Meyer-Wellmann vom 24.2.2018, "Es gibt kein Recht auf Parkplätze", https://www.abendblatt.de/meinung/articl…arkplaetze.html , hat heute die Hannoversche Allgemeine Zeitung dem nicht nachstehen wollen: Hier ein Zitat:

    Während Dänemark und die Niederlande ab den 1980er-Jahren auf den Ausbau des Radverkehrs gesetzt haben, huldigt man in Deutschland noch heute dem Auto als Verkehrsmittel für alle Lebenslagen. Mit fatalen Folgen: Weil es so bequem und günstig ist, nutzen die Deutschen das Auto nicht in erster Linie für die unvermeidlichen Fahrten über größere Distanzen und mit viel Gepäck, sondern in geradezu absurdem Ausmaß für Trips um die nächste Ecke. Die Hälfte aller Autofahrten ist weniger als fünf Kilometer lang, ein Viertel sogar unter zwei Kilometer! Wir fahren morgens für sechs Brötchen mit dem Auto zum Bäcker – und abends zum Spinning ins Fitness-Studio – ein Wahnsinn!" Der Gastkommentator der HAZ weist hin auf die Notwendigkeit des ÖPNV-Ausbaus und Verbesserungen für den Radverkehr und endet mit der Feststellung: "Für die Alternativen zum Auto wird der Autoverkehr Platz abgeben müssen.":thumbup: Eine Feststellung, um die sich die Verantwortungsträger in Politik und Verwaltung gerne drücken.

    Wen hat die HAZ hier in ihrem Gastkommentar auf der täglichen "Speakers Corner" zu Wort kommen lassen? Hier der Link: http://www.haz.de/Nachrichten/Po…uf-zwei-Raedern Es ist der ADFC-Bundesgeschäftsführer, Burkhard Stork!:)

    Warentransporte (Z.B. der Wocheneinkauf) müsste mit dem ÖPNV auch einfacher werden.

    Kurioserweise tragen diese praktischen Helfer ausgerechnet Spitznamen, die nach Automarken benannt sind. Nämlich "Hacken-Porsche" oder "Rentner-Volvo". Ob das mal jemand untersucht hat, wo welcher Name mehr verbreitet ist? Wenn ich mit meinem Einkaufs-Trolley (so nenne ich meinen fleißigen Helfer meistens) unterwegs bin, dann mach ich aber auch gerne einen Scherz, wenn ich zum Beispiel auf dem gutbesuchten Wochenmarkt unterwegs bin und an einer Engstelle vorbei will: "Darf ich mal eben mit meinem Mercedes hier vorbeifahren?", zum Beipiel.

    Und da in Hannover zunehmend der ÖPNV barrierefrei ausgebaut wird, ist der Einkaufs-Trolley auch in Bussen und Bahnen gut mitzunehmen. Wer meint einen dummen Spruch darüber verlieren zu müssen, dem erkläre ich geduldig, dass es Trendsetter eben nicht immer leicht hätten.

    Ganz nett gemacht ist auch dieser Werbefilm, der besonders auf Radfahrer abzielt. Die ÖPNV-Nutzer unter den Einkaufs-Trolley-Lenkern kommen leider nicht drin vor: http://www.andersen-shopper.de/filme/Andersen-Imagefilm-ENDE-WEISS.mp4

    Noch ein Tipp für die Benutzung des Einkaufs-Trolleys im ÖPNV: Mach dir einen Expander um das Zug- bzw. Schiebegestänge, dann kannst du damit das Gefährt im Bus an einer geeigneten Stelle festmachen und es kippt dir nicht um!

    Vielen Dank für den Link! In dem verlinkten Text ist u. a. zu lesen: "Mögliche Projekte könnten eine Förderung für Diesel-Besitzer sein, die ihren Wagen nachrüsten oder finanzielle Anreize für Essener, die ihr Auto abmelden und auf Bus und Bahn umsteigen." Heißt das jetzt, dass ich mir ruckzuck einen Diesel zulegen muss (sollen ja zur Zeit recht günstig gebraucht zu kriegen sein) um dann in den Genuss von kostenlosen ÖPNV zu kommen, wenn ich das Ding wieder abstoße? Geht's noch?

    Obwohl... So eine ähnliche Aktion gab's mal in Hannover vor ein paar Jahren: "400 geben ihren Führerschein ab - Freiwillige gaben ihren Führerschein im Üstra Service Center für einen Monat ab und erhielten dafür eine MobilCard des Großraum Verkehr Hannover. Nach Ablauf der Karte erhalten sie ihre Fahrerlaubnis zurück." Warum sollte der Führerschein nicht mal für ein paar Wochen bei der Üstra liegen fragte ich mich. Und stand flugs auch in der Schlange, die auf dem Zeitungsbild in dem hier verlinkten HAZ-Artikel vom 2.11.2009 zu sehen ist: http://www.haz.de/Hannover/Aus-d…uehrerschein-ab

    Natürlich konnte ich es nicht lassen, die Stimmung in der Wareschlange ein wenig auszuloten. Mein Eindruck war, dass dort überwiegend Menschen standen, die zwar einen Führerschein haben, aber vermutlich nicht zu den klassischen Autonutzern zählten. "Meine Frage am Tresen, was denn mit meiner Tante sei, die noch nie einen Führerschein besessen habe aber auch gerne eine kostenlose Monatskarte haben möchte, wurde abgebügelt. Es ginge ja darum, dass weniger Auto gefahren werden soll und nicht darum, dass meine Tante eine Freikarte für den ÖPNV erhält.

    Hätte ich wohl mal besser so getan, als bewegte ich gemeinhin so ein Spritmonster! Wer weiß vielleicht wäre die Aktion dann nochmal wiederholt worden?

    "Das Problem beginnt mit einem Denkfehler. Wer hierzulande einen Pkw besitzt, ist fest von seinem Recht überzeugt, sein sperriges Stahlgefährt jederzeit auf öffentlichem Grund abstellen zu dürfen.", schreibt das Hamburger Abendblatt. https://www.abendblatt.de/meinung/articl…arkplaetze.html Ein Artikel von Jens Meyer-Wellmann, Kein Recht auf Parkplätze, vom 24.2.2018

    So oft schau ich nicht ins Hamburger Abendblatt. Schreiben die öfter so eindringliche Artikel?